Beiträge von Custy

    Scar


    Ich nahm zufrieden zur Kenntnis, wie sie ihr Schwert wegsteckte, dann betrachtete ich sie einen Moment lang schweigend.

    "Und wer sagt, dass ich nicht wenn überhaupt Dank dir ins Verderben laufe? Ich sehe keinen Vorteil darin, mich zu verbünden. Ich war immer allein und das war gut so. Ich brauchte niemanden. Wieso also sollte das jetzt anders sein?" Ich steckte nunmehr entspannt die Hände in die Taschen meiner Hose.



    Lumira


    Ich atmete tief den spätherbstlichen Duft ein und nickte dann lächelnd, wobei ich zu Narvik hinübersah. "Ja, lass uns weiterreiten." Ich kam zu ihm zurück und sagte leise Arivens Namen. Er hob sogleich ruckartig den Kopf aus dem Gras, ein paar Halme hingen in seiner Mähne und verliehen ihm ein wirres Aussehen. Ich gluckste. Bei dem Hengst grasten in der Regel jegliche Körperteile mit. Man konnte ihm förmlich ansehen, dass er zögerte und er ließ es sich dann doch nicht nehmen, noch einmal kurz die Nase hinab zu senken, ehe er sich schließlich zu mir gesellte und interessiert beschnüffelte. Ich sah mich nach Narvik und Uva um, bevor ich aufsteigen würde.

    Scar


    "Was soll der Scheiß?!", fuhr ich sie an. "Was ist los mit dir? Ich will nicht mit dir kämpfen, wir haben einen Auftrag zu erledigen! Wenn du nicht um deinen Willen aufhörst, dann mach es eben für deinen Vorgesetzten. Jonathan." Ich war wirklich gereizt und ich bemerkte meine Hand, die unbewusst an meinem Hüftgurt lag. Kontrolle. Warum zur Hölle ließ sie es nicht einfach bleiben? Was erhoffte sie sich?



    Lumira


    Angesichts Uvas Verhalten musste ich leise lachen und löste mich schließlich sanft von Narvik. Dabei schenkte ich ihm jedoch noch ein strahlendes Lächeln. Die Stute hatte ja recht, wir sollten sicher weiter. Sie erinnerte mich an den Tag, an dem Narvik mich morgens hinausgetragen hatte und wir über das Sabbern philosophiert hatten. Unwillkürlich musste ich grinsen.

    Einen Augenblick verharrte ich jedoch noch und drehte mich auf der Lichtung einmal im Kreis, prägte mir diesen magischen Ort ganz genau ein. Ich wollte mich immer daran erinnern.

    Scar


    Ich schüttelte bestimmt den Kopf. "Ichmuss hier niemandem etwas beweisen", stellte ich klar. "Tut mir ja leid, wenn dir langweilig ist - wobei, vergiss das, es stimmt nämlich nicht. Wir verschwenden hier nur wertvolle Zeit!" Ich würde ganz sicher nicht mit ihr kämpfen, so tief würde ich nicht sinken. Das wäre absolut lächerlich. Gleichzeitig war ich gereizt, mein Trinkabend hing mir immer noch etwas nach, auch wenn mein Zustand lange nicht so verwerflich war wie am gestrigen Tag. Ich bemühte mich also um Ruhe und Kontrolle. Konzentration. Es klappte bereits wieder um einiges Zufriedenstellender. Beherrschung war manchmal die größte Stärke. Oder so ähnlich.



    Lumira


    Ich lächelte in den Stoff seines Hemdes hinein. Es war so unwirklich und doch so real und dieses plötzliche Realitätsgefühl war derart überwältigend, dass ich ganz weiche Knie bekam. Es haute mich beinahe um. Und gleichzeitig konnte man wohl kaum etwas Schöneres fühlen. Ich war so glücklich und es fiel mir in diesem Zuge überhaupt nicht schwer zu glauben, dass nichts auf der Welt dieses Glück würde zerstören können. Ich liebte Narvik, wie ich dachte, nie einen Menschen lieben zu können, und er liebte mich. Wir gehörten zusammen, die Verlobung bekräftigte dies im Prinzip nur noch. Ich Narvik fest umarmt und dabei kam mir in den Sinn, dass ich ihn von jetzt an wohl nie mehr würde loslassen müssen.

    Scar


    Ich schnaubte. Ich hatte allmählich genug. "Du bist wie Unkraut, oder? Mit der zusätzlichen Strafe, dass du auch noch sprechen kannst und mir damit auf die Nerven gehen..." Ich stierte ihr Schwert unverwandt an. "Nimm das weg, du bist doch wahnsinnig." Mein starrer Blick fasste nun wieder sie ins Auge. "Ich würde es mir gut überlegen, ansonsten garantiere ich für nichts", knurrte ich verärgert.



    Lumira


    Mein Lächeln wurde noch ein wenig intensiver, ich betrachtete versonnen den provisorischen Ring an meinem Finger. Für mich war er perfekt. Mir hatte nie jemand ein wundervolleres Geschenk gemacht, was sicher auch an seiner Bedeutung lag. Narvik stand mittlerweile wieder. Ich wischte mir mit der anderen Hand die Tränen aus den Augen, ehe ich meine Arme um seinen Hals schlang und meinen Kopf an seiner Brust vergrub. In diesem Moment, während ich die Handlung endlich allmählich realisierte, dachte ich, dass ich nie wieder aufhören könnte zu strahlen.

    Scar


    Als sie mit einem Mal ihr robustes Tier auf mich zu lenkte und ihr Schwertlein zückte, runzelte ich die Stirn. Zugegeben, damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. Dazu grinste sie breit. Ich seufzte genervt und schüttelte den Kopf. "Was soll das werden?", fragte ich spöttisch und verschränkte die Arme vor der Brust. "Das ist gut, dass du dich vor mir fürchtest, das wäre zumindest vernünftig... Ich glaube dir im Übrigen gar nichts. Und jetzt steck deine Nadel weg, das ist erbärmlich." Was wollte sie? Mich damit pieksen? Die Vorstellung von ihr als Respektperson fiel mir in der Tat ziemlich schwer. Es war nicht unbedingt das Klügste, aber ich fühlte mich generell in vielen Situationen einfach überlegen.



    Lumira


    Als er seine Worte wiederholte, erschien ein unfassbar glückliches Lächeln auf meinem Gesicht. Narviks Blick war ganz weich geworden und so unfassbar lieb. Endlich fand ich meine Sprache vollständig wieder.

    "Narvik, ich liebe dich über alles, du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben und ich möchte für immer mit dir zusammensein." Das klang unwahrscheinlich kitschig, aber es war die Wahrheit. Ich liebte ihn bedingungslos. "Natürlich möchte ich deine Frau werden, nichts auf der Welt würde ich lieber tun." Ich sah ihm voller Liebe in die Augen. "Ja."

    Da blieb allerdings noch immer die Frage, warum er das wollen konnte. Warum er so schnell seine Freiheit opfern wollte. Im Grunde war es das doch für jemand Freiheitliebenden, praktisch Unzähmbaren wie ihn, ein Opfer, oder nicht?

    Ich suchte in seinen Augen nach einer Antwort.

    "Es ist nur", erklärte ich vorsichtig. "Bist du... bist du wirklich sicher?"

    Er sollte seine Handlung, die so viel mehr war, eine Entscheidung, nur nicht bereuen. Dann wäre ich lieber ungebunden mit ihm zusammen, solange ich nur bei ihm sein könnte.

    Scar


    Bei ihren Worten blickte ich sie zunächst irritiert an, ehe ich unwirsch den Kopf schüttelte. "Ganz bestimmt nicht."

    Als ob ich mich von ihr würde "verarzten" lassen, wo es doch genaugenommen nicht einmal etwas zu begucken gab. Ich bedachte sie mit einem spöttischem Blick. "Wenn du meinst, mich so gut zu kennen, müsstest du wissen, dass mir das egal ist. Was glaubst du, wie oft ich mich schon geschnitten, gestochen, gestoßen oder sonst was habe und wie viele Schrammen meine Arme zieren?! So läuft das hier draußen nun mal." Vielleicht war meine Reaktion ein bisschen heftig, aber im Grunde überspielte ich damit, wie befremdet ich von ihrem Verhalten war. Irgendwie war diese Frau seltsam. Wobei, im Grunde waren sie das ja alle, aber sie war dann eben ganz besonders seltsam.



    Lumira


    Verwundert bemerkte ich Narviks Blick, ehe er sogleich meine Hände griff. "Narvik, was...?" Weiter kam ich nicht.

    Meine Augen wurden immer größer, während ich seinen Worten folgte. Er sprach etwas leiser, was seiner Stimme etwas geradezu Feierliches verlieh. Ich begriff zunächst überhaupt nicht richtig, was gerade vor sich ging. Dafür traf es mich dann umso heftiger.

    Wahrscheinlich kam es erst richtig bei mir, als er sich vor mich kniete. Völlig überwältigt schlug ich eine Hand vor den Mund und blinzelte gegen die Tränen an, die mit einem Mal in meinen Augen standen. Das klappte exakt so lange, bis Narvik fragte, ob ich seine Frau werden wollte. Dazu zauberte er einen, zugegeben, sehr kreativen Ring aus seiner Hosentasche, was mich zum Lachen brachte, während mir gleichzeitig Tränen über die Wangen liefen. Das war unglaublich charmant und auch so passend. Normalerweise war ich eigentlich nicht derart emotional, aber irgendwie überrollten mich meine Gefühle in diesem Moment. Mir hatte es zunächst völlig die Sprache verschlagen.

    Wie oft hatte ich schon als kleines Mädchen in den Märchenbüchern des alten Bauern gelesen und mir meine eigene Hochzeit ausgemalt. Später hatte ich dabei meistens geweint und diese Art der Realitätsflucht schließlich ganz vermieden, da mir dabei immer bewusst geworden war, dass eine Hochzeit oder selbst eine bloße Beziehung für mich in schier unerreichbarer Ferne zu liegen schienen und ich wahrscheinlich niemals erfahren dürfte, wie sich bedingungslose Liebe anfühlte. Das machte diesen Moment noch unrealer als ohnehin schon. Und genau da lag das Problem. Die gesamte Zeit, die vergangen war, seit ich ihn an jenem schicksalhaften Tag im Wald über den Haufen gerannt hatte, kam mir schon viel länger vor, dabei handelte es sich genaugenommen um nicht viel mehr als eine Woche. Vor allem aber fühlte es sich oftmals noch wie ein viel zu schöner Traum an, der unmöglich wahr sein konnte. Ersteres war unwichtig, denn es ging mir ganz genauso, ich wusste, dass es niemand "Richtigeren" als Narvik gab. Mit Zweiterem hingegen tat ich mich ein wenig schwer. Ich wollte nicht nur wissen, dass es real war, ich wollte, dass es sich auch real anfühlte.Ich wollte diesen Moment nicht als unwirkliches in Erinnerung haben, sondern als echt. ich konnte einfach nicht glauben, dass gerade etwas derart Wunderbares passierte.

    "Kannst du das bitte noch einmal sagen?", flüsterte ich leise, als ich meine Sprachlosigkeit zumindest schon soweit überwunden hatte. Gleichzeitig fühlte ich mich, als würde ich schweben.

    "Ich muss sicher sein, dass das real ist." Normalerweise hätte ich mir nun wohl verlegen auf die Unterlippe gebissen, aber die Situation war eben alles andere als normal.

    Gleichzeitig drang durch das Emotionschaos allmählich auch wieder mein Verstand hindurch und brachte einen ganz anderen Gedanken mit, der mich in der Tat ein wenig verwunderte. Nicht nur, was gerade geschah, sondern auch warum? Sicher kannten wir uns noch nicht allzu lange, aber ich dachte, Narvik bereits gut genug zu kennen, um sagen zu können, dass er seine Freiheit liebte. Vielleicht nicht über alles, da gab es immerhin noch Uva, aber sie war für ihn von großer Bedeutung und er schätzte sie. Wieso nur also, wollte er sie dann jetzt so einfach opfern, indem er sich stattdessen an mich band? Für mich, weil er mich liebte. Aber selbst dabei hätte er es nicht überstürzen müssen, aber stattdessen wollte er unsere Liebe mit einer Hochzeit besiegeln. Das wollte einfach nicht in meinen Kopf hinein.

    Scar


    Wie befürchtet, schien das Einzige, mit dem die Frau zu kämpfen hatte, zu sein, dass sie ihr Pferd vom Fressen abhielt, was ich ihren mahnenden Worten entnahm. Mir schnitt gerade eine Dorne unter die Haut des linken Unterarms. Es war nicht so, dass ich niemals Schmerz verspürte, er interessierte mich lediglich wenig. Jammern brachte mich ohnehin nicht weiter. Und da ich ohnehin die meiste Zeit über alleine unterwegs war (außer, man zwang mich quasi wie jetzt), könnte ich höchstens mir selbst damit auf die Nerven gehen. Und das tat ich ganz sicher nicht. Also zog ich den Dorn ungerührt heraus und schlug mich weiter durchs Geäst. Na bitte, es war bereits ein Ende in Sicht.



    Lumira


    Wir waren noch nicht lange unterwegs, als Narvik an einer Gabelung vom Weg abwich und kurz darauf auf einer Lichtung hielt. Eine ausgesprochen hübsche Lichtung, mit einem dichten Baumkranz ringsherum und einem mächtigen, uralten Baumstumpf in der Mitte. Er sah aus, als hätte er schon sehr viel überdauert. Zudem herrschte ein ungewöhnliches Licht, was das ganze Bild auf eine einzigartige Weise abrundete.

    Als Narvik abstieg und mir bedeutete, es ihm gleichzutun, war ich aber doch ein wenig erstaunt. Ich sah ihn fragend an, während ich seiner Aufforderung nachkam und ebenfalls von Arivens Rücken rutschte. Vielleicht wollte Narvik tatsächlich einfach einen Moment die Schönheit dieses Ortes genießen ich entdeckte schließlich ständig neue Seiten an ihm, oder?

    Scar


    Das Gestrüpp wurde immer dichter und vor allem höher und so steckte ich das Messer schließlich weg. Zugegeben, jetzt hatte Ranya vermutlich in der Tat einen Vorteil mit dem Tier. Aber was sollte es? Ein paar Kratzer mehr oder weniger, darauf kam es wirklich nicht an. Es war ja nicht so, dass ich das nicht gewohnt war... Also kämpfte ich mich ungerührt vorwärts, wir wollten schließlich auch noch irgendwann unser vorläufiges und hoffentlich lohnenswertes Ziel erreichen.



    Lumira


    Ariven setzte sich, wie nicht anders zu erwarten gewesen, beinahe von selbst in Bewegung, als Uva lostrabte und mein Bein seinen Bauch streifte. Mir ritten aus dem Dorf heraus, ich drehte mich zwischenzeitlich noch einmal herum und warf einen letzten Blick auf die kleinen Häuser. Der Ort würde mir in schöner Erinnerung bleiben. Narvik ritt zielstrebig, vermutlich noch zielstrebiger als sonst und deshalb fiel es mir auf. Zudem hatte ich zwischendurch kurz den Eindruck, dass Uva irgendwie nervös war, wenn auch nicht der Rede war. Ich hatte sie bisher bloß als die Ruhe selbst kennengelernt. Aber woran lag es also, etwa an Narvik? Das konnte ich mir kaum vorstellen. Wahrscheinlich hatte ich mich einfach geirrt.

    Scar


    Bäume, Bäume und noch mehr Bäume. Aber Baum war nicht gleich Baum. Dennoch wurde ich den Eindruck nicht los, dass die Nadelbäume in diesem Wald nach und nach die Überhand innehatten. Relativ ungewöhnlich für die Gegend. Jedenfalls wurde es immer dunkler um uns herum, wüsste man es nicht besser, könnte man denken, wir wären in der Dämmerung unterwegs. Mich interessierte es herzlich wenig. Dunkle Tannen Fichten passten wahrscheinlich sogar am besten zu mir. Ich zog ein Messer aus meinem Hüftgurt und polierte es beiläufig im Gehen. Dabei drehte ich es immer wieder schnell in der Hand, über meinen Daumen hinweg. Ich spielte in der Tat des Öfteren mit meinen Messern herum.



    Lumira


    Ich brachte Ariven zum Anhalten und raffte meinen Umhang zusammen, um sicherzugehen, dass ich mich beim Aufsteigen nirgendwo verheddern würde. Narvik thronte bereits auf Uvas Rücken, ein hübsches Bild, wohlgemerkt. Ich tat es ihm nun gleich, wobei ich allerdings einen kleinen Moment brauchte, da Ariven derart ungeduldig war, dass er kaum stillstehen könnte und stattdessen voll froher Erwartung von einem Bein aufs andere hüpfte. Tänzeln konnte man das schon wirklich nicht mehr nennen.

    Auf seinem Rücken richtete ich mich auf und zog den Stoff des Umhangs über seiner Kruppe zurecht.

    Er schnaubte ungeduldig, was mich leise lachen ließ. Das war einfach typisch Ariven.

    Ich pustete mir eine vorwitzige Haarsträhne aus der Stirn, ehe ich mich umwandte und grinsend zu Narvik blickte. "Wir können."

    Scar


    Unser Weg führte uns zurück in den Wald. Eine ganze Zeit lang spürte ich Ranyas Blick auf mir. Um Himmels Willen, was war denn bloß so Sehenswertes an mir? Hoffentlich war sie von meiner abschreckenden und respekteinlösenden Aura so fasziniert.

    Ich bahnte mir strammen Schrittes meinen Pfad durchs Unterholz, nach Wegen brauchten wir hier gar nicht erst zu suchen, denn wir bewegten uns fernab davon. Wir würden klug überlegen müssen, wo wir Rast für die Nacht machten, denn das letzte Stück des Weges würde uns einzig und allein über Felder führen und die boten leider wenig Schutz, wenn man nicht irgendwo zwischen mannshohen, pieksigen Gräsern übernachten wollte.



    Lumira


    Ich bemerkte Narviks Blick, als er Uva an uns vorbeiführte und erwiderte sein Lächeln. Dann beeilten Ariven und ich uns, den beiden zu folgen. Draußen war es kühl und der Himmel wolkenverhangen, unsere Atemwolken standen bereits deutlich in der Luft. Dafür herrschte herrlich klare Luft. Ich sog sie genussvoll ein, wobei Ariven mich neugierig beäugte. Ich grinste.

    Dann sah ich zu Narvik herüber. Wieder einmal ertappte ich mich dabei, wie ich ihm beim Gehen zusah. Auf irgendeine Weise gefiel mir sein Gehstil ausgesprochen gut. Er hatte etwas Selbstbewusstes, Männliches (wie angesichts seines Typs nicht anders zu erwarten), aber gleichzeitig auch Elegantes. Da war diese gewisse Leichtigkeit, die er neben Sicherheit selbst beim Laufen ausstrahlte.

    Scar


    Andere Menschen wären vielleicht längst an dem Schweigen verzweifelt, ich hingegen fand es überhaupt nicht unangenehm. Allerdings interessierte es mich doch zu einem gewissen Maß, ob es meiner alles andere als reizenden Begleiterin damit genauso ging. Mein Interesse dafür zeugte von Langeweile. Ich kratzte mich im Gehen am Hinterkopf, kurz darauf nahm das Steinfeld schließlich ein Ende. Prompt setzte sich die Frau wieder auf ihr Tier. Was kümmerte es mich? Ich würde eine Tempoerhöhung schon etwas entgegenbringen können. Natürlich nicht für ewig, aber ich meinte doch, behaupten zu können, dass ich über eine enorme Ausdauer verfügte. Ach was, ich WUSSTE das (//wo ist denn jetzt die Kursiv-Funktion hin verschwunden? xD).



    Lumira


    An diesem Tag wieherte mir Ariven sogar schon entgegen, ehe er mich mit dem gewohnten tiefen Brummeln begrüßte, als ich zu ihm trat. Liebevoll drückte ich einen Kuss zwischen seine Nüstern und strich dann mit einer Hand seinen Hals bis auf den Rücken entlang. Das Fell des Hengstes war angesichts der kühleren Temperaturen bereits recht flauschig und dicht, wie ich zufrieden feststellte. Mit dem Winterfell ging auch eine allgemeine Verdunkelung einher, sein ohnehin schon nicht allzu heller Grauton mit der hübschen Äpfelung war nun vielmehr dunkelgrau mit einem metallischen Glanz, was einen starken Kontrast zu seinem - bis auf die Backen und die graue Musterung auf dem Nasenrücken - schneeweißen Kopf.

    Ich putzte ihn, auch wenn es eher Glanz als Sauberkeit bewirkte, da sich kaum Dreck darin verfangen hatte. Dennoch genoss Ariven die kleine Massage, mit halb geschlossenen Augen und entspannt hängender Unterlippe folgte er meinen Bewegungen mit seinen Ohren. Anschließend machte ich ihn zügig zum Losreiten bereit. Dabei summte ich leise vor mich hin.

    Scar


    Ich schwieg eine ganze Zeit lang. Nicht, dass ich generell gerne redete, ich hielt weder etwas von Smalltalk, noch hatten wir Gesprächsstoff. Der Auftrag war fürs Erste klar. Wir würden dieses Dorf aufsuchen, versuchen, etwas über die Frau oder am besten gleich die Frau an sich zu finden. Dann würden wir weitersehen. Eine "Lagebesprechung" war damit völliger Blödsinn. Hinzu kam, dass ich nach wie vor doch stark bezweifelte, dass sie dabei eine große Hilfe sein würde.


    //Ranya tut mir voll leid, dass sie sich mit diesem griesgrämigen, gefühlskaltem, starrsinnigen Mann herumschlagen muss... xD



    Lumira


    Ich nickte zustimmend. Als er fast schon automatisch meine Hand ergriff, huschte ein Lächeln über mein Gesicht. In seiner Gegenwart hatte ich das Gefühl, mir könnte es praktisch nie wieder wirklich schlecht gehen. Als wäre alles außer guter Laune, Hoffnung und Geborgenheit ausgeschlossen. Es war eigentlich viel zu schön, um wahr zu sein. Und damit kein Wunder, dass mir oft noch alles wie ein wunderbarer Traum vorkam, alles schien irgendwie völlig vernebelt. Auf dem Weg zum Stall schlug mir bereits der Duft nach Heu und nach Pferd entgegen. Ich war mir sicher, dass auch Ariven den Ruhetag genossen hatte und dennoch würde er sich freuen, dass es weiter ging. Seine Bewegungsfreude, die Neugier und sein Temperament schienen beinahe unerschöpflich.

    Scar


    Ich ging ebenfalls los. Einen weiteren durchaus positiven Nebeneffekt hatte der Weg durch den Steinbruch noch, den ich zunächst gar nicht bedacht hatte: Ranya würde vorerst kaum auf die Idee kommen, auf das Pferd zu steigen. Selbst wenn, sollte sie doch, aber so hatte es etwas weitaus Amüsanteres. Ob ich sie meine Anwesenheit bereits abgrundtief verabscheute? Mir schien, als wäre sie der Typ Mensch, der zunächst noch das Gute in anderen suchte. Bei mir würde sie da jedoch nichts als Enttäuschung finden. Ob sie wohl schlechte Laune hatte? Im Grunde war mir aber selbst das egal, vielleicht schwieg sie dann sogar eher. Zwischenmenschlich glich ich wohl einem Trampeltier, aber meiner Ansicht nach brauchte es sowieso andere Kompetenzen. Der Himmel war bedeckt, sodass es lediglich mit der Zeit langsam etwas heller wurde, sich die Sonne uns aber nicht zeigte. Wie überaus passend.



    Lumira


    Ich bemerkte Narviks Blick auf mir und sah kurz lächelnd über die Schulter zu ihm herüber. Nachdem ich auch meine Stiefel anhatte, sah ich mich im Zimmer um. Narvik hatte bereits alle verstreuten Sachen eingesammelt und so griff ich mir lediglich noch meinen Schwertgurt. Kurz fuhren meine Finger versonnen über die feine Gravur am Griff, das Metall war angenehm kühl. Allein deshalb schon würde ich Narvik niemals vergessen können. Ich besann mich und legte den Gurt schnell um. Ich stellte fest, dass diese Bewegung bereits routinierter wurde. Ob ich das gut finden sollte oder nicht, wusste ich nicht so genau, denn das Schwert war immer noch eine Waffe. Aber dafür die Schönste, die ich mir vorstellen konnte. Und vielleicht würde sie mich ja doch einmal von ihren positiven Eigenschaften überzeugen. Man wusste nie.

    Als ich mir meinen Umhang über die Schultern gelegt hatte, trat ich neben Narvik. "Fertig!", verkündigte ich und grinste unternehmungslustig.

    Scar


    Kopfschüttelnd wartete ich, bis sie das Pferd vorbereitet hatte. Von wegen, mit Pferden wären wir schneller... Das rechnete sich vermutlich mit der ganzen Versorgungszeit, die die Tiere für sich beanspruchten. Eine kühle Brise fegte über die Schneise, man konnte nun deutlich spüren, dass der Winter nahte. Laurea gliederte sich in verschiedene Zonen, deren Differenzierung eng mit den lokalen klimatischen Gegebenheiten in Zusammenhang standen. Dennoch befand sich das Land seit gut zwei Jahren in einer Art Kälteperiode, was die Temperaturen allgemein etwas nach unten hin verschob. Drei Grad kälter im Durchschnitt, das klang wenig, konnte jedoch eine Menge ausmachen. Das hatte ich selbst im letzten Jahr schmerzlich erfahren müssen, als ich bei Minusgraden und eisigem Wind in einer flachen Gegend einen langwierigeren Auftrag verfolgt hatte. Dieses Mal würde ich vorausschauender sein, denn so etwas würde mir nicht noch einmal passieren.



    Lumira


    Ich biss mir auf die Unterlippe, als er meine Befürchtung bestätigte. Sein Grinsen konnte mein schlechtes Gewissen zwar nicht überzeugen, aber es trug zumindest maßgeblich zu seinem Abbau bei. Ich lächelte ebenfalls und schlug anstelle einer Antwort die Decke zurück. Narvik hatte recht, wir waren immerhin nicht zum Spaß unterwegs. Naja, zumindest nicht ausschließlich.

    Ich krabbelte flink aus dem Bett, gab Narvik auf dem Weg einen flüchtigen Guten-Morgen-Kuss und suchte eilig meine Kleidungsstücke zusammen. Es war kühl im Zimmer, vor allem wenn man sich eben noch unter der warmen Bettdecke befunden hatte. Ich schlüpfte in die Sachen, kämmte kurz durch mein Haar, bis es wieder halbwegs knotenfrei und glänzend über meine Schultern fiel. Im Anschluss bändigte ich es geschickt zu einer schnellen Flechtfrisur.

    Scar


    "Ich an deiner Stelle würde das nicht erproben wollen", meinte ich bloß. Ich hasste es, wenn mich Leute unterschätzten. Auch, wenn das unter Umständen ein Vorteil sein konnte, ich war gefährlich und das sah man mir auch an. Das war keine Eitelkeit, sondern realistisch.

    Ich wischte mir ein paar schwarze Haare aus der Stirn, die mich störten und warf einen kurzen Blick zu Ranya.

    "Brauchst du noch lange zum Essen?"



    Lumira


    Ich spürte, wie die Matratze einsank und im nächsten Moment vernahm ich erleichtert Narviks Stimme. Ich setzte mich fürs Erste in den Schneidersitz, zupfte ein paar zerzauste Haare hinters Ohr und fuhr mich flüchtig mit einer Hand über die Augen. Dabei gähnte ich verstohlen und blinzelte Narvik schließlich stirnrunzelnd an. "Sag bitte nicht, dass du schon lange wach bist. Oder hast du etwa gar nicht mehr geschlafen?", meinte ich und hatte augenblicklich ein schlechtes Gewissen. Er war bereits halb angezogen, es lag nahe, dass er nicht erst seit ein paar Minuten auf war. Ich hätte es besser wissen müssen und nicht wieder einschlafen dürfen.

    Scar


    Ich schüttelte den Kopf. "Zu deinem Glück, sonst würdest du jetzt vermutlich nicht mehr atmen." Ich zuckte gleichgültig mit den Schultern.

    Während ich das letzte Stück Brot verspeiste, betrachtete ich sie noch einen Augenblick mit gewohnt starrer Miene. Dann sprang ich auf die Beine, wischte die Klinge eines Messers ab, das ich benutzt hatte und steckte es zurück an seinen Platz. Ich ließ meinen Blick über das weite Steinfeld unter uns schweifen. Oberhalb des Steinbruchs wäre es sicher der gefahrlosere Weg, aber gleichzeitig auch sehr viel weiter. Mit der Route durch den Steinbruch würden wir erheblich Zeit einsparen. Sollten wir ähnlich gut wie gestern vorankommen, könnten wir das Dorf bereits gegen Mittag des nächsten Tages erreichen. Eigentlich war die Entscheidung längst gefallen. Ich war zwar nicht lebensmüde, aber durchaus ein Sympathisant des Risikos, weshalb mich ein vergleichsweise kleines, wie es hier der Fall war, bestimmt nicht abschrecken würde. Vielleicht war die Wahrscheinlichkeit eines Steinschlags größer als von einem Baum erschlagen zu werden, aber ich war bestimmt nicht übervorsichtig.



    Lumira


    Den Rest der Nacht träumte ich ausnahmslos wirres Zeug, völlig zusammenhanglos und ich konnte mich später nicht einmal mehr richtig daran erinnern. Eins jedoch hatten die Träume alle gemeinsam und das war Narvik als Protagonist. Mit zwielichtigen Personen, allein im dunklen Wald, kämpfend auf einer Brücke, im Kerker... Und ich konnte ihm kein einziges Mal helfen. Wie ein Geist oder gelähmt, einzig als Zuschauer bestimmt. Ich machte mir wohl wirklich Sorgen, noch mehr als gedacht.

    Als ich schließlich erwachte, konnte ich bereits noch mit geschlossenen Lidern erkennen, dass es nun deutlich heller im Raum war. Noch nicht ganz wach, tastete ich neben mich. Aber ich stieß bloß auf das leere Laken. Verwirrt blinzelte ich und richtete mich langsam auf.

    Scar


    Als Ranya mich in der Dämmerung ansprach, war ich bereits nur noch im Halbschlaf. Egal, wie spät ich am Abend schlafen ging, wie erschöpft ich war oder wie mies es mir ging - mein Schlafrhythmus war unerschütterlich.

    Ich öffnete die Augen und blickte einen Moment lang zufrieden in den grauen Himmel. Links und rechts in meinem Sichtfeld wogen sich die dunklen Wipfel der Nadelbäume in einer kühlen Brise. So ließ es sich definitiv aushalten.

    Ich setzte mich auf, richtete meine Gurte und überprüfte sie auf fehlenden Bestand. Dann griff ich mir den Beutel aus schwarzem Leder und zog den Laib Brot heraus. Während ich ein Stück abbrach und aß, sah ich zu Ranya. "Und, hast du einen Kampf zu berichten? Was hat die "Wache" ergeben?", fragte ich spöttisch. Ich wusste natürlich, dass es ruhig gewesen war, anderenfalls wäre ich sofort aufgewacht. Aber ich konnte mir die Bemerkung nicht verkneifen, außerdem musste ich Ranya ja nicht alles auf die Nase binden. So weit kam es noch, dass sie mich "kennenlernte".



    Lumira


    Narvik schien in Gedanken bereits wieder weit weg gewesen zu sein. Ich zog kaum merklich die Augenbrauen zusammen. Was war los nur los? Irgendetwas hatte Narvik und es bereitete mir allmählich wirklich Sorgen. Das würde ich mir allerdings nicht anmerken lassen, denn das konnte er mit Sicherheit nicht auch noch gebrauchen. Gleichzeitig sollte ich wohl wirklich versuchen, noch etwas zu schlafen. Leichter gesagt als getan.

    Ich strich noch einmal zärtlich durch Narviks Haar, blieb dicht bei ihm, wo ich war und schloss schließlich die Augen. Die Grübelei hielt mich natürlich trotzdem noch eine Weile wach, aber irgendwann schlief ich doch noch einmal ein.

    Scar


    Ich schlief beinahe augenblicklich ein, kaum dass ich die Augen schloss. Zuvor vernahm ich jedoch noch deutlich, wie Ranya sich erhob und etwas vom Boden aufhob. Wahrscheinlich ihr Kuschel-Schwert.

    Diesmal war es ein traumloser Schlaf, zumindest hatte ich keinerlei Erinnerung dran, etwas geträumt zu haben. Solche Nächte mochte ich am liebsten, denn sie versprachen die meiste Erholung. Ruhe, Entspannung und klare Luft. Mehr konnte ich mir eigentlich nicht wünschen.



    Lumira


    Ich streichelte sanft seinen Rücken, während ich mich einfach schweigend an ihn kuschelte. Schließlich legte ich mein Kinn auf seine Brust und sah mit einem liebevollen Lächeln zu ihm hoch. "Wir sollten versuchen, noch ein bisschen zu schlafen", meinte ich sanft. "Was denkst du?"

    Sollte er das Bedürfnis haben, würde ich natürlich auch wachbleiben. Ich könnte niemals schlafen, wenn ich wusste, dass er sich Sorgen machte oder ihn sonst etwas mitnahm. Ich spürte, dass irgendetwas nicht in Ordnung war, aber gleichzeitig auch, dass er gerade nicht darüber reden wollte. Oder nicht konnte. Es machte nichts. Ich wollte bloß, dass er wusste, dass ich immer für ihn da war.



    //Oh-oh

    Scar


    Der Mond stand mittlerweile hoch über dem Wald, sein fahler Schein floss durch das dichte Geäst bis hinunter auf den Boden. Ich sah dabei zu, wie er sich gemächlich über den Himmel schob. Hin und wieder verschwand er hinter langen Wolkenbahnen.

    Ranya schlief, auch wenn mir ihr Atem sagte, dass sie nicht durchgehend im Tiefschlaf war. Schien offenbar etwas los zu sein, in ihren Träumen.

    In den ganzen Stunden stand ich lediglich ein einziges Mal auf und kletterte schnell und lautlos auf einen der beiden Felsbrocken. Vielleicht drei Meter hoch und oben war es windig, aber es störte mich nicht. Dort blieb ich eine weitere Zeit lang still sitzen, bis ich beschloss, dass es an der Zeit war, Ranya zu wecken. Ich wollte doch gerne noch etwas schlafen. Also sprang ich wieder von dem Felsen hinunter, ging zu ihr hinüber und schubste sie mit meiner Fußspitze an. "Aufwachen, du bist dran!"

    Da es mir im Grunde egal war, ob sie "Wache" hielt oder nicht, legte ich mich sogleich hin. Sollte sie mich nicht gehört haben, könnte sie am nächsten zumindest nicht behaupten, ich hätte es nicht versucht. Angesichts meiner eher unsanften Weckmethode war das jedoch eher unwahrscheinlich.



    Lumira


    Ich lächelte, als ich spürte, wie auch er seine Arme um meinen Körper schloss. Er schien aus welchen Gründen auch immer, sehr erleichtert zu sein. Sein Traum musste sehr real gewesen sein, wenn er ihn derart aufwühlte.

    "Du bist nicht allein", murmelte ich. "Es ist alles gut." Mit diesen Worten richtete ich mich ein wenig auf und gab ich ihm einen sanften Kuss auf die Stirn. Ich hatte keine Ahnung, ob diese Worte ihm halfen, aber ich hatte das Bedürfnis, ihn zu trösten. Ich schlang die Arme noch ein wenig fester um ihn und kuschelte mich an ihn, während ich ihn einfach festhielt und darauf lauschte, wie sein Herzschlag sich allmählich beruhigte.

    "Es ist alles gut", wiederholte ich leise. Das hoffte ich zumindest stark. Wenn nicht, dann würde eben alles gut werden. Auch wenn ich insgeheim besorgt war. Es war nur ein Traum gewesen, aber was konnte er geträumt haben, das ihn so sehr mitnahm?


    //Ein geheimnisvoller Traum^.^

    Lernen wir die Dame noch kennen?

    Scar


    Ich verharrte still in der Dunkelheit. Belustigt registrierte ich, wie Ranya ihr Schwert beim Einschlafen festhielt. Auch ein Kuscheltier-Ersatz. Ich konnte sie selbst von meinem Platz aus noch leise atmen hören. Entfernt raschelte es zwischen den Steinbrocken, ich tippte auf einen Hasen, es klang zumindest verdächtig nach einem. Irgendwo flog eine mittelgroße Eule auf, ich konnte ihren Flügelschlag vernehmen, mit dem sie die Luft durchschnitt. Einige rollende Steinchen, die unter dem Lauf des Hasens aufflogen, Blätterrascheln und der Wind. Es war still und gleichzeitig doch niemals still. Ich lauschte weiter entspannt in die Nacht. Nichts Verdächtiges. Auf diese Weise würde ich ein paar Stunden vor mich hindösen, ehe ich Ranya wecken würde. Ich hätte natürlich auch direkt schlafen können, aber den mit hoher Wahrscheinlichkeit daraus resultierenden Stress am nächsten Morgen wollte ich gerne umgehen.



    Lumira


    Ich verweilte in einer Vielzahl aus verworrenen Träumen, die auf seltsamste Weise miteinander in Zusammenhang standen und doch keinerlei Sinne ergaben. Ich wusste deshalb nicht, ob ich froh war oder nicht, als ich jäh aus diesen Tiefen gerissen wurde. Denn mit einem Mal hörte ich jemanden meinen Namen rufen, fast schon panisch und vor allen vergleichsweise sehr real.
    Ich setzte mich erschrocken auf und fuhr mir flüchtig über die Augen, ehe ich besorgt zu Narvik blickte.
    "Was ist passiert? Ist alles in Ordnung?", fragte ich bestürzt. In der Dunkelheit konnte ich sein Gesicht nur erahnen, aber ich sah es in seinen Augen feucht glänzen. Außerdem spürte ich, dass er völlig verschwitzt war.
    "Hattest du einen Albtraum?", fragte ich und strich ihm sanft ein paar nasse Haare aus der Stirn, ehe ich einfach meine Arme um ihn schlang. Ich konnte sein Herz heftig pochen hören, aber ich hielt ihn einfach fest umschlungen. Was auch immer losgewesen war, ich hatte das Gefühl, dass er eine solche Geste gerade ganz gut gebrauchen konnte...