Posts by Caskett

    Silvana

    Schlecht gelaunt schlug ich auf den Wecker, als dieser mit seinem unerträglichen gepiepse begann.

    Ich war nun wirklich nicht in der Stimmung aufzustehen aber die Wahl war gering.

    Nach einigen Minuten des Dahindösens raffte ich mich schließlich auf und ging verschlafen ins Bad.

    Der vergangene Abend war nicht mehr allzu spektakulär abgelaufen. Joe und ich hatten schweigend die Pferde vollständig versorgt und ich war anschließend noch etwas einkaufen gegangen.

    Erst als ich angezogen war und die Vorhänge aufzog, bemerkte ich das schlechte Wetter beim Blick aus dem Fenster. Na das hatte mir ja gerade noch gefehlt.

    Solche Unwetter waren untypisch für diese Gegend. Der Himmel war schwarz, es wehte fast die Bäume um und schüttete wie aus Kübeln.

    Ich suchte in meinem Schrank die Regenklamotten heraus und zog mir diese über. Schließlich schlüpfte ich in meine Gummistiefel und begab mich auf dem Weg zum Stall.

    Das Unwetter war extrem. Ich hatte ein wenig Mühe den Stall zu erreichen. Meine Klamotten waren selbst durch die Regenklamotten nass geworden. Na das konnte ja ein Spaß werden..


    Kensie

    Die Nacht war ein wenig schwerfällig von dannen gegangen. Die Schmerzmittel hatten nicht ewig gewirkt und das Liegen zur Qual gemacht.

    Aber ich hatte ohnehin schon wegen einem Thema nicht schlafen können: Lucas.

    Mir waren tausende Fragen und Erinnerungen durch den Kopf gegangen.

    Was er wohl gerade machte?

    Über Nacht waren heftige Unwetter aufgezogen. Das ganze sah auf den ersten Blick ziemlich übel aus.

    Vorsichtig versuchte ich mich nun aufzurichten. Es war mühselig und mit Schmerzen verbunden, aber schließlich saß ich im Bett und konnte mich von dort aus in den Rollstuhl setzen.

    Ich fuhr ins Bad um mich für den Tag fertig zu machen

    Silvana

    Ich hatte tatsächlich die Hoffnung gehabt, er würde sich verziehen, leider tat er das nicht. Immerhin schaffte er es das Futter zu richten, ohne dabei an SIE zu denken. Das ihn niemand haben wollte, konnte ich durchaus verstehen. Als er seine Bemerkung vorbrachte antwortete ich erst gar nicht. Auf noch mehr Gespräche hatte ich bei aller Liebe wirklich keine Lust.

    Ich füllte den letzten Eimer und nahm den ersten Stapel mit in die Stallgasse

    Silvana

    Da hatte man einmal seinen Spaß und schon wurde er durch Grimmigkeit verdorben. Ich hatte in der letzten Minute ja schon fast vergessen wie unausstehlich und nervig Joe war. „Hätte ich nichts dagegen“, antwortete ich knapp auf seine Bemerkung mit dem verschwinden, verdrehte abgewendet von ihm nur kurz die Augen und stellte die fertigen Eimer zur Seite

    Silvana

    Da war also der verwundbare Punkt bei Joe getroffen. Das ganze konnte auf Dauer spaßig werden. Als er das mit dem eifersüchtig in den Raum warf antwortete ich mit einem ironischen „Natürlich“ und musste innerlich lachen, als er sich weg drehte. „Ist sie verheiratet, vergeben? Oder was ist der Grund, dass du sie nicht haben kannst?“, fragte ich lachend, während ich zur Futterkammer lief um das Kraftfutter für die Pferde vorzubereiten.

    Als ich nun vor dem Futter stand, musste ich einen Moment lang darüber nachdenken wo ich wohl gelandet wäre wenn ich Escodero nicht vererbt bekommen hätte.

    Ich schob die Gedanken beiseite und begann die Eimer zu füllen.

    Silvana

    Grinsend antwortete ich nur „Hm ein bisschen von beidem“. Auf seine Frage hin woher ich wusste dass er an eine Frau dachte meinte ich „Ach bitte, da sieht ja jeder Blinde mit einem Krückstock. Dein Gesichtausdruck verrät mehr als dir lieb ist“

    Silvana

    Ich verdrehten die Augen, ihm passte ja auch nie etwas. „Na wie heißt sie?“, fragte ich grinsend, mir war klar dass ihm eine Frau durch den Kopf ging. An diesem Punkt hatten die Männer alle das gleiche Verhalten und vorallem den gleichen Blick

    Silvana

    Nach seiner Antwort wäre ich in der Stimmung gewesen ihm endlich mal eine Ohrfeige zu verpassen. „Du sollst auch nicht mit mir reden aber auch nicht hier rumstehen und in deinen Gedanken wühlen, davon füttern sich die Pferde nicht“, antwortete ich schnippisch und verteilte das Heu in den letzten Boxen

    Silvana

    Während wir die Pferde fütterten war Joes Reaktionszeit unheimlich langsam. Als er nun schon wieder in Gedanken versunken am Heuballen stand anstatt zu füttern, winkte ich kurz mit meiner Hand vor seinem Gesicht „Halloooo?! Was rennt dir denn so dauerhaft durch den Kopf?!“

    Kensie

    Das piepsen meines Handys riss mich wieder aus meinen Gedanken. Lucas Nachricht erleichterte mein Herz ein wenig. Der Tag war tatsächlich mehr als krass gewesen. Ich wollte mich am liebsten bewegen, nach draußen gehen und in Ruhe über alles nachdenken, aber nichts von dem konnte ich. Ich versuchte im Bett ein paar Aufsetzübungen zu machen, musste aber einsehen das es einfach noch nicht ging.

    Kensie

    Ich bereute meine Nachricht in dem Moment als ich sie abgeschickt hatte. Als wenn er das Bedürfnis hätte noch mit mir abzuhängen. Oh Kensie...

    Meine Zweifel wurden durch seine Nachricht bestätigt. Noch einmal tippte ich in mein Telefon:

    „Tut mir Leid, ich hätte nicht so bescheuert fragen sollen. Ich verstehe dich absolut.

    Nehm dir all die Zeit die du brauchst, ich werde immer da sein und auf dich warten

    In Liebe Kensi“

    Ich drückte auf senden und ließ das Handy neben mir aufs Bett fallen. Ob er jemals verzeihen könnte? Ob wir noch eine Chance hatten? Ich konnte ihn einfach nicht noch einmal verlieren...

    Gedankenverloren schloss ich die Augen


    Silvana

    Kaum war man an der Arbeit, plapperte er wieder los. War es auch einfach mal möglich die Klappe zu halten?

    Bei seinem Kommentar verdrehte ich nur die Augen und lud das restliche Heu auf die Schubkarre. Als ich fertig war schon ich Joe ein wenig zur Seite um richtig an die Griffe der Schubkarre zu kommen und schob diese dann zur ersten Box

    Silvana

    Warum waren Menschen so verdammt nervend und unaushaltbar?!

    „Du bist auch nicht zum Aushalten!“, antwortete ich auf seinen Kommentar hin und begann Heu in die Schubkarre zu laden.

    Was auf dieser Welt könnte so toll sein, dass es mir auch nur einen Tag gute Lane bringen würde? Nichts! Die Antwort war nichts!

    Silvana

    Anscheinend fand er die Sache noch lustig, ich hingegen nicht. Dieser Volltrottel nervte mich Tag für Tag aufs Neue.

    „Uns? Eigentlich bist du jetzt dran nachdem du dich vorher einfach aus dem Staub gemacht hast!“, pampte ich noch während dem Laufen weiter und hoffte dass er nicht schnell Fuß fassen würde.

    Ich bog in die Stallungen ab und griff grimmig nach der Heuschubkarre


    Kensie

    Es dauerte eine Weile aber schließlich klingelte mein Handy. Eine Nachricht von Lucas. Ich las sie, musste grinsen aber auf der anderen Seite war ich auch unfassbar traurig. Ich fühlte mich so schuldig und schlecht für alles was passiert war.

    Ich tippte ebenfalls wieder eine Nachricht in mein Handy:

    „Hätte ich den Nummernbotschafter Joe nur 10 Jahre früher kennengelernt..

    Ich weiß ich habe es schon oft gesagt, aber es tut mir so unendlich Leid was alles passiert ist. Ich wünsche mir nichts in der Welt mehr als das ich das irgendwie rückgängig machen könnte.

    Ich bin so froh, dass ich dich wieder habe!

    Vielleicht hast du später ja noch Zeit für einen Besuch?“

    Silvana

    Prinzessin?!.. Ich glaubte ihm ging es zu gut.

    „Geht’s noch?!“, pampte ich ebenfalls genervt zurück. Die Story die er mir nun auftischte, klang ja fast so echt dass sie nicht stimmen konnte „Hat man mich informiert?! Nein, also kann ich auch nirgends zur Stelle sein! Aber weist du was, nehm dir doch gleich noch den restlichen Tag frei und geh Leute retten“, fauchte ich noch, ehe ich mich umdrehte und wieder Richtung Stallungen laufen wollte


    Kensie

    Ich war so hin und her gerissen, sollte ich ihm schreiben oder nicht? Schließlich fasste ich meinen Mut zusammen und tippte eine Nachricht in mein Handy:

    „Hey, ich bin’s Kensie,

    Jetzt hast du zumindest meine Nummer :D

    Liebe Grüße“