Posts by Sunset-Ranch

    Willkommen zu Hause


    „Aber das ist ja gar kein kleiner Bruder!“


    Als Jason am nächsten Morgen erwachte brauchte er einen Moment um zu realisieren warum er in einem Krankenhausbett lag. Dann jedoch sah er seine Frau neben sich liegen und das Baby welches in einer weichen Mulde der Bettdecke in eine Decke gewickelt zwischen ihnen lag und ihn aus grünen Augen anblickte. Eindeutig Catalinas Augen. Liebevoll blickte Jason seine Tochter an und nahm das Neugeborene vorsichtig in seine Arme. Als er seine Tochter nun so in den Armen hielt wanderte sein Blick hinüber zum Fenster und er bemerkte, dass nach dem ewigen, bedrückend grau bedecktem Himmel der letzten Tage an diesem ersten Morgen nach der Geburt seiner Tochter nun ein strahlend blauer Himmel und zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder weiße Wolken zu sehen waren. Fast als ob der Schöpfer selbst seine Tochter an diesem Morgen begrüßen wollte. Jason lächelte und sprach ein Gebet zu Wakan Tanka um sich für diesen schönen Morgen und für seine Tochter zu bedanken. Jason blickte wieder in das Gesicht seiner Tochter die ihn anlächelte. Leise flüsterte er: „Maȟpiya ska.“ Maȟpiya ska. Weiße Wolke. Das war ein schöner Name. So sollte sein kleines Mädchen heißen. Während der letzten Tage hatten er und Catalina immer wieder über verschiedene Namen gesprochen, doch so recht einig waren sie sich noch nicht geworden.

    Dann legte er einen Arm um Catalina. Beide saßen nun noch eine Weile in friedlich, morgendlicher Stille da und erfreuten sich einfach am Anblick ihrer Tochter.


    ***


    Auf der Sunset-Ranch war heute einiges los. Im Laufe des Tages würden Jason und Catalina heute endlich mit dem Neugeborenen aus Erfurt zurückkehren. Dennoch hatten Lucie und Jacob einen kleinen gemeinsamen Ausritt unternommen. Nun waren die beiden zurück und waren dabei die Pferde zu versorgen. Bisher war von Jasons Truck nichts zu sehen, also waren Jason und Catalina offensichtlich noch nicht zurück.


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    Inzwischen waren zwei Tage vergangen seitdem Lucie die Nachricht von Jason erhalten hatte, dass Catalina ihr Baby bekommen hatte. Nun wartete sie ungeduldig auf die Heimkehr der Beiden. Und war natürlich mehr als gespannt darauf ihre kleine Schwester kennenzulernen.


    Gerade kamen auch Lena und Daniel mit der Ponystute Sunny und Hündin Jess wieder auf den Hof als gerade Jasons blauer Pickup auf den Hof fuhr.


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    Kurz darauf stieg Jason aus dem Auto, grüßte die drei Mädchen die am Paddockzaun standen, ging dann jedoch um das Auto herum und öffnete die Beifahrertür für Catalina. Er beugte sich zu seiner Frau hinunter und nahm dann vorsichtig seine Tochter entgegen damit Catalina aussteigen konnte.


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    Nun kamen auch die anderen neugierig näher. Stolz stellte Jason nun seine Tochter Leona Maȟpiya ska vor.


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    Als nun auch Daniel und Lena näher kamen beugte Jason sich vorsichtig ein wenig hinunter, damit auch Daniel seine kleine Schwester in Augenschein nehmen konnte. Einen Moment musterte Daniel das Baby kritisch und stellte dann fest: „Das ist ja gar kein kleiner Bruder!“ Nun mussten die Erwachsenen lachen.


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    Daniel blickte seine Schwester noch immer nachdenklich an, dann meinte er an das Baby gewandt: „Macht nichts, dass du nur ein Mädchen bist. Ich bringe dir halt schon die richtigen Spiele bei.“ Kurz darauf befreite Leona Maȟpiya ska nun ihre kleinen Hände aus der Decke, streckte die Arme aus und lachte fröhlich. Denn gerade hatte nun Sunny neugierig die Nase vorgestreckt. Jason wandte sich nun mit seiner Tochter dem Pony zu und musste unwillkürlich lächeln als Leona zum ersten Mal in ihrem Leben mit ihren winzigen Fingern ein Pony streichelte.


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    Achtung Öffifahrer: Es gibt eine kleine Einschränkung wenn der Raum "oben" in Börnsen liegen sollte. Der erste 8890 nach Börnsen Zwischen den Kreiseln scheint Samstags morgens erst gegen 10 Uhr in Bergedorf abzufahren.

    Die vorher regelmäßig fahrenden Busse fahren alle "unten" lang Bahnstraße, Dänenweg und dann weiter nach Escheburg/Geesthacht. Ggf müsste dann Treffen/Abholung von der Haltestelle Börnsen, Bahnstraße vereinbart werden

    Leonie Anbindung mit Öffis ist sehr gut. Mit Bahn bis HH Bergedorf und dann Busverbindung 8890 bis Börnsen. Die Linie fährt im Wechsel mit unterschiedlichen Endzielen, aber durch Börnsen fahren alle erstmal. Ggf müsst man halt sehen wo in Börnsen der Raum ist, ob man den Geesthang rauf muss (Da müsste dann was von Börnsen Zwischen den Kreiseln als Ziel am Bus stehen) oder nicht.

    Börnsen ist auch noch im HVV Großbereich.

    Börnsen wäre für mich ja MEGA. Termin könnte allerdings ggf bei mir etwas schwierig werden mit frei bekommen. Bin ja dann auch schon die Woche vorher in Leipzig auf der Messe und habe etwas später im Oktober noch Urlaub.

    Aber selbst wenn ich gar nicht frei kriege, kann ich immer noch zusehen, dass ich wenigstens morgens kommen kann und von da aus dann zur Arbeit fahre. Börnsen liegt ja genau in der Mitte zwischen zu Hause und Arbeit ^^

    Nee ein Kumpel von Lucas war der Kerl nie. Lucas mochte ihn auch nie. Erst als Svea ihn dann mal näher kennenlernte über die Hunde hatte er das dann so hingenommen. Und war dann eher neutral.

    Allerdings war der Kerl dann später auch erst noch ein bisschen mißtrauisch weil Lucas und Svea sich ja doch auch häufig trafen, zumal er ja wusste dass die ein Paar waren. Insofern kann man sich vorstellen dass der nun nicht mehr gut auf Lucas zu sprechen ist ^^

    Lora  Aaylo Secura Hihi, ich denke mit dem Ex könntet ihr durchaus nicht ganz falsch liegen. Der hat es wohl nicht ganz so entspannt genommen wie Emma ^^


    Aber ich glaube Lucas sieht es mal so, dass es sich eigentlich ganz richtig anfühlt dass der Kerl wütend ist. Außerdem: Lucas hat das Mädchen ;) Und zumindest moralisch hat Lucas die Nase vorn. Er war in der Minderheit.

    Fragt sich ob Julia die Entscheidung ihres Sohnes so hinnehmen kann wie Jason ^^

    Manchmal können Angst, Sorgen und großes Glück ganz nah beieinander liegen. Ein fliegender Wechsel im Krankenhaus. Langsam wird es ja auch mal Zeit ^^


    Kurz darauf betrat Jason das Café im Erdgeschoss des Krankenhauses. Er blickte sich kurz um und entdeckte Catalina, Julia und Sven dann auch schon an einem der Tische. Er holte sich am Tresen einen großen Becher Kaffee und setzte sich dann zu den dreien dazu. Er sah seine Frau einen Moment an und meinte dann: „Du siehst müde aus. Ich hoffe nach Hause lässt du mich wieder fahren,…“. Er grinste ihr zu. Catalina lächelte ihm zu, doch noch ehe sie etwas erwidern konnte ergriff Julia das Wort und meinte: „Ihr könnt auch bei uns übernachten und morgen früh zurückfahren.“ Catalina blickte Julia an und meinte dann: „Danke, dass Angebot ist echt lieb. Ich müsste nur vorher bei meiner Tochter anrufen ob es für sie in Ordnung wäre, noch ein bisschen länger die Stellung auf dem Hof zu halten.“ Julia nickte verständnisvoll und während Catalina nun aufstand um in Ruhe mit Lucie zu telefonieren wandte sich Julia nun an Jason. „Und? Hast du etwas mehr aus Lucas herausbekommen? Kennt er die Typen die ihn angegriffen haben?“ Jason trank zunächst einen Schluck seines Kaffees, blickte dann auf und schwieg noch eine Weile, ehe er erwiderte: „Ich denke ihr braucht euch zumindest keine Sorgen um irgendwelche Schlägerbanden machen die nun in eurer Straße ihr Unwesen treiben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es wirklich Lucas betraf.“ Entsetzt blickte Julia ihn nun an und erwiderte: „Ziemlich sicher? Also wer waren diese Typen?“ Nun jedoch zuckte Jason mit den Schultern, „Ich weiß es nicht. Aber ich denke Lucas weiß mehr als er sagt, aber er möchte nicht darüber reden, er will auch kein weiteres Aufhebens machen. Und ich respektiere seine Entscheidung. Er ist alt genug.“ Verständnislos blickte Julia ihn an. „Er weiß,… Aber wieso sagt er nichts? Was wenn die Kerle sich wieder an ihm vergreifen…? Wie kannst du ihm das einfach so durchgehen lassen,…?“. Jason sah Julia an, dass sie wirklich Angst hatte, dass dies tatsächlich geschehen könne. Nun legte Jason ihr seine Hand auf ihre Hand und meinte mit ruhiger Stimme: „Lucas hat mir sein Wort gegeben, dass er bei dem kleinsten Anzeichen dass er weitere Schwierigkeiten in der Richtung hat mit mir oder euch reden wird!“ Nun schnaubte Julia: „Und das glaubst du ihm? Er ist ein Teenager! Eltern anzulügen ist für Teenagern normal!“ Jason schwieg bei Julias Worten. Nach einer Weile jedoch sagte er mit bestimmter Stimme: „Lucas hat mir sein Wort gegeben. Und ich vertraue ihm. Und das weiß er!“ Jason unterstrich seine Worte nun mit einer Geste. Für ihn war das Thema damit abgehakt so lange sein Sohn es nicht wieder von sich aus ansprach. Da kam Catalina zurück an den Tisch und setzte sich zu Jason. Sie erzählte, dass es von Lucies Seite kein Problem sei wenn sie und Jason noch blieben. Jason blickte seine Frau an und er sah ihr an, dass die Aussicht heute nicht mehr nach Hause fahren zu müssen sie sehr erleichterte. Erst jetzt wurde ihm auf einmal bewusst was sie mit dieser langen Fahrt auf sich genommen hatte. Immerhin war sie inzwischen hochschwanger. Auf einmal hatte er ein schlechtes Gewissen, denn es war tatsächlich eigentlich wirklich nicht nötig gewesen extra loszufahren. Wenn es so schlimm um Lucas gestanden hätte, hätte Julia ihm das schon am Telefon mitgeteilt gehabt. Er legte seinen Arm um Catalina und sie lehnte sich an ihn. Gerade sagte Julia: „Wir gehen jetzt mal hoch und sehen ob wir Lucas inzwischen mitnehmen können,…“ mit einem Blick auf Catalina meinte sie: „wollt ihr sonst schon zu uns nach Hause fahren, Catalina sieht echt müde aus. Sarah müsste zu Hause sein, aber ich geb euch trotzdem meinen Schlüssel mit.“ Jason nickte. Er sah ein, dass der Tag wohl etwas viel für seine Frau war. Und nun musste er an sie denken. Und so verließen die vier Erwachsenen nun das Café.



    Draußen im Foyer wollte Jason sich mit Catalina gerade in Richtung Ausgang wenden als Catalina plötzlich einen Laut des Schmerzes ausstieß. Erschrocken und hilflos starrte Jason seine Frau an, griff besorgt nach ihrer Hand und fragte was geschehen sei. Doch Catalina konnte nicht antworten. Stattdessen sagte nun Julia die sich bei Catalinas Aufschrei sofort umgewandt hatte und zurück zu den Beiden gekommen war mit nüchterner Stimme: „Die Wehen haben eingesetzt. Das Baby kommt.“ Fassungslos starrte Jason zwischen Julia und Catalina hin und her. Was sollte er nun tun? Er fühlte sich total überfordert. Julia die seine Not bemerkte meinte mit gefasster Stimme: „Bleib bei ihr. Ich hole Hilfe.“ Dann lief Julia zum Empfangstresen.


    Kurz darauf kamen dann zwei Schwestern mit einem Rollstuhl und dann ging auf einmal alles ganz schnell. Auf der Entbindungsstation wurden sie dann auch schon knapp von einer Hebamme begrüßt, die sich dann gleich Catalina zuwandte. An der Tür zum Kreissaal winkte die Frau Jason dann ungeduldig zu. Jason war erst unsicher was die Frau wollte, doch dann sagte diese zu ihm: „Worauf warten sie? Sie sind doch der Vater!“ Jason brachte nur ein Nicken zustande und folgte den Frauen in den Kreissaal. Die Hebamme wies ihn nun an sich zu Catalina zu setzen. Stumm tat er dies. Er legte einen Arm um ihre Schultern und nahm ihre Hand in die seine. Er sah die Schmerzen die seine Frau bei jeder Wehe ausstehen musste und fühlte sich so hilflos. Er konnte es kaum aushalten seine Frau so zu sehen. Er hatte das Gefühl dass seine Frau ewig litt und es nie aufhören würde. Tatsächlich jedoch ging die Geburt recht schnell und unkompliziert bis die Hebamme schließlich die frischgebackenen Eltern anlächelte und das Baby in Catalinas Arme legte. „Herzlichen Glückwunsch zu ihrer kleinen Tochter.“ Es dauerte eine Weile bis Jason realisierte, dass es vorbei war. Erleichtert drückte er Catalina an sich. Dann blickte er das Baby an und war hin und weg vor Glück. Seine Tochter. Er war Vater geworden. Er hatte gerade eine Tochter bekommen. Stolz lächelnd nahm er das Neugeborene ganz vorsichtig in seine Arme. Noch immer ganz hin und weg schäkerte er zärtlich mit seiner kleinen Tochter bis das Baby plötzlich anfing zu schreien. Hilflos blickte Jason nun zu der Hebamme und dann zu Catalina. Beide Frauen grinsten und die Hebamme meinte: „Scheint da ist nun jemand anderes gefragt,…“. Die Frau nickte zu Catalina und fügte hinzu: „…die kleine Dame hat wohl Hunger.“ Verlegen legte Jason seine Tochter nun vorsichtig in Catalinas Arme die das Baby nun stillte. Anschließend meinte die Hebamme, dass es nun Zeit sei das Baby nun erst einmal zu waschen und das Catalina sicherlich ein bisschen Ruhe bräuchte. Sie bot Jason an das Baden des Babys zu übernehmen. Jason nickte. Also nahm er seine Tochter nun wieder vorsichtig auf den Arm und folgte der Hebamme in den Nebenraum.


    Später saß Jason bei seiner Frau am Bett, hatte einen Arm um Catalina gelegt und im anderen Arm lag seine frischgebadete Tochter die nun, den winzigen Daumen in den Mund gesteckt, schlief. Jasons glücklicher Blick ruhte auf dem Baby. Da klopfte es auf einmal und Lucas Kopf erschien in der Tür. Jason blickte auf und lächelte als er seinen Sohn erblickte. „Komm rein. Sieh nur. Du hast eine kleine Schwester bekommen,“ verkündete Jason seinem Sohn voller Stolz. Lucas trat nun ein und näherte sich dem Bett. Hinter Lucas traten nun auch Sven, Julia und Svea ein, hielten sich jedoch ein wenig im Hintergrund. Aber natürlich gratulierten die drei Jason und Catalina zu ihrer Tochter.


    Lucas trat nun näher und bestaunte wie winzig das Baby war. Zaghaft fragte er, ob er das Baby halten dürfe. Jason legte sie ihm in die Arme und Lucas begrüßte seine kleine Schwester. Er staunte wie winzig alles an dem Baby war. Als Jason nun seine Tochter wieder entgegen nahm, wandte sich sein Sohn an Catalina und meinte grinsend: „Da kommt ihr meinetwegen hierher und nun darf ich wieder nach Hause und stattdessen müssen wir dich hier lassen.“ Catalina musste nun ebenfalls grinsen und erwiderte, nicht ohne einen Seitenblick zu ihrem Mann: „Und wenn ich ihn alleine hätte her fahren lassen, hätte meine Tochter oder Jacob mich ins Krankenhaus fahren müssen.“ Daraufhin zog Jason es vor zu schweigen und wandte sich lieber seiner Tochter zu.

    Puuh, irgendwie war der nächste Textteil echt schwierig. Und sorry, ausnahmsweise auch mal wieder ein ganz bilderloser Teil. Aber es kommen auch wieder Episoden mit mehr Bildern. Versprochen. ;) Trotzdem wünsche ich euch mit den beiden nächsten Teilen viel Spaß.


    *~*

    Sorgen und geraubter Verstand


    Die weitere Fahrt verlief nun schweigend. Beide hingen ihren Gedanken nach. Catalina musste sich natürlich auch auf den Verkehr konzentrieren. Jasons Worte gingen ihr nicht aus dem Kopf. Natürlich konnte sie kein Lakota. Doch an der Art wie er gesprochen hatte, hatte sie dennoch ganz genau verstanden was er ihr sagen wollte.


    Endlich erreichten sie nun nach einer mehrstündigen Fahrt Erfurt. Nun brach Catalina das Schweigen und erkundigte sich ob sie zunächst noch etwas essen wollten ehe sie ins Krankenhaus gingen, sie selbst zumindest war inzwischen doch ziemlich hungrig. Jason blickte sie prüfend an. Sie sah ihm an, dass er am liebsten direkt ins Krankenhaus zu Lucas wollte. Dann jedoch nickte er. „Okay, lass uns erst noch etwas essen.“ Erleichtert atmete Catalina auf und lenkte den Truck dann kurz darauf in den Drive in eines Schnellrestaurants. Lächelnd blickte sie ihren Mann an und meinte: „Gibt heut auch ausnahmsweise mal Burger, aber nach der langen Fahrt bin ich echt am verhungern.“ Jason grinste, beugte sich zu ihr hinüber, küsste sie zärtlich und meinte: „Danke. Fürs mitfahren.“ Catalina lächelte. Als sie nun bestellten wurde ihr klar, dass auch Jason inzwischen hungrig war. Grinsend meinte sie: „Gib es zu? Wärst du alleine gefahren hättest du an Essen nicht gedacht oder verdrängt.“ Jason antwortete nicht. Doch das war für Catalina Antwort genug. Sie wusste dass sie richtig lag.

    Nachdem sie aufgegessen hatten, startete Catalina den Motor und fuhr weiter. Nach etwa zehn Minuten erreichten sie dann auch endlich ihr Ziel.


    Drinnen steuerte Jason gleich den Empfang an. Auf der anderen Seite des Tresens saß eine etwas korpulente Frau, die wohl ein paar Jahre älter war als Jason und Catalina und auf den ersten Eindruck gleich einen recht resoluten Eindruck machte. Jason sprach die Frau an und sagte auch gleich, dass sie zu Lucas Beckmann wollten. Die Frau blickte auf, musterte ihn und tippte gleich etwas in ihren Computer. „Und Sie sind?“ Jason stellte sich und Catalina kurz vor und fügte auch gleich hinzu, dass er Lucas Vater war. Die Frau musterte ihn nun misstrauisch und wiederholte: „Sein Vater? Die Eltern des Jungen sind gerade oben. Jason spürte Ärger in sich hochkommen. Doch es gelang ihm sich zu beherrschen. Er atmete einmal tief durch und sagte dann: „Ich BIN Lucas Vater. Seine Mutter und Ich leben getrennt. Und jetzt lassen sie uns bitte zu meinem Sohn.“ Anstatt ihnen nun jedoch einfach die Zimmernummer mitzuteilen erwiderte die Frau nur ungerührt: „Einen Moment. Ich frage mal eben auf der Station nach ob sie rauf können.“ Jason wollte diese Frau am liebsten schütteln.


    Dann jedoch teilte sie ihm endlich mit auf welcher Station und in welchem Zimmer Lucas lag. Jason presste ein knappes „Danke“ heraus und ging dann mit schnellen Schritten in Richtung Aufzüge. Erst als er bereits die Aufzüge erreicht hatte bemerkte er, dass Catalina nicht mehr neben ihm war. Er blickte sich um. Konnte sie jedoch nicht entdecken. Mit ein wenig schlechtem Gewissen ging er nun den Weg zunächst zurück als er sie auch schon erblickte. Sie war schlicht nicht bei seinem Tempo welches er eingelegt hatte mitgekommen. Verlegen trat er auf seine Frau zu und nahm sie in seine Arme. Dann sagte er nicht ohne Reue in der Stimme: „Mithrawiču. Ich hätte nicht so schnell weglaufen dürfen.“ Catalina lächelte ihn ein wenig verlegen und nachsichtig an und erwiderte: „Ist schon okay. Ich weiß ja, dass dich die Sorge um Lucas antreibt.“ Nun jedoch schüttelte Jason energisch mit dem Kopf. „Lucas ist mein Sohn und ich will schnell zu ihm. Trotzdem hätte ich Rücksicht nehmen müssen. Auf dich und auf unser Kind.“


    Als Jason und Catalina kurz darauf auf der Station über den Flur gingen, kamen Ihnen Julia und Sven entgegen. Überrascht blickte Julia die Beiden an. Jason erkundigte sich gleich nach Lucas. „Julia, wie geht es ihm? Und was ist überhaupt geschehen?“ Julia blickte kurz zwischen Jason und Catalina hin und her und antwortete dann: „Lucas ist gestern Abend von zwei Typen zusammengeschlagen worden. In unserer Straße. Fast vor unserer Haustür,…“. Sie stockte kurz. „Aber vermutlich können wir ihn nachher auch schon wieder mit nach Hause nehmen. Wir müssen bloß noch die Visite des Arztes abwarten. Der ist jedoch noch bei anderen Patienten. Keine Ahnung wann der dann hier ist. Ihr hättet nicht extra herkommen müssen. Wir hätten euch natürlich auf dem Laufen gehalten.“ Jason biss schweigend die Zähne zusammen. „Wer waren die Typen?“ Julia zuckte mit den Schultern. Es war halbdunkel. Und als ich mit dem Auto in die Straße kam liefen die weg. Erst dann bemerkte ich jemanden auf dem Boden. Als ich näher kam, das Handy bereits in der Hand um Hilfe zu rufen erkannte ich Lucas. Ich wollte sofort mit ihm ins Krankenhaus, doch er wollte nicht, er meinte es wäre nicht so schlimm, als er mir dann jedoch auf dem Weg ins Haus noch zusammenklappte, da bin ich dann sofort mit ihm hierher gefahren. Er hat eine Platzwunde auf der Stirn, eine aufgeschlagene Lippe, ein blaues Auge und so einige Prellungen und Blutergüsse. Ansonsten geht es ihm den Umständen entsprechend gut. Doch ob er seine Angreifer kannte oder warum die ihn so zugerichtet haben, darüber schweigt er.“ Jason nickte. Er wollte gerade Anstalten machen nun endlich zu seinem Sohn zu gehen als Julia noch etwas sagte: „Ach Jason, aber wenn du schon da bist, vielleicht kriegst du ja wenigstens etwas aus ihm heraus. Ehrlichgesagt, der Gedanke dass da zufällig irgendwelche Schläger ausgerechnet durch unsere Straße laufen und Lucas einfach so angreifen,… eigentlich sollten wir bei der Polizei anrufen,… aber Lucas ist strikt dagegen.“ Jason nickte kurz, doch er würde seinen Sohn auch nicht zum reden drängen. Wenn Lucas nicht reden wollte, würde er das auch respektieren. Nun wollte er aber endlich zu seinem Sohn. Er wandte sich nun der Tür zu und klopfte. Catalina hatte entschieden draußen bei Julia und Sven zu bleiben und so betrat Jason nun alleine das Zimmer. Ein 4 Bett Zimmer. In einem Bett sah Jason einen alten Mann liegen, ein Bett war leer. In einem lag ein anderer Junge der nicht viel jünger zu sein schien als Lucas und in dem letzten Bett hinten am Fenster sah Jason seinen Sohn. Lucas hatte den Kopf in Richtung Fenster gedreht und Jason war sich nicht sicher ob sein Sohn schlief. Als Jason jedoch an das Bett seines Sohnes trat blickte Lucas ihn an und lächelte.


    „Hey mičiɳkši(mein Sohn). Du hast uns einen ziemlichen Schrecken eingejagt,“ grüßte Jason seinen Sohn. Er ließ seinen Blick kurz über seinen Sohn schweifen, dann erkundigte er sich: „Wie geht es dir?“ Daraufhin zuckte Lucas mit den Schultern und antwortete: „Geht schon wieder. Die haben mich gestern Abend ja schon wieder zusammengeflickt gehabt,“ Lucas verdrehte die Augen und fügte genervt hinzu, „Bloß weil ich kurz zusammengeklappt war bestanden der Doc und Mama darauf, dass ich unbedingt ne Nacht hierbleiben muss. Bin froh wenn ich hier nachher endlich wieder raus bin,…“. Jason blickte seinen Sohn an und musste unwillkürlich grinsen. Er war erleichtert, dass seinem Sohn nichts Ernstes fehlte. Dann aber musterte er seinen Sohn einen Moment mit fragendem Blick und meinte schließlich: „Hattest du in letzter Zeit mit irgendwem Ärger? Kanntest du diese Typen?“ Zunächst wandte Lucas seinen Blick ab und schwieg einfach. Jason wollte schon akzeptieren, dass sein Sohn nicht reden wollte als Lucas ausweichend sagte: „Schickt Mama dich jetzt um mich auszuhorchen?“ Jason schüttelte erst den Kopf, dann sagte er jedoch: „Deine Mutter macht sich Sorgen um dich. Sie hat Angst um dich. Immerhin bist du fast vor eurer Haustür einfach so zusammengeschlagen worden. Sie hat mich tatsächlich gebeten dich zu fragen was geschehen ist. Und auch ich mache mir Gedanken warum dich irgendwelche Typen einfach so zusammenschlagen. Ich denke nicht, dass es einfach ein Zufall war. Aber wenn du nicht darüber reden willst, werde ich das akzeptieren. Du bist 17. Es ist deine Entscheidung.“ Er blickte seinen Sohn forschend an. Nach einer Weile jedoch sagte Lucas mit leiser Stimme: „Schon möglich, dass es kein Zufall war, aber die Typen waren beide maskiert. Sicher identifizieren kann ich niemanden. Ich will auch einfach keinen Wirbel um die Sache machen, den Vorfall am liebsten einfach vergessen.“ Jason musterte seinen Sohn. Er ahnte, dass sein Sohn ganz genau wusste warum er zusammengeschlagen wurde oder zumindest vermutete wer dahinter steckte. Jason nickte. Er wollte die Entscheidung seines Sohnes respektieren einfach Gras über die Sache wachsen zu lassen. „Na schön, ich lasse dass jetzt mal so stehen, aber…“ er machte eine Pause und fügte dann mit Nachdruck in der Stimme hinzu, „…versprich mir eins, wenn es auch nur den kleinsten Grund gibt, dass du, mit-wem-auch-immer! Ärger hast!, entweder mit mir oder deinen Eltern darüber sprichst! Ist das klar?!“ Jason sah seinen Sohn ernst an. Es dauerte eine Weile, dann jedoch nickte Lucas. „Na schön,…“ er zögerte kurz, dann senkte er einen Moment seinen Blick und schwieg eine Weile. Dann jedoch sah er seinen Vater wieder direkt an und fügte mit fester Stimme hinzu: „Okay. Ich verspreche es. Und danke. Für dein Vertrauen.“ Lächelnd legte Jason seinem Sohn die Hand auf die Schulter und sagte: „Mičiɳkši heníča! Du bist mein Sohn! Natürlich vertraue ich dir.“


    In dem Moment klopfte es und die Tür öffnete sich erneut. Ein Mädchen trat ein. Jason erkannte Svea sofort wieder, obwohl er ihr erst einmal begegnet war. Svea blickte sich kurz um und kam dann auf Lucas und Jason zu. Höflich grüßte sie Jason und erschrak dann erst einmal bei Lucas Anblick. Betroffen setzte sie sich zu Lucas auf die Bettkante und strich ihm zärtlich über die Wange. Unwillkürlich schlang Lucas nun seine Arme um Svea und zog sie an sich. Jason verfolgte die Begrüßung der Beiden schweigend und musste dann lächeln. Dann meinte er: „Ich denke ich bin hier nun überflüssig, jetzt wo dein Mädchen hier ist,…“. Lucas ließ nun Svea los und beide blickten Jason ein wenig verlegen an. Gutmütig zwinkerte Jason den Beiden zu und erhob sich dann. Er würde dann nun hinaus zu seiner Frau, Julia und Sven gehen.