Laurea (RPG) - Let the game begin

  • Ranya

    Ich rang mir ein weiteres Lächeln ab, als er auf Fiona - oder Nennt-mich-Fiona - zu sprechen kam. "Die bekommen wir zu zweit auch noch in den Griff."
    In dem Moment servierte die Wirtin das Essen. Zufrieden leerte ich die Teetasse und machte mich dann mit der nötigen Disziplin, aber mit genauso viel Hunger im Bauch, über das Brot her. Endlich essen.



    Narvik

    Cathan begab sich zurück zu seinem Schreibtisch und wühlte in seinen Unterlagen. "Wenn Ihr noch Fragen haben solltet, könnt Ihr ich jederzeit kontaktieren", er blickte wieder auf, "zudem werde ich die für Euch zuständigen Leute herbeischaffen, sie werden wohl zu Mittag hier eintreffen. Bis dahin habt Ihr Zeit, aber dann möchte ich, dass Ihr vor dem Haus wartet."

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide, is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Mich befremdete zwar etwas, dass Ranya uns nun dermaßen als Team darstellte, aber besser sie auf meiner Seite als sie als zweite Person, die es sich zur Aufgabe machte, mir anderweitig auf die Nerven zu gehen. Außerdem war ich für den Moment viel zu sehr auf mein Essen fokussiert, ich hatte wirklich Hunger. Ich zwang mich regelrecht dazu, nicht alles auf einmal zu verschlingen, sondern dazwischen wenigstens ein paar mal zu kauen. Mal sehen, wie lange Nennt-mich-Fiona auf sich warten lassen würde. Sollte sie nicht mehr zum Frühstück erscheinen, würde ich sie eben direkt aus dem Bett abholen und sie darauf verzichten müssen.



    Lumira


    Ich nickte. "Natürlich, wir werden da sein."

    Es war nett von Cathan, dass er alles so zeitnah organisieren wollte. Dass wir schon heute eine Unterweisung erhalten würden, damit hatte ich in der Tat nicht gerechnet. Auf einmal war die ganze Angelegenheit, die bisher nichts weiter als ein absurdes Angebot und zugleich ernste Überlegung gewesen war, so real, fast greifbar. Ich sah zu Narvik. Hatte er doch noch eine Frage oder würden wir gehen?

  • Ranya

    Etwa die Hälfte meines Brotes war bereits weg, da vernahm ich Schritte. Ich blickte auf. Fiona. Nennt-mich-Fiona. "Ach, sieh mal einer an...", gab ich von mir und lehnte mich etwas zurück, um sie zu mustern. Dass sie mich gestern zu Scar geschickt hatte, hatte mit Sicherheit einen Sinn gehabt. Ob sie etwas in meinem Zimmer gesucht hatte? Wohl kaum, denn es hatte alles noch unangetastet ausgesehen und es war auch noch alles an Ort und Stelle geblieben. Aber was hatte sie dann beabsichtigt?
    Nun, ich sollte mich eigentlich nicht darüber beschweren, immerhin schien ich mich seither wieder besser mit Scar zu verstehen, auch, wenn dieser sich nicht entschuldigt hatte. Aber das war in Ordnung, denn ich hatte das ja auch nicht getan. Also musste ich mich nicht wundern.



    //Narvik kommt später

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide, is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Tatsächlich kam Nennt-mich-Fiona nur kurze Zeit später in den Gastraum getapert. Ich hatte die ersten zwei von drei Scheiben Brot bereits vertilgt, ein zweites Glas Wasser war quasi auf dem Weg. Ich hatte die Unterarme auf die Banklehne hinter mir gelegt und sah ihr spöttisch entgegen.

    "Hast du dich verlaufen? Oder war die Matratze vielleicht zu hart? Beeil dich mit dem Essen, wir haben nicht mehr ewig Zeit."

  • Ranya

    Nennt-mich-Fiona hob die Augenbrauen und warf Scar einen abschätzigen Blick zu. "Seit wann sind wir per du?", fragte sie schnippisch und setzte sich dann mit gebührendem Abstand neben mich. Sie bestellte sich ebenfalls etwas zu essen, schwieg dann aber. Es schien beinahe, als wäre sie auch nicht allzu gut aufgelegt... Geschah ihr recht.



    Narvik

    Ich bedankte mich für die Informationen und bedeutete Lumira dann, dass wir wohl besser gingen. Also verabschiedete ich mich höflichst von Cathan, der nur nickte, und hielt Lumira dann die Bürotür auf. Nichts wie in die Scheune. Ein bisschen freie Zeit hatten wir also noch und die wollte genutzt und nicht verschwendet werden.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide, is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Meine Augenbrauen wanderten noch etwas weiter in die Höhe. Ich schnaubte verächtlich.

    "Was wir sind oder nicht ist mir egal. Aber ich brauche definitiv keine Erlaubnis, wen ich hier duze oder nicht, das entscheide ich einfach selbst. Ich erinnere dich selbstverständlich gerne noch einmal, dass du hier am wenigsten zu sagen hast. Du bist der Auftrag, Jonny will dich lebend, also bleibst du das auch. Das heißt aber auch nicht, dass du dir mehr herausnehmen kannst. Aber sei beruhigt: Bald hat sich das Ganze wohl ohnehin erledigt." Ich verzog spöttisch den Mund. "Lass es dir schmecken."



    Lumira


    Ich neigte zum Zeichen meines Dankes noch einmal den Kopf, ehe ich auf den Gang hinausschlüpfte. Narvik hielt ganz ehrenhaft die Tür für mich auf. Als sie leise hinter uns ins Schloss einrastete, blieb ich erst einmal stehen und griff nach seiner Hand, die ich sanft drückte.

    Anschließend steuerte ich uns zielsicher den Gang zurück, den wir gekommen waren und in den Eingangsbereich. Von Mathilda war immer noch nichts zu sehen. Dennoch steckte ich einmal kurz den Kopf ins Dienstmädchenzimmer. Weil ich sie auch dort nicht fand, schrieb ich kurzerhand eine knappe Nachricht auf einen Zettel mit Mathildas Namen darauf, den ich zusammengeklappt und gut sichtbar auf einem kleinen Tisch drapierte. Die Uniform behielt ich lieber vorerst an.

    Draußen bleib ich kurz stehen.

    "Lief doch ganz gut", fasste ich das Gespräch zusammen. Ich war immer noch etwas ungläubig, was das Kleidungsversprechen und die Unterweisung anging. Dazu stand fürs Erste jedoch die unverhofft erhaltene Freizeit an. In Narviks Blick las ich, dass er ähnlich dachte. Wir sollten die Zeit nutzen.

  • Ranya

    Fiona schnaubte verächtlich, ehe sie sich drohend erhob. "Passt gut auf!", zischte sie. "Es scheint fast so, als hättet Ihr aus Eurer gestrigen Lektion noch nicht gelernt. Ihr könnt gerne noch eine haben, Ihr braucht es nur zu sagen!"
    "Genug!", fuhr ich dazwischen und warf Scar einen bittenden Blick zu, bevor ich Nennt-mich-Fiona anfunkelte. "Ihr hört auf zu drohen und wundert Euch besser nicht weiter darüber, dass man hier nicht erfreut ist, Euch zu sehen! In diesem Fall habt Ihr Euch das selbst zuzuschreiben!"



    Narvik

    Hand in Hand verließen wir schlussendlich, nachdem Lumira ihrer 'Aufseherin' einen Brief hinterlassen hatte, das Haus. Auf Lumiras Worte hin nickte ich. "Und das Beste ist, wir haben jetzt ein bisschen Zeit alleine..." Ein schelmisches Grinsen stahl sich auf mein Gesicht und ich drückte ihr sanft einen Kuss auf die Wange.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide, is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Natürlich tat Nennt-mich-Fiona so ziemlich das Gegenteil von dem, was ich hatte bewirken wollen. Ich wollte gerade ebenfalls heftig etwas erwidern (wollten wir doch mal sehen, wer hier wen fürchten musste), Angst vor ihren Ohrfeigen hatte ich jedenfalls nicht. Doch ich sagte vorerst nichts. Allerdings war es sicher nicht der Blick, den Ranya mir zuwarf und der wohl genau das bezwecken sollte, sondern vielmehr ihre folgenden Worte, die mich zu erstauntem Schweigen veranlassten. Sie schien diese Team-Sache tatsächlich ernst zu meinen.



    Lumira


    Als in Folge seiner Worte wieder dieses schelmische, mir mittlerweile gut bekannte Funkeln in seine Augen trat, musste ich ebenfalls grinsen. Ich legte meinen Arm erst um seine Hüfte, entschied mich dann aber doch wieder für die Hand, an der ich nun stattdessen zog.

    "Komm!", rief ich lachend und lief los, in Richtung Scheune. Weil es immer noch regnete, taten wir wohl besser daran, auf möglichst direktem Weg unsere Behausung aufzusuchen. Der Himmel war trüb und grau, der Horizont kaum auszumachen, weil alles in zähem Nebel zu verschwimmen schien. So wie es im Moment aussah, würde sich an den Wetterumständen am heutigen tag auch nicht mehr viel ändern.

  • Ranya

    Fiona kam jetzt erst richtig in Fahrt. Sie begann sich lautstark darüber zu beschweren, wie unfähig wir nicht wären und was uns Jungspunden denn einfiele, so respektlos mit ihr umzugehen. Schließlich erhob ich mich und legte ihr die Hände auf die Schultern und drückte sie - auch gegen ihren Widerstand - wieder auf den Sessel. "Hier wird nicht so laut gejammert!", zischte ich. "Wir wollen nicht die Aufmerksamkeit aller anderen auf uns ziehen!" Doch das war wohl schon zu spät. Einige blickten bereits zu uns herüber. Ich seufzte. Was wusste oder besaß diese Frau, dass Jon auf sie angewiesen war? Irgendetwas musste es doch geben...



    Narvik

    Grinsend folgte ich Lumira zur Scheune, doch kaum hatten wir den Innenraum betreten, griff ich nach ihren Handgelenken und zog sie zu mir. "Zeit für uns", flüsterte ich leise, wobei ich wieder schelmisch grinste, ließ ihre Handgelenke wieder los und legte meine Hände stattdessen an ihre Hüften. "Nur für uns alleine", fügte ich hinzu und gab ihr sanft einige Küsse auf den Hals. "Ich liebe dich", raunte ich ihr zu. Ein Leben ohne sie wäre längst unvorstellbar. In den letzten Wochen war mir das immer bewusster geworden. Dass sie mich damals umgerannt hatte, war das größte Glück gewesen, dass ich je gehabt hatte. Sie hatte alles verändert. Meinen Blick auf meine Vergangenheit, meine Gegenwart, meine Zukunft.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide, is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Ich lehnte mich belustigt zurück und beobachtete die beiden Frauen. Das Lustigste war, dass Nennt-mich-Fiona, die deutlich älter war, Ranya außer Gezeter nichts weiter entgegenzusetzen haben schien (mal abgesehen Savon, dass sie und beide Jungspunde nannte...).

    Wir wirklich möglichst bald aufbrechen. Es wurde Zeit, dass sich unsere Wege trennten. Was der gute Jonny mit Nennt-mich-Fiona wollte war mir ein Rätsel, aber es sollte mich auch nicht weiter kümmern. Hauptsache er war glücklich, ich war zufrieden und alles wäre wunderbar. Von mir aus konnte er mit ihr nach Herzenslust tun und lassen was er auch wollte.



    Lumira


    Kaum, dass wir die Scheune betreten hatten und die Nässe von oben zumindest deutlich weniger wurde (wenn auch vereinzelt Wasser durch die zahlreichen Spalten und Lücken im Scheunendach auf uns hinabtropfte), wirbelte Narvik mich zu sich herum, indem er meine Handgelenke packte und mich zu sich zog. Ich lachte und biss mir bei seinen Worten grinsend auf die Unterlippe. Mit diesem Blick machte er mich wahnsinnig.

    "Ich dich auch", murmelte ich mit einem zufriedenen Seufzen, während ich mit geschlossenen Augen seine Küsse genoss. Hals war immer eine gute Stelle, ich hatte keine Ahnung ob das jeder oder nur mir so ging. Egal.

  • Ranya

    Fiona funkelte mich an, sagte aber nichts mehr. Währenddessen behielt ich im Hinterkopf, dass sie potenziell bewaffnet war. Der Beutel war zwar nicht hier, aber das hatte ja nichts zu sagen. Vielleicht hatte sie ihr Messer noch dabei...

    Ich setzte mich nun ebenfalls wieder und aß nun den Rest meines Frühstücks. Fionas wurde auch bald serviert und sie machte keine Anstalten, sich noch einmal zu beschweren. Allerdings reichte das so auch. Das würde eine spaßige Reise mit den beiden werden, aber vor allem mit Fiona, die sich pausenlos mit Scar anlegen wollte - so schien es zumindest.



    Narvik

    Während Lumira genießerisch seufzte, liebkoste ich weiter sanft ihren Hals. Dabei legte ich nun meine Arme um sie, um sie etwas enger zu mir zu ziehen. Am liebsten wäre ich ewig hier mit ihr stehengeblieben, doch spätestens, als mich ein kalter Wassertropfen am Kopf traf und ich zusammenzuckte, war klar, dass das kein guter Ort war. Also ließ ich von ihr ab. "Gut festhalten", meinte ich grinsend zu ihr, bevor ich sie kurzerhand hochhob, um sie zu unserem trockenen Schlafplatz zu tragen. Dort hatte es nicht hineingeregnet, die ganze Nacht nicht, dann würde es das jetzt wohl auch nicht tun.

    Vorsichtig setzte ich einen Fuß vor den anderen, damit ich bloß nicht stolperte, wo ich doch so eine Kostbarkeit trug.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide, is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Fionas Blick sprach Bände. Schon ihre Augen sprachen für sich. Ich hielt mich da allein aus strategischen Gründen bedeckt. Ein bisschen Verwirrung und Verunsicherung waren eigentlich immer ganz nett. Auch wenn mein emotionsloser Gesichtsausdruck in den meisten Fällen schlicht der Wahrheit entsprach. Wie dem auch sei, es war gut, dass die Wirtin bald Fionas bestellte Portion brachte und ihr damit wortwörtlich fürs Erste das Maul stopfte. So musste ich mir auch nicht weiter überlegen, wie ich es am besten schaffte, nicht auf ihre Provokationen einzugehen. Das lag mir eigentlich nicht so. Dass es bei ihr im Grunde so erbärmlich war und damit etwas Entwürdigendes hätte, erleichterte das Ganze jedoch erheblich.



    Lumira


    Ich grinste, als Narvik zusammenzuckte. Ihn hatte wohl etwas Nasses getroffen.

    Ich wollte gerade schmollend die Unterlippe vorschoben, als er mich kurzerhand hochhob. Seine Worte funktionierten nicht mehr ganz als Vorwarnung, weshalb ich im Reflex sein Hemd zu fassen bekam. Zum Glück musste ich mich aber gar nicht groß festhalten, Narvik hielt mich gut fest. Weil ich sein Hemd am Ausschnitt damit ohnehin schon etwas heruntergezogen hatte, nutzte ich die Gelegenheit direkt, mich ein bisschen zu revanchieren, indem ich meine Lippen die Stelle dort vom Brustansatz bis zum Schulteransatz bewandern ließ. Darüber, dass Narvik mit mir zusammen stürzen könnte oder zumindest doch mich fallen lassen könnte, machte ich mir keine Sorgen. Genau genommen fühlte ich mich sehr sicher in und auf seinen Armen.

  • Ranya

    Nachdem ich gegessen hatte, erhob ich mich. "Ich werde mal das Pferd fertig machen, wir treffen uns dann draußen." Dabei warf ich Fiona noch einen warnenden Blick zu. "Benehmt Euch."
    "Ihr habt mir gar nichts zu sagen."
    Kopfschüttelnd setzte ich mich in Bewegung. Das Pferd war wohl definitiv angenehmere Gesellschaft als Fiona. Die schien heute alles andere als ausgeglichen zu sein.



    Narvik

    Mit einem Mal spürte ich Lumiras Lippen auf meiner Haut. Beinahe hätte ich sie deswegen fallen gelassen, weil sie mich damit für einen Moment so aus dem Konzept brachte, doch meine Arme hielten sie weiter fest, so, als hätte auch mein Körper schon verstanden, dass Lumira um keinen Preis fallen durfte.

    Nun war ich derjenige, der zufrieden seufzte, doch die Augen konnte ich dabei nicht schließen, sonst wären wir vermutlich beide am Boden gelandet.

    Bei unserem Schlafplatz angekommen, kniete ich mich vorsichtig hin, wobei ich Lumira absetzte. "Endstation", grinste ich.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide, is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Typisch. Ranya schien vorzuhaben, mich mit Nennt-mich-Fiona alleine zu lassen. Sollte mir Recht sein. Nur musste sie sich dessen auch bewusst sein, dass das bestimmt nicht die beste Idee war. Was Nennt-mich-Fiona betraf, selbstverständlich. Denn um mich selbst sorgte ich mich kein bisschen. Um Nennt-mich-Fiona nur eben auch nicht. Ich war der Jäger, sie die Beute und wenn ich zu härteren Methoden griff, um dieses Verhältnis durchzusetzen, dann lag die Verantwortung sicher nicht bei mir. Ich könnte ebenfalls gehen, aber irgendwie bereitete mir das Provokative, das die Situation allein schon durch ihre Existenz in sich trug, unheimliche Freude. Zudem hielt ich es für klüger, diese Frau im Auge zu behalten. Man wusste nie, was in der Zeit bis zum Aufbruch noch passieren könnte.



    Lumira


    Ich schien Narvik durch meine Aktivität für einen Augenblick ziemlich abzulenken (was mir durchaus gefiel), doch wirklich ins Wanken kam er nicht. Das hätte ich immerhin auch in keinster Weise beabsichtigt.

    Ich musste gar nicht aufschauen, um zu wissen, dass wir uns an unserem Schlafplatz befanden, als Narvik die Ende meiner "Reise" auf seinen Armen verkündete und in die Knie ging.

    "Gut, hier bleiben wir", erwiderte ich breit lächelnd auf seinen Kommentar. Schon im nächsten Moment spürte ich die weichen Decken unter mir. Daran, ihn dabei loszulassen, dachte ich allerdings kein bisschen. Stattdessen hielt ich ihn weiterhin fest und zog ihn am Kragen kurzerhand mit mir hinunter.

  • Ranya

    Zumindest für einen Augenblick hatte ich meine Ruhe. Und ich würde diesen Augenblick genießen. Also ließ ich mir Zeit dabei, das Pferd zu satteln und die Ausrüstung zu verstauen. Das Tier ließ sich das gefallen, schnaubte nur ab und zu oder schüttelte hin und wieder eine Fliege ab. Im Großen und Ganzen zeigte es sich allerdings nicht sehr interessiert an dem, was ich tat.



    Fiona/Mirana/Liana

    Schweigend verdrückte ich mein Frühstück. Diese rotzfreche Göre würde es schon noch bereuen, dass sie mich so behandelt hatte. Natürlich hätte ich mich wehren können, allerdings wäre das mit Sicherheit ausgeartet und dann wäre ich natürlich die Schuldige gewesen. Außerdem hatte sie zumindest in einem Punkt Recht gehabt, auch, wenn sie nicht wusste wie sehr. Wir mussten aufpassen, dass wir nicht allzu viel Aufmerksamkeit erregten. Sonst fanden sie uns umso schneller.



    Narvik

    Lumira zog mich mit sich hinunter, was mir ein Schmunzeln entlockte. Dann wandte ich mich erneut ihrem Hals zu. Ganz sanft, ganz zärtlich, vorsichtig, als könnte sie sonst zerbrechen, wanderten meine Lippen an ihrem Hals entlang, liebkosten sie. Während ich mich mit einer Hand abstützte, strich ich mit der anderen mindestens genauso sanft über eine ihrer Hände, nach der ich gegriffen hatte.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide, is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Ich griff mir das Wasserglas und leerte es in einem Zug. Anschließend lehnte ich mich wieder - betont entspannt - zurück. Damit, dass Ranya bald zurück kam, rechnete ich gar nicht erst. Sie genoss mit großer Sicherheit ihr vorläufiges Entkommen. Mir war das im Grunde auch egal.

    "Ich nehme mal an, du hast keine Lust, zu plaudern?", wandte ich mich spöttisch an Nennt-mich-Fiona. Das eigentlich unterhaltsame an dieser vielmehr rhetorischen Frage war, dass ich normalerweise wohl der Letzte wäre, der gerne plaudern würde. Somit würde mich auch anhaltendes Schweigen zufriedenstellen. Ausnahmsweise hätte ich aber auch nichts gegen eine kleine Unterhaltung, die im Zweifelsfall wahrscheinlich eher einem Verhör ähneln würde, denn ich war mir sicher, dass dieses Weib mehr als nur "Etwas" zu verheimlichen hatte. Und ich wüsste schon gerne, was.



    Lumira


    Narvik nahm seine vorherige Betätigung quasi nahtlos wieder auf. Ich seufzte abermals zufrieden, seine so unglaublich sanften Berührungen waren mehr als nur angenehm. Bloß konnte ich mich so vorläufig nicht revanchieren. Solange es ihn nicht störte, sollte mir das Recht sein, so konnte ich einfach genießen. Und zumindest mit der Hand, die nicht wunderbar warm in seiner lag, seinen Kopf zu umfassen und in seinen weichen, dunklen Haaren zu vergraben. Vielleicht genügte ihm im Moment auch schlicht allein das, was er tat, ohne dass ich groß aktiv wurde, kam es mir noch in den Sinn, ehe ich erneut die Augen schloss und mich seinen Lippen hingab.

  • Fiona/Mirana/Liana

    Ich blickte auf, als dieser Scar etwas von sich gab. "Das habt Ihr gut erkannt", zischte ich. "Habe ich nicht. Danke." Mit diesen Worten erhob ich mich, griff nach dem letzten Stück Brot und verdrückte dieses sogleich. Dann wandte ich mich um. Je schneller ich zurück in mein Zimmer kam, desto besser. Immerhin wollte ich noch meinen Beutel holen. Und dabei würde ich mir Zeit lassen.



    Narvik

    Während ich mit dem, was ich begonnen hatte, fortfuhr, vergrub Lumira ihre Finger in meinem Haar. Ich liebte es, wenn sie das tat. Zufrieden seufzte ich. Diese Frau war so wunderbar. Sie wusste, was sie tun musste, damit es mir gut ging und sie tat das auch. Genau das Gleiche wollte und würde ich für sie tun... Das war auch der Grund, warum ich ihr niemals in Hinblick auf den Ball im Weg stehen würde. Weil ich sie liebte.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide, is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Natürlich bestätigte sie die Worte. Nichts anderes hatte ich erwartet, in sowas hatte ich im Grunde immer Recht. Ich grinste beinahe schon zufrieden, beobachtete dann jedoch mit einem gewissen Erstaunen, wie sie sich in Folge ihrer Worte erhob und umwandte. Sie wollte gehen? Eigentlich nur umso besser, damit hatte ich aber nun wirklich nicht gerechnet, dass sie sich so schnell wieder davonmachen würde.

    "In Ordnung. Du hast fünfzehn Minuten", gab ich gelassen zurück, das Fünkchen Erstaunen ließ ich mir jedenfalls kaum anmerken. Wir wollten hier mal nicht wieder vergessen, wer hier Jäger und wer Erjagter war. Solange sie nicht an den Auftraggeber abgeliefert war, betrachtete ich Nennt-mich-Fiona als eine Art Gefangene. Jäger-Logik, weil ich sie mit niemandem teilte, musste sich auch niemand die Mühe machen, sie verstehen zu wollen. Fünfzehn Minuten. Genau die Zeit, die ich brauchen würde, um in Ruhe noch etwas zu trinken und meinen Beutel aus dem Zimmer zu holen. Gepackt hatte ich immer, beziehungsweise packte ich gar nicht erst aus. Für lange Aufenthalte nicht und für kurze schon gar nicht. Ich war immer abreisebereit. Das hatte sich schon des Öfteren als gut erwiesen. Denn wer vorbereitet war, konnte nicht so leicht überrascht werden.



    Lumira


    Liebevoll suchten meine Finger sich ihren Weg durch Narviks dichtes Haar. In der Tat gefiel mir die Länge gar nicht mal so schlecht, die es mittlerweile hatte, je länger ich darüber nachdachte. Er sah damit noch etwas "wilder" aus und ich die halblangen Strähnen, die ihm vorne ins Gesicht fielen, waren durchaus sehr ansehnlich... Vielleicht ließ Narvik sich ja überzeugen, sie nur hinten etwas zu kürzen. Bestimmt kitzelten sie bei ihrer Länge mittlerweile im Nacken. Aber wenn sie nicht ganz so kurz waren, hatte ich durchaus mehr, das meine Finger greifen konnten. Nun wanderten sie bis zu seinem Hinterkopf, wo ich begann, meine Fingerkuppen mit leichtem Druck in seine Kopfhaut zu graben und so auf sanfte Weise zu massieren. Das grenzte schon an Multitasking, weil seine Lippen an meinem Hals mich doch sehr einnahmen. Da war es gar nicht so leicht, sich nebenher auf etwas anderes zu konzentrieren, selbst wenn es so selbstverständlich geschah wie meine Finger durch sein Haar gleiten zu lassen...

    "Das hatten wir schon viel zu lange nicht mehr. So einen Moment, meine ich. Tagsüber, allein, nur für uns", murmelte ich leise. Tatsächlich hatte sich unsere gemeinsame Zeit seit wir beide hier arbeiteten, auf die abendlichen und nächtlichen Stunden begrenzt. Am Anfang war es sehr seltsam gewesen, wo wir die Wochen davor doch rund um die Uhr zusammen verbracht hatten. Aber auch jetzt, war es schwer, sich daran zu gewöhnen. Wahrscheinlich weil es einfach etwas war, an das man sich am liebsten überhaupt nicht gewöhnen wollte. Andererseits war die Vorfreude auf den Abend jeden Tag riesig und egal wie müde und erschöpft wir auch waren, ich genoss die gemeinsame Zeit, die uns erhalten blieb umso mehr. Ich lächelte. "Ich bin glücklich."

  • Fiona/Mirana/Liana

    Ich schnaubte bloß. "Hab mich doch gern", fauchte ich und verschwand in Richtung meines Zimmers. Dort angekommen warf ich, so wie üblich, einen Blick in den Beutel. Es war noch alles da. Doch ich hatte den Verdacht, dass sich eine oder einer der beiden anderen gestern meinen Beutel genommen und diesen durchwühlt hatte... Das musste diese Ranya gewesen sein. Ob sie den gesamten Inhalt nun kannte? Ich hoffte nicht, sonst konnte ich mir mein Grab schaufeln, denn ich glaubte kaum, dass sie ein Geheimnis für sich behalten würde...



    Narvik

    Lumira strich weiter durch mein Haar, massierte meine Kopfhaut, was mich ein weiteres Mal zufrieden seufzen ließ, während ich mich weiter ihrem Hals widmete. Dabei genoss ich ihre Berührungen so sehr, dass es mir schwer fiel, mich weiter auf ihren Hals zu konzentrieren. Währenddessen murmelte sie leise, dass wir schon viel zu lange nicht mehr tagsüber Zeit für uns alleine gehabt hatten. Wie recht sie hatte. Doch ich erwiderte nichts und fuhr einfach mit dem fort, was ich schon die ganze Zeit über tat.

    Irgendwann meinte sie, sie wäre glücklich. Lächelnd hob ich nun doch den Kopf und blickte sie an. "Das ist alles, was zählt", flüsterte ich leise. Für mich war es alles, was zählte. Sie sollte glücklich sein. Sie war es viel zu lange nicht gewesen.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide, is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Nachdenklich und stirnrunzelnd blickte ich ihr noch einen Moment nach, ehe ich die stressigen Gedanken kurzerhand fortwischte, noch etwas zu trinken bestellte und einen Augenblick die "Ruhe" genoss. In meinem herrschte beinahe schon eine friedliche Stille.

    Die Wirtin musterte mich skeptisch, obwohl sie wohl glaubte, ich würde es nicht bemerken. Wahrscheinlich hatte sie heimlich gewettet, dass sie sich bis zu meiner Abreise noch Ärger einhandeln würde, aber ich trank ruhig aus und machte mich im Anschluss gemütlich auf zu meinem Zimmer. Dort schnappte ich mir meinen Beutel, ließ noch einmal den Blick schweifen, griff mir den Schlüssel und machte mich damit auf den Weg zum Empfangstresen. Zahlen. Wenn Nennt-mich-Fiona bis dahin nicht auftauchte, würde ich sie wohl persönlich abholen müssen.



    Lumira


    Meine Lippen formten bei seiner Erwiderung ein noch weiteres Lächeln als ohnehin schon. Narvik war einfach... großartig. Das ich diesen Begriff einmal verwenden würde, beziehungsweise in meiner Verzweiflung darauf zurückgreifen musste, weil mir allmählich die Superlative ausgingen. Was hatte ich nur die letzten 18 Jahre meines Lebens verpasst? Aber Zeit konnte man weder zurückdrehen, noch aufholen. Und so blieb mir einzig der Trost, dass noch die Chance auf viele glückliche Jahre bestand, die ich aufgrund der Vergangenheit umso mehr zu schätzen wissen würde.

    Während meine Hände durch sein Haar streichelten, fiel mein Blick wieder auf den Ring an meinem Finger. Es mochte ein provisorischer Faden sein, aber das hatte keinerlei Auswirkung auf seine Bedeutung. Ein Ring blieb es immer noch. Ich wusste nicht, ob Narvik ahnte, was ich damit verband, wo ich nicht einmal wüsste, wie ich es in Worte packen sollte... Das Ewigkeitssymbol beiseite gelassen, war es wohl einfach das Zeichen von Liebe und Verbundenheit, dass ihn mir so wertvoll machte. Das hier war besser als alles, was ich mir jemals auch nur zu erträumen gewagt hatte.