Beiträge von pintostute

    Ranya

    Auch Scar schien nicht mehr besonders frisch. Vermutlich hätte uns allen einfach ein wenig Ruhe gut getan, aber erst mussten wir entscheiden, was wir mit diesem verfluchten Beutel machten. Und langsam war ich mir sicher, er war verflucht, so viel Ärger, wie er uns bereitete. "Ich glaube nicht, dass sie so unvorsichtig ist", wandte ich ein, "wenn ich sie wäre, würde ich mich in der Nacht auf den Beutel legen, damit bloß niemand ihn entdeckt, wenn da so etwas Wichtiges darin ist." Ich massierte meine Nasenwurzel. "Mir gehen die Ideen aus."


    //Den Rest editier' ich wieder rein - KreaTief ._.

    Ranya
    Ich musste ein Gähnen unterdrücken. Nachdem ich gerade keinem gegenwärtigen Angriff ausgesetzt war, kehrte langsam die Müdigkeit des Tages zurück. Aber ich wollte mir Scar gegenüber nichts anmerken lassen.

    "Was auch immer es ist, die Frage ist, ob es von Bedeutung für uns ist", gab ich zu bedenken. "Vielleicht verschwenden wir unsere Zeit." Was er jedoch zum Abwarten sagte, klang ebenfalls einleuchtend. Nachdenklich nickte ich. "Du könntest recht haben... aber wie sollen wir rankommen? Immerhin wird sie jetzt doppelt so wachsam sein, wo wir ihr schon mehrmals zu verstehen gegeben haben, dass dieser Beutel von Bedeutung ist." Jon vertraute dieser Frau. Was sprach dagegen, es auch zu tun? Nun ja, sie machte es uns nicht leicht, meinem Vorgesetzten in Sachen Vertrauen nachzueifern. Aber vielleicht lag dort irgendwo die Antwort auf unsere Fragen? Langsam schwante mir Böses. Mit wem hatten wir es hier zu tun?



    Cathan

    Während meine Diener sich schon auf den Weg zum Ball machten - sie mussten immerhin schon früher dort sein, damit sie uns dort dann erwarten konnten-, wartete ich weiter auf Lumira. Schließlich entschied ich, dass sie wohl schon fertig sein müsste. Also machte ich mich ruhig auf den Weg zum Ankleidezimmer, wo ich klopfte und auf eine Antwort wartete. Immerhin wäre alles andere wohl ziemlich unhöflich gewesen.

    Nach kurzer Stille öffnete sich die Türe von innen. Eine junge Frau hatte sie einen Spalt breit geöffnet und als sie mich erblickte, neigte sie respektvoll den Kopf. "Sie ist gerade fertig geworden", erklärte sie und ließ die Türe aufschwingen, sodass ich einen Blick in den Raum werfen konnte. Dort stand Lumira - und um ehrlich zu sein, war sie kaum mehr wiederzuerkennen. Nicht, dass sie zuvor hässlich gewesen wäre, doch so, wie sie nun in der Raummitte stand, sah sie wirklich umwerfend aus. Sie trug das Kleid, dass der Schneider extra für sie angefertigt hatte, aus eisblauem, weißen und grauem Stoff. Es war mit kunstvollen Stickereien verziert und vor allem passte es gut zu Lumira. Es schmiegte sich an ihren Körper und harmonierte zudem gut mit ihrem dunklen Haar und den blauen Augen. Der Schneider hatte ganze Arbeit geleistet - das hatte sich auch in der Bezahlung gezeigt, aber was tat man nicht alles für ein bisschen Luxus? - und auch die jungen Damen, die Lumira hergerichtet hatten, waren nicht minder fleißig gewesen.

    "Wie ich sehe, seid Ihr so weit", stellte ich schmunzelnd fest und machte einen Schritt auf sie zu. "Ihr seht wahrlich umwerfend aus, das muss auf jeden Fall festgestellt werden." Ich nickte ihr zu. "Dann lasst uns gehen, immerhin soll auch die Welt Eure Schönheit bewundern dürfen", fügte ich mit einem amüsierten Funkeln hinzu.

    Ranya
    "Da war ich mir nicht so sicher", entgegnete ich, während ich Scar um die nächste Ecke folgte, wo er sich gegen die Wand lehnte. Seine Worte gaben mir zu denken. Auf einmal kam mir ein Gedanke. "Und was, wenn es gar nicht darum geht?" Nachdenklich knetete ich die Finger meiner linken Hand. "Sie war die ganze Zeit über schon seltsam. Bei jedem, bei dem sie sich vorgestellt hat, ein anderer Name... Warum denn, wenn sie nichts zu verbergen hat? Vielleicht steht der Beutel damit in Zusammenhang." Oder Scar hatte recht. Was sollte so ein Beutel denn schon mit ihren Namen zu tun haben? Die Geschichte mit einer versteckten Waffe schien einleuchtender. Und trotzdem wollte ich den Gedanken, es könnte doch etwas mit ihrem Namen zu tun haben, nicht so ganz verwerfen...

    "Was den Plan angeht...", nachdenklich hob ich den Blick, "ich habe keinen. Nur so weit, dass ich in einem unaufmerksamen Moment an diesen Beutel kommen muss. Das Problem wird nur sein, dass sie so schnell nicht wieder unaufmerksam sein wird." Eine Idee hatte ich dann doch noch, auch, wenn sie nicht nach Plan klang. "Und was, wenn wir einfach abwarten, bis wir sie an Jon übergeben haben? Dann ist sie ja zumindest nicht mehr dein Problem." Aber das barg ein Risiko.


    //Der Rest kommt später oder morgen

    Ranya

    Ich warf Nennt-mich-Fiona noch einen letzten Blick aus zusammengekniffenen Augen zu, dann verließ ich den Raum. Und Scar zog ich hinter mir her. Sicher war sicher. Diese Frau hätte ihn sicher mit ein paar unüberlegten Worten dazu bekommen, endgültig aus der Haut zu fahren, so, wie ich die beiden einschätzte.
    Erst, als wir die Tür hinter uns geschlossen hatten, wagte ich es, Scar wieder loszulassen. "Ich werde nie wieder auch nur freiwillig einen Schritt vor ihr Zimmer setzen, das kann ich dir versprechen", schwor ich. Nie wieder. Irgendetwas musste es geben, dass alles, was mit diesem Beutel zu tun hatte, sie so reagieren ließ. Oder sie hatte einfach nicht mehr alle Tassen im Schrank. Beides schien plausibel.



    Cathan

    Ich war bereits fertig und stand abwartend am Fenster. Vor dem Haus konnte ich Lumira und ihren Verlobten beobachten. Erst gab sie ihm einen flüchtigen Kuss, wurde von ihm aber dann zurückgezogen, um erneut in einen Kuss verwickelt zu werden. Die beiden schienen verliebt zu sein... Nachdenklich trommelte ich mit den Fingern gegen die Wand. Sehr verliebt. Nun, wie lange das halten würde, war eine andere Frage. Aber das sollte mich bekanntlich nichts angehen. Was nicht bedeutete, dass es mich nicht interessierte.

    Eine Weile würde ich noch warten müssen, bis Lumira so weit fertig war. Es wäre undenkbar, die Vorbereitungen zu stören. Es wäre äußerst unhöflich. Also begab ich mich schließlich wieder zu meinem Schreibtisch und griff nach einem der herumliegenden Bücher.



    Narvik

    Einige Momente blickte ich Lumira noch hinterher, bis sie schließlich verschwunden war. Ich seufzte. Nun ging es darum, dass wir uns für den Ball fertig machten - sie wurde für den Ball fertig gemacht, während ich das selbst übernehmen musste. Nicht, dass ich sie darum beneidete! Keineswegs. Es war sicher nicht besonders spaßig, von mehreren Leuten umringt zu sei, die alle das Ziel oder die Aufgabe hatten, einen herzurichten. Wenn ich mir das nur vorstellte, tat Lumira mir wirklich sehr leid. Aber ich wusste gut genug, dass sie sich auf diesen Ball freute. Na ja, zumindest eine.

    Ich freute mich nicht, aber das war nichts Neues. Immerhin durften wir den ganzen Abend über nicht miteinander sprechen. Gut, man hatte mir erklärt, es gebe eine Ausnahme: Ich durfte Lumira allerhöchstens fragen, ob ich irgendetwas für sie tun durfte, oder von ihr Befehle entgegennehmen, aber das war es auch schon. Kein Platz für ein wirkliches Gespräch. Ich hatte zu schweigen und Befehle auszuführen, wie es vor allem Cathan verlangte - oder eben Lumira.
    Meiner Vorbereitung nach zu urteilen, würde ich wohl im Ballsaal arbeiten dürfen, zumindest musste ich also nicht die ganze Nacht bei den Pferden warten, bis Cathan abzureisen gedachte, was ihm ja dadurch möglich war, dass der Ball in derselben Stadt stattfand, an deren Rand wir wohnten.

    Ich machte mich auf den Weg in den Raum, in dem sich auch die wenigen anderen Diener - es waren fünf weitere -, die Cathan mitnehmen wollen würde, befanden. Der 'Oberaufseher' oder wie auch immer man ihn betiteln wollte, schimpfte, ich wäre zu spät dran und was ich mir denn eigentlich dabei dachte und ich sollte mich gefälligst beeilen, sonst bliebe ich hier, und überhaupt wäre es eine Schande, dass ich das so gelassen sah. Dabei war ich höchstens ein paar Minuten zu spät, das wagte ich mich zu wetten.
    Um ehrlich zu sein, hörte ich gar nicht wirklich hin, sondern wusch mich, bevor ich die teuren Kleidungsstücke anzog, die Cathan seinen Dienern zur Verfügung stellte. Dieser Mann musste wirklich einiges an Geld haben, dass er sich das leisten konnte. Aber nach allem, das ich in den letzten Wochen so über ihn erfahren hatte, überraschte mich sein Verhalten kaum noch. Er schien einfach von Grund auf ein schwer zu durchschauender Mensch zu sein. Und nach den seltsamen Fragen, die er mir gestellt hatte, wollte ich vielleicht gar nicht so genau wissen, was in seinem Kopf so ablief.

    Ranya

    Ich hatte es scheinbar geschafft, Scar vorerst von meiner Idee zu überzeugen. Erleichtert atmete ich auf. "Dann lassen wir Euch in Ruhe", meinte ich in Nennt-mich-Fionas Richtung und griff nach Scars Handgelenk. "Los, weg hier, bevor diese... bevor sie es sich anders überlegt." Oder er. Deshalb hatte ich auch nach seinem Handgelenk gegriffen. Ich schätzte ein Mensch von durchaus wechselhaftem Gemüt ein, ich wollte nicht riskieren, dass er womöglich noch auf dumme Gedanken kam. Meine Schienbeine würden es mir danken, wenn ich heute keinen Tritt mehr abbekommen sollte. Weder von Nennt-mich-Fiona, noch von ihm, sollte ich dazwischen gehen müssen.



    Narvik

    Der Vormittag war viel zu schnell vergangen. Ich wäre am liebsten den ganzen Tag neben ihr gelegen, hätte Lumiras Nähe genossen, aber wir mussten uns langsam in Bewegung setzen. Sie hatte ja recht... Also verließen wir die Scheune und machten uns auf den Weg zum Haupthaus, wo sie mir noch einen flüchtigen Kuss auf die Lippen gab, über meinen Bart strich und sich verabschiedete. Eigentlich verabschiedete sie sich. Aber ich wäre nicht ich, könnte ich das einfach so hinnehmen. Also griff ich noch einmal nach ihren Händen, zog sie zu mir und küsste sie noch ein letztes Mal intensiv, bevor ich sie nach einer gefühlten Ewigkeit doch losließ. Schmunzelnd nickte ich ihr zu. "Dann bis später." Einen Moment zögerte ich noch, bevor ich ein "ich liebe dich" hinzufügte.

    Ranya

    Scar knurrte, er wolle wissen, was da drin war, doch ich schüttelte den Kopf. "Lassen wir sie", meinte ich schließlich und zuckte mit den Schultern. In Wahrheit hatte ich nicht vor, es auf sich beruhen zu lassen. Ganz im Gegenteil. Jetzt würde ich erst einmal simulieren, dass ich locker lassen würde, in Wirklichkeit würde ich einfach auf die richtige Gelegenheit warten, um mir anzusehen, was sie da bei sich hatte. Irgendetwas Interessantes musste sie ja bei sich haben, das ich bei meiner ersten Durchsuchung übersehen hatte, alles andere würde ihr Verhalten nicht erklären.
    Eindringlich blickte ich Scar an. "Komm schon, lass es", flüsterte ich und legte meine Hände auf seine, um sie vorsichtig von dem Beutel zu lösen.



    Gräfin Serafina

    Den Rest des Tages übte ich mit Lumira, oder brachte ihr viel mehr bei, wie man aufrecht stolzierte, sodass es grazil wirkte. Eine Übung, die wir in den folgenden Tagen wiederholten. Zusätzlich ließ ich sie mit einem der höheren Angestellten tanzen üben, wobei sie sich bemerkenswert gut schlug. Vor allem, wenn man bedachte, dass sie scheinbar nicht aus so einer gehobenen Schicht der Gesellschaft stammte.
    Ich erklärte ihr, wie sie sich zu benehmen hatte, damit sie nicht unangenehm auffiel. Sie sollte nur reden, wenn man sie ansprach, sonst grüßen und vor allem lächeln. Wenn sie wollte, und das erklärte ich ihr auch, konnte sie sich natürlich auch in angemessenem Rahmen mit den anderen Anwesenden amüsieren, solange sie es auf Oberflächlichkeit beruhen ließ. Es war nicht unsere Aufgabe, tiefgründige Gespräche zu führen. Die Gefahr, in unangenehme Situationen zu kommen, wurde dadurch erhöht. Und wenn wir in unangenehme Situationen kamen, würde das auf unsere Begleiter zurückfallen. Das galt für sie, wie auch für mich.

    Ich selbst, und das hatte ich Lumira auch mitgeteilt, würde mit meinem Ehemann dort auftauchen. Als ich ihr davon berichtet hatte, hatte ich es peinlichst vermieden, auch nur ansatzweise zu zeigen, wie sehr mir das widerstrebte. Man konnte durchaus sagen, dass ich ihn nicht besonders mochte... Aber das sollte meine Sorge sein.

    Wichtig war, dass ich ihr das und einige andere Dinge in den Tagen vor dem Ball erklärt hatte. Beispielsweise hatte ich ihr noch eingeschärft, dass sie während des Balls nicht vor allen anderen mit ihrem Verlobten sprechen durfte. Er würde dort zu arbeiten haben. Zum einen würde er keine Zeit haben, zum anderen würde das keinen guten Eindruck erwecken. Immerhin war er hier nur Diener und kein Gast. Dass er überhaupt da sein durfte, war alleine Cathan zu verdanken.

    Gegen Ende der Woche war auch das Kleid vom Schneider angekommen, dass Cathan nach Lumiras Wünschen und Maßen in Auftrag gegeben hatte. er hatte gemeint, er würde ihr gewissen Freiraum lassen, sie habe ja Geschmack. Um ehrlich zu sein, ihr Kleid war tatsächlich alles andere als hässlich geworden - der Schneider hatte gute Arbeit geleistet. Viel mehr sah sie in dem Kleid so umwerfend aus, dass ich mir sicher war, dass sie nicht nur Cathans Aufmerksamkeit gewinnen würde.

    Auf alle Fälle hatten wir viel geübt, damit sie auch wirklich keine Fehler machte. Ich war zuversichtlich, dass sie sich gut schlagen würde.



    Narvik

    Die Zeit vor dem Ball war rasch vergangen. Ich hatte viel lernen müssen, um als geeignet befunden zu werden. Meine Aufgabe würde es sein, alles zu tun, das Cathan mir auftrug. Oder befahl. Angefangen bei dem Versorgen der Pferde, bei dem ich dem Kutscher helfen sollte, bis über das Dienen im Ballsaal. Ich hatte lernen müssen, wie ich mich zu benehmen hatte, dass ich schweigen musste, es sei denn, irgendwer verlangte Gegenteiliges von mir. Der Kerl, der wohl Cathans 'Oberdiener' war - gab es sowas überhaupt? - hatte mir alle Floskeln beigebracht, die ich benötigen würde, um durch den Abend zu kommen, ohne mich in Schwierigkeiten zu bringen. Aber er hatte doch gar keine Ahnung. Es ging nicht darum, dass ich mich nicht benehmen könnte - wenn ich wollte, konnte ich das sogar recht gut -, sondern vielmehr darum, dass dieser Cathan mit meiner Verlobten unterwegs sein würde. Nicht, dass ich ihr nicht traute, aber ich traute ihm nicht so recht. Er hatte mir mehrmals seltsame Fragen gestellt... Natürlich hatte ich versucht, beim Antworten auszuweichen, aber ich konnte ja schlecht abblocken. Er war immerhin immer noch mein Arbeitgeber. Unser Arbeitgeber.
    Doch über all das hatte ich mit Lumira nicht gesprochen, denn ich wollte sie nicht unnötig verwirren oder ihr Sorgen bereiten. Sie musste genug arbeiten für diesen Ball, musste genug üben.

    Die Zeit, die wir abends füreinander hatten und miteinander verbrachten, wollte ich nicht auf diese Weise belasten. Sie sollte unbeschwert sein. Es war unsere gemeinsame Zeit.

    Nun jedoch war der Tag des Balls doch schließlich da. Zugegeben, ein bisschen aufgeregt war ich natürlich schon. Immerhin konnte mich ein Fehler meinen Arbeitsplatz kosten, wenn Cathan mir nicht wohlgesonnen war, dessen ich mir nicht so sicher war. Und dennoch. Lumira und ich hatten den Tag frei bekommen, um uns auszurasten. Am Nachmittag sollten wir dann zum Haupthaus, uns ordentlich waschen und - zumindest in Lumiras Fall - einkleiden helfen zu lassen. Ich konnte das gut selbst, aber Cathan legte wert darauf, dass Lumira als seine Begleitung ein wenig behandelt wurde, als ob sie die Tochter des Königs höchstpersönlich war. Ich gönnte es ihr - natürlich. Alles andere wäre wohl ein schlechtes Signal, oder nicht? Immerhin war ich ihr Verlobter.

    Ranya

    "Das ist keine gute Idee", meinte ich zu Scar, da hatte er den Beutel schon gegriffen. Nennt-mich-Fiona funkelte ihn zornig an. "Lasst ihn auf der Stelle los", knurrte sie bedrohlich leise. "Das ist meine letzte Warnung!"
    "Lass ihn aus, Scar", forderte ich den Mann auf. "Bitte." Das hatte so keinen Sinn. Es würde nur in einem Handgemenge enden, ich sah es schon kommen...



    //Ich schreib dann später mal einen zusammenfassenden Post, aber ich hab grad nicht so viel Zeit, so einen langen Text zu schreiben :'D Sorry...

    Ranya

    Es wäre nicht ansteckend? "Da wär ich mir gar nicht mal so sicher", meinte ich bloß und zuckte mit den Schultern. Aber nachdem Scar gerade nach Nennt-mich-Fionas Beutel gefragt hatte, wanderte mein Blick nun zu ihr. Ihre Miene verdüsterte sich augenblicklich. "Das kommt überhaupt nicht in Frage!", zischte sie. Sofort näherte sie sich ihrem Beutel, schnappte ihn sich und hielt ihn fest. "Ihr verschwindet augenblicklich aus diesem Zimmer, oder ich werde dafür sorgen, dass ihr verschwunden werdet! Und das meine ich genau so!"


    // Das "verschwunden werdet" ist hier Absicht ;')

    Und wir könnten ja allgemein mit Lumira und Narvik den Tag grob zu Ende schreiben und die Woche dann überspringen und gleich zum Ball übergehen, damit Seriel auch endlich richtig eingebunden werden kann, oder?



    Gräfin Serafina

    Ehrfürchtig blickte Lumira sich um, bevor sie bewundernd meinte, sie hätte nicht gewusst, dass Cathan ein Kunstliebhaber war. Ich kicherte kurz. Natürlich, woher hätte sie es wissen sollen? Sie war schlichtweg seine Haushälterin, nicht seine Beraterin. Und Cathan war dieser Raum heilig. Aber noch wichtiger war ihm, nicht unangenehm aufzufallen, weshalb er ihn zum Üben zur Verfügung gestellt hatte, damit am Ende dann alles gut ablief.
    Ich schritt zu einem der Fenster und blickte für einen Moment nach draußen. "Ich denke, wir üben erstmal, wie Ihr möglichst elegant geht. Das ist wohl die schwierigste Übung für den Anfang." Aber die amüsanteste für mich. Doch deshalb war ich nicht hier.

    Ranya

    Scar griff nach meiner Hüfte, um mich aufzufangen, was mir für einen Moment ganz leicht erröten ließ. Schon seltsam. Und noch viel seltsamer, dass Scar sich überhaupt darum zu sorgen schien, ob ich fiel. Nett von ihm. Und das meinte ich genau so.
    Doch viel mehr Zeit blieb nicht, darüber nachzudenken, also stammelte ich nur ein paar Worte des Dankes und wartete dann ab, was er zu sagen hatte. Als er fragte, was das hier eigentlich werden sollte, hob ich die Augenbrauen und deutete auf unsere liebenswürdige Begleiterin. "Frag sie doch", meinte ich. "Sobald es um ihren 'heiligen Beutel' geht, benimmt sie sich wie ein tollwütiger Hund."



    Narvik

    Ich blickte Lumira und der Gräfin nach, als diese aus dem Raum verschwanden. Cathan schloss die Tür hinter ihnen und begann schließlich zu sprechen. "Geht es Euch gut?", fragte er unvermittelt, woraufhin ich ihn irritiert ansah.
    "Eurer Verlobten und Euch", fügte er hinzu.
    "Ich denke, es geht uns gut genug", erwiderte ich zögerlich. Bloß keinen Fehler machen...



    Gräfin Serafina

    Schmunzelnd schritt ich den Gang entlang, bis wir an dessen Ende eine Holztür erreichten. "Willkommen im Paradies", meinte ich belustigt und drückte die Klinke hinunter. Die Tür schwang auf und gab den Blick in den Raum frei. Ein Zimmer mit Parkett ausgelegt, ein großer pechschwarzer Flügel, der am Rande stand, Bilder, die an der Wand hingen - etliche Bilder. Beinahe nur Bilder. Cathans 'kleines' Kunstzimmer und sein Refugium. "Hier werden wir üben", verkündete ich.

    Ranya

    Ich war gar nicht dazugekommen, mich nach Scar umzusehen, als er dann jedoch mit seinem Socken in der Hand auf Nennt-mich-Fiona zukam, runzelte ich angewidert die Stirn, vor allem bei dem, was folgte. Ich wollte den Kopf schütteln, da verpasste die Frau mir einen weiteren Tritt, diesmal gegen das andere Schienbein. Ich fluchte, aber dieses Mal war ich nicht mehr konzentriert genug, denn sie befreite sich und stieß mich so, dass ich gegen Scar prallte. Es war nicht mehr zu verhindern gewesen.


    Narvik

    Die junge Gräfin nickte Lumira zu und bedeutete ihr, ihr zu folgen. "Ihr müsst Lumira sein - freut mich", meinte sie, während Cathan zur Tür eilte, um sie den beiden zu öffnen. Serafina nickte ihm mit einem amüsierten Funkeln in den Augen zu, bevor sie sich wieder an Lumira wandte. "Cathan stellt uns - liebenswert wie er doch ist - einen Raum und Bedienstete zur Verfügung, damit wir üben können", erklärte sie noch.

    Ranya
    Nennt-mich-Fiona drohte nun Scar, ihm noch eine zu scheuern und holte aus. Dieses Mal stellte ich mich dazwischen, griff nach ihrem Handgelenk und drückte sie ein wenig weg. Sie fauchte und wollte mich nun ebenfalls wegstoßen, doch ich ließ sie nicht los. Sie trat mir gegen das Schienbein, woraufhin ich die Zähne zusammenbiss, weil es unweigerlich weh tat. Das würde einen blauen Fleck geben.
    Ich versuchte, Nennt-mich-Fiona nun gegen die Wand zu drücken, damit sie nicht noch weiter wütete. Sie fauchte und schimpfte, was wir für schreckliche Menschen wären und dass sie es uns schon noch zeigen würden, was wir davon haben würden.



    Narvik

    Wir vernahmen das "Herein" von drinnen und ich konnte es nicht unterdrücken, Lumira noch einen Kuss auf den Handrücken zu drücken, bevor ich die Türklinke hinunterdrückte und Hand in Hand mit Lumira eintrat. Drinnen wurden wir bereits von Cathan und einer jungen Dame in einem weinroten Kleid erwartet. Die Dame in dem weinroten Kleid stand gerade am Fenster und wandte sich zu uns um.
    Cathan begrüßte uns und stellte uns die junge Frau sogleich als Gräfin Serafina vor, die uns breit lächelnd zunickte. "Die freundliche Gräfin wird Euch alles erklären, was Ihr wissen müsst", erklärte Cathan. Die Gräfin nickte.

    Ich setzte eine möglichst undurchdringliche Miene auf und blickte erst zu der Gräfin, dann wieder zu Cathan. "Der Mann, der für Euch zuständig sein wird, Narvik, wird sich ein wenig verspäten", ließ er mich dann wissen. Ich nickte.

    Hallo :')
    Wirklich absolut kein Problem, jeder kann ja schreiben, wann er möchte :')
    Wir haben uns nur Gedanken gemacht, ob wir dich nicht irgendwie ausgrenzen, so, wie wir im Moment schreiben. (Deshalb wollte ich dir eh noch eine PN schreiben, ich bin nur noch nicht dazu gekommen :'D)

    Ich hatte da letztens noch eine Idee: Vielleicht kommt Seriel als Bewacherin von irgendjemandem mit auf den Ball und trifft dort auf Lumira und Narvik? Es könnte ja irgendwo als Auftrag ausgeschrieben sein, dass ein Adeliger eine/n getarnte/n Bewacher/in möchte, die/der ihn halt auf den Ball begleitet. Vielleicht hat er ja Angst vor irgendwas und möchte deshalb praktisch einen Bodyguard.

    Aber das steht dir ganz frei, es war nur so eine Idee. Mir ist nur wichtig, dass du nicht das Gefühl hast, wir würden dich irgendwie bewusst ausschließen, denn das wollen wir natürlich nicht :)

    Ranya

    Mit einem Mal öffnete sich die Tür und Scar stand im Raum. Er lehnte sich in den Türrahmen, seine Mundwinkel waren ganz minimal nach oben gewandert, als er meinte, wir sollen uns von ihm nicht stören lassen. Ich warf ihm einen irritierten Blick zu. "Du darfst mir gerne helfen", meinte ich, da ließ mich Nennt-mich-Fiona auch schon los und funkelte nun den eben dazugestoßenen Scar an. "Anklopfen muss schwer sein, nicht wahr?!", knurrte sie bedrohlich.



    Narvik

    Gemeinsam begaben wir uns nach draußen, wo uns ekelhaftes Wetter erwartete. Also beeilten wir uns, um ins Haus zu kommen. Dort gingen wir Hand in Hand zum Arbeitszimmer Cathans. Ich blickte Lumira noch ein letztes Mal fragend an, dann klopfte ich an der hölzernen Tür. Zunächst war von drinnen nichts zu hören, dann jedoch war ein "Herein!" zu vernehmen.

    Ranya

    Ich schüttelte den Kopf. "Euch bin ich keine Rechenschaft schuldig", gab ich zurück. "Von mir erfahrt Ihr nichts."

    Sie bleckte die Zähne und machte noch einen Schritt auf mich zu. "Redet gefälligst!", brüllte sie mich jetzt an.
    Gereizt verengte ich meine Augen. "Schreit mich bloß nicht an", forderte ich mit drohender, aber leiser Stimme.
    Nennt-mich-Fiona tippte mir gegen die Schulter. "Dann sagt mir, was ich wissen muss!", fauchte sie.



    Narvik

    Schmunzelnd strich ich ihr über den Kopf und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. "Nur ein bisschen. Man sieht es nur ein bisschen", antwortete ich belustigt und funkelte sie liebevoll an. "Aber das ist doch nicht schlimm." Natürlich war mir klar, dass sie, nur, weil ich ihr sagte, sie sollte sich darüber keine Gedanken machen, sich weiter Gedanken machen würde.

    Ich zwinkerte ihr zu. "Natürlich nicht", meinte ich grinsend und legte schließlich meinen Arm um sie, als wir uns dem Scheunentor näherten.

    Ranya

    Ich räumte die Sachen ins Zimmer, was bedeutete, dass ich sie einfach nur neben der Tür abstellte. Dann machte ich mich auf den Weg zu dem Zimmer, hinter dessen Tür ich Nennt-mich-Fiona vermutete.

    Ich klopfte.

    Keine Reaktion.

    Ich drückte die Klinke herunter.

    Keine Reaktion.

    Ich öffnete die Türe. Im nächsten Moment packte mich jemand, nein, nicht jemand, sondern unsere liebreizende Begleiterin, am Arm, riss mich ins Zimmer und zog die Tür zu. "So, kleines Biest", zischte sie und drückte mich drohend gegen die Wand. "Ich will wissen, was Ihr wisst!"

    "Was ich wovon weiß?"
    "Stellt Euch ja nicht dümmer, als Ihr seid!", fauchte sie. "Was habt Ihr gesehen?"
    "Ihr werdet konkreter werden müssen, wenn Ihr Antworten wollt", erwiderte ich betont gelassen, wobei ich hoffte, dass sie meinen aufkommenden Ärger nicht bemerkte.

    "Was habt Ihr in meinem Beutel gesehen? Ich weiß, dass Ihr ihn durchwühlt habt!"



    Narvik
    Lumira verzog das Gesicht. Nur zu gut konnte ich mir denken, was das Problem war. "Nichts da", flüsterte ich. "Hör auf, dir Gedanken darüber zu machen, ob das gerecht ist, dass ich das deinetwegen mache." Ich gab ihr einen sanften Kuss. "Du musst dir da überhaupt nichts denken, ja? Ich mache das, weil du mir etwas bedeutest, nicht, weil du mich dazu zwingst. Du hast dir nichts vorzuwerfen." Nun griff ich nach ihrer Hand und grinste sie an. "Und jetzt lass uns gehen, nicht, dass die glauben, wir wären ungezogen."

    Ranya

    Dankend nahm ich den Schlüssel von Scar entgegen. "Wir sehen uns später", meinte ich und setzte mich dann in Bewegung, um meine Sachen aufs Zimmer zu bringen. Danach würde ich mir noch einmal Nennt-mich-Fiona vorknöpfen. Mal sehen, ob sie durch Argumente dazu bringen konnte, sich zusammenzureißen. Es wäre wünschenswert.



    Narvik

    "Du hast ja recht", lenkte ich ein und lächelte, als sie begann, meinen Haaransatz zu streicheln. Jede einzelne ihrer Berührungen rief eine Welle von Wärme in meinem Körper hervor.
    Als sie fragte, ob ich die Vorstellung, auf dem Ball zu sein, nicht spannend fand schenkte ich ihr ein eher erzwungenes Lächeln. Erst wollte ich lügen, meinen, dass ich es mir schon vorstellen konnte, doch ich erinnerte mich an ihre Worte, damals, als ich ihr gebeichtet hatte, was ich getan hatte. Bitte, lüg' mich nicht an. Das galt wohl auch für die kleinen Dinge. "Ehrlich gesagt, kann ich mir weitaus Besseres vorstellen", gestand ich. "Der Gedanke, wie ein Diener da herumzurennen, gefällt mir nicht besonders..." Ich drückte ihr noch einen Kuss auf die Wange. "Aber für dich tu ich das. Nur für dich."

    Ranya

    Scars Worte hallten in meinem Kopf wider. Allerdings stimmte ich ihnen nur teilweise zu. Ich glaubte nicht, dass sie sich für überlegen hielt. Vielmehr ging ich davon aus, dass sie genau wusste, dass wir ihr gar nichts tun konnten, wenn wir nicht beide die Probleme unseres Lebens bekommen wollten. Und damit hatte sie ja bedauerlicherweise auch recht. Vermutlich schätzte sie die Lage also genau richtig ein. Wir konnten ihr nicht tun, aber wir konnten sie im Auge behalten. Und das würden wir. Oder zumindest ich.



    Narvik

    Sie lachte und ich blickte sie immer noch verschlafen an. Vielleicht war ich tatsächlich nicht nur eingedöst. "Ich will aber nicht zum Unterricht", brummte ich. Das erinnerte mich wieder an meinen Bruder. Früher hatte er mich unterrichtet. In allem, was ich gebraucht hatte. Kämpfen, rechnen, lesen und schreiben. All das und noch ein paar Sachen mehr hatte er mir beigebracht. Aber schon damals hatte ich Zeiten gehabt, in denen ich nicht sonderlich motiviert gewesen war, gelinde gesagt.

    Während Lumira sich Mühe gab, ihr Haar zu bändigen, hatte ich diesen Versuch schon aufgegeben, fuhr mir daher nur ein paar Mal durch die Haare und erhob mich dann widerwillig. Ich wartete auf sie, doch als sie fertig war, zog ich sie noch einmal zu mir, um ihr noch einen Kuss zu geben. Vielleicht hatten wir noch diesen Moment. Und selbst wenn nicht, kümmerte es mich wenig.



    Cathan

    Wir besprachen noch einmal, was sie Lumira zeigen sollte. Ich schrieb ihr in Stichworten die einzelnen Punkte auf ein Stück Papier, dass ich ihr dann überreichte. Sie nickte, bevor sie sich auf den Schreibtisch setzte. "Und merk dir: Das ist eine Ausnahme. Es kommt sicher nicht häufiger vor."
    "Ich weiß deine Hilfe zu schätzen", erwiderte ich.

    Ranya

    Ich beeilte mich, mein Pferd zu versorgen, das sich schon sichtlich auf seine Freizeit freute. Als ich das erledigt hatte, schnappte ich meine Sachen, die ich brauchte, und begab mich nach oben, wo Scar bereits mit drei Schlüsseln in der Hand auf uns wartete. Uns. Wo war Nennt-mich-Fiona? Während wir also nun zu zweit auf sie warteten, sagte ich dem Wirt Bescheid, dass ich das Pferd in den Stall gestellt hatte. Er nickte und notierte irgendetwas, was mich nicht weiter kümmerte.
    Kurz darauf traf auch Nennt-mich-Fiona ein. Sie spazierte mit undurchdringlicher Miene an uns vorbei, nahm sich im Vorbeigehen ohne ein Wort einen der Schlüssel, die Scar in der Hand hielt und verschwand dann in die Richtung, in der auch ich die Zimmer vermutete. Ich seufzte und blickte ihr nachdenklich nach. Wo war sie eben gewesen? Ich hatte sie nicht gesehen und bei Scar hatte sie sich wohl auch nicht aufgehalten... "Diese Frau ist verdächtig", murmelte ich, mehr zu mir selbst. Klar, sie musste etwas haben, an dem Jonathan interessiert war, ich musste nur noch herausfinden, was. Und hoffen, dass sie dabei nicht zur Bedrohung für uns alle wurde. Sie oder ihre Launen.



    Narvik

    "Du musst aufwachen, wir müssen los." Irritiert blickte ich meinen Bruder an. "Was?", fragte ich verständnislos, bis ich mit einem Mal begriff, dass es gar nicht mein Bruder war, mit dem ich gerade sprach. Sein Bild verblasste und als ich die Augen öffnete, waren da nur die Scheune und Lumira, die mich ansah, mit diesem wunderschönen Lächeln auf den Lippen.

    "Bin ja schon wach", brummte ich und rieb mir über den Kopf. Mein Bruder. Wann hatte ich denn das letzte Mal von meinem Bruder geträumt? Das war doch schon ewig her... Manche Dinge vergaß man eben einfach nicht. Ob das nun gut oder schlecht war, stand auf einem anderen Blatt.



    Cathan

    Die junge Gräfin spazierte nun in meinem Zimmer auf und ab, betrachtete mit gerunzelter Stirn und gespielt angewidert die Unterlagen auf meinem Schreibtisch. "Du hast schon einmal weniger gearbeitet", stellte sie fest und hob ein paar Blätter hoch, um sich anzusehen, was darauf geschrieben stand, nur, um sie sogleich wieder hinzulegen. "Und du hast auch schon an deutlich spannenderen Dingen gearbeitet."
    "So ist das Leben", erwiderte ich lachend.

    "Wie langweilig", belustigt funkelte sie mich an, "ich traue mich zu wetten, deines war auch schon einmal unterhaltsamer."
    "Gewiss."

    "Dass dir hier nicht die Decke auf den Kopf fällt", sie schüttelte den Kopf für mich, "sowas wäre gar nichts für mich." Sie blickte mich an und wirkte einen Moment, als wolle sie etwas hinzufügen, ließ es dann aber. Wir beide wussten, was sie sagen wollte. Trotz allem lebte sie in einem goldenen Käfig, auch, wenn es wohl ein großer Käfig war, war er immer noch von Gitter begrenzt.

    Ranya

    Scar stimmte zu, Nennt-mich-Fiona funkelte mich nur drohend an. Ich verdrehte meine Augen und ließ mein Pferd dann etwas schneller gehen. Je schneller wir eine Gaststätte gefunden hatten, desto besser.

    Immer noch schweigend steuerten wir also das Ortszentrum an, auf dem Weg sahen wir uns ständig um, in der Hoffnung, unsere Bleibe für die Nacht zu finden. Nach einiger Zeit wurden wir dann auch endlich fündig. Wie immer schwang ich mich aus dem Sattel und führte das Pferd in den Stall.



    Narvik

    Während ich die Augen geschlossen hielt, spürte ich innerlich langsam Ruhe aufkommen. Vermutlich wurde ich langsam müde. Anders war es nicht zu erklären, dass ich mich langsam damit abfand, dass sich am Ballabend wohl vorrangig Cathan mit Lumira unterhalten würde. Und tatsächlich döste ich schon bald ein, obwohl ich gar nicht wollte...



    Cathan

    Die junge Frau strich sich ihr weinrotes Kleid glatt und lachte. Ihr dunkles Haar fiel locker über ihre Schultern, ihre wachen, braunen Augen blickten mich mit einem amüsierten Funkeln an. "Und ich soll der Dame also erklären, wie man sich benimmt?"
    "Das wäre der Plan", erwiderte ich schmunzelnd.
    Sie hob die Augenbrauen und lächelte. "Für dich mache ich eine Ausnahme", flüsterte sie schmunzelnd und tippte mir gegen die Brust. "Aber ich werde sicher nicht dauerhaft zur Benimm-Lehrerin."

    Ranya

    Langsam, nur sehr langsam, war die Zeit vergangen. Quälend langsam. Und während der gesamten Zeit war kein Wort mehr gefallen als nötig. Kein Wunder. Nennt-mich-Fiona schmollte und Scar sah auch nicht so aus, als wolle er ein Fest feiern. Wobei ich mich fragte, ob er jemals in Feierlaune war. Vermutlich nicht. Er wirkte zumindest nicht so. Aber er schien sehr gerne zu trinken. Auch etwas, dass er vermutlich mit Nennt-mich-Fiona gemeinsam hatte. Etwas, das mich grundlegend von den beiden unterschied.

    Nach einigen Stunden und einer ausgiebigen Mittagspause, in der sich mein Pferd ein wenig ausruhen konnte, was es dankbar getan hatte, erreichten wir in der Dämmerung ein kleines Dorf. Noch während wir darauf zuhielten, zog ich die Karte hervor, die ich stets bei mir trug, und suchte den Ort, an dem wir uns gerade befanden. Nachdenklich schürzte ich die Lippen. Eine Weile würden wir noch reisen müssen, bis wir Jons Haus erreichten. Aber es half ja auch kein Jammern und Klagen, also packte ich die Karte wieder weg und schlug den beiden anderen vor, dass wir es gut sein ließen und für die Nacht eine Gaststätte in dem Dorf suchten.




    Narvik

    "Aber ein bisschen Zeit sollten wir noch haben", murmelte ich mit geschlossenen Augen und vergrub meinen Kopf in ihrem seidigen Haar. "Ich will jetzt sowieso nicht hier weg", brummte ich. Vermutlich würden mich keine zehn Pferde im Moment dazu bringen, aufzustehen oder mich gar vom Fleck zu bewegen.
    Auf Lumiras Worte ging ich bewusst nicht ein, denn dann hätte ich wohl gesagt, dass ich überhaupt nicht gespannt, sondern eher genervt war, wenn ich daran dachte, Cathans Diener spielen zu müssen, während er sich auf dem Ball mit Lumira unterhalten würde. Dabei wusste ich nicht, was mich eher störte, den Diener zu spielen oder zuzusehen wie sich der junge Adelige mit Lumira beschäftigen würde.

    Irgendwie war ich schon egoistisch, wenn ich darüber nachdachte, wie eifersüchtig ich war und dabei völlig vergaß, dass ich sie damit glücklich machen konnte, wenn ich mich einfach einmal zusammenriss. Und wann immer mir das klar wurde, suchte ich nach Rechtfertigungen.

    Aber im Endeffekt war es ohnehin egal. Ich würde das sowieso für sie tun, nur für sie. Und jetzt gab es kein Zurück mehr. Wir hatten zugestimmt, jetzt mussten wir das auch durchziehen. Das galt im Speziellen für mich.