Beiträge von pintostute

    Joel Steiner

    "Man sieht sich", meinte ich nur, dann verschwand sie auch schon. Einen Moment blickte ich ihr noch nach, dann schüttelte ich den Kopf. Es war die richtige Entscheidung gewesen, nicht darüber zu sprechen. Mit so einer Geschichte musste man vorsichtig umgehen. Es ging nicht darum, dass man jemandem schaden konnte, allerdings war die gesamte Geschichte nichts, was ich gerne besprach. Selbst mit meinen Freunden sprach ich nicht darüber. Einfach, weil ich die Worte, die ich suchte, nicht fand. Und seit sich mein bester Freund von mir abgewandt hatte, dieser miese Lügner, viel es mir noch schwerer, darüber zu sprechen.

    Nun würde ich mich erstmal wieder Nova zuwenden, dann musste ich das Problem mit der Geldbörse lösen. Vielleicht hatte ich sie ja irgendwo im Stall verloren. Wenn sie dort nirgends war, würde ich eben im Büro nachfragen. Vielleicht hatte sie ja jemand gefunden. Also begab ich mich in den Stall und suchte den Weg zur Sattelkammer und selbige nach der Geldbörse ab. Fehlanzeige. Ich fand nichts. Es war unwahrscheinlich, dass ich etwas übersehen hatte. Dennoch würde ich mich jetzt erst einmal um Nova kümmern. Meine Bankomatkarte war ohnehin Zuhause und nicht in der Geldbörse, so weit ich mich erinnerte. Die hatte ich vorgestern Abend doch noch herausgenommen, glaubte ich mich zu erinnern. Aber selbst wenn, vertraute ich den Leuten hier genug, dass sie damit nichts anzustellen versuchten. Und woanders hatte ich die Geldbörse mit Sicherheit nicht verloren.
    Ich brachte das Putzzeug zu Nova, doch dann entschied ich, dass es doch besser war, gleich etwas wegen der Geldbörse zu unternehmen. Also machte ich mich auf die Suche nach irgendwem, der mir da weiterhelfen konnte. Keine sehr spezifische Suchanfrage an mich selbst.

    Joel Steiner

    Emely erklärte, wir müssten nicht darüber reden, sie würde allerdings auch nicht urteilen, wenn wir es täten. Ich rang mit mir. Es war so eine verworrene Sache und ich brauchte jemanden, mit dem ich darüber sprechen konnte. Fiona war nicht mehr da, sonst hatte ich niemanden, mit dem ich über so eine wichtige Sache reden würde. Allerdings kannte ich Emely auch nicht wirklich, ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich sie damit wirklich belasten sollte. "Vielleicht ist es besser, wenn ich dich damit nicht behellige", meinte ich schließlich mit einem entschuldigenden Lächeln. Es war vielleicht besser, die Frage war nur, für wen. Für mich sicherlich nicht. Aber es ging eben nicht immer um mich, das war mir klar.

    Joel Steiner

    Sie bleib bei ihrer Meinung. Wenn sie nicht reden wollte, dann würde ich das akzeptieren. Im Grunde war ich für sie nur ein dahergelauferner Typ, der sie angesprochen hatte, weil sie ein wenig bedrückt gewirkt hatte. Allerdings machte sie nicht den Eindruck, als käme sie nicht alleine klar. Ich hingegen vermutlich schon eher, denn sie fragte mich nun, wie es bei mir aussah, und warum ich so nachdenklich war. Nun, wer mich kannte, der wusste, dass ich von Grund auf ein eher nachdenklicher Mensch war, doch sie hatte insofern nicht ganz unrecht, als dass ich heute besonders nachdenklich war. Immer noch. Und das lag nicht unbedingt an der verlorenen Geldbörse, die ich nachher dringend suchen musste. (Ich musste sie einfach auf dem Hofgelände verloren haben, denn woanders war sie ja nicht, da hatte ich doch schon geschaut.) Das Problem war ein anderes. Elena. Und alles, das mit ihr in Verbindung stand. Ich seufzte. "Ich hab ein wenig Stress mit meiner Exfreundin", antwortete ich nun zögerlich. Das war wirklich untertrieben. 'Ein wenig' Stress war es sicher nicht richtig. Wir führten regelrecht Krieg. Ich hätte am liebsten das alles längst beigelegt, nur leider war die Situation mittlerweile so verworren, dass ich da gar nicht mehr so leicht hinauskam.

    "Ist aber nicht so wichtig", fügte ich schließlich noch hinzu. Ich wollte Emely ungerne mit meinen Problemen belasten, zumal sie mich vielleicht allerhöchstens fünf Minuten kannte. Das wäre auch mehr als seltsam von mir, oder?

    Joel Steiner

    Sie antwortete, wobei die Ironie in ihrer Stimme nicht zu überhören war. Ich schmunzelte. Sie reichte mir die Hand und stellte sich vor. "Freut mich." Ich schenkte ihr ein Lächeln. "Joel", stellte ich mich ebenfalls vor. "Wenn ich doch irgendwie helfen kann, einfach sagen", meinte ich schmunzelnd. Ich war davon überzeugt, dass ihr sicherlich noch zu helfen war. Sie wirkte nicht hoffnungslos verloren.


    //sorry, dass so kurz und so ein Mist obendrein... ._. Ich gelobe Besserung... oder so...

    Joel Steiner

    Ich hatte einen Blick in die Halle geworfen, um sicherzugehen, dass ich dort nachher mit Nova würde arbeiten können. Dann verließ ich die Halle wieder und wollte den Hof überqueren, um mich zum Stall zu begeben. Da entdeckte ich eine junge Frau, die auf einer der Bänke saß. Sie machte einen gedankenverlorenen, aber beinahe niedergeschlagenen Eindruck auf mich - was natürlich täuschen konnte. Also entschied ich mich, sie anzusprechen. "Guten Tag", grüßte ich sie. Einen Moment grübelte ich über meine Wortwahl nach. Wir kannten einander nicht und es schien fast ein bisschen seltsam, eine Wildfremde anzusprechen. "Kann man etwas für Sie tun?"

    Leila Waldner (& Frederik Waldner)

    Ich bedankte und verabschiedete mich, dann verließ ich das Büro und machte mich auf die Suche nach Fred und Skinfaxi. Wo waren die beiden denn abgeblieben? Ich fand sie in der Halle, wo Fred Skinfaxi gerade einige Runden tölten ließ. "Und, wie läuft's?", fragte ich, als ich mich an die Bande stellte. Fred grinste breit und parierte den Isländer durch. "Alles bestens." Er strich dem Wallach über den Hals. "Ich galoppier' noch ein paar Runden, dann lass ich ihn noch ein bisschen im Schritt gehen und dann können wir gehen. Ich nickte und Fred ließ Skinfaxi lostraben. Kurz vor der Kurve legte er den Außenschenkel zurück, in der Kurve lockerte er die Innenhand ab und gab dem Wallach ein Stimmsignal, sodass dieser locker losgaloppierte.

    Einige Minuten später ging Skinfaxi noch im Schritt, wobei er am langen Zügel den Kopf senkte und sich sichtlich entspannte. Nach ein paar Minuten lenkte Fred ihn in die Mitte der Halle, schwang sich aus dem Sattel und überschlug die Steigbügel. Dann lockerte er den Sattelgurt, griff nach den Zügeln und führte den Isländer aus der Halle.

    Rasch half ich ihm, Skinfaxi am Putzplatz abzusatteln und noch ein wenig zu putzen. Dann brachten wir ihn zu den anderen und verstauten die Sachen in dem Spind, der uns zugewiesen worden war. Erst, als wirklich alles weggeräumt war, gingen wir zum Auto, mit dem wir nach Hause fuhren. Hänger und Auto würde ich am nächsten Tag zurückgeben...

    Zuhause plauderten wir noch mit unseren Eltern darüber, wie der Hof war und wie die nächsten Tage ablaufen würden. Ich würde gleich am Vormittag zu Skinfaxi fahren, mich ein wenig mit ihm umsehen, Fred würde am Nachmittag nachkommen und dann würde er ihn wieder eine Runde reiten dürfen. So war der Deal.

    Am Abend ging ich früh zu Bett, denn immerhin musste ich am nächsten Morgen früh raus, um noch das Auto und den Hänger zurückzugeben, sowie dann noch in den Stall zu fahren.


    Am nächsten Morgen war ich sogar noch vor meinem Bruder wach, den ich sogleich weckte, weil er wieder einmal seinen Wecker überhört hatte. Dieses Murmeltier. Dann tappte ich in die Küche und machte mir etwas zu essen.

    Um Punkt 8.00 verließ ich das Haus und fuhr erstmal mit Auto und Hänger zu unserer Bekannten, der ich die Sachen zurückbrachte. Dann setzte ich mich in den nächstbesten Bus, um zum Hof zu gelangen. Da ich allerdings mehrmals umsteigen musste, wurde es schließlich 9.00, als ich den Hof erreichte.

    Leila Waldner

    Ich blätterte die Unterlagen durch und griff die Kopie des Personalausweises, sowie die Kopien des Pferdepasses und legte sie der Frau hin. "Ich hoffe, das passt." Dann griff ich nach der Kopie des Islandpferdezertifikates das ich gemacht hatte, sowie das, das Fred absolviert hatte. "Und die Reitabzeichen. Zweimal Islandpferdezertifikat", erklärte ich. Beide hatten wir das Zertifikat gemacht, als wir damals noch in Österreich, nahe der deutschen Grenze gelebt hatten. Bevor unsere Eltern wegen eines Jobs umgezogen waren. Damals waren Fred und ich noch kleiner gewesen, aber reiten hatten wir schon damals gekonnt... oder es versucht.

    Ich griff nach dem Vertrag und setzte an den nötigen Stellen die Unterschriften. Frau Winkler erklärte noch einmal die wichtigsten Regeln, woraufhin ich nickte. Alkohol war am Hof sowieso kein Thema. Trinken konnte man woanders, das sah Fred ähnlich. Zumal er von Alkohol ohnehin nicht allzu viel hielt.

    Narvik

    ... Später ließ ich von Lumira ab, um sie einfach nur weiter im Arm zu halten. Es war schon relativ frisch in der Scheune, weshalb ich uns mit der dicken Decke, die wir von Cathan erhalten hatten, zudeckte. Erschöpft, aber glücklich, seufzte ich. "Ich liebe dich", flüsterte ich in Lumiras Richtung. In diesem Moment, in dem es unpassender nicht hätte sein können, knurrte mit einem Mal mein Magen. "Ich glaube aber, mein Magen sieht das anders", brummte ich missmutig darüber, dass er den Moment kaputt gemacht hatte, und erhob mich dann ein wenig, um nach meinem Beutel zu greifen, den ich sogleich nach Nahrung durchsuchte, wofür ich die restlichen Sachen achtlos auf den Boden warf. Schließlich fand ich doch noch ein Stück Brot, dessen Rinde allerdings bereits hart war, was mich nicht daran hinderte, es zu essen. Hierbei gab ich darauf Acht, dass ich nicht die Felle vollbröselte, da ich mir vorstellen konnte, dass Brotbrösel unangenehm kratzten, wenn man sich darauflegte.
    So schnell wie möglich aß ich das Brotstück auf, um mich dann wieder neben Lumira zu legen. "Meine Traumfrau", murmelte ich, ehe ich meine Augenlider schloss, die mittlerweile schon so schwer waren...

    Leila Waldner

    Mit den Unterlagen begab ich mich ins Büro. Frau Winkler hatte sich dort bereits auf einem Sessel niedergelassen. Ich griff nach den Unterlagen, die ich soeben geholt hatte. "So... was brauchen Sie genau?", fragte ich und blätterte die Pferdepapiere durch. Im Vorfeld hatte ich nur in Erfahrung gebracht, dass ich die Unterlagen mitnehmen sollte, sowie Kopien davon. Beides hatte ich nun dabei, aber ich war mir nicht sicher, was sie alles benötigte.



    Frederik Waldner

    Nach einigen Aufwärmrunden ließ ich Skinfaxi schließlich ein bisschen traben. Erst auf dem Hufschlag, dann auch wenige andere Bahnfiguren, ehe ich ihn wieder durchparierte. Ich ließ ihn kurz verschnaufen, dann wiederholte ich das Spiel auf der anderen Hand, wobei ich darauf achtete, ihn nicht zu überfordern. Erst nachdem ich sicher war, dass er gut aufgewärmt war, ließ ich ihn lostölten. Er verhielt sich gehorsam und machte sich gut. Ich hatte durchaus den Eindruck, dass er sich Mühe gab.

    Leila Waldner

    Ich folgte Frau Winkler ins Büro, auf dem Weg dorthin erklärte ich, dass ich noch kurz die Papiere aus dem Auto holen musste. Also lief ich schnell zum Wagen, der gerade offenstand, weil Fred die Putzsachen holte. Ich griff nach den Unterlagen und begab mich dann zum Büro.



    Frederik Waldner

    Während meine Schwester sich also um den ganzen Papierkram kümmerte, putzte ich Skinfaxi gründlich, ehe ich ihn sattelte und trenste. Ich griff nach meinem Helm und setzte in mir auf, dann führte ich das Pferd in Richtung der Halle. Das sollte schon kein Problem sein. Der Wallach war zwar Reitplätze eher gewohnt als Hallen, doch er kannte beides. Außerdem war er wohl gelassen genug, wenn er mit Menschen unterwegs war, um sich friedlich zu verhalten.

    In der Halle angekommen, gurtete ich nach und ließ ihn dann in gemütlichem Schritt losgehen.

    Narvik

    Auf ihre Worte, sie habe ihm das auch gesagt, wusste ich nichts mehr zu erwidern. Recht hatte sie gehabt, so etwas zu sagen. Immerhin würden wir dank meines neuen Arbeitgebers heute Nacht wohl nicht frieren müssen.

    Sie schien nicht unbedingt etwas dagegen zu haben, würde ich kein Hemd tragen. Ich schmunzelte. "Dein Wunsch ist mir Befehl", flüsterte ich in verführerischem Tonfall, aber mit einem breiten Grinsen, wobei ich mich nun wieder neben ihr niederließ. Ich blickte tief in ihre wunderschönen Augen, in denen sich das warme Licht der Kerze spiegelte. Dann legte ich sanft meine Finger an ihr Kinn, um ihren Kopf ein wenig anzuheben. Einen Moment sah ich sie noch an, dann zog ich sie zu mir und legte meine Lippen auf ihre. Meine Müdigkeit schien wie weggefegt, als unsere Lippen einander berührten.