Laurea (RPG) - Let the game begin

  • Ranya
    Sein Todesblick ließ mich die Augen verdrehen. Jon hingegen antwortete unbeirrt. "Oh, Ihr habt keine Idee? Wie wäre es... mit Geld? Indirekt ist der König mein Arbeitgeber, die Kosten trägt er und es lässt sich verhandeln." Mein Vorgesetzter beugte sich nach vorne und ich musste mich anstrengen, um zu verstehen, was er sagte. "Glaubt mir, so viel Geld habt Ihr schon lange nicht mehr verdient und werdet Ihr auch nicht so bald." Ich verdrehte die Augen. Es musste Jon wirklich wichtig sein, wenn er so auf ihn einredete. Worum ging es ihm? Wen sollten wir finden?

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Geld. Ich wollte gerade irgendetwas Spöttisches erwidern, als er noch etwas hinzufügte, was, zugegeben, nicht ganz uninteressant war. Der König also. Ich musterte mein Gegenüber verstohlen. Nichts für ungut, aber wäre ich König, hätte ich einen wie Jonathan wohl kaum eingestellt. Höchstens an einem ganz miesen, verkaterten Tag, noch weitaus schlimmer als der heutige. Vielleicht tickte der König aber auch einfach genauso. Mir war er prinzipiell ziemlich gleichgültig, aber wenn er mir sein Geld abgeben wollte, da sagte ich sicher nicht Nein... Denn das der König nicht schlecht zahlen könnte, das glaubte ich ausnahmsweise gern. Es ließe sich verhandeln... Selbst wenn er geizig sein sollte, es klang ja ganz so, als legte dieser Jonathan es sehr auf mich an. Musste ja essentiell wichtig sein. Zugegeben, das gefiel mir irgendwo. Aber vor allem standen damit die Chancen auf eine Verhandlung wirklich nicht schlecht... Ich lehnte mich zurück, trank einen Schluck von dem ekligen Gebräu und sah ihn eine Weile an. Starr und schweigend. Ich könnte mir die ganze Suche nach einem neuen Auftrag sparen. Gleichzeitig war meine Zielgegend sicher auch nicht schlecht, um Geld zu machen, dort fahndeten sie gerade nach gleich mehreren Leuten mit nicht geringem Kopfgeld. Sicher würde es sich bei den Auftraggebern nicht um Könige handeln und sie würden auch kaum so zahlen, aber auch nicht schlecht. Und wenn das hier irgendeine List war...
    Ich fixierte Jonathan. "Nein", sagte ich irgendwann. Kurz und schlicht. Ich legte entspannt die Arme auf die Banklehne. "Es sei denn, ihr könnt beweisen, dass ihr die Wahrheit sagt. Vielleicht denke ich dann noch einmal darüber nach." So leicht würde ich es ihm mit Sicherheit nicht machen. Misstrauen lag in meiner Natur. Noch so eine Segen-Fluch-Sache.
    Ich nahm urplötzlich die Hände wieder herunter und schnellte wieder vor. Ich sah ihm direkt in die Augen.
    "Ich verstehe generell wenig Spaß, ganz besonders aber nicht heute. Weißt du, was ich tue, um mein Geld zu verdienen? Solltest du dir einen Spaß erlauben, dann wirst du das bitter bereuen. Überleg dir also, was du sagst oder tust oder verschwende nicht weiter meine Zeit." Das war sicher recht grob, aber ich wollte auch gar kein freundlicher Mensch sein, von daher war es nicht weiter tragisch. Er würde es verkraften. Ich musste immer sichergehen und das tat ich auch.

  • Ranya
    Langsam wurde es mir zu blöd und ich erhob mich nun ebenfalls, um mich dann neben Jonathan wieder niederzulassen. Schweigend folgte ich den Worten des Fremden. Ehrlich gesagt konnte ich ihn verstehen, aber viel lieber wollte ich ihn nicht dabei haben. Ich konnte genau so gut selbst arbeiten, ich brauchte keine Hilfe. Deshalb verstand ich auch nicht, was das werden sollte. Jon hingegen schien völlig entspannt, auch, als der Mann ruckartig nach vorne schnellte. "Das ist nicht meine Absicht." In seinen Augen lag Ruhe, doch noch etwas Anderes, das ich nicht deuten konnte. Ich wusste, dass Jon keine einfache Vergangenheit gehabt hatte und alleine das, was ich von Gerüchten wusste, schien überhaupt nicht zu dem Mann zu passen, neben dem ich nun saß. Nicht im Geringsten. Und sicherlich waren nicht alle Erzählungen über ihn nur Gerüchte... Selbst die harmloseren konnten einem einen Schrecken einjagen...
    "Glaubt mir, wenn ich Spaß will, dann gehe ich ins Theater", sprach Jon weiter. "Aber wenn sich mir eine gute Gelegenheit auftut, dann werde ich sie nutzen." Er schien so ernst... Irgendwie beunruhigte mich, was er sagte weniger, als wie er es sagte. "Euch muss nur bewusst sein, dass es kein Zurück mehr gibt." Kein Zurück mehr... Mich fragte er also nicht. Kein Wunder, ich hatte Befehlen zu folgen, nichts weiter.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Ich hörte mir mit verengten Augen seine Worte an, abwiegend. Theater... Kultur wurde eindeutig überbewertet.
    Mir schien allerdings tatsächlich nicht so, als würde er lügen. Aber wieso war er nur so erpicht darauf, mich für seinen Auftrag zu gewinnen, wenn er gar nicht wusste, wer ich war? Anderenfalls hätte ich dieses Streben sicherlich nachvollziehen können, denn ich gab ziemlich viel auf meine Person und Fähigkeiten. Sollte er doch in meiner Branche verqueren, hatte er sich jedenfalls keinen Namen gemacht, denn dann würde ich ihn kennen. Er aber vor allem mich.
    Irgendwie sprach Jonathan auf eine seltsame Art und Weise ernst, was unterschwellig in seiner Stimme mitschwang, war nicht ganz klar. Es gab kein Zurück mehr? Kein Zurück mehr, sollte ich ablehnen? Oder wenn ich zusagte? Oder meinte er damit, dass sich irgendjemand anmaßen wollte, mir die Entscheidung bereits abgenommen zu haben? Mittlerweile war die Frau neben ihren angebeteten Vorgesetzten gerutscht. Allerdings wirkte sie auch nicht mehr ganz so zufrieden. Sie wollte mich wohl loswerden. Das veranlasste mich beinahe dazu, doch zuzustimmen, aber das wäre albern. Und schließlich beruhte die Sache mit der Kontaktvermeidung durchaus auf Gegenseitigkeit. Sah ich so aus, als würde ich gern zusammenarbeiten? Nein.
    Ich ignorierte sie auch weiterhin und sah stattdessen Jonathan direkt an. "Warum redest du nicht einfach Klartext?", schlug ich vor. "Wovon gibt es kein Zurück mehr und was willst du, das ich für dich tue? Ich bin kein Laie, ich brauche Informationen."

  • Jonathan
    Seine Worte ließen mich leicht den Kopf schütteln. Schien, als wäre er selten mit Geheimhaltung betraut worden. Nun, irgendwann war immer das erste Mal. "Wie bereits erwähnt, geht es darum, eine Person ausfindig zu machen. Allerdings kann ich Euch schlecht mehr Informationen geben, denn diese sind äußerst vertraulich. Wenn Ihr allerdings einwilligt, seid Euch bewusst, dass es ein Spiel mit dem Feuer ist." Ich konnte Ranyas Blick geradezu auf meiner Haut brennen spüren, doch ich erwiderte ihn nicht. Ihr würde ich das später erklären müssen. Denn das, was ich vorhatte, würde wohl auch ihren Glauben an mich erschüttern, oder zumindest ihren Glauben an den Vorgesetzten, der sich strikt an Regeln hielt. Was ich vorhatte, grenzte womöglich an Hochverrat, je weniger die beiden wussten, desto besser.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Ich sah ihn eine Weile einfach bloß schweigend an. Mein Blick war starr, in der ganzen Zeit blinzelte ich kein einziges Mal, noch zuckte ich mit der Wimper. So schwer mir die Vorstellung fallen mochte, möglicherweise war dieser Jonathan doch nicht so ein dämlich unschuldiger Trottel. Dämlich und ein Trottel, ja, aber vielleicht nicht ganz so unschuldig, wie auf den ersten Blick angenommen. Hatte er gesagt, dass er für den König arbeitete?
    Ich hatte kein gutes Verhältnis zu Geheimnissen. Nicht, weil ich sie nicht behalten könnte - bei diesen dieser Art glich ich einem Grab -, sondern weil ich eingeweiht sein wollte. Ich hasste es, von einem Geheimnis zu wissen, es aber nicht zu kennen. Es kränkte wohl meinen Stolz und das bisschen Ehrgefühl, dass ich mir noch erhalten hatte.
    Ein Spiel mit dem Feuer... Diese Aussicht war wohl ausschlaggebend, denn ich liebte das Risiko und wandelte praktisch mit Vorliebe auf dem schmalen Grad zwischen Leben und Tod.
    "Möglicherweise habt ihr soeben einen Brandexperten gefunden." Meine Stimme klang ein wenig versöhnlicher, ich blinzelte jedoch auch weiterhin nicht. "Aber damit das klar ist: Ich will mir Selbstständigkeit und eigene Methoden erhalten, denn ich werde niemals zu einem Haustier werden - wie sie." Mein Blick streifte für eine Millisekunde die Frau, die offenbar hoffte, mit ihren Blicken Löcher in Jonathan zu brennen. "Ich will eine erstrebenswerte Bezahlung und mit Informationen versorgt werden. Im Gegenzug werde ich mich dafür eurem Auftrag verpflichten. Und seid euch sicher: Ich scheitere nie."

  • Jonathan
    Ich folgte seinem Blick zu Ranya, während er sprach, schüttelte dann aber den Kopf. "Sie ist kein Haustier, glaubt mir." Ein leichtes Schmunzeln stahl sich auf mein Gesicht. "Sie kann eine ganz schöne Bestie sein, glaubt mir." Als wollte ich meine Gedanken so verjagen, schüttelte ich den Kopf. "Also gut." Prüfend blickte ich mich um, ehe ich die Stimme ein wenig senkte. "Wie Euch vielleicht bekannt ist, ist der König kein besonders guter Herrscher, vor allem seine Untertanen, die sich täglich die Hände blutig schuften, sehen das so. Deshalb gibt es Leute, die bereit sind, ihn zu stürzen. Kommen wir nun zum Punkt. Ich will, dass Ihr eine Frau ausfindig macht. Ihr Name lautet Mirana, allerdings handelt es sich dabei sicherlich nicht um ihren wahren Namen. Sie ist etwa Mitte 30, dunkelbraunes Haar, graue Augen, schlank, nicht besonders groß." Ich griff in das Innere meines Mantels und zog ein Papierstück hervor, das ich auseinanderfaltete. Eine Landkarte. Kurz suchte ich, dann deutete ich auf einen Punkt auf der Karte, an dem ein kleines Dorf eingezeichnet war. "Hier habe ich sie das letzte Mal getroffen. Wo sie jetzt ist, ist schwer zu sagen... Aber ich muss sie finden."

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • (Die Schreibmethode gefällt mir, ich bin mal so frei und übernehme sie, ja? xD)


    Scar
    Ich hörte mir zufrieden Jonathans Ausführungen an. Also doch, meine Vorahnung den König betreffend bestätigte sich. Seine Bemerkung zu "Ranya" maß ich keine weitere Bedeutung zu, ich bezweifelte doch, dass in ihr "eine Bestie" schlummern sollte. Aufmerksam folgte ich seiner Personenbeschreibung und prägte mir gleichzeitig jede Information ein. Ich würde sie nicht mehr vergessen und jederzeit abrufen können.
    Interessiert beugte ich mich über die Karte, die er, vor fremden Blicken geschützt, auf dem Tisch ausbreitete und betrachtete sie eingehend. Ein recht kleines Dorf, mit weitem Umland. Das bekannte kribbelige Gefühl, dass mit dem Adrenalin einherging, stellte sich ein. Eins der wenigen Gefühle, die ich noch empfand und zuließ. Es gab auf jeden Fall kein Schöneres. Ich wollte wieder auf die Jagd gehen, somit kam mir dieser Auftrag im Endeffekt doch sehr gelegen. Und das sogar noch für ein höheres Ziel. Es war zwar nicht so, dass ich den König unbedingt stürzen wollte, genaugenommen war er mir egal. Wenn ich mich widersetzen wollte, dann tat ich das ohnehin, auch ohne Erlaubnis durch das Gesetz. Aber es versprach Spannung und Gehalt.

  • /Kannst du machen xD War als Kennzeichnung für ihn als NPC gedacht xDD


    Jonathan
    Prüfend blickte ich zu meinem Gegenüber. "Klar ist, dass Ihr Ranya mit Euch zu gehen hat", betonte ich erneut. "Mirana vertraut keinen Fremden, aber Ranya kann eine Verbindung zu mir beweisen. Bringt sie zu mir in mein Haus in der Hauptstadt, dann bekommt Ihr Euer Geld." Nun blickte ich wieder zu Ranya, die mehr oder weniger entgeistert wirkte. Ihre Miene verriet das nicht, aber ich kannte sie gut genug, um das mit Sicherheit sagen zu können.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • xDD Ich glaube, dann handhaben wir das besser auch so, sonst gibt es irgendwann noch Verwirrung xDDD



    Scar


    Oh nein. Dass sie mitkommen sollte, gefiel mir allerdings überhaupt nicht. Es ging mir sogar gewaltig gegen den Strich. Aber jetzt, wo ich wusste, wen ich suchen sollte, zog ich das auch durch. Ich traute mir zwar mehr zu, aber ich lenkte, wenn auch innerlich zähneknirschend, ein. "Wenn es sein muss." Ich wandte mich an besagte Frau. "Aber wehe, du gehst mir auf den Geist. Wir erledigen nur diesen Auftrag zusammen. Mehr nicht, klar?!" Mein Ton war keineswegs scharf, höchstens das, was ich sagte. Aber meine Höflichkeit kümmerte mich herzlich wenig. Vielleicht wusste ich auch schon gar nicht mehr, was das war.

  • Ranya
    Mit zusammengekniffenen Augen blickte ich zu dem Fremden. "Glaubt mir, ich bleibe nur so lange wie nötig an Eurer Seite, keine Minute länger." Jonathan schaltete sich wieder ein und erklärte, er hielte es für besser, wenn wir sofort aufbrachen, nachdem wir gegessen hatten. Ich widersprach nicht, sondern nickte nur. Natürlich. Meinen Aufgaben würde ich gewissenhaft nachkommen.

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    -Edward Snowden

  • Scar


    "Wunderbar, dann wäre das ja geklärt", erwiderte ich ungerührt und bedachte sie mit einem vorerst letzten Blick, ehe ich meine Aufmerksamkeit wieder meinem nun wohl oder übel Auftragsgeber widmete. Ich nickte. Ehrlich gesagt freute ich mich regelrecht. Ich war am liebsten draußen, in einsamen Gegenden und nun würde ich nicht länger ziellos sein. Ich konnte auf etwas hinarbeiten. Ich konnte jagen. "Ganz deiner Meinung", stimmte ich also zu, leerte in einem zu mein Glas und legte wieder die Ellenbogen auf die Bank.

  • Ranya
    "Gut, dann sehen wir zu, dass wir wegkommen. Meine Sachen sind noch bei meinem Pferd." Mit diesen Worten erhob ich mich und wollte mich bereits in Bewegung setzen, da spürte ich eine Hand an meinem Ellbogen. Überrascht blickte ich zu Jon, der mich festhielt. Er erhob sich nun ebenfalls. "Pass gut auf dich auf, Mädchen", murmelte er leise. "Und vergiss niemals, was du gelernt hast, egal, was passiert." Ein wenig verunsichert blickte ich ihn an und für einen Moment wirkte seine Miene fast verzweifelt - oder bildete ich mir das nur ein? - doch dann hatte er wieder dieses übliche Lächeln aufgesetzt, dass einen zum Schwärmen bringen konnte. Dennoch hallten seine Worte in meinem Kopf wider. Das klang so furchtbar nach Abschied. Was wusste er noch, was wir nicht wussten? Und was bedeutete das für uns alle?

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Ich erhob mich und nickte Jonathan bloß noch einmal knapp zu. Er war mein Auftraggeber, ich würde selbigen zu seiner vollsten Zufriedenheit erfüllen, denn ich ging in meinen Aufgaben auf, sie hatten die höchste Priorität. Immer und bedingungslos. Ich machte niemals Ausnahmen. Was er meinem Anhängsel mit Namen Ranya noch an Worten mitgab, entging meinem scharfen Gehör natürlich nicht. Ob ich es hören wollte oder nicht. Ich bekam sogar das Gespräch drei Tische weiter noch mit, es war in der Tat anstrengend, das entscheidende herauszufiltern und sich auf eine Sache zu konzentrieren.
    Jonathans Worte klangen allerdings sehr Ernst, beinahe rührend. Damit wollte ich nichts zu tun haben, sehr wohl ging mich aber die Tatsache an, dass er sich nicht so anhörte, als erwartete er, noch lange zu leben..
    Ich zog die Augenbrauen zusammen und drehte mich noch einmal um. "Wehe, du stirbst, bevor wir zurück sind. Ich will mein Geld nämlich sehen." Ich klopfte ihm fast schon eindringlich auf die Schulter. Dann ging ich wirklich. Zur Tür und weiter zur Treppe, meine letzten paar Sachen holen, die ich auf dem Zimmer gelassen hatte. "Wir treffen uns draußen." Knapp und unmissverständlich. Das galt meiner "Begleitung".

  • Ranya
    Ich warf dem Mann einen bösen Blick hinterher. Jonathan hingegen lachte nur leise. "Sollte etwas passieren, dann weißt du, wo du das Geld findest." Zögerlich, fast mechanisch, nickte ich. "Hat er recht?", fragte ich und deutete in die Richtung, in der der Fremde verschwunden war. Jon zuckte mit den Schultern und seine Ratlosigkeit war beinahe nicht auszuhalten. Am liebsten hätte ich ihn angeschrien, er solle mir sagen, was los war, stattdessen schwieg ich. "Wir sehen uns", meinte er und rang sich ein Lächeln ab.
    Wieder nickte ich. "Bis bald, Jon." Nun machte ich kehrt und begab mich in den Stall, wo ich mich sofort dem Fuchs, den man mir zugeteilt hatte, annahm. Eine hübsche und ruhige Stute. Schnell und gründlich putzte ich ihr Fell, dann sattelte und zäumte ich sie. So weit, so gut. Ich belud das Tier mit meiner Ausrüstung und führte es aus dem Stall vor die Gaststätte, ehe ich mich in den Sattel schwang.

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    -Edward Snowden

  • Scar


    Meine Ausrüstung war schnell vervollständigt. Anschließend zahlte ich und verließ auf schnellstem Weg das Gasthaus.
    Draußen saß Ranya auf einem Pferd. Ich warf ihr einen spöttischen, und gleichzeitig ziemlich vernichtenden Blick zu.
    "Du kannst direkt wieder absteigen, ich reite nicht", informierte ich sie knapp und setzte mich in Bewegung.
    Soweit kam es noch. Erstens bedeuteten Pferde noch mehr Anwesende, um die man sich kümmern musste und zweitens mochte ich diese Tiere nicht sonderlich. Auf den Rücken eines Pferdes bekam mich so schnell keiner. Aus Angst sicher nicht, sondern einfach, weil ich diese Art der Fortbewegung regelrecht verabscheute. Das konnte sie sich schon mal abschminken.

  • Ranya
    Mit einer leichten Schenkelhilfe ließ ich die Stute losgehen, die dem Fremden wie von selbst folgte. "Nur weil du nicht reitest, bedeutet das nicht, dass ich es nicht trotzdem tue", erwiderte ich ruhig. "Also hör auf zu schmollen und lass uns diese Arbeit getan bekommen. Je schneller wir wieder getrennte Wege gehen, desto besser." Die Ohren meiner Stute wipten auf und ab, während sie aufmerksam die Beine hob. Sie stolperte nie, auch ein Grund, weshalb ich sie so sehr schätzte.

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    -Edward Snowden

  • Scar


    Ich zuckte desinteressiert die Schultern. Ich neigte dazu, dass mir Dinge schnell gleichgültig wurden. Gar von einer Sekunden auf die nächste.
    "Tu, was du nicht lassen kannst", meinte ich, ohne mich dabei umzudrehen. "Aber es ist deine Verantwortung, dich um das Vieh zu kümmern und vor allem dafür zu sorgen, dass es keine Schwierigkeiten macht. Alles andere interessiert mich nicht."
    Ich hatte die Karte genauestens im Kopf abgespeichert und steckte blitzschnell eine Route ab. Der schnellste Weg führte fast ausschließlich durch die Landschaft, das versprach bis auf meine nervige Begleitung Ruhe und Einsamkeit. Hinzu kam, dass ich ohnehin am liebsten unter freiem Himmel schlief. Wenn die Dame damit ein Problem haben sollte, dann war das allein ihres. Es fiel mir in der Tat rein gar nicht schwer, mich von den Problemen anderer zu distanzieren. Das Leben war auf diese Weise soviel leichter. Wir durchquerten das Dorf, dann schlug ich den Weg hinaus in die Felder ein. Später würden wir einen Wald erreichen, durch den wir meiner Route nach ein gutes Stück des Weges würden zurücklegen können.


    //magst du die Karte vllt noch etwas näher beschreiben? Scar will mir nichts Näheres verraten :whistling: xDD

  • //Je nachdem, was du wissen musst xD


    Ranya
    Wenn wir die schnellste Route in Richtung des Dorfes einschlugen, würden wir dennoch gut einen Tag brauchen. Hätten wir beide je ein Pferd. So vermutlich länger. Es versprach eine langwierige Reise zu werden, doch aus irgendeinem Grund hatte Jon vorgehabt, uns beide zu schicken. Es gab also sicherlich einen guten Grund, weswegen ich mich nicht sträuben, sondern das tun würde, was notwendig war. In dem Fall war es, den richtigen Weg einzuschlagen. "Das wird eine Zeit dauern. Bist du sicher, dass du kein Pferd nehmen willst?"

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    -Edward Snowden

  • //Eine, die wahrscheinlich wichtigste Frage, hat Ranya hiermit beantwortet: Wie weit es bis dahin ist. Ansonsten höchstens, ob landschaftlich irgendetwas außergewöhnlich ist, aber da das Dorf in der Gegend liegt, vermutlich ähnlich, oder?



    Scar


    Nein, das hatte ich nicht vor. Sah ich so aus? Ich war niemand mit derart wechselhaftem Charakter. Wenn ich sagte, dass ich nicht reiten würde, dann würde ich das auch nicht. Ich stand zu meinem Wort und ich mochte es nicht, mich wiederholen zu müssen.
    Das ich sie auch sogleich wissen. Und schmollen? Ich hatte keinen Grund, zu schmollen.
    "Ich bin kein Greis, ich bin gut zu Fuß und ausdauernd. Ich weiß ja nicht, wie das bei dir aussieht, aber ich bin lange Strecken gewohnt", erwiderte ich kühl. "Hast du jetzt vor, mir die ganze Zeit die Ohren vollzuquatschen?"