Beiträge von pintostute

    Ranya

    Überrascht blickte ich Scar an. "Ach. Seit wann ist dir eine angenehme und entspannte Gesprächskultur denn wichtig?" Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. "Also." Ich lehnte mich wieder zurück. "Welche Ideen hast du, wie wir dieser... dieser äußerst unkooperativen Dame den Beutel abknöpfen könnten?", fragte ich nun also.



    Cathan
    Faris grinste, als Lumira sich vorstellte. "Freut mich", erwiderte er und blickte dann vielsagend zu mir. Er beugte sich zu mir und raunte mir zu: "Da hast du einen guten Fang gemacht." Ich nickte bloß mit einem höflichen Lächeln. "Auf jeden Fall hoffe ich, dass Ihr Euch amüsiert", meinte Faris nun wieder an uns beide gewandt. "Vater ist schon seit Tagen eingespannt und plant alles bis ins kleinste Detail." Er lachte.

    Ranya

    Ich hob die Augenbrauen. "Ich schaue gar nicht verstört", protestierte ich, ließ es aber, als er weitersprach. "Ja, das ist schwer zu glauben", bestätigte ich ihn, auch, wenn seine Frage wohl eher rhetorischer Natur gewesen war, und setzte mich wieder ein wenig aufrechter hin. Scar hatte vorgeschlagen, das Vorgehen zu planen, woraufhin ich das Teegefäß wieder absetzte. "Bitte, dann schieß' los, welche Ideen du so hast. Ich hab nämlich außer der, da reinzugehen, das Ding zu entwenden und dann wieder abzuhauen, keine großartigen Pläne."


    Narvik
    Als die beiden sich entfernt hatten, wandte ich mich wieder Lumira und Cathan zu, um den beiden ihre Plätze zu zeigen. Cathan neigte dankend den Kopf und entließ mich dann mit einer Handbewegung. Ich nickte und sah zu, dass ich mich zu den anderen Dienern zurückbegab. Dabei ließ ich unauffällig meinen Blick schweifen. Ich war nicht hier, um die Leute zu beobachten - offiziell -, aber ich konnte nicht leugnen, dass ich mich schon fragte, was für Gestalten hier herumhampelten. Dabei blieb mein Blick für einen Moment an einer Frau hängen. Das Gesicht kam mir bekannt vor. Ich schüttelte den Kopf über mich selbst. So ein Blödsinn. Woher auch? Die einzige Frau, die ich hier kannte, war Lumira.

    Cathan

    Nachdem er uns die Plätze gezeigt hatte, verschwand Narvik auch wieder - zu meiner Zufriedenheit. Ich wollte Lumira gerade vorschlagen, dass wir uns setzten wie einige der anderen es schon getan hatten, da kam ein anderer junger Mann auf uns zu. Er grinste mich an und begrüßte mich dann freudig. Erst dann schien er Lumira zu bemerken. "Wie unhöflich von mir", lachte er und stellte sich ihr sogleich als Faris und Sohn des Gastgebers vor. Abwartend blickte er nun Lumira an.

    Ranya

    Scar starrte mich weiter an. Irgendwann ließ er beinahe versöhnliche Worte hören. Überrascht hob ich die Augenbrauen. "Wenn du meinst...", erwiderte ich und lehnte mich zurück. Doch, irgendwie hatte mich sein Ausbruch verunsichert. Wir hatten uns zuvor beinahe wie zivilisierte Menschen unterhalten, aber es gab irgendetwas, das dafür sorgte, dass er so reagierte... Und irgendwie interessierte es mich durchaus, was ihn so reagieren ließ. Aber mir war auch klar, dass ich es nie erfahren würde.



    Narvik

    Schweigend hörte ich zu, so, wie man es mir aufgetragen hatte. Dabei musste ich aufpassen, dass ich nicht gähnen musste. Während Lumira der Gräfin sagte, dass ihre Halskette schön war, betrachtete diese meine Verlobte von oben bis unten und meinte dann, dass sie wunderschön aussah. Das war wohl auch der einzige Punkt, in dem ich mit so einer Frau übereinstimmen konnte.
    Cathan und ihr Ehemann unterhielten sich ebenfalls kurz, dann wies der Mann der Gräfin - also war er vermutlich ein Graf? Damit kannte ich mich nicht aus - sie an, ihm zu folgen. Sie lächelte Lumira entschuldigend zu, meinte, man würde sich sicher noch sehen und verschwand dann mit ihrem Mann in der Menge.

    Ranya

    Ich biss weiter auf der Unterlippe herum, aber ich wich seinem Blick nicht aus. Offenbar hatte ich einen wunden Punkt getroffen, aber Genugtuung empfand ich nicht. Scheinbar war das 'ach, egal, vergiss es' zu spät gekommen. Unruhig drehte ich das Teegefäß zwischen meinen Fingern. "So war das nicht gemeint", setzte ich an, seufzte dann aber. Egal, was ich jetzt sagte, drohte ich, nur neue Vorlagen für weitere Ausbrüche zu liefern.



    Narvik

    Ich setzte mich in Bewegung und bemühte mich um eine diplomatische Miene. Also führte ich die beiden an einigen Ballgästen vorbei zu den für sie vorgesehenen Plätzen an der Tafel. Gerade, als ich auf die beiden Plätze deutete, kam eine junge Frau auf die beiden zugeeilt. Sie trug ein blassgrünes Kleid und jede Menge Schmuck. Aber damit stach sie kaum aus der Menge hervor. Sie begrüßte die beiden überschwänglich, woraufhin ich einfach nur schweigend stehenblieb. Durch Cathans Erwiderung stellte sich heraus, dass es sich wohl um die junge Gräfin handeln musste, die Lumira unterrichtet hatte. Ihr etwas fester gebauter Mann näherte sich bald und begrüßte die beiden ebenfalls. Die ganze Zeit über stand ich schweigend daneben und wartete darauf, dass Lumira und Cathan ihre Plätze einnehmen wollten.

    Danke für eure Kommentare zu der Stute <3<3 Sie steht jetzt (ziemlich verstaubt) in meinem Regal und trägt den Namen "Meredy".


    Hier ist eigentlich schon lange nichts mehr passiert... Mal war es der Stress, dann die Gesundheit und die Modellpferde bleiben auf der Strecke :wacko: Im Moment bin ich auch "nicht ganz fit", was den einzigen Vorteil hat, dass ich ein bisschen mehr Zeit für die Modellpferde habe. Eigentlich sollte ich mal ein umfassendes Update machen - es hat sich nämlich doch etwas getan - mal sehen, wann ich dazu komme.

    Aktuell habe ich ja gerade sehr viel Freude daran, Halfter in Schleich-Größe zu basteln.



    Leider ist mir nach diesen zwei Halftern das Band ausgegangen (ich habe nur wenig zum Experimentieren zu Weihnachten bekommen), aber neues ist ja glücklicherweise schon auf dem Weg.

    Auch das Diorama passt nicht so ganz zur Jahreszeit, aber ich glaube, bis ich eines fertiggestellt habe, das der Jahreszeit angemessen ist, ist es schon wieder Sommer :'D


    Ich wünsche euch noch einen schönen Tag <3

    Ranya

    Ich hob eine Augenbraue. "Aha", erwiderte ich bloß und trank den letzten Rest meines Tees. "Ich glaube, du weißt genau, was Toleranz ist", stellte ich irgendwann fest. Nachdenklich betrachtete ich ihn. "Das mag nur eine Mutmaßung sein, aber ist es möglich, dass du nur vorgibst, sowas nicht zu kennen, weil du dir nicht eingestehen möchtest, dass du vielleicht nicht so ein 'böser Junge' bist, wie du gerne sein möchtest?" Eigentlich wurde mir erst in dem Moment, in dem ich das ausgesprochen hatte, bewusst, dass ich damit einen Ausbruch von ihm heraufbeschwor. Sofort biss ich mir auf die Unterlippe. "Ach, egal, vergiss es einfach."



    Cathan

    Der Diener führte uns die Auffahrt hinauf, an dem rosenbuschgesäumten Weg zum Eingang in den Ballsaal. Ein riesiger, hoher Saal, über und über mit Blumen geschmückt. Eine lange Tafel war schön dekoriert und gedeckt, manche Dienerinnen und Diener eilten noch durch den Saal, andere, so auch die meinen, warteten an einer der Wand nebeneinanderstehend und schwiegen, wie ich zufrieden feststellte.



    Narvik
    Schweigend wartete ich im Saal des Anwesens. Wir waren schon länger hier, hatten alles vorbereitet und nun war es an der Zeit, die Gäste zu erwarten. Meine Aufgabe würde es sein, mich um Lumiras und Cathans Wohlbefinden zu kümmern. Wobei mir ersteres zweifelsfrei wichtiger war. Natürlich war es das.
    Mein Blick ruhte auf dem Eingang, durch den etliche Paare, aber auch manche Männer alleine in den Saal traten und ihnen nun ihre Plätze zugewiesen wurden. Irgendwann entdeckte ich Lumira und Cathan. Sie hatte sich bei ihm untergehakt, was mir gar nicht so gefiel. Augenblicklich verdüsterte sich meine Miene. Dennoch löste ich mich sogleich aus der Gruppe - so, wie es mir aufgetragen wurde - und näherte mich mit einem aufgesetztem Lächeln den beiden. Sowas konnte ich gar nicht. Ich hasste es, etwas vorspielen zu müssen, weil man das von mir erwartete. So wie jetzt. Trotzdem funktionierte ich weiter. Also trat ich auf die beiden zu. "Folgt mir", forderte ich sie höflich auf.

    Ranya
    Ich schnaubte amüsiert, als er erklärte, dass Nennt-mich-Fiona mir auf der Nase herumtanzen würde. "Ach, meinst du?" Nachdenklich neigte ich den Kopf. "Möglicherweise. Aber das bedeutet nicht, dass ich mich nicht wehren kann, wenn es mir zu bunt wird. Ich lasse ihr im Moment noch ihre Eigenheiten - ich hörte, dass man das Toleranz nennt", erklärte ich und war in dem Moment froh, überhaupt irgendetwas gesagt zu haben. Denn eines musste ich zugeben: Scars Kommentar hatte gesessen. Ich war also in einer durchaus misslichen Situation. Dennoch beugte ich mich ein wenig zu ihm und erklärte dann etwas leiser: "Du kannst ja ausprobieren, was passiert, wenn du weiter über die Stränge schlägst als sie, dann kannst du damit rechnen, dass dich mein 'Druckmittel' sehr wohl überzeugen wird." Dass ich es nicht mochte, Menschen ernsthaft zu drohen und sowas im Spaß bevorzugte, sagte ich lieber nicht. Ich hoffte nur, dass er es nicht darauf anlegte. Sollte es zu einer waschechten Auseinandersetzung kommen, hätte ich gegen Scar sicher ordentlich zu kämpfen. Er war größer, er war stärker und vermutlich war er auch rücksichtsloser. Besser, wir beließen es beim Scherzen. Auch, wenn selbst das ein komisches Gefühl war. Ich traute mich wetten, dass Scar nicht zum Scherzen aufgelegt war. Trotzdem hatte er es sich - zumindest bis an diesen Punkt - gefallen lassen.



    Cathan

    Lumira nickte leicht. Ich bot ihr den Arm zum einhaken an, ohne lange nachzudenken. Vielleicht auch, weil ich das von den letzten Bällen gewohnt war. Es sollte nicht so wirken, wie es war, so, als ob wir uns noch gar nicht so lange kannten. Man musste es uns nicht unbedingt ansehen. Mittlerweile sagte man mir sowieso nach, dass ich viel zu schnell eine Dame mitbringen würde, die mir gefiel. Hier, in der Stadt, in der wir lebten, war das im Grunde kein Problem. Dennoch schmunzelte manche darüber und erzählten, ich würde mich nur nicht entscheiden können. Sie hatten alle keine Ahnung. Aber dennoch ging ich nicht so weit, zu sagen, was sie sagten, wäre mir egal. Denn so war es auch wieder nicht. Man lebte doch davon, dass andere gut über einen sprachen und deshalb auf Geschäfte eingingen, nicht wahr?


    //Narvik bring ich mit dem nächsten Post auch wieder ins Spiel, ich brauch nur noch Ideen :'D

    Cathan
    Lumira stieg elegant von der Kutsche hinab, was mich lächeln ließ, was ich aber auch nicht weiter kommentierte. Sie bewegte sich in meinen Augen durchaus anmutig. Scheinbar hatte die Gräfin ihre Aufgabe gut erfüllt, denn Lumira schien gelernt zu haben - was nicht bedeutete, dass sie sich vorher nicht anmutig bewegt hatte. Doch dass sie gelernt hatte, zeigte auch, wie sie sich äußerte. Zunächst ließ sie sich von ihrer Bewunderung dazu hinreißen, sich etwas unbedarft auszudrücken. Sogleich korrigierte sie sich wieder, woraufhin ich schmunzelte. Aber auch dieses Mal kam kein Kommentar über meine Lippen.

    Ein Diener kam auf uns zugeeilt - ein Diener des Gastgebers wohlgemerkt - und meinte, er würde uns in den Saal führen. Ich blickte zu Lumira. Jetzt würde es losgehen.



    Ranya

    Sein Gesichtsausdruck war Gold wert. Unweigerlich musste ich schmunzeln. Nicht ganz richtig. Ich musste grinsen. Wie niedlich er aussah, wenn er mich so ungläubig anglotzte. Wie ein unbeholfener Hundewelpe.

    Was er von sich gab, ließ mich den Kopf schütteln, dennoch nicht minder belustigt. "Du hast das winzige Wörtchen 'vielleicht' überhört. Ich denke nicht, dich gut genug einschätzen zu können, um zuverlässige Prognosen stellen zu können." Ich griff nach meinem Tee und nippte daran, bevor ich hinzufügte: "Und dass du nicht um Erlaubnis fragst, habe ich tatsächlich nicht erwartet. Ich wollte dich lediglich darüber in Kenntnis setzen, dass du im Falle, dass du dich danebenbenimmst, es ungefähr so leicht haben wirst wie Nennt-mich-Fiona." Ich trank noch einen Schluck meines Tees. "Nicht, dass du meinst, ich hätte dich nicht gewarnt", fügte ich beiläufig hinzu.

    Cathan

    Lumira schien etwas ruhiger zu werden oder sie wusste einfach nur nicht mehr, was sie sagen sollte. Also strich sie über den Rock ihres Kleides, bis sie schließlich doch etwas von sich gab. Sie freute sich auf den Abend? Wie gewohnt lächelte ich. "Das freut mich zu hören. Genau so war es nämlich auch gedacht", erwiderte ich.

    Eine Weile fuhren wir noch mit der Kutsche, wurden ein wenig durchgeschüttelt, dann erreichten wir doch schließlich die Villa im Zentrum. Ein großer Bau mit noch größerem Garten und einem Weg zum Villeneingang, den wir mit der Kutsche hinauffuhren. Die weiße Villa ragte hoch in den Nachthimmel, sie war geschmückt mit Ornamenten aus Stuck und Silber. Sie war etwas... extravaganter gestaltet als meine Villa. Der Eingang der Villa war durch einen Dreiecksgiebel überdacht, welcher von mehreren Säulen gestützt wurde. Im Obergeschoß der Villa befand sich ein Balkon, dessen Balustrade mit Karyatiden - weibliche Figuren, die das Geländer hielten - gestaltet war.

    Die Kutsche fuhr die Auffahrt hinauf und hielt schließlich neben vier anderen vor dem Eingang. Sanft und nur durch ruhige Worte parierte der Kutscher die Pferde durch. In diesem Moment war ich besonders zufrieden mit seiner Arbeit. Er hatte die Pferde gut erzogen, sodass sie nun äußerst gehorsam waren.
    Ich lächelte Lumira zu und wartete, bis die Kutschentür von außen geöffnet wurde. Ich stieg von der Kutsche hinab und bot Lumira dann erneut meine Hand an, um ihr von der Kutsche zu helfen.



    Ranya

    Scar schien sichtlich amüsiert darüber, dass ich ihn als angenehmer als Nennt-mich-Fiona bezeichnet hatte. Ich hingegen blickte ihn mit einem Unschuldsblick an. "So schlimm bist du wirklich nicht - auch, wenn du das vielleicht sein möchtest", entgegnete ich, musste dann aber doch schmunzeln. "Aber glaub deshalb bloß nicht, dass du dir alles erlauben kannst!"

    Cathan

    Ich lächelte etwas breiter. "Nun, ich habe ein paar Geschäfte zu verwalten. Und Angestellte", erwiderte ich auf ihre Frage. "Handel, Geschäftsbeziehungen... Die Kunstwerke, die Ihr bereits aus dem Übungsraum kennt, bezahlen sich nicht von selbst." Bei diesen Worten zwinkerte ich ihr zu. "Und auch Euer Kleid nicht. Qualität kostet."



    Ranya

    Manchmal fragte ich mich, ob Scar immer so viel trank, wenn er einen Auftrag hatte. Hatte er keine Sorgen, die Kontrolle womöglich zu verlieren? Nun, es sollte sein Problem sein, aber ich an seiner Stelle hätte mir das anders überlegt...

    Ich selbst wählte Tee und Brot und beobachtete Scar, wie er sich zurücklehnte und seinerseits den Gastraum musterte. Seine Bemerkung zu diesem Auftrag entlockte mir ein Schmunzeln. "Ach ja?", fragte ich belustigt und nippte an meinem Teebecher, den die Bedienung neben seinem Bierkrug gebracht hatte. "Ich kann das nur erwidern. Und dabei bin ich mir sicher, dass du der angenehmere Zeitgenosse bist." Ich warf ihm einen amüsierten Seitenblick zu und trank dann noch einen Schluck, während ich den Blick ebenfalls durch den Gastraum schweifen ließ.

    Ranya

    Ich folgte Scar in den Gastraum, wo er relativ schnell einen freien Platz fand und diesen zielstrebig ansteuerte. Schweigend folgte ich ihm und setzte mich dann ihm gegenüber. Rasch kam eine Bedienung, fragte nach unseren Wünschen - was die Getränke anging - und verschwand dann wieder, um die Speisekarten zu holen. Alles also wie üblich.



    Cathan

    Ein Schmunzeln nicht verhindern könnend, blickte ich zu Lumira, als sie einen kleinen Redeschwall losließ. "Wisst Ihr, ich bin so gerne außerhalb des Hauses, so oft es möglich ist", antwortete ich ihr schließlich. "Nur leider habe ich viel zu tun. So Gelegenheiten wie die heutige ergreife ich also sehr gerne." Ich blickte sie an. "Sie ergeben sich manchmal häufiger, manchmal lange nicht. Solche Chancen lassen sich in vielerlei Hinsicht nutzen und aus diesem Grund lasse ich sie mir auch selten entgehen." So ein Ball oder ein Essen, eine Feier, was auch immer es sein mochte, war die beste Gelegenheit, neue, teils einflussreiche Leute kennenzulernen. Und das in einer ungezwungenen Atmosphäre. Sofern man einen Ball als ungezwungen betrachten durfte, wo doch so viele Regeln zu beachten waren. Wer allerdings hingegen schon damit aufgewachsen war, sich jeden Schritt, jedes Wort, jede Bewegung gut zu überlegen, der konnte sich unter Umständen sogar amüsieren. Nun, meine Eltern hatten dafür gesorgt, dass ich das früh genug gelernt hatte. Sie waren sehr streng gewesen. Eine Strenge, die ich nicht mit ihnen zu teilen vermochte. Ich bevorzugte Großzügigkeit anstatt Strenge und Disziplin. Mit Freundlichkeit kam man oftmals weiter im Leben, zumindest war das meine Erfahrung. Immerhin pflegte ich es, meine Ziele zu erreichen, wozu es aber oft sinnvoll war, Umwege zu gehen. Das strikte Durchpeitschen irgendwelcher Ideen war unsinnig.

    Ranya

    Meine Mundwinkel zuckten verräterisch, als er meinte, dass es schon klappen würde. Das klang beinahe, als ob er mich aufmuntern wollte. "Wir werden es sehen", erwiderte ich nur. Mehr konnten wir im Moment nicht tun, als abzuwarten, bis es dunkel genug war und Nennt-mich-Fiona sich schlafen gelegt hatte. Bis dahin konnten wir nicht viel tun. "Was hältst du davon, etwas essen zu gehen?", schlug ich also vor, um die Zeit totzuschlagen.



    Cathan

    Lumira lächelte mich an, als ich ihr die Hand reichte, damit sie in die Kutsche steigen konnte. Ihr Lächeln war Grund genug gewesen, ihr in die Kutsche zu helfen, aber natürlich wollte ich auch nicht, dass sie mit ihrem Kleid womöglich fiel und auf der Erde landete. Das wäre auf keinem Fall in unser aller Sinn gewesen. Weder sie hätte das gewollt, noch ich. Ich schon gar nicht. Immerhin sollte sie sich auf keinen Fall verletzen, sowie auch ihr Kleid unbeschädigt bleiben sollte. Und ganz abgesehen davon gehörte sich das so, zu helfen, wenn es nötig war.

    Als auch ich in der Kutsche - neben Lumira - Platz genommen hatte, stieg der Kutscher wieder auf den Kutschbock und ließ die Pferde gemächlich losgehen. Mein Blick wanderte zu der jungen Frau.

    Ranya

    Ich seufzte. Eine einfache Lösung würden wir wohl wirklich nicht finden. "Versuchen wir es in der Nacht, in ihr wegzunehmen", schlug ich vor. "Da sind unsere Chancen noch am größten." Es würde schwierig genug werden, den Beutel unbemerkt zu entwenden, aber in der Dunkelheit, wenn sie nicht damit rechnete, konnten wir sie leichter überwältigen. Hoffentlich. Es sei denn, sie war bis an die Zähne bewaffnet... was wir nicht wissen konnten. Das war eine Ungewissheit, die alles entscheiden konnte. Nachdenklich blickte ich Scar an, blickte dabei eigentlich mehr oder weniger durch ihn hindurch.



    Cathan

    Ihre Worte nahm ich schmunzelnd zu Kenntnis. "Ihr müsst mir nicht danken", wehrte ich schließlich doch ab, als wir den Hauptgang betraten. "Amüsiert Euch einfach und genießt den Abend." Der Gang führte uns zum Hauseingang, dessen Flügeltüren uns bereits von zwei Bediensteten aufgehalten wurden. Ich nickte den beiden zu und führte Lumira dann nach draußen zu der Kutsche, die schon auf uns wartete. Die beiden Pferden standen ruhig und geduldig nebeneinander und gaben nur ab und zu ein Geräusch von sich. Der junge Kutscher, ein fähiger Mann im Umgang mit den Pferden, stieg vom Kutschbock um Lumira auf die Kutsche hinaufzuhelfen, doch ich bedeutete ihm mit einer Kopfbewegung, dass ich das schon machen würde.

    Ich schenkte Lumira ein Lächeln. Nur zu gut konnte ich mir vorstellen, wie schwierig es werden würde, mit dem Kleid auf die Kutsche hinaufzukommen, doch ich bot ihr meine Hand an, um ihr zu helfen. Dabei ließ ich meinen Blick noch einmal über sie schweifen. Sie sah wirklich einfach nur umwerfend aus. Zwar wusste ich nicht viel über ihre Herkunft, aber ich wusste, dass sie sicherlich noch nie solch ein Kleid getragen hatte, und sie war es auch nicht gewohnt, in solchen Kreisen zu verkehren. Und dennoch. Wenn man den Worten der Gräfin Glauben schenken durfte - und das tat ich - dann hatte sie gut gelernt, wie sie sich zu benehmen, was sie zu sagen, wie sie sich allgemein zu verhalten hatte. Und dass sie sich durchaus mit Eleganz und Anmut in ihrem neuen Kleid bewegte, hatte sie schon unter Beweis gestellt.


    //Ich hab auch mal wieder was hinbekommen :'D

    Ranya

    Auch Scar schien nicht mehr besonders frisch. Vermutlich hätte uns allen einfach ein wenig Ruhe gut getan, aber erst mussten wir entscheiden, was wir mit diesem verfluchten Beutel machten. Und langsam war ich mir sicher, er war verflucht, so viel Ärger, wie er uns bereitete. "Ich glaube nicht, dass sie so unvorsichtig ist", wandte ich ein, "wenn ich sie wäre, würde ich mich in der Nacht auf den Beutel legen, damit bloß niemand ihn entdeckt, wenn da so etwas Wichtiges darin ist." Ich massierte meine Nasenwurzel. "Mir gehen die Ideen aus."


    //Den Rest editier' ich wieder rein - KreaTief ._.

    Ranya
    Ich musste ein Gähnen unterdrücken. Nachdem ich gerade keinem gegenwärtigen Angriff ausgesetzt war, kehrte langsam die Müdigkeit des Tages zurück. Aber ich wollte mir Scar gegenüber nichts anmerken lassen.

    "Was auch immer es ist, die Frage ist, ob es von Bedeutung für uns ist", gab ich zu bedenken. "Vielleicht verschwenden wir unsere Zeit." Was er jedoch zum Abwarten sagte, klang ebenfalls einleuchtend. Nachdenklich nickte ich. "Du könntest recht haben... aber wie sollen wir rankommen? Immerhin wird sie jetzt doppelt so wachsam sein, wo wir ihr schon mehrmals zu verstehen gegeben haben, dass dieser Beutel von Bedeutung ist." Jon vertraute dieser Frau. Was sprach dagegen, es auch zu tun? Nun ja, sie machte es uns nicht leicht, meinem Vorgesetzten in Sachen Vertrauen nachzueifern. Aber vielleicht lag dort irgendwo die Antwort auf unsere Fragen? Langsam schwante mir Böses. Mit wem hatten wir es hier zu tun?



    Cathan

    Während meine Diener sich schon auf den Weg zum Ball machten - sie mussten immerhin schon früher dort sein, damit sie uns dort dann erwarten konnten-, wartete ich weiter auf Lumira. Schließlich entschied ich, dass sie wohl schon fertig sein müsste. Also machte ich mich ruhig auf den Weg zum Ankleidezimmer, wo ich klopfte und auf eine Antwort wartete. Immerhin wäre alles andere wohl ziemlich unhöflich gewesen.

    Nach kurzer Stille öffnete sich die Türe von innen. Eine junge Frau hatte sie einen Spalt breit geöffnet und als sie mich erblickte, neigte sie respektvoll den Kopf. "Sie ist gerade fertig geworden", erklärte sie und ließ die Türe aufschwingen, sodass ich einen Blick in den Raum werfen konnte. Dort stand Lumira - und um ehrlich zu sein, war sie kaum mehr wiederzuerkennen. Nicht, dass sie zuvor hässlich gewesen wäre, doch so, wie sie nun in der Raummitte stand, sah sie wirklich umwerfend aus. Sie trug das Kleid, dass der Schneider extra für sie angefertigt hatte, aus eisblauem, weißen und grauem Stoff. Es war mit kunstvollen Stickereien verziert und vor allem passte es gut zu Lumira. Es schmiegte sich an ihren Körper und harmonierte zudem gut mit ihrem dunklen Haar und den blauen Augen. Der Schneider hatte ganze Arbeit geleistet - das hatte sich auch in der Bezahlung gezeigt, aber was tat man nicht alles für ein bisschen Luxus? - und auch die jungen Damen, die Lumira hergerichtet hatten, waren nicht minder fleißig gewesen.

    "Wie ich sehe, seid Ihr so weit", stellte ich schmunzelnd fest und machte einen Schritt auf sie zu. "Ihr seht wahrlich umwerfend aus, das muss auf jeden Fall festgestellt werden." Ich nickte ihr zu. "Dann lasst uns gehen, immerhin soll auch die Welt Eure Schönheit bewundern dürfen", fügte ich mit einem amüsierten Funkeln hinzu.

    Ranya
    "Da war ich mir nicht so sicher", entgegnete ich, während ich Scar um die nächste Ecke folgte, wo er sich gegen die Wand lehnte. Seine Worte gaben mir zu denken. Auf einmal kam mir ein Gedanke. "Und was, wenn es gar nicht darum geht?" Nachdenklich knetete ich die Finger meiner linken Hand. "Sie war die ganze Zeit über schon seltsam. Bei jedem, bei dem sie sich vorgestellt hat, ein anderer Name... Warum denn, wenn sie nichts zu verbergen hat? Vielleicht steht der Beutel damit in Zusammenhang." Oder Scar hatte recht. Was sollte so ein Beutel denn schon mit ihren Namen zu tun haben? Die Geschichte mit einer versteckten Waffe schien einleuchtender. Und trotzdem wollte ich den Gedanken, es könnte doch etwas mit ihrem Namen zu tun haben, nicht so ganz verwerfen...

    "Was den Plan angeht...", nachdenklich hob ich den Blick, "ich habe keinen. Nur so weit, dass ich in einem unaufmerksamen Moment an diesen Beutel kommen muss. Das Problem wird nur sein, dass sie so schnell nicht wieder unaufmerksam sein wird." Eine Idee hatte ich dann doch noch, auch, wenn sie nicht nach Plan klang. "Und was, wenn wir einfach abwarten, bis wir sie an Jon übergeben haben? Dann ist sie ja zumindest nicht mehr dein Problem." Aber das barg ein Risiko.


    //Der Rest kommt später oder morgen

    Ranya

    Ich warf Nennt-mich-Fiona noch einen letzten Blick aus zusammengekniffenen Augen zu, dann verließ ich den Raum. Und Scar zog ich hinter mir her. Sicher war sicher. Diese Frau hätte ihn sicher mit ein paar unüberlegten Worten dazu bekommen, endgültig aus der Haut zu fahren, so, wie ich die beiden einschätzte.
    Erst, als wir die Tür hinter uns geschlossen hatten, wagte ich es, Scar wieder loszulassen. "Ich werde nie wieder auch nur freiwillig einen Schritt vor ihr Zimmer setzen, das kann ich dir versprechen", schwor ich. Nie wieder. Irgendetwas musste es geben, dass alles, was mit diesem Beutel zu tun hatte, sie so reagieren ließ. Oder sie hatte einfach nicht mehr alle Tassen im Schrank. Beides schien plausibel.



    Cathan

    Ich war bereits fertig und stand abwartend am Fenster. Vor dem Haus konnte ich Lumira und ihren Verlobten beobachten. Erst gab sie ihm einen flüchtigen Kuss, wurde von ihm aber dann zurückgezogen, um erneut in einen Kuss verwickelt zu werden. Die beiden schienen verliebt zu sein... Nachdenklich trommelte ich mit den Fingern gegen die Wand. Sehr verliebt. Nun, wie lange das halten würde, war eine andere Frage. Aber das sollte mich bekanntlich nichts angehen. Was nicht bedeutete, dass es mich nicht interessierte.

    Eine Weile würde ich noch warten müssen, bis Lumira so weit fertig war. Es wäre undenkbar, die Vorbereitungen zu stören. Es wäre äußerst unhöflich. Also begab ich mich schließlich wieder zu meinem Schreibtisch und griff nach einem der herumliegenden Bücher.



    Narvik

    Einige Momente blickte ich Lumira noch hinterher, bis sie schließlich verschwunden war. Ich seufzte. Nun ging es darum, dass wir uns für den Ball fertig machten - sie wurde für den Ball fertig gemacht, während ich das selbst übernehmen musste. Nicht, dass ich sie darum beneidete! Keineswegs. Es war sicher nicht besonders spaßig, von mehreren Leuten umringt zu sei, die alle das Ziel oder die Aufgabe hatten, einen herzurichten. Wenn ich mir das nur vorstellte, tat Lumira mir wirklich sehr leid. Aber ich wusste gut genug, dass sie sich auf diesen Ball freute. Na ja, zumindest eine.

    Ich freute mich nicht, aber das war nichts Neues. Immerhin durften wir den ganzen Abend über nicht miteinander sprechen. Gut, man hatte mir erklärt, es gebe eine Ausnahme: Ich durfte Lumira allerhöchstens fragen, ob ich irgendetwas für sie tun durfte, oder von ihr Befehle entgegennehmen, aber das war es auch schon. Kein Platz für ein wirkliches Gespräch. Ich hatte zu schweigen und Befehle auszuführen, wie es vor allem Cathan verlangte - oder eben Lumira.
    Meiner Vorbereitung nach zu urteilen, würde ich wohl im Ballsaal arbeiten dürfen, zumindest musste ich also nicht die ganze Nacht bei den Pferden warten, bis Cathan abzureisen gedachte, was ihm ja dadurch möglich war, dass der Ball in derselben Stadt stattfand, an deren Rand wir wohnten.

    Ich machte mich auf den Weg in den Raum, in dem sich auch die wenigen anderen Diener - es waren fünf weitere -, die Cathan mitnehmen wollen würde, befanden. Der 'Oberaufseher' oder wie auch immer man ihn betiteln wollte, schimpfte, ich wäre zu spät dran und was ich mir denn eigentlich dabei dachte und ich sollte mich gefälligst beeilen, sonst bliebe ich hier, und überhaupt wäre es eine Schande, dass ich das so gelassen sah. Dabei war ich höchstens ein paar Minuten zu spät, das wagte ich mich zu wetten.
    Um ehrlich zu sein, hörte ich gar nicht wirklich hin, sondern wusch mich, bevor ich die teuren Kleidungsstücke anzog, die Cathan seinen Dienern zur Verfügung stellte. Dieser Mann musste wirklich einiges an Geld haben, dass er sich das leisten konnte. Aber nach allem, das ich in den letzten Wochen so über ihn erfahren hatte, überraschte mich sein Verhalten kaum noch. Er schien einfach von Grund auf ein schwer zu durchschauender Mensch zu sein. Und nach den seltsamen Fragen, die er mir gestellt hatte, wollte ich vielleicht gar nicht so genau wissen, was in seinem Kopf so ablief.