Beiträge von Custy

    Lumira


    Ich rechnete es der Haushälterin an, dass sie sich in der kurzen Zeit, die ich gebraucht hatte, um in das Kleid zu schlüpfen, anderweitig beschäftigte. Als ich wieder aufsah, wischte sie gerade pikiert über eine der Fensterbänke. Offenbar hatte sich etwas dorthin verirrt, was in ihren Augen nicht dort sein dürfte. Ich tippte auf Staub und musste mir mit aller Macht ein Grinsen verkneifen.

    Als sie sich nun wieder zu mir umdrehte, unterzog ich mich zunächst einmal einer weiteren, kritischen Musterung, die ich ihres Schweigens nach zu urteilen wohl bestand. Die Kleidung würde ich nachher abholen. Ich nickte als Zeichen meines Verständnisses.

    Dann war ich fast ein bisschen überrascht, dass sie mir das "Du" anbot. In Abwesenheit von Cathan, verstand sich.

    "Freut mich." Ein leichtes Lächeln stahl sich auf meine Lippen.

    Jedenfalls schien Mathilda insgesamt genau die Richtige für ihren Posten zu sein. Obwohl ich erst wenige Minuten mit ihr verbrachte, wagte ich bereits, auf einige ihrer Charakterzüge zu schließen. Ordnungs- und pflichtbewusst, mit einer gewissen Strenge, um die Dinge in diesem Haushalt durchzusetzen und einer natürlich autoritären Ausstrahlung. Und vermutlich eine klare Tendenz zur Liebe von Ordnung und Beständigkeit. Feststand, dass ich lieber einen positiven ersten Eindruck hinterlassen wollte.

    Zuletzt ergänzte sie sich um das Angebot, mir ein Bett im Haus zur Verfügung zu stellen.

    "Das ist sehr freundlich, aber es wird vorerst kaum nötig sein." Ich schenkte ihr ein höfliches Lächeln. "Aber falls doch, so werde ich es Euch... dich wissen lassen."


    //Haha, alles gut, freue mich ^^

    Und der Text war (wie nicht anders zu erwarten) gewohnt spitze xD

    Lumira


    Bei ihren drängenden Worten gab ich mir endlich einen Ruck und stand nicht länger wie angewurzelt da. Ich wandte ihr den Rücken zu und schlüpfte dann eilig aus Hemd und Hose und in das knielange Kleid hinein. Zu meinem eigenen Erstaunen passte es nahezu wie angegossen. Das Oberteil lag eng am Körper an, der Rock hingegen war etwas weiter geschnitten und fiel schlicht von der Taille ab, wo der Saum sanft meine Beine in Kniegegend umspielten. Es war zugleich ein ungewohntes und schönes Gefühl wieder ein Kleid - oder überhaupt irgendetwas anderes - zu tragen, wo ich mich schon so an Hemd und Hose gewöhnt hatte.

    Ich strich fast liebevoll über den weichen, grauen Stoff. Dann besann ich mich und sammelte eilig Hemd und Hose auf, womit ich mich wieder gänzlich zu der Aufseherin umdrehte. Möglichst beiläufig zupfte ich eine vorwitzige Haarsträhne zurück an ihren Platz.

    "Es passt", erklärte ich, auch wenn sie das bestimmt selbst sehen konnte. Ich hatte beschlossen, Respekt vor ihrem Blick für Kleidergrößen zu haben. Sie hatte direkt gewusst, was mir passte. "Ich wäre soweit... Verzeiht, wie möchtet Ihr von mir angeredet werden?"

    Lumira


    Meine neue Vorgesetzte, steuerte zielstrebig eine dunkle Tür an, die sie sogleich öffnete. Neugierig sah ich mich kurz um und fragte mich angesichts der Stockbetten in dem luftigen Raum, ob hier wohl ein Teil der Angestellten untergebracht war. Das Zimmer war geräumig und hell - freundlich, wie ich fand. Dann jedoch heftete ich meinen Blick wieder auf Mathilda, die ohne groß Zeit zu verlieren, die Türen eines großen Wandschrank aufzog und mich dabei darüber informierte, dass es hier eine Kleiderordnung zu wahren galt. Angesichts meines jetzigen Aufzugs schüttelte sie missbilligend den Kopf. Ich konnte mich beherrschen, nicht zu grinsen. Sie schien eher ein bisschen streng zu sein, aber da war ich sicher noch andere Töne gewöhnt. Ich würde mich also nicht daran stören.

    "Ich verstehe", sagte ich stattdessen und nahm einen Moment später das schlichte hellgraue Kleid entgegen, das sie soeben mit den letzten Worten triumphierend aus dem Schrank gezogen hatte. Ich hatte mir im Grunde bereits denken können, dass die Menschen, die in einem so vornehmen Haus arbeiteten, sicher eine entsprechende Uniform trugen. Ich lächelte, als ich mich bedankte.

    Lumira


    Die Aufseherin namens Mathilda schien allseits bekannt zu sein, denn gleich die erste Angestellte, die uns auf unserem Weg durchs Haus begegnete, konnte uns ihren gegenwärtigen Aufenthaltsort - die Küche - verraten. Ich blieb vorsichtshalber immer einen guten Schritt hinter Cathan zurück. Ich wollte bestimmt nicht respektlos wirken. In der Küche wurden wir dann tatsächlich fündig.

    Ich musterte die ältere Dame möglichst wenig offensichtlich - ganz im Gegensatz zu mir, die meinen Körper einer eingehenden Prüfung unterzog. Mit ihrer Hochsteckfrisur, der makellosen Kleidung und den eher strengen Zügen machte sie einen geraden und sehr vornehmen Eindruck. Und sie strahlte Autorität aus. Bereits nach diesen paar Sekunden konnte ich verstehen, wieso sie diesen Posten innehatte. Etwas unsicher, ob es wohl als unhöflich angesehen werden würde, dass ich ihren Blick erwiderte, anstatt ihn abzuwenden, war ich erleichtert, als sie mir schließlich nach einer knappen Erklärung von Cathan bedeutete, ihr zu folgen. Zumindest die erste Musterung hatte ich wohl bestanden. Ich lächelte Cathan noch einmal zu, ehe ich mich beeilte, mit Mathilda Schritt zu halten. Der war nämlich mindestens so stramm wie ihr Haarknoten, was mich unwillkürlich schmunzeln ließ.

    Lumira


    Cathan sah zu meiner Erleichterung wirklich zufrieden aus. Er schien mir an diesem Morgen ein bisschen durch den Wind, aber wer wusste schon, was er zuvor mit dem anderen Herrn zu regeln gehabt hatte, den ich so kurzerhand als Berater eingestuft hatte.

    Binnen Sekunden wirkte er allerdings wieder sehr souverän. Mathilda. Den Namen würde ich mir direkt merken. Zumal es sich so anhörte, als würde ich in nächster Zeit vermehrt mit dieser Dame als Aufseherin zu tun haben.

    Ich lächelte und nickte zum Zeichen meines Einverständnis. "Dann mal los." Diese drei Worte galten vor allem mir selbst, um mir Mut zuzusprechen. Aber ich freute mich durchaus. Entschlossen straffte ich die Schultern ein wenig und es folgte ein beherzter Schritt, mit dem ich hinter ihm her in Richtung der Tür trat. "Dann mal los." Diese drei Worte galten vor allem mir selbst.

    Lumira


    Schließlich schien Cathan fündig geworden zu sein, denn er zog triumphierend einen Zettel aus dem Stapel hervor und reichte mir das Blatt sogleich. Ich warf einen Blick darauf und ein Geldbetrag sprang mir davon entgegen. Ich hatte zwar absolut keine Ahnung von Gehaltsklassen, aber ich wagte zu glauben, dass diese Summe doch mehr als angemessen war. Zumal Cathan gerade ergänzte, dass er die Bezahlung für meine Arbeit sogar noch etwas höher ansetzen wollte.

    In der Bibliothek von Riandea hatte ich vorrangig auf freiwilliger Basis ausgeholfen. Froh darüber, überhaupt etwas dort tun zu können und zumindest für kurze Zeit einmal dem Haus entfliehen zu können. In der kurzen Zeit, die ich dort gewesen war, hatte ich lediglich hin und wieder ein paar Münzen zugesteckt bekommen, die mehr symbolischen Wert hatten.

    Es war aufregend, nun eine wirkliche Stelle anzutreten. Ich sah von dem Blatt auf und schenkte Cathan ein Lächeln.

    "Das ist es in der Tat", erwiderte ich und nickte zustimmend. "Vielen Dank. Ich freue mich auf die neuen Aufgaben, die auf mich zukommen werden."

    Lumira


    "Interessant", kommentierte ich seine Bemerkung, "ich werde es mir merken."

    Auf seine Aufforderung hin, trat ich nach kurzem Zögern über die Schwelle in den Raum. Wie schon vermutet, handelte es sich in der Tat um einen geräumigen Büroraum.

    Ein schwerer, hübscher Arbeitstisch (der sicher auch entsprechend teuer gewesen war) fiel direkt ins Auge. Seine massive Gestalt war aber wohl auch nötig, denn es türmte sich einiges an Papier darauf, wenn auch ordentlich gestapelt.

    Als Cathan seine Freude über meine Entscheidung äußerte, quittierte ich das mit einem Lächeln. Und nein, unverschämt war ich hoffentlich wirklich nicht. Zumindest versuchte ich, stets freundlich zu sein. Das klang allerdings ganz so, als wäre ich im Begriff, eine eher vorbelastete Stelle anzutreten. Negativ vorbelastet, was eigentlich nur gut sein konnte, denn so musste ich mich in keinen großen Höhen messen und konnte meine Arbeit hoffentlich deutlich besser machen.

    Cathan war inzwischen zu den Papierstapeln getreten, während ich noch halb verstohlen den Raum bestaunte und versuchte, nicht allzu neugierig oder überwältigt auszusehen. Für jemanden, der hier sein alltägliches Leben verbrachte, musste das sicherlich nervig bis seltsam sein. Aber wenigstens war ich so etwas beschäftigt, denn seine Erklärung, dass er in den Papierstapeln nach Kriterien für meine künftige Entlohnung suchte, brachte mich irgendwie etwas in Verlegenheit. Deshalb wusste ich vorerst auch nichts Klügeres als ein wenig aussagekräftiges "Oh", von mir zu geben. Also ließ ich es vorerst bleiben und begnügte mich mit den Eindrücken und der Wirkung des Raumes.


    //Ich hoffe, die Beschreibungen zwischendrin sind in Ordnung für dich, ich will dir da gestalterisch nichts vorwegnehmen xD

    Lumira


    Ich blickte für einen kurzen Moment dem zweiten Mann im Raum hinterher, den ich zunächst gar nicht wahrgenommen hatte und der wohl ein Berater oder etwas in der Art war. Dann sah ich Cathan wieder in die Augen und nickte.

    "Ja, das habe ich." Ich lächelte ihn offen an. "Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich gerne annehmen würde. Vorausgesetzt natürlich, Euer Angebot steht noch... Oder habt ihr über Nacht eine spontane Eingebung gehabt?" Mein Lächeln weitete sich zu einem vorsichtigen Grinsen aus und meine Augen funkelten ihn vergnügt an.

    // xD


    Lumira


    Die Haushälterin deutete ein Nicken an, nachdem sie in meine Richtung verwiesen hatte und ließ mich vorerst mit Cathan im Türrahmen zurück. Ich hörte ihre harten, schnellen Schritte von den Wänden hallen.

    "Guten Morgen", wendete ich mich dann mit einem zurückhaltenden Lächeln an Cathan. "Ich hoffe, ich komme nicht ungelegen? Es geht um Euer Angebot." Ich knetete ein wenig nervös meine Hände. Wieso fragte ich mich immer erst dann, ob das, was ich tat so üblich war, wenn ich bereits gehandelt hatte? Aber warum sollte es auch nicht üblich sein, mit ihm sprechen zu wollen. Wahrscheinlich wären es in diesem Falle eher die Leute, über die ich mich wundern sollte.

    // Jap, gute Idee

    Und Cathan - ein Kunstliebhaber x'DD Der Typ ist einfach amüsant xD


    Lumira


    Schließlich brachte ich mich doch dazu, anzuklopfen. Während ich wartete strich ich noch einmal mein Hemd glatt, obwohl das vermutlich kaum einen Unterschied machte. Dann vernahm ich Schritte und eine Stimme auf der anderen Seite, ehe die Tür im nächsten Moment nach innen geöffnet wurde. Ich stand der Frau gegenüber, die uns gestern bereits geöffnet hatte. Ich vermutete sie in der Position einer Haushälterin. Zumindest passte ihre Aufmachung dazu.

    "Guten Morgen." Ich lächelte höflich, während ihre Züge streng blieben. "Ich würde gerne... den Hausherrn sprechen." Es wäre sicher nicht unbedingt klüger gewesen, nach 'Cathan' zu fragen. Denn ich hatte zwar keine Ahnung, wie sie ihn hier ansprachen, aber ich bezweifelte zumindest, dass ihn alle bei seinem Vornamen nannten. Er mochte vielleicht in vielen Dingen entspannt sein, aber insgesamt wirkten die Dinge hier doch recht geordnet. Und sollte ich demnächst womöglich mit dieser Dame hier zusammen arbeiten, tat ich sicher gut daran, sie nicht direkt beim ersten Eindruck zu irritieren. Oder gar zu verärgern.

    Weil sie immer noch nichts sagte, lächelte ich weiter und faltete meine Hände vor meinem Körper. "Ist er gerade zu sprechen?", erkundigte ich mich noch einmal vorsichtig. Und endlich erwiderte sie etwas. "Also gut, folgt mir." Sie ließ mich ins Haus eintreten und schloss die Tür mit Nachdruck hinter mir, ehe sie energischen Schrittes den langen Flur voraneilte. "Hier entlang."

    Ich beeilte mich, mit ihr Schritt zu halten. Sie sah sich nicht mehr nach mir um, erst, als wir eine edle Tür aus dunklem Holz erreichten.

    Sie gab mir mit einem Wink ihrer Hand zu verstehen, dass ich hier zu warten hatte, während sie laut und energisch anklopfte. Das Holz hatte einen auffällig dunklen Klang. Ich blieb artig vor der Tür stehen und hoffte, dass der Zeitpunkt nicht ungelegen war.

    Lumira


    Ich lächelte breit, während ich seinen Kuss noch auf meinen Lippen spürte. "Das bezweifle ich gar nicht." Liebevoll blickte ich ihm nach, bis mir schlagartig einfiel, dass er nun doch nichts mehr Essbares zu sich genommen hatte. Ich stürzte zu den Beuteln und durchsuchte sie mit hastigen Griffen, um ihm so schnell wie möglich nachzulaufen. Aber ich fand nichts mehr. Rein gar nichts. Und mir fiel ein, dass Narvik letzte Nacht wohl irgendetwas in der Art bemerkt hatte. Wie es aussah, war uns das Essen nun wirklich ausgegangen. Aber wir würden uns schon irgendwie um Nachschub kümmern. Das Einzige, was mir in diesem Moment Sorgen bereitete, war, dass Narvik womöglich die ganze Schicht mit leerem Magen würde auskommen müssen und ihm womöglich die Kraft für die anstrengende Feldarbeit fehlen würde. Aber es half ja alles für den Moment nichts.

    Glücklicherweise verspürte ich selbst kaum Hunger, ich lief lediglich zum Brunnen hinab, nachdem ich mich eilig angezogen hatte, um zumindest unseren Wasservorrat aufzustocken. Kaum, dass ich ein paar Schlucke getrunken hatte, fühlte ich mich direkt lebendiger und wieder voller Energie. Blitzschnell war ich zurück in der Scheune, lief dann aber noch einmal zum Brunnen zurück. Es wäre sicher ratsam, mir die Haare zurückzubinden. Ich wollte schließlich einen guten Eindruck hinterlassen und es wollte schließlich niemand Haare auf seinem Kissen oder womöglich in seinem Essen finden... Also nutzte ich die spiegelnde Oberfläche und steckte mir mit geübten Griffen rasch das dunkle Haar zurück. Mir fiel einmal mehr auf, wie blass ich war, im dunklen Brunnen wirkte der Kontrast von Haar und Haut noch einmal bizarrer. Dabei war ich bestimmt längst nicht so hellhäutig wie zuvor, immerhin war ich die letzte Zeit so viel draußen gewesen wie noch nie zuvor. Schließlich stieß ich mich energisch mit den Händen von der steinernen Umrandung ab und lief in Richtung des Hauses, ohne mich noch einmal umzudrehen. Erst vor der imposanten Tür hielt ich inne. Irgendwie wusste ich mit einem Mal nicht so recht, was ich jetzt tun sollte. Sollte ich einfach anklopfen? Ich hatte ja nicht mal eine Ahnung, ob die Zeit angebracht war. Wahrscheinlich machte ich mir schon wieder zu viele Gedanken. Ich beschloss, mir trotzdem noch einen Augenblick Zeit zu geben, auch wenn Klopfen das einzig Sinnvolle zu sein schien.

    Lumira


    Ich nickte leicht und sah ihn bittend an, als er aufstand. Er sollte sich wohl wirklich besser auf den Weg machen.

    "Pass auch auf dich auf, ja?" Ich lächelte leicht. "Bis nachher. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten." In der Tat, würde ich vermutlich die Stunden zählen, sofern ich nicht beschäftigt wäre. Aber das würde ich heute wohl hoffentlich sein. Ich war sicher etwas nervös, aber in erster Linie war ich gespannt, welche Aufgaben in Cathans Haushalt auf mich zukommen würden. Ich war jedenfalls froh, mich nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt zu haben, was meine Kenntnisse darin anging. Wer konnte schon wissen, ob die Abläufe und Gerätschaften einheitlich waren. Ich zumindest nicht.

    Lumira


    Ich sah Narvik mitfühlend dabei zu, wie er sich aufsetzte und sich erschöpft durchs Gesicht fuhr. Letztendlich half es ja nichts. Aber ich wünschte ihm insgeheim, dass sein Vorgesetzter noch ein paar Tage länger Schonfrist walten lassen würde. Der Eingewöhnung wegen.

    Narvik schien es mir glücklicherweise nicht übel zu nehmen, dass ich ihn direkt mit Cathans Angebot überfiel, denn er schenkte mir sogar ein sanftes Lächeln.

    "Das weiß ich doch", erwiderte ich leise, als er meinte, er wolle nicht, dass ich mich übernahm und erwiderte sein Lächeln. "Mach dir keine Sorgen, ich werde schon auf mich aufpassen." Ich nickte dankbar. Ich schätzte es unglaublich, dass Narvik meine eigenen Wünsche und Entscheidungen akzeptierte. Er schaffte es gleichzeitig, mir zu sagen, was er davon hielt, aber ohne mir dabei etwas vorzuschreiben. Er war einfach wundervoll.

    Lumira


    Ich grinste liebevoll. Narvik sah nicht nur müde aus, er klang auch so.

    "Tut mir leid, dass ich dich geweckt habe. Aber immerhin hast du jetzt eine Beschäftigung, ich wusste nicht, wann sie dich wieder erwarten. Und du willst dich sicher vorher noch etwas stärken." Ich biss mir lächelnd auf die Unterlippe. "Apropos... Ich denke, ich möchte Cathans Angebot annehmen. Dann habe ich den Tag über auch etwas Sinnvolles zu tun, abgesehen davon, dass wir das zusätzliche Geld bestimmt gut gebrauchen können. Hättest du etwas dagegen, wenn ich annehme?" Das war vielleicht ziemlich direkt, so kurz nach dem Aufwachen. Aber ich musste dieses Thema endlich loswerden. Ich fürchtete, dass ich sonst wieder nicht dazu gekommen wäre, es mit Narvik zu besprechen. Und das war mir nun einmal sehr wichtig. Ich wollte keine solchen Entscheidungen hinter seinem Rücken treffen. Ob vorsätzlich oder aufgrund unglücklicher Umstände.

    Lumira


    Ich schlief wohl noch einige Stunden, jedenfalls war das nächste, was mich - diesmal auch vollständig - weckte, die ersten morgendlichen Sonnenstrahlen. Sie suchten sich von draußen ihren Weg durch die unzähligen kleinen Ritzen in der Bretterwand der Scheune und kitzelten mich in der Nase. Ich unterdrückte einen Niesreflex und blinzelte ein paar mal ins schwachgelbe Licht, das rasch immer kräftiger wurde. Heupartikel tanzten im Licht, das sich unterhalb des Giebels bündelte. Es sah wunderschön aus.

    Vorsichtig drehte ich den Kopf in Narviks Richtung, der unverändert neben mir lag. Ich weckte ihn nicht sofort, so friedlich schien sein Schlaf. Dann jedoch streichelte ich sanft über seine Brust. "Guten Morgen", flüsterte ich leise in sein Ohr und hauchte ihm einen zarten Kuss auf die Wange.

    Lumira


    Ich betrachtete Narvik im Dunkel noch eine Weile. Seine tiefen Atemzüge ließen keinen Zweifel daran, dass er augenblicklich eingeschlafen war. Er sah so friedlich aus, wenn er schlief. So harmlos. Sicher würde er das eher ungerne hören und ich würde diesen Gedanken ohnehin für mich behalten. Vermutlich wäre niemand auf die Idee gekommen, dass er vor nicht allzu langer Zeit ein Dieb gewesen war, mit einem Hang zu selbstlobenden bis anzüglichen Sprüche hatte. Ich musste mir ein Lachen verkneifen.

    Mich überkam Stolz. Narvik hatte trotz aller Zweifel und Ungewissheit den Weg hierher gewagt und seinen ersten Arbeitstag erfolgreich gemeistert. Seine Erschöpfung war ehrlicher Arbeit geschuldet, das machte sie umso respektwürdiger. Und nicht zuletzt hatte er das alles für mich auf sich genommen. Es war kaum zu glauben.

    Schließlich riss ich mich doch los und vergewisserte mich, dass das Licht der Laterne gelöscht war, ehe ich mich vorsichtig zurück in seinen Arm kuschelte, um nun ebenfalls die Augen zu schließen. Die Ereignisse des Tages liefen noch einmal vor meinem inneren Auge ab, als würde man schnell durch einen Bildband blättern, während ich zu Narviks ruhigen Atemzügen langsam aber sicher in Richtung Traumwelt entschweifte. Mein letzter bewusster Gedanke war von der Neugier geprägt, was der nächste Tag wohl bringen würde.

    Ich schlief eher unruhig, sicher wegen des neuen Ortes, aber ich wachte zumindest nicht von auf. Wie so oft erlebte ich diese Nacht eine abgewandelte Version unserer Flucht, in der uns mein Vater in halsbrecherischem Tempo auf einem Pferd verfolgte. Die Tatsache, dass er eigentlich eher weniger gut mit Pferden konnte, ignorierte mein Unterbewusstsein geflissentlich und auch mein Verstand schien es offenbar für lustig zu halten, mich während des Traumes nicht einmal stutzig werden zu lassen. Schließlich riss mich doch etwas aus dieser Welt heraus, irgendetwas, das allerdings von außen kam. Ich würde auf jeden Fall nicht mehr erfahren, wie die Verfolgung diesmal ihr Ende nahm. Ich war wohl angespannt gewesen, denn ich fühlte mich nicht wirklich erholt. So verweilte ich irgendwo im Halbschlaf, aber selbst durch die geschlossenen Lider konnte ich erahnen, dass es ohnehin noch mitten in der Nacht gewesen war. Und dennoch, wie immer bei nächtlichen Geräuschen, Bewegungen oder sonstigem musste ich mich Narviks Anwesenheit versichern, anderenfalls schoss urplötzlich eine Welle von Panik in mir hoch. Panik, dass er nicht mehr da war und ich ganz allein, ohne die blasseste Ahnung, wo er hin verschwunden war. Meine Finger tasteten suchend neben mich, aber glücklicherweise stießen sie bereits nach Zentimetern, wenn nicht Millimetern auf seine. Mit erleichterter Zufriedenheit verhakte ich meine, mit Schläfrigkeit geschuldeter Langsamkeit, mit seinen.

    Lumira


    Ich kuschelte mich mit einem glücklichen Lächeln in Narviks Arm und genoss einfach seine Nähe und Wärme. "Ich dich auch", flüsterte ich zurück und drückte einen Kuss auf seine nackte Schulter. In diesem Moment knurrte sein Magen, was mich im nächsten zum Lachen brachte. Kopfschüttelnd stützte ich mich auf meinen Unterarmen ein wenig hoch und beobachtete, wie Narvik sich etwas Essbares suchte. Es hätte mich aber auch gewundert, wenn er ganz ohne etwas zu Essen hätte schlafen gehen wollen. Woher sonst sollte er die Energie für den nächsten Tag nehmen?

    In Windeseile war er auch schon wieder zurück, gerade noch rechtzeitig, bevor ich seine körperliche Anwesenheit richtig vermissen konnte. Seine Worte zauberten von neuem ein Lächeln zurück, sofern es denn jemals verschwunden gewesen war. Ich betrachtete ihn liebevoll. Er sah so schön aus. Und erschöpft. Ich hatte eigentlich noch das Arbeitsangebot von Cathan ansprechen wollen, da mir noch einmal bewusst geworden war, dass ich es gerne annehmen wollte. Aber wo ich ihn nun so betrachtete und seine Müdigkeit förmlich spürte, beschloss ich augenblicklich, es nicht zu tun. Narvik sollte einfach schlafen dürfen. Dafür würden wir eben irgendwann am Morgen noch eine freie Minute finden müssen.

    Sanft fuhr ich seine Gesichtskontur einer Seite von der Schläfe bis zum Kinn entlang und rückte noch ein Stück näher an ihn heran. "Schlaf gut", flüsterte ich leise.


    //Bio verfolgt mich (in Biomasse gebundene Energie in Nahrungskette) xDD

    Hallo allerseits *in die Runde winkt* xD

    Tut mir wahnsinnig leid, dass ich im Moment so selten reinschaue, aber wie schon festgestellt, geht es bei mir zur Zeit leider mehr als stressig zu... Aber wer kennt es nicht? :'D


    Als nächstes ein herzliches Willkommen an dich, Miss.Legend03 !

    Ich habe natürlich absolut nichts dagegen einzuwenden, dass du mitschreiben möchtest, im Gegenteil, wir freuen uns hier ja immer über Zuwachs. Auch an deiner Anmeldung habe ich nichts auszusetzen, sie klingt nach einem interessanten Charakter, der das RPG sicher bereichern wird. Und alles andere ergibt sich in der Regel dann wirklich im Schreibverlauf ;'D

    pintostute war ja bereits so nett, dir sämtliche Einbindungsmöglichkeiten darzulegen (Und ja pintostute da war tatsächlich was namens Ranya und Scar... Vielleicht sollten wir die mal ausgraben gehen. Und suchen xDD)


    Es ist jedenfalls sehr nett von euch, dass ihr auf mich gewartet habt. Leider wird meine Stresssituation voraussichtlich noch bis nächste Woche Mittwoch andauern und ich entsprechend selten hier anwesend sein. Fühlt euch aber bitte vollkommen frei, ich werde dann zusehen, dass ich zwischendurch vielleicht immer mal reinschaue.


    L.G.