Posts by Sportpferde Hallscheidt

    Jack


    Mein Blick flog über die Ranch, während ich mich noch immer Luke näherte und nun auch Amy mir förmlich ins Gesichtsfeld sprang. Ihr hätte ich es auch zugetraut, dass sie das tatsächlich tat, aber mit dem blanken, unrasierten Hintern. Wobei ich nun unweigerlich den Hintern eines Opas mit Bärenbehaarung und Faltenhintern vor meinen Augen hatte und den innerlichen Druck verspürte, mich zu übergeben. Vielleicht lag das aber auch noch am Vortag. Oder eben Beides. Ich schüttelte nur leicht angewidert den Kopf vor meinen eigenen Fantasien und bemerkte nun auch noch die anderen Personen, die auf der Ranch ihr Unwesen trieben. Mal erkannte ich ein Gesicht, mal nicht und bei manchen interessierte mich das Gesicht einfach nicht. Dieser Logan zum Beispiel war so ein Typ für Mülltonne auf, Typ rein, Mülltonne zu. Anders gesagt, er ging mir auf den Sack. Wobei ich mich bei Leuten, die ich nicht leiden konnte eh zurückhielt, denn Streit suchte ich keinen, den hatte ich schon oft genug in meinem Leben gehabt. Stattdessen konzentrierte ich mich lieber auf meine Buds. Jason nahm ich nun auch wahr und irgendwie schien ziemliche Aufbruchstimmung zu herrschen. Wohin auch immer die wollten, ohne mich. Mit dem Kreisel in meinem Schädel dank meines besten Freundes Whiskey, würde ich wohl heute höchstens Zirkel reiten können und ganz sicher nicht auf lustige Ausflugstour durch die Wildnis gehen. Das würde weder ich, noch irgendjemand anderes überleben. Die Bären jedenfalls hatten sich sicher schon die Lätzchen umgebunden. Nix da. “Alter. Was ist denn hier los? Lustige Kaffeefahrt?”, fragte ich grinsend an Luke gerichtet, als ich ihn erreicht hatte und schaute dann rüber zu Amy, die auch so aussah, als wenn sie sich gleich aufs Pferd schwingen wollte. “Och nö. Jetzt hab ich die Strichliste fertig und die setzt sich auf nen Pferd mit dem sie umgehen kann. Ist doch scheiße. Kann ich Einspruch einlegen?”, meinte ich dann noch eher an Luke gewandt, ehe ich das Wort lauter an Amy richtete. “Ich wollte doch heute ne Rodeoshow sehen. Gehst du mit dem Pferd raus? Du bist so ein Mädchen. ”, maulte ich kopfschüttelnd, ehe ich die Arme vor der Brust verschränkte und Amy nur gespielt ungläubig ansah. “Ach, da fällt mir ein. Ich hab noch einen Liebescheck für dich, Romeo. Ne Telefonnummer von irgendsoeiner Freundin meiner Schwester. Ich an deiner Stelle würde die Chance nutzen, sonst sitzt du bald auch einsam in einer gammeligen Blockhütte in der Wildnis mit einem halbblinden Hund und siehst zu, wie sich die Kakerlaken in deinem Bad Tag für Tag vermehren. Ich gebe ihnen mittlerweile schon Namen.”, grinste ich Luke breit an und stieß ihm kurz mit einer Hand gegen den Oberarm, ehe ich den Zettel aus meiner Hemdtasche zog und ihn Luke unter die Nase hielt. “Schau dir das gut an, Amy. Sowas wirst du nämlich nie bekommen.”, meinte ich mit einem breiten, leicht gehässigen Grinsen auf den Lippen, ehe ich schnell einen Schritt zur Seite machte, um mich hinter Luke verstecken zu können. “Die guckt so biestig. Die ist wieder kurz davor mich flach zu legen. Ist schon arm, wenn man diesen Ausdruck verwendet und Angst davor hat, oder?”, feixte ich grinsend und bemitleidete mich selbst, hielt mich währenddessen aber schonmal bereit auszuweichen, falls mich das Ungeheuer angreifen sollte.
    Aber stattdessen gesellte sich nun noch jemand anderes dazu, der es vielleicht auch mal nötig hatte, von Amy in die Mangel genommen zu werden...

    Jack


    Nachdem ich kurz in den See gesprungen war, um mir die Sünden des gestrigen Abend abzuwaschen - wobei ich mir dieses mal wirklich wünschte, jemand hätte Beweisfotos oder Videos gemacht - lief ich nun nur mit Shorts bekleidet wieder zurück in die Hütte und schmiss meine alten Klamotten einfach über den nächstbesten Stuhl. Danach schnappte ich mir ein grün kariertes Hemd, welches zwischen all den anderen Klamotten, auf dem Boden rum lag - Gott allein weiß wie lange - und zog es mir über den Kopf, während mein Blick schon eine Jeans suchte, die ich ebenfalls auf dem Boden liegend fand. Jess hatte sich währenddessen um Blind Dog gekümmert und betrat nun ebenfalls wieder die Hütte. Ich schloss gerade die Schnalle meines Gürtels und schaute sie dann mit skeptischer Miene an, denn sie grinste breit und hielt die Arme vor der Brust verschränkt. “Mrs D. scheint dich wirklich zu mögen. Sie fragt nach, ob du heute Abend auch in die Kirche gehst. Sie würde gerne dort ansetzten, wo ihr gestern aufgehört habt.”, sagte Jess, während ich sie nur angewidert ansah. “In der Kirche?! Die Frau hat echt kein benehmen.”, meinte ich nur grinsend und krempelte dann die Ärmel meines Hemdes nach oben, ehe ich sie jeweils mit dem dafür vorgesehenen Knopf befestigte. “Du scheinst es ihr ganz schön angetan zu haben. Apropos. Ich soll dir das noch geben. Ist aber nicht für dich, sondern für Luke.”, meinte Jess, ehe sie mir einen Zettel in die Hand drückte. Ich nahm diesen entgegen, drehte ihn kurz in der Hand herum und sah meine Schwester dann wieder fragenden Blickes an. “Die Telefonnummer einer heimlichen Verehrerin.”, entgegnete sie mir, während ich kurz verstehend nickte und dann breit grinste. “Aber das ist nicht von Jamie, oder?”, fragte ich dann noch, was Jess schnell verneinte. Jamie war sowas wie Lukes Stalkerin seit ich denken konnte. Sobald er in der Stadt war, war sie nicht weit. Eine prachtvolle Schönheit. Sie sabberte immer beim reden, weil ihre Zahnspange so groß war, dass sie den Mund nicht richtig zubekam. Luke war zwar viel zu nett um ihr ins Gesicht zu sagen, dass sie keine Chance bei ihm hatte, aber deswegen glaubte sie auch immer noch, dass er sie genauso liebte wie sie ihn. Sie war so jemand, die in einem Busch saß und dich mit dem Fernglas beobachtete. Wahrscheinlich hatte sie sogar einen Schrein für Luke in ihrem Zimmer und bastelte Liebestränke oder so. Gruseliges Ding. “Das ist von einer guten Freundin von mir. Sie findet ihn süß. Er muss ihr ja nicht antworten, er kann damit auch einfach nur seine Tapete weiter bepflastern. Ich frag mich sowieso, warum er noch Single ist, bei den ganzen Angeboten die er bekommt.”, meinte Jess seufzend. “Wegen Jamie. Sie macht bestimmt Voodoo oder wie das Zeug da heißt.”, scherzte ich, was Jess kurz auflachen ließ, ehe sie nur schnaubend den Kopf schüttelte. “Bist du fertig? Mary bringt mich um, wenn ich die Kuchen zu spät abliefere.”, meinte sie, während ich nur kurz nickte und den Zettel dann in meine Hemdtasche gleiten ließ. “Ich bin bereit.”, bestätigte ich auch nochmal verbal, ehe wir auch schon die Hütte verließen und zu dem Wagen liefen, der direkt vor der Tür geparkt stand.
    An der Ranch angekommen, stieg ich aus, verabschiedete mich mit einem kurzen Handgruß von meiner Schwester und lief dann rüber in Richtung Haupthaus, wo ich auch schon Jason und Luke stehen sah, ebenso dieses spanische Mädchen, welches gerade samt Pferd auf die Beiden zukam.

    Jack


    Ich spürte nur, wie etwas an meinem Ärmel ruckelte und zupfte, während ich nur langsam meine Augen öffnete und in das vor sich hin knurrende Gesicht meines halbblinden und seit neuestem auch schielenden Hundes schaute, der meinen Ärmel im Maul hatte und mich immer weiter aus dem Bett zog. Ich hang mittlerweile mit dem Oberkörper schon fast komplett draußen, während meine Beine noch immer unter der Wolldecke im Bett lagen. Blind Dog knurrte und zog noch immer an mir herum, während ich mit der anderen Hand halbherzig und unter murrenden Protest meinerseits versuchte, den Hund loszuwerden. “Lass mich schlafen…”, sagte ich noch immer im Halbschlaf, was den räudigen Köter aber wenig zu interessieren schien. “Jack. Da will jemand sein Futter.”, hörte ich plötzlich eine mir sehr bekannte Stimme, was mich nun endgültig aus dem Schlaf riss und ebenfalls aus dem Bett. Das ich nun auf dem Boden lag, brachte aber wenigstens den Hund dazu, mich loszulassen. Dafür schleckte er mir nun freudig wedelnd übers Gesicht, während ich etwas unkoordniert versuchte ihn wegzuschieben und mich dann auf zusetzten. “Was tust du hier? Träum ich? Hab ich Halluzinationen?”, fragte ich mit skeptischer und ebenfalls überraschter Miene und schaute hoch zu Jess, die ihren Kaffeebecher fest mit einer Hand umschlossen hielt und zu mir hinunter grinste. “Ich weiß nicht. Gestern war ich mir sicher, ob du nicht welche hast. Nachdem du dich selbstständig an der Bar bedient hast und Mrs D. dann plötzlich dazu überreden wolltest mit dir Square Dance zu tanzen.”, sagte Jess amüsiert, während ich sie nur irritiert anstarrte und dann versuchte mich daran zu erinnern, was gestern Abend noch passiert war. Ich war morgens im Diner, dann auf der Ranch, mit irgendeinem Typen in die Stadt getrampt und dann…System failed. ”Ich hab was getan? Mrs D.? Der 90-jährige Hausdrachen? Wow, war ich wenigstens gut?”, musste ich mich nun selbst darüber lustig machen, dass ich mal wieder keinen blassen Schimmer hatte, was ich da gestern Abend wieder getrieben hatte und vor allem…mit wem. “Erst wollte sie dich vermöbeln. Danach schien es ihr tatsächlich gefallen zu haben. Ich glaube, sie hat dir ihr Gebiss mit ihrer Nummer drauf in die Hosentasche gesteckt.”, grinste Jess, während ich sie nur verdutzt ansah und dann langsam vom Boden aufstand. Allerdings musste ich mich gleich darauf wieder setzten, denn mein Kopf kreiselte und hämmerte nur so vor sich hin. Mit einer Hand griff ich mir sofort an die Stirn, schloss kurz mit schmerzverzerrtem Gesicht die Augen und blinzelte dann wieder rüber zu Jess, die nur kopfschüttelnd aufseufzte. “Den Kater hast du dir redlich verdient. Willst du auch einen Kaffee?”, fragte sie dann, während ich nur kurz wortlos nickte und mit einer Hand durch meine schwarzen Locken fuhr, die noch immer ziemlich sandig waren und mehr nach geplatztem Eichhörnchen aussahen als nach Frisur. Währenddessen hatte sich Blind Dog direkt auf meine Füße gelegt und schien auch keine Anstalten zu machen aufzustehen, obwohl ich vorsichtig versuchte ihn wegzuschieben. Resigniert seufzend blieb ich also sitzen und schaute Jess dabei zu, wie sie den heißen Kaffee in einen Becher goss und mir diesen dann reichte. “Danke. Sag mal, wieso bist du jetzt eigentlich hier?”, fragte ich sie dann, während ich einen Schluck von dem schwarzen Gebräu nahm und sie über den Rand des Becher anschaute. “Na, weil ich dich gestern nach Hause gebracht habe. Du meintest nämlich, du könntest auf der Pferdestatue vor dem Sheriff’s Office nach Hause reiten. Wenn ich dich nicht darunter geholt hätte, würdest du wohl immer noch versuchen, den Steinklumpen vorwärts zu bewegen. Mal ganz davon abgesehen, das der Sheriff dich schon längst dafür eingebuchtet hätte. Der wirkte nämlich nicht gerade erfreut, als du ihm auf dem Pferd sitzend und mit dem imaginären Lasso schwingend Yippie Yay Yey Schweinebacke zugerufen hast.”, sagte Jess mit einem breiten Schmunzeln auf den Lippen, während ich nur beschämt meinen Hinterkopf kratzte und mir dringend überlegen musste, wie ich dem Sheriff in nächster Zeit aus dem Weg gehen konnte. “Hast du denn heute noch was geplant? Ich muss nämlich gleich wieder los. Ich muss noch die Spendenkuchen rüber zur Kirche bringen, die Mary gebacken hat. Kann ich dich wohin mitnehmen?”, fragte Jess mich während ich nur kurz den Blick runter auf meinen Hund senken ließ und sie dann wieder ansah. “Wenn du mich mit zur Ranch nehmen könntest, wärst du mein Engel.”, sagte ich an Jess gerichtet, ehe ich erneut einen großen, sehr großen Schluck vom Kaffee nahm…

    Jack


    “Wie soll ich dich denn nennen? Schweinchen Babe? Alpha-Rüde? Das wäre nicht lustig, das wäre ja die Realität.”, sagte ich grinsend und schüttelte leicht den Kopf. “Meine Oma hat meinen Opa früher immer Backfisch genannt, weil er immer so gerochen hat. Ich hab auch kein Problem damit dich so zu nennen.”, fügte ich noch belustigt schmunzelnd hinzu und legte den Blick dann von Amy zurück auf die zwei Frischlinge. Eindeutig Stadtkinder, keine Landeier wie wir. “Eindruck? Was ist das? Kann man das essen?”, fragte ich nur an Amy gerichtet, ohne allerdings zu ihr hinzusehen, sondern ließ meinen Blick weiterhin auf der Blonden und dem sichtlich angespannten Mann gerichtet liegen. Entweder zog er gleich seinen Revolver und spielte uns das Lied vom Tod oder er suchte die Toilette. Man wusste es nicht. Während Luke wohl ebenfalls darauf wartet, erschossen oder angepinkelt zu werden, richtete er nach einem weiteren Kommentar von mir erneut das Wort an mich, wenn auch nur flüchtig. “Ich weiß nicht, mit Sicherheit. Aber bisher war das einzige weibliche Wesen, welches mich in der Dusche besucht hatte, die 90-jährige Hausherrin der Bar gewesen, die mich wutentbrannt mit einem Feger vermöbelt und rausgeschmissen hat. Seitdem traue ich mich auch nur noch dahin, wenn die nicht da ist. Die schaut mich nämlich seitdem immer so lüstern an, ich weiß auch nicht. Wenn du also vorbei kommst, halt erst Ausschau nach der. Wenn du ein Gebiss im Bad liegen siehst, renn.”, erzählte ich mal wieder einen Schwank aus meinem Leben und grinste Luke entgegen, ehe dieser sich wieder dem Paar zuwandte und ich ebenfalls, natürlich nicht ohne ihnen nochmal breit entgegen zu grinsen und freundlich die Hand zu heben. Hach ja, ich war schon der Prinz Charming der Hinterwäldler. Nachdem der Kerl uns erklärt hatte, wo genau der Schuh drückte und Luke interessanter Weise selbst nicht wusste, wo sie seinen Zossen hingekarrt hatte, kratzte ich mich nur kurz am Hinterkopf und seufzte dann leise. Die Beiden hatten scheinbar keine Ahnung von nix, aber davon reichlich viel, schienen überfordert und zu allem Übel waren sie auch noch völlig falsch informiert worden. Konnten ja einem fast Leid tun. Zudem wirkte besonders der Kerl nicht gerade so, als wenn er generell glücklich über seinen Kauf wäre. Da ich aber selbst keinen Plan hatte, wo sich der besagte Gaul aufhielt, konnte ich mich nur aus dem Gespräch raushalten und Luke die Arbeit machen lassen. Das mit dem Betreuen der Neuen hatte er eh besser drauf. Als ich den Job mal versucht hatte zu übernehmen, waren sie zehn Minuten später fluchtartig von der Ranch gestürmt. Touristen, keinen Sinn für wahren Cowboy Humor. Ich konnte ja nicht ahnen, das die gute Frau tatsächlich Angst vor der Klapperschlangen gehabt hatte…
    Jason hingegen ließ mal wieder den Wolf raushängen - dieser Klingelton ließ mich immer wieder grinsen - und verabschiedete sich dann mit erhobener Hand von der Runde. Ich hingegen kramte nur mein altes Klapphandy hervor, ehe ich es hochhielt und den Blick wieder rüber zu Jason legte, der gerade dabei war, sich aus dem Staub zu machen. “Hey! Das hier ist nen richtiger Klingelton für echte Männer des Westens!”, rief ich ihm hinterher, ehe auch schon “Wild Wild West” von Kool Moe Dee ertönte und ich Jason nur breit angrinste.

    Jack


    Mein Blick lag auf Jason, während er mich nur kackendreist angrinste und mir dann mehr oder weniger beruhigende Worte entgegen rief. Nein, es würde meinem Ruf nicht schaden, der war eh ruiniert. Wobei mich das ehrlich gesagt nicht im geringsten kratzte. Luke, der mir gerade die lausige Wahrheit meines Lebens entgegen rief, brachte mich dann nur dazu amüsiert zu schnauben und nachdenklich zu nicken. “Ja, jetzt wo du es sagst. Nein, kein WLan. Ich hab ja nicht mal Strom.”, warf ich ihm grinsend zurück und seufzte dann gespielt wehleidig auf. “Aber hey, wofür hat man denn Geschwister? Ich häng nicht umsonst so oft bei ihr in der Bar herum. Die haben da sogar ne Dusche, mit warmen Wasser. Ehrlich wahr.”, fügte ich noch hinzu und dachte darüber nach, wie ich mal in kompletter Duschmontur - also nur mit Handtuch um den Hüften und Duschgel in den Händen - in die Bar reinspaziert und wie selbstverständlich halbnackt an den Gästen vorbei ins angrenzende Bad gelaufen bin. Die können froh sein, dass ich noch soviel anstand hatte, das Handtuch umzubehalten. Vielleicht sollte ich das nächste Mal darauf verzichten. Vielleicht bekam ich dann freien Alkohol, damit ich mir das Handtuch wieder um die Hüften band oder…lebenslänglich. Mit dem Sheriff der Stadt war nicht zu spaßen, der verpasste dir ne Kugel in den Hintern, nur weil du aus versehen die schwarze Nachbarskatze im Suff übersiehst und lang gestreckt im nächsten Vorgarten landest und er dich für einen Einbrecher hält.


    Während Amy sich noch neben mir beschwert, wegen meiner Schüttelattacke, grinste ich nur belustigt und zuckte dann mit den Schultern. “Spricht man so über einen sehbehinderten Hund? Ich lasse meinen verlausten Köter demnächst auf dich los und er verhaut dich dann mit seinem Blindenstock, wirst sehn.”, grinste ich nur breit und stellte mir die Situation gerade bildlich vor. Den Trick sollte ich ihm ganz bestimmt beibringen. “Davon mal abgesehen siehst du gerade genauso verlaust aus.”, fügte ich noch amüsiert hinzu und rümpfte dann gespielt angewidert die Nase, ehe ich nur wieder in ein breites Grinsen verfiel. “Du und ich? Und Kinder? Willst du mich gleich erschießen oder soll ich es selbst tun?”, meinte ich nur mit gespielter Panik, wobei der Gedanke echt gruselig war. Ich liebte Kinder, das tat ich wirklich. Aber wenn fünf Blagen, die von mir und Amy stammten, in der Stadt herumwanderten, dann würde von dieser wohl nicht mehr viel übrig bleiben. Da wäre selbst der Sheriff machtlos gegen. Chucky, Chuckys Braut und ihre Mörderbande. Wie gut, das wir nur Freunde waren. “Ich kann mir nichtmal einen vom Automaten leisten, wie soll ich dann einen aus Gold beschaffen? Zum Knacki werde ich auch für dich nicht, Prinzessin.”, grinste ich nur breit und verschränkte erneut die Arme vor der Brust, während ich weiterhin auf sie hinuntersah.”Oh Gott! Leute! Sie hat mich geschlagen. Sie verprügelt Männer! Holt den Sheriff!”, scherzte ich mit gespielter Ernsthaftigkeit, als ihre Faust meine Seite traf, aber ich konnte mir kaum vorstellen, das irgendjemand Mitleid mit mir hatte. Das hatte ich ja selbst nichtmal. “Gegen mich verwenden? Näh! Mir ist nichts zu peinlich, glaub mir. Selbst wenn mich ne Frau verprügelt, das passt schon. Zur Not schreibe ich in den Kommentaren: Sie wollte einfach oben sitzen.”, meinte ich nur und zuckte schonmal weg, bevor mich erneut ihre Faust treffen konnte. Mein Blick legte sich nun allerdings auf einen Typen und einer Blonden in Hotpants. Nö, noch nie gesehen.

    Jack


    Wahrscheinlich würde ich bald unter Paranoia leiden und hinter jedem Busch Amy vermuten. Andererseits hatte ich die Regeln nicht umsonst aufgestellt. Das Vergnügung mit ihr auf dem staubigen Boden, in einer Matschpfütze, im Pferdemist oder der Pferdetränke zu landen hatte ich schon öfters. Mal ganz abgesehen von den unzähligen Ausritten, die zum Teil katastrophal geendet waren. Ich konnte mich noch daran erinnern, wie ich im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Grizzly getanzt hatte. Nur er schien darauf keinen Bock gehabt zu haben und war mir noch gefühlt durch das halbe Tal gefolgt, während ich schneller zu Fuß gerannt war, als mich mein Pferd jemals hätte tragen können. Ich war jedenfalls schweißnass gebadet an der Ranch angekommen, nachdem der Grizzly scheinbar die Lust auf halben Wege an mir verloren hatte und keine paar Minuten später waren auch Luke und Amy zu Pferden - meinen Chex als Handpferd - wieder auf der Ranch aufgetaucht. Zuerst besorgt wirkend, ehe sie in schallendem Gelächter ausgebrochen waren. Ich musste aber auch wirklich doof aus der Wäsche geschaut haben. Davon gab es bestimmt auch noch ein nettes Erinnerungsfoto. Wenn ich nicht gerade an Autos herum schraubte oder in der Bar rumhing, dann war ich hier und zwar um Scheiße zu bauen. Da konnte man den Alltag am besten vergessen und das wollte ich mehr als alles andere. Nachdem Amy meine Hand entgegen genommen hatte und ich sie mit einem Ruck hochgezogen hatte, grinste ich sie nochmal breit an und schüttelte dann extra nah an ihr meine schwarzen Locken aus, ähnlich wie es mein Hund immer tat und hoffte, das sie soviel Dreck abbekam, wie nur möglich. Nachdem ich fertig war, erhob ich mein Haupt wieder und verschränkte vor mich hin schmunzelnd die Arme vor der breiten Brust. “Ja. Die zerrupften Haare, der Schmutz im Gesicht und auf den Klamotten. Könntest jetzt zu meiner Braut werden. Willst du mich heiraten? Aber denk dran, du machst den Abwasch.”, feixte ich mit einem breiten Grinsen auf den Lippen und kämmte meine Haare dann mit einer Hand wieder nach hinten, ehe ich den Knopf am Ärmel meines Hemdes wieder schloss, der bei der Rangelei aufgegangen war. “Ein Lob von dir? Wow, ich fühle mich geehrt. Dann kann ich dich ja gleich nochmal flach legen.”, meinte ich und deutete dann erneut dazu an, sie zu packen, ließ es aber bei der Andeutung bleiben und lachte nur amüsiert, weil ihr erneut die Panik ins Gesicht geschrieben stand. Aber dazu hatte sie auch allen Grund, manchmal wusste ich schließlich selbst nicht so genau, was ich tuen würde. Ich war immer für eine Überraschung gut, selbst um mich selbst zu überraschen.
    “Nächstes Mal klaue ich ihn dir nicht, sondern tacker ihn dir am Kopf fest. Dann kann er dir wenigstens nicht runterfallen, wenn du demnächst Cowgirl auf deinem neuen Fiffi spielst.”, meinte ich belustigt, ließ den Blick kurz rüber in Richtung der Paddocks gleiten und klopfte dann erneut etwas Staub von meinem Hemd, ehe ich rüber zu Jason schaute. “Und wehe das Bild landet bei Facebook.”, sagte ich mit ausgestrecktem Zeigefinger in seine Richtung, versucht ernst, musste aber dann doch wieder leicht über die gesamte Situation schmunzeln. So viele verhängnisvolle Bilder wie von mir im Internet kursierten, würde das wohl kaum noch auffallen.

    Jack


    Das kreischen von ihr klingelt mir noch immer in den Ohren, wahrscheinlich ein Versuch mich taub zu machen und dann eiskalt abzumurksen. Sehr gerissen. Während ich noch immer auf dem Rücken lag, alle Viere von mir gestreckt und den Blick nun wieder hoch in den sonnigen Himmel lenkte, spürte ich plötzlich, wie sich etwas auf mir breit machte. Mitten auf meinem Bauch saß Amy nun rittlings auf mir und grinste breit zu mir hinunter, ehe sie das lachen anfing. Mein Blick hätte hingegen nicht perplexer sein können. Irgendwie war die ganze Sache nicht so gelaufen, wie ich sie mir in meinem verrückten Kopf ausgemalt hatte. Verdammt. Okay, im Endeffekt hätte ich sie bloß nehmen, abwerfen und weiter rennen brauchen, aber ich wollte ihr den kleinen Erfolg gönnen. Jedenfalls solange bis sie ihr Knie von meinen Rippen entfernte. Ich musste nun auch leicht lachen, was aber gar nicht so einfach war mit dem Gewicht auf meinem Bauch. Meine Haare hingen mal wieder kreuz und quer in alle Richtungen, mein Gesicht war vom ganzen Staub dreckig und auf mir saß ein Mädchen, auch wenn es nur Amy war. Mein Tag hätte bisher nicht besser verlaufen können. “Lass mich raten. Du lässt mich erst wieder aufstehen, wenn ich dir den Hut ausgehändigt habe, richtig?”, fragte ich sie grinsend, während ich zu ihr aufsah und den schwarzen Hut noch immer fest umklammert in meiner rechten Hand hielt. “Scheinbar eine ausweglose Situation für mich. Du hast die Schlacht gewonnen, Amy. Für dieses Mal. Aber den Krieg noch lange nicht.”, fügte ich noch grinsend hinzu, ehe ich ihr den Hut unterwürfig hinhielt und sie ihn schließlich entgegennahm - oder besser gesagt ihn mir aus der Hand entriss. Da war allerdings ein kleiner Moment, wo sie nun durch den Hut abgelenkt war und ich meine Chance zum erneuten Triumph versuchte zu nutzen. Nur weil sie ein Mädchen war, musste ich sie schließlich noch lange nicht gewinnen lassen. Ich umfasste so schnell ihre Hüften, dass sie keine Chance hatte etwas auszurichten, schmiss sie regelrecht von meinem Bauch rücklings neben mir in den Sandboden und rollte mich regelrecht in die Position, in der ich mich weitaus wohler fühlte. Ich lehnte nun direkt über ihr, meine Arme stützten sich rechts und links von ihrem Kopf ab und grinste breit zu ihr hinunter. “Regel Nummer Eins im Gefecht. Lasse den Feind niemals, ich betone niemals, aus den Augen.”, sagte ich mit versuchter Ernsthaftigkeit, hob belehrend den Zeigefinger vor ihr Gesicht, aber irgendwie konnte ich mir schlussendlich ein breites Grinsen dennoch nicht verkneifen. Ich ließ nun wieder von ihr ab, stellte mich schwungvoll wieder zurück auf die Beine und hielt ihr dann meine Hand hin, um ihr ebenfalls vom staubigen Boden aufzuhelfen. Kurz überlegte ich allerdings, ihr einfach nur erneut den Hut aus der Hand zu entreißen, sie zurück auf den Boden plumpsen zu lassen und die Biege zu machen, aber ausnahmsweise ließ ich es darauf beruhen. Fürs Erste jedenfalls.

    Sarah


    Mein Blick legte sich schlagartig auf den Mann vor mir, während meine Augenbrauen in die Höhe sprangen und meine Lippen sich leicht ungläubig öffneten. “Sag das nochmal.”, forderte ich ihn auf, obwohl ich durchaus verstanden hatte, was er da gerade gesagt hatte. “Urlaub? Du und Urlaub von der Army? Wow. Innerhalb von ein paar Stunden hast du mindestens drei Dinge getan, die ein Dean Johnson sonst nie tut. Einfach so ein Pferd kaufen, meinem halbnacktem Körper widerstehen und Urlaub von der Army nehmen. Ich sollte Taylor anrufen. Vielleicht kann er mir sagen, wo der echte Dean steckt.”, meinte ich mit skeptischer Miene und musterte meinen Freund eine Weile lang, ehe ich auf ihn zuging und meine Arme um seinen Hals schlang. “Aber ist das wirklich wahr, Baby? Du bleibst hier und gehst nicht? Ich liebe dieses Pferd jetzt schon.”, sagte ich mit einem leichten lächeln, während sich mein Blick langsam hinunter auf seine Lippen legte und ich ihm dann einen sanften Kuss darauf drückte. Ich konnte nicht sagen, dass mich es nicht freute, dass er eine Weile zuhause bleiben würde. Immerhin hasste ich es jedes Mal zutiefst, wenn er wieder wegging und ich nicht wusste, ob und wann ich ihn wiedersehen würde. Nachdem ich ihn wieder losgelassen hatte, musste ich bei seinen nächsten Worten wieder breit grinsen. “Ich werde es mit meiner Kamera dokumentieren und es deinen Jungs zuschicken. Damit sie wissen, was ein Dean Johnson so in der Freizeit treibt. Das du gerne reitest wissen sie ja, nur das es auf einem Pferd ist und nicht auf seiner Freundin, wird ihnen neu sein.”, grinste ich süffisant und konnte geradezu erahnen, wie Dean mir in Gedanken den Hals umdrehte. Nur zu, ich war ein Biest und stand dazu. Aber dafür liebte er mich ja. “Ich habe einen ganzen Karton voll. Der steht im Keller, ich beauftrage Josh damit ihn hochzuholen. Er hängt eh den ganzen Tag nur vorm TV. Ich seh es schon vor mir. Während Taylor seine Pornoheftchen durchblättert, ließt Dean darüber, wie man einem Pferd die Mähne zusammenflechtet.”, konnte ich mir einen weiteren bissigen Kommentar nicht verkneifen. Oh, das kratzte gewaltig an seinem männlichen Stolz. Aber davon besaß er mehr als genug, also sollte es nicht allzu tragisch sein und das ich mich darüber lustig machen würde, hätte ihm von Anfang an klar sein müssen. Aber natürlich stand ich hinter ihm, egal was er tat, also würden wir auch da gemeinsam durchgehen und Dean wusste, das er sich auf mich verlassen konnte, egal wie gemein ich auch war. Aber es machte einfach solchen Spaß ihn damit zu ärgern.
    Das er pleite war, war tatsächlich kein Wunder. “Na schön, dann gibt es aber auch keine Reizwäsche und Schlabberpullis.”, sagte ich grinsend, während er noch immer fast unbeholfen wirkte, so wie er über sich selbst Witze riss. “Warte ab, du und dein Zosse werdet die besten Freunde und reitet dem Sonnenuntergang entgegen. Das wird schon…irgendwie.”, versuchte ich ihn aufzumuntern und lächelte ihn sanft an.
    Nachdem ich fertig war und Dean mir den Hintern versohlt hatte, während ich ihm nur über die Schultern hinweg ein verschmitztes Grinsen entgegengeworfen hatte, fanden wir uns bald auf der Ranch wieder. Am Arsch der Welt und so wie Dean schaute, dachte er gerade genau dasselbe. Aber nun gut, warum nicht. Nachdem wir ausgestiegen waren, ließ ich meinen Blick kurz über die Ranch streifen und seufzte leise auf, ehe sich Dean neben mir zu Wort meldete. “Auf geht’s, Cowboy.”, fügte ich noch hinzu und nahm seine Hand in meine.

    Jack


    Das zuckende Augenlid hatte mir nun tatsächlich Angst gemacht. Das passierte ihr nämlich nur, wenn sie zum rasenden Wildschwein wurde.Da hatte man sogar als 1,90 m großer, muskulöser Mann die Panik im Gesicht stehen. Noch immer hielt ich den Hut etwas planlos in der Hand, immerhin hatte ich a. keine Ahnung, ob sie mir folgen würde und b. was ich damit nun tun sollte. Mein nachdenklicher Blick legte sich kurz auf den noch immer staubigen Hut, während sich nun ein breites, amüsiertes Grinsen auf meine Lippen legte. Es hatte deutlich weniger lange gedauert, dass Amy hinter mir herkam, als gedacht. “Du willst den sicherlich wieder haben, richtig?”, rief ich ihr mit meiner rauen Stimme laut und aus sicherer Entfernung entgegen, während ich den Hut in meiner Hand kurz hob, ehe ich sie wieder hinuntergleiten ließ. Amy wirkte gerade wie ein tollwütiger Hund. Fehlte nur noch, dass sich ihre Nackenhaare aufstellten und Schaum aus ihrem Mund trat. Dieses Bild brachte mich nur erneut zum Grinsen, als Amy plötzlich losstürmte und zwar genau in meine Richtung. Ich hatte nun folgende Möglichkeiten. Ich konnte wegrennen, nach Mommy schreiend oder ich konnte ebenfalls wie ein Irrer auf sie zu rennen und sie so irritieren, dass ich eine Chance hatte die ganze Situation zu überleben. Also breitete ich die Arme aus, den Hut weiterhin in der Hand haltend und rannte halb brüllend, halb lachend auf Amy zu. Ich konnte ihren Blick nicht ganz deuten, aber ich konnte schwören, Panik in ihren Augen zu sehen. Darauf war sie sicherlich nicht vorbereitet gewesen. Angriff ist eben doch die beste Verteidigung. Amy wurde langsamer, kurz dachte ich, sie würde sich gleich umdrehen und panisch schreiend vor mir wegrennen, aber das wäre nicht sie gewesen. Wobei das für uns Beide besser gewesen wäre. Denn bei ihr angekommen, schnappte ich sie mir mit beiden Armen, hielt sie so fest, dass sie sich nicht wehren konnte - meiner Statur und Größe sei Dank - und hob sie dann spaßeshalber vom Boden hoch, drehte mich kurz um meine eigene Achse und verlor dadurch das Gleichgewicht, sodass ich zusammen mit Amy nach vorne stolperte und wir beide vornüber im Dreck landeten. Etwas irritiert schaute ich auf den Sandboden, den ich gerade noch mit der Nase berührt hatte, ehe ich mich grinsend auf den Rücken drehte und amüsiert hoch in die Wolken schaute. Den Hut hielt ich erstaunlicherweise noch immer fest in der Hand, als wäre er angeklebt. Mein Blick wanderte nun rüber zu Amy, die ebenfalls neben mir auf dem Boden lag und mich anschaute, als wenn sie mir gleich das Herz rausreißen und auffressen würde. Ich hoffte nur, das sie das nicht tatsächlich tat, bei ihr wusste man nie so genau. “Was ein Spaß, oder?”, grinste ich sie nur breit an, blieb weiterhin am Boden liegen und wusste, dass ihre Rache schrecklich sein würde. Aber ihr entsetzter Blick war es allemal wert gewesen.

    Jack


    Nachdem Luke auf und davon war, um ohne mich Pancakes in sich hineinzuschaufeln - was normalerweise außer Frage stand, aber da ich ja vorhin erst im Dinger gegessen hatte, es dabei belassen hatte - lief ich nun rüber in Richtung der Weide, wo ich mein Pferd das letzte Mal gesehen hatte. Entweder er war ausgebüxt und ich fand ihn irgendwo in den Rocky Mountains wieder oder er gurkte irgendwo gelangweilt herum, mit seinem besten Freund, einem Falben in seinem Alter mit dem Namen Moose. Das Pferd hatte tatsächlich etwas von einem Elch, sein leicht trotteliger Blick erinnerte mich jedenfalls immer daran und auch die langen, staksigen Beine, die so gar nicht zu seiner Rasse passten. War ja klar, dass mein Pferd sich ausgerechnet solch eine arme Kreatur als Freund nahm. Dann fühlte er sich selbst nicht so benachteiligt. Schlaues Tier. Auf meinem weiteren Weg zu den Weiden bemerkte ich die kleine Traube bei den Stallungen. Amy erkannte ich auf Anhieb wegen ihrem Hut, das andere Mädchen war wohl…nun ja, war scheinbar nicht wichtig genug, um einen Platz in meinem Kopf zu behalten und der Kerl, der gerade auf die Beiden zu kam war dieser Jason. Oder? Oh verdammt, irgendwie konnte ich mir Namen nicht merken. Mein Hund hieß nicht umsonst Blind Dog, der Name war so offensichtlich, dass ich ihn garantiert nicht vergessen würde. Vielleicht sollte ich das bei den Ranchbewohnern auch so machen. In Gedankenversunken lief ich rüber in Richtung Stallungen, obwohl ich ja eigentlich zu den Weiden wollte, aber meine Streichader drängte mich dazu einen anderen Weg einzuschlagen. Ich lief nun auf die Leute zu, hob kurz grinsend meine Hand zur Begrüßung, während meine langen schwarzen Haare erneut vom Wind zerzaust wurden und lief dann an ihnen vorbei, aber nicht ohne vorher noch Amys Hut von ihrem Kopf zu reißen und loszurennen. Grinsend hielt ich den Hut wie eine Trophäe nach oben, während ich weiter rannte und mir den Hut dann auf den Kopf zusetzten versuchte, war mir nur zu klein und flog deshalb hinunter auf den staubigen Boden. Mein Blick folgte dem Hut, ehe ich stehen blieb und ihn etwas irritiert wieder aufhob, vom Staub befreite und dann in Richtung Stallungen schaute. Na, wie lange würde es wohl dauern, bis sie wutentbrannt hinter mir her kam und mich steinigte? Wenn sie nicht nachkam, dann sollte ich vielleicht zu Luke rennen und ihm den Hut in die Hand drücken. Er hatte sicherlich eine gute Idee, was man damit noch so anstellen konnte. Dennoch blieb ich grinsend stehen, den Blick noch immer in Richtung Stallungen liegend. Hach, ich war schon ein Monster und trotz meiner 27 Jahre ein wahrer Kindskopf. Aber ich meinte es nur gut, das Teil stand ihr eh nicht und sie hatte doch tausend Exemplare davon. ich wollte nur helfen.

    Ich bin nicht gekränkt darüber, keine Sorge. Wie gesagt, bei mir passiert das einfach. Ich mach mir da keine Gedanken drum, schreibe einfach und Bäm! Nen Buch. :D


    Dauert zwar unendlich lange, macht aber Spaß und ich lese auch gerne die langen Beiträge. Mag ich auch lieber als dieses "Ja. Wie geht's?" "Gut. Mir auch. Tschüss." :D Aber Shellis Beitragslänge oder auch Illys finde ich eigentlich optimal.
    Aber...ich krieg es nicht hin. Kann deswegen aber auch immer nur einen Chara spielen, zwei Romane und meine Finger fallen mir ab... :whistling:

    Sarah


    Dean wirkt ziemlich durch den Wind und angespannt. Tja, das hat er sich nun selbst eingebrockt. Irgendwie amüsierte es mich sogar ein wenig, meinen Freund mal so außer Fassung zu erleben. Normalerweise war er eher so der nüchterne, besonnene Typ. Jetzt wirkte er gerade eher wie der Roadrunner der Looney Tunes, hektisch und irgendwie ungewohnt unkoordiniert. “Brauchst du ne Baldrian, Baby?”, fragte ich ihn mit skeptischer Miene, musste dann aber doch leicht Grinsen. Irgendwie war es ja schon süß, wie verzweifelt er gerade wirkte. Aber Mitleid hatte ich nun wirklich keinen. Scheinbar interessierte es ihn nicht einmal, dass ich in Unterwäsche vor ihm stand. Der Kerl machte mir langsam aber sicher Angst. “Ja, in dem Bier muss etwas gewesen sein. Irgendwelche bewusstseinsbeeinträchtigende Drogen. Mein Dad hat immer gesagt, wenn du nicht mehr weiter weißt, nehm die Flinte in die Hand und schieß auf alles was du finden kannst. Ich weiß zwar nicht, wie dir das nun helfen soll, aber guter Rat ist teuer.”, redete ich so vor mich hin und schüttelte über meine eigenen Worte schmunzelnd den Kopf. Scheinbar hatte mich dieses Virus nun auch gepackt. “Ich hab keine Ahnung, Dean. Du hast jetzt ein Pferd, nicht irgendeinen Gaul, sondern einen wilden Mustang. Herzlichen Glückwunsch. Du bist nun offiziell im Arsch, mein Süßer.”, grinste ich ihm leicht gehässig entgegen, während Dean immer weißer im Gesicht wurde. “Aber ich werde dir natürlich helfen. Wir bekommen das schon hin, Baby.”, meinte ich dann, wenigstens etwas Zuspruch musste ich ihm ja geben in seiner verzweifelten Situation, lief zu ihm rüber, schaute mit meinen blauen Augen hoch in seine Grünen, strich kurz zärtlich mit den Fingern über seine Wange und begab mich dann zum Kleiderschrank. Die Wahl fiel mir wie immer nicht gerade einfach. Mein Schrank platzte aus allen Nähten und Deans Hilfe…hielt sich in Grenzen. Ungläubig starrte ich auf das ausgewählte Outfit, schaute dann von dem Transenoutfit hoch zu Dean und dann wieder auf die Kleidungsstücke in seinen Händen. Mein Blick sagte soviel wie “Drehst du jetzt komplett am Rad?”. “Wow. Wie eine Nutte im Skiurlaub. Wie viel steckst du mir in den Slip, wenn ich das anziehe?”, fragte ich nur sarkastisch und verdrehte dann die Augen, während ich Dean ein Stückchen zur Seite schubste, um an ein beiges Top dranzukommen. Das Teil mit Hotpants und Boots würde schon hinhauen. Nachdem ich mich fertig gemacht hatte - dieses mal sogar relativ schnell, da Dean immer nervöser wurde und ich Angst hatte, dass er mir gleich einen Tobsuchtsanfall erlitt - schnappte ich mir noch meine Jeansjacke und öffnete dann meine Zimmertür, ehe mein Blick sich fragend auf Dean legte. “Können wir dann endlich oder brauchst du noch lange?”, grinste ich frech und lief dann wippenden Schrittes aus der Tür hinaus.

    Sarah


    Unruhig wälzte ich mich im Bett hin und her, meine blonden Haare hingen mir wild übers Gesicht, während meine Finger die leere Bettseite neben mir abtasteten. Völlig übermüdet öffnete ich die Augen und hielt kurz inne. War Dean nicht gestern Abend noch da gewesen? War neben mir eingeschlafen? Oder war der ganze Tag gestern bloß ein wirrer Traum. Die Sache mit dem Zossen und das Dean ihn ersteigert hatte bei der Auktion? Ja. Ganz klare Sache, so musste es gewesen sein. Seufzend drehte ich mich um, vergrub das Gesicht erneut in mein Kissen und schloss die Augen wieder. Allerdings dauerte es nur Sekunden, bis ich schnallte, das das kein Traum gewesen war. Verwirrt setzte ich mich auf, wischte mit einer Hand durch mein Gesicht und meine Haare und schaute dann erneut hinunter auf die leere Bettseite. Wo war der Kerl bloß? Wahrscheinlich hatten ihn tatsächlich die Aliens entführt. Na gut, das würde wenigstens eine Erklärung für seinen Aussetzer gestern bieten. Langsam rutschte ich zur Bettkante, stellte meine nackten Füße auf den plüschigen Teppich ab und stand dann auf. Schlaftrunken trottete ich rüber zum Spiegel, wagte einen kurzen Blick hinein und drehte mich schnell lieber wieder weg. Nein, das war nicht ich. Das konnte nicht ich sein. Seufzend suchte ich nach einem Haargummi, um meine Haare wieder etwas in den Griff zu bekommen. Als ich eines gefunden hatte, steckte ich es mir zwischen die Lippen, kämmte meine Haare kurz durch, strich sie mit meinen Händen dann zurück, nahm das Haargummi und band mir die Haare dann zu einem hohen Zopf zusammen. Nun, wo ich etwas wacher war, lief ich rüber zu meinem Handy und warf einen kurzen Blick darauf. Keine Nachrichten, kein gar nichts. Scheinbar hatte Dean die morgendlichen Stunden mal wieder dazu genutzt, joggen zu gehen und den Kopf frei zu bekommen. Nach den gestrigen Geschehnissen sicherlich nicht die schlechteste Idee. Langsam ließ ich mich wieder auf mein Bett zurückgleiten, nur um im selben Augenblick wieder schreckhaft hochzufahren. Denn Dean war gerade ins Zimmer geplatzt, verschwitzt und wirkte irgendwie genauso verdutzt, wie ich. “Alles okay, Baby? Bist du wieder du selbst, oder steckt noch immer dieser komische Kerl in dir, der einfach so Pferde ersteigert, obwohl er mit denen nichts anfangen kann? Wenn ja, dreh dich um. Ich bin halbnackt.”, grinste ich breit, denn ich hatte nicht mehr an als einen BH und Slip. “Und? Was hat der Herr nun vor?”, fragte ich ihn noch, während ich rüber zu meinem Kleiderschrank lief und diesen öffnete, den Blick aber nun wieder über die Schultern hinweg auf Dean gerichtet.

    Jack


    “Keine Ahnung. Anteilnahme und Trauer darüber, dass ein guter Freund nun mit hübschen Engelsweibern im Himmel sitzt und sich von vorne bis hinten bedienen lässt? Ich meine, da würde ich an deren Stelle auch heulen.”, grinste ich nur süffisant und boxte Luke kurz spielerisch gegen seine Schulter. Irgendwie wirkte er heute ein wenig nachdenklich, mehr noch als sonst. Entweder war etwas auf der Ranch vorgefallen oder Amy hatte ihm einen Heiratsantrag gemacht. Beides kam einer Katastrophe gleich, wobei ich für meinen Teil erstere Möglichkeit lieber auf mich genommen hätte. Während ich so diesem Gedanken nachhing und mich breit grinsen ließ, vergaß ich fast, dass Luke ja noch vor mir stand und lenkte meine Aufmerksamkeit prompt wieder auf ihn. Während er mir von dem Ergebnis der Wette erzählt, schmunzelte ich nur leicht und nickte dann leicht mit dem Kopf. “Alles andere hätte mich auch verwundert. Ich mach schonmal ne Strichliste fertig, für wie oft sie im Dreck landet. Könnte lustig werden. Für uns, versteht sich.”, meinte ich mit Blick in Richtung des Paddocks, auf welchen Luke mit seiner Hand hin verwiesen hatte und erblickte auch gleich ein Pferd, welches ich nicht kannte und daher annahm, dass es besagtes Pony war. “Das Geld hast du jedenfalls so ziemlich sicher.”, stellte ich fest und lenkte den Blick nun wieder in Richtung Luke. Die Sache mit dem Whiskey ließ Luke glücklicherweise kalt, denn die ständigen Belehrungen hatte ich eh ziemlich satt. Mein Leben, meine Leber. Die würde sich wahrscheinlich beschweren, wenn sie plötzlich keinen Alkohol mehr bekommen würde. Das konnte ich ihr nun wirklich nicht antun. “Waren also froh, den endlich los zu sein, was? Wieviel haben sie dir gegeben, dass du ihnen den abnimmst? Wobei, du hattest ja schon immer ein Fabel für Tiere, die sonst keiner haben will. Wahrscheinlich kommen wir deswegen auch so gut miteinander aus, ich bin auch so ein Straßenköter, der von der Welt verstoßen wurde.”, lachte ich und merkte erst hinterher, dass das ziemlich traurig klang. Aber es war ja nunmal so. Lukes leicht kritischer Blick auf meine Haare fiel mir natürlich sofort auf, weswegen ich erneut kurz zu ihnen griff und sie mit der Hand nach hinten kämmte. “Ich weiß. Ich seh aus, als hätte ich eine Schlacht mit einem Kojoten geführt und verloren. Aber sei dir sicher, es war auch genau so. Ich hab das arme Tier dann aber mit meinem morgendlichen Mundgeruch betäuben können und Blind Dog hat dann den Rest für mich erledigt. Aber Frauen stehen ja auf Fell zum streicheln, solange es nicht auf dem Rücken eines Mannes ist.”, grinste ich breit und ekelte mich nun selbst vor meinen eigenen Worten, manchmal überlegte ich erst, nachdem ich geredet hatte.
    “Was steht heute noch so an? Irgendetwas wobei ich helfen kann? Ich muss nur gleich mal nach Chex schauen, der sieht mittlerweile wahrscheinlich genauso verwahrlost aus wie ich.”, meinte ich seufzend und kratzte mir kurz an der Stirn, ehe ich erneut meine schwarzen Locken versuchte mit einer Hand zu bändigen und sie nach hinten zu kämmen. Aber ein Vogel hätte dort sicherlich genug Futter und Platz zum leben drin gefunden…

    Jack


    Langsam trottete ich an dem Holzzaun entlang in Richtung der Stallungen, während ich den Blick rüber zu den Weiden gleiten lasse. Einige Pferde kannte ich, andere nicht. Nach all den Jahren kannte man seine Pappenheimer eben. Scheinbar wurde gestern noch ordentlich zugeschlagen bei der Auktion. Einen Mustang hätte ich mir auch gerne zugelegt, aber dafür fehlte mir sowohl Zeit, als auch Geld. Musste mich wohl damit begnügen mir die Tiere auf der Weide anzuschauen, dafür hatte ich ja noch meinen Quarter, der sich irgendwo gerade mit den anderen Pferden auf der Weide austobte, hoffte ich. Denn immerhin hatte ich mich seit Tagen nicht mehr blicken lassen, wobei das sowohl die Pferde, als auch die Ranchbewohner mittlerweile von mir kannten. Der Boden staubte unter meinen Füßen, während ich gähnend den Weg weiter entlang schlenderte. Meine Haare waren noch immer ungekämmt und hingegen mir zerzaust im Gesicht herum, das “frische” Hemd zierten einige dunkle Flecken - keine Ahnung was das alles war, war mir aber auch reichlich egal - und die dunklen Augenringe machten mich wohl auch nicht gerade zum Supermodel. Interessierte aber zum Glück auch keinen, immerhin waren die Pferde und die Arbeit das, wofür die Menschen hier einstanden und nicht das Aussehen. Aber immerhin roch ich ganz passabel, mehr nach See, als nach Motoröl und Dreck. Wenn man in der Wildnis lebte, musste man halt Abstriche machen. Von weitem sah ich schon Luke auf mich zukommen, der sich scheinbar sogar ein wenig freute mich zu sehen. Ich mich auch, immerhin kannte ich ihn schon lange und hatten daher auch so einiges miteinander erlebt. Bei ihm angekommen ergriff ich seine Hand, die er mir direkt entgegenstreckte und grinste ihn dann breit an. “Du wärst doch sowieso nur wegen dem Festessen gekommen.”, begrüßte ich ihn zurück und bemerkte dann das Mädchen, welches kurz ihre Hand in meine Richtung hob. Ich grüßte Amy kurz mit einem Kopfnicken zurück und sah dann wieder rüber zu Luke. Eine Erklärung für meine Abwesenheit gab ich ihm nicht, immerhin gab es sowieso nur zwei Gründe. Arbeit oder Alkohol und das wusste Luke durchaus. “Und, wer hat die Wette gewonnen? Lass mich raten, die hat sich ein Pony gekauft und behauptet jetzt, das wäre der Grizzly unter den Mustangs.”, scherzte ich, ließ den Blick nochmal kurz in Richtung Amy gleiten und holte dann den Flachmann aus meiner Hemdtasche. “Ich bereite mich schonmal seelisch auf ein Gespräch mit ihr vor.”, grinste ich und nahm dann einen großen Schluck von dem Whiskey, der mir wie immer in der Kehle brannte. Nachdem ich den Flachmann wieder zurück in die Tasche hatte gleiten lassen, ließ ich den Blick rüber zu den Weiden gleiten. “Hab schon einige Neuheiten gesehen. Haste dir auch einen ersteigern können oder muss Bear dich weiterhin ertragen?”, feixte ich mit dunkler Stimme, fuhr durch meine schwarzen, lockigen Haare und lenkte den Blick nun wieder zurück auf Luke.

    Jess


    In der früh war ich unbemerkt aus dem Haus geschlüpft, hatte mir die Schlüssel des Chevrolet Sierra meines Onkels aus dem Schränkchen genommen und fuhr nun über die Landstraße in Richtung des derzeitigen Wohnsitzes meines älteren Bruders. Eine kleine, verwahrlost wirkende, von allem Lebensstandard verlassene Blockhütte im Nirgendwo. Immerhin gab es keine nervigen Nachbarn und vor Einbrechern brauchte man sich wohl auch nicht fürchten. Als ich den Wagen auf die sandige Straße einbog, bildete sich hinter mir eine dicke Staubwolke, die sich mit dem Wind wieder verwehte. Schon von weitem konnte ich den großen See erkennen, auf dem sich die aufgehende Sonne spiegelte und glitzerte, während nun auch die Blockhütte in mein Sichtfeld trat. Eigentlich wirkte es sogar ziemlich idyllisch hier. Der Einzige Schandfleck war wahrscheinlich Jack’s Hütte und der drumherum entstandene Schrottplatz. Einer seiner größten Hobbys war es nämlich, alte Karren wieder zum Laufen zu bringen und mittlerweile verdiente er sich so auch ein paar Dollar hinzu, indem er Aufträge von den Einwohnern der Stadt annahm. Ich parkte den Chevy einige Meter weit von der Hütte entfernt, schaltete den Motor aus und öffnete dann die Wagentür. Ich fröstelte leicht, zog meine Strickjacke deshalb enger um meinen Körper und stieg dann aus. Natürlich wurde ich gleich begrüßt, aber nicht von meinem Bruder, sondern von “Blind Dog”. Ein kleiner, alter Mischlingsrüde, der auf einem Auge blind war und schon seit einiger Zeit zusammen mit Jack hier wohnte. Ich hatte keine Ahnung, wo Jack ihn aufgegabelt hatte, aber die beiden liebten sich heiß und innig. “Na, mein Junge?”, begrüßte ich den grauschnäuzigen Hund, ehe ich mich zu ihm runterbeugte und ihn kurz durchs Fell strich, während dieser wedelnd versuchte mir mit der Zunge durchs Gesicht zu schlabbern. “Hast du gut auf Jack aufgepasst, während ich weg war?”, fragte ich den Hund, der nur weiterhin wedelte. Wahrscheinlich hätte er Jack nichtmal vor einer Ratte beschützen können, aber er konnte wohl auch ganz gut auf sich alleine aufpassen. Langsam stand ich wieder auf und lief dann in Richtung Blockhütte. Blind Dog folgte mir bis zur Tür, die wie immer nicht verriegelt war und klopfte dennoch kurz an das dunkle Holz. Verunsichert öffnete ich sie einen spaltbreit, ehe ich den Kopf kurz hindurchsteckte und ins Innere hineinspähte. “Jack? Bist du da?”, rief ich ins Leere, wartete auf eine Antwort, aber bekam keine. Wo steckte er nun wieder? Als ich hinter mir ein Geräusch hörte, fuhr ich schnell erschrocken herum und schaute direkt in das mit Motoröl verschmierte Gesicht meines grinsenden Bruders. Sofort lief ich auf ihn zu, umarmte ihn kurz und schaute ihn dann mit leicht angewiderter Miene an. “Du stinkst.”, bemerkte ich mit Blick auf sein dreckiges Shirt, während er nur kurz an sich hinabsah und umso breiter grinste. “Frauen stehen doch auf maskulinen Männerduft. Autos, Dreck und das Essen von mir und Blind Dog der letzten drei Tagen sind auf dem Shirt verewigt. Wenn das kein Grund ist mich zu lieben, weiß ich es auch nicht.”, grinste Jack und fuhr sich mit einer Hand durch die schwarzen, lockigen Haare. “Du bist widerwärtig. Warst du denn nicht auf der Ranch oder bei der Auktion gestern? Du wolltest doch unbedingt dahin.”, bemerkte ich mit skeptischer Miene, während sich Jacks Miene kurz verfinsterte und er den Blick kurz zur Seite nahm. “Na ja. Eigentlich schon. Aber ich hatte so viel zu tun mit den Aufträgen, ich kam nicht dazu.”, gab er zu, während ich nur leise aufseufzte. “Hast du schon was gegessen außer Bohnen aus der Dose? Ich lade dich ein. Zuerst ins Diner und dann fahr ich dich zur Ranch. Du wirst sehen, die Abwechslung wird dir gut tun.”, meinte ich und stemmte die Arme in die Hüften, während Jack verunsichert rüber zu dem alten Ford Mustang sah, an dem er wohl gerade schraubte. “Jess, ich…”, fing er an, aber ich unterbrach in harsch. “Keine Wiederrede. Los, mach hinne. Und spring vorher nochmal in den See, sonst haben wir den Diner für uns alleine.”, grinste ich breit, knuffte Jack leicht in die Seite und bekam von den großgewachsenen Mann ein dankendes Lächeln zurück, ehe er die Treppenstufe zur Blockhütte hochlief und dann im Inneren verschwand. Zufrieden schaute ich ihm nach und wartete darauf, bis er fertig war und wir los konnten.


    Nachdem wir gegessen hatten, fuhr ich Jack auf die Ranch, die er schon seit Kindheitstagen so geliebt hatte. Ich verabschiedete mich mit einer kurzen Umarmung, ehe er ausstieg und fuhr dann wieder zurück in Richtung Stadt, während Jack sich in Richtung Pferde begab. Das man ihn aber auch immer zu seinem Glück zwingen musste...

    Sarah


    Ignorierte der Typ mich gerade? Ernsthaft? “Hallo. Erde an meinen völlig verrückten Boyfriend?!”, meinte ich mit fassungsloser Miene und starrte ihn solange an, bis er mich anschaute. Moment Mal. Nicht mal das tat er! Gelassen schaute er kackendreist an mir vorbei, nahm sich sein Bierglas und schaute wieder geradeaus auf das Geschehen vor uns. Nicht mit mir, Freundchen. Während erneut die Hände der Mitbietenden in die Höhe schnellten, genauso wie Deans - der scheinbar von einem bösartigen Dämon besessen war - stellte ich mich nun direkt vor ihm, die Hände in die Hüften gestemmt und schaute mit halb offenem Mund zu ihm hoch. “Hast du den Burger nicht vertragen? Gammelfleisch zerstört scheinbar tatsächlich das Gehirn oder vielleicht ist es auch das Bier. Der Alkohol. Zu viel Alkohol, das wird es sein. Was tust du da, Dean Johnson?”, versuchte ich mir selbst eine Erklärung zu geben, was Dean da zur Hölle gerade tat. Immerhin wollte er nicht, dass ich mir ein Pferd kaufe und er durfte einfach auf Eines bieten? Unfair. Seit wann interessierte er sich überhaupt für Pferde? Irgendetwas lief hier gerade gewaltig schief. Noch immer starrte ich hoch zu Dean, der mich aber weiterhin gekonnt ignorierte. Und ja, er sah mich. Ich konnte dieses genugtuende Grinsen auf seinen Lippen genau erkennen, auch wenn er es versuchte zu unterdrücken. Ich kniff die Augen leicht zusammen, ehe ich laut aufseufzte und die Hände beschwichtigend hochhob. “Schön. fein. Mach was du nicht lassen kannst. Ist ja eh unmöglich dir etwas vorzuschreiben, du Alien, das garantiert nicht mein Freund ist.”, meinte ich nur kopfschüttelnd und schaute dann rüber zu dem Mann, mit dem Dean sich gerade eine wilde Bietschlacht bot. Der Preis wurde immer höher getrieben durch die Beiden und je höher es ging, desto mehr musste ich darauf achten nicht in Ohnmacht zu kippen. Andererseits, irgendwie gefiel mir das Pferd sogar ziemlich gut. Wahrscheinlich wollte Dean das Pferd gar nicht haben, sondern wollte nur seine Schlacht mit diesem Typen austragen. Wenn er einmal etwas angefangen hatte, dann zog er es bis zum bitteren Ende durch. Der Typ hatte keine Chance, soviel stand fest. Nur war sich Dean im klaren darüber, dass er gerade nicht auf eine Blumenvase bot, sondern auf ein lebendiges Pferd? “Dean…das ist ein Pferd. Das ist echt, kann laufen, wiehern. Das ist nicht aus Plüsch. Nun komm schon, lass den Typen das Tier haben. Du weißt doch gar nicht, wie man mit so einem Pferd…”, fing ich an, wurde aber von dem Auktionator unterbrochen. Der Hammer. Der Hammer der eindeutig besiegelte, dass mein freund einen Dachschaden erlitten hatte. Ganz kurzfristig, aber scheinbar sehr heftig. “Du hast das Pferd ersteig…”, kreischte ich entsetzt auf, mein Gesichtsausdruck wechselte von panisch, geschockt zu erfreut und glücklich. Immerhin war es ein Pferd. Ein wunderschönes Pferd. Sein Blick wanderte nun endlich wieder zu mir, während ich ihn ebenfalls ansah und er einen Spruch abließ, der mich nur ungläubig den Kopf schütteln ließ. Sein Kuss machte auch nicht wieder gut, was da gerade geschehen war. Aber andererseits… Ich klatschte kurz in die Hände, ehe ich Dean erneut um den Hals fiel und ihm einen dicken Kuss auf die Wange drückte, ehe ich wieder vom ihm abließ und ihm eine Ohrfeige verpasste, die sich gewachsen hatte. “Das war das Dümmste, was du je gemacht hast, Dean Johnson.”, meinte ich mit gespielt böser Miene, die sofort wieder einem dicken Grinsen wich. “Ich liebe dich, du verrückter Idiot!”, fügte ich noch hinzu und strahlte ihm entgegen wie ein Honigkuchenpferd. “Ich will ihn vom Nahen sehen, Dean.”, meinte ich verzückt und ließ den Blick dann wieder hinunter in die Arena gleiten.