Laurea (RPG) - Let the game begin

  • Narvik
    Lumira kuschelte sich an mich und strich über meine Schulter, was mir einen wohligen Schauer über den Rücken jagen ließ. Nach dem Gefühl hatte ich mich zugegebenermaßen schon wieder gesehnt. Sanft löste ich meine Lippen von ihren, um ganz zärtlich ihren Hals zu küssen, während meine Finger sich aus ihren Haaren befreiten und sich nun ihren Weg zu ihrem Rücken bahnten, wo sie vorsichtig ihre Wirbelsäule nachzeichneten.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Ich wiegte den Kopf hin und er. Naja. Die Sicherheit wahren, wer es glaubte... Aber 'Aufgaben, für die sich sonst niemand findet' fand schon mehr Anklang bei mir. Meinen Beruf könnte ich da wohl auch reinzählen. Berufsmord. Berufsjagd. Ich verstand nicht und würde wohl auch nie verstehen, wieso Menschen das nicht gerne tun wollten. Mir bereitete es einen Höllenspaß. Außer vielleicht nach einer Woche ohne Schlaf und in klirrender Kälte mit Schneesturm auf offenem Feld. Da konnte ich mir durchaus Schöneres vorstellen, aber wenn das die Herausforderung war, dann nahm ich sie gerne an. Denn am Schluss gewann ich. Und ich liebte es, zu gewinnen. Ich war der Jäger. Es war fast wie ein Spiel.
    "Bitte", meinte ich spöttisch auf ihr genervtes Nachfragen, was mir allein schon eine gewisse Genugtuung bereitete, ließ ihren Arm los und deutete mit der Hand auf ihre Zimmertür. "Gehen wir beide unseren Schönheitsschlaf machen, wobei da bei mir eindeutig mehr zu holen ist." Ich zuckte in einem Versuch einer mitleidigen Geste die Schultern, aber Mitleid wollte mir einfach nicht gelingen. Aber wen störte das schon? Mitleid war ohnehin sinnlos. "Gute Nacht." Ich wandte mich ab und ging die paar Schritte zu meiner Tür zurück.



    Lumira


    In Narviks Nacken und auf seiner Schulter konnte ich spüren, dass er eine Gänsehaut hatte. Sanft streichelte ich seinen Haaransatz. Im nächsten Moment löste Narvik seine Lippen von meinen und ließ sie stattdessen meinen Hals hinunterwandern. Bedächtig, und unglaublich zärtlich, die Berührung war wie die, eines Blütenblatts. Automatisch reckte ich mein Kinn ein wenig nach oben und neigte leicht den Kopf. Gleichzeitig spürte ich Narviks warme Hand auf meinem Rücken, mit der er sanft meine Wirbelsäule entlangfuhr. Jetzt rieselte auch mir ein warmer Schauer über den Rücken, der sogar Arme und Beine überzog.
    Meine Hände griffen von hinten über seine breiten Schultern, wo sie sanft die Muskelstränge entlangfuhren, ehe sie seitlich seinen Oberkörper hinabstrichen, bis hinunter zur Hüfte.

  • Ranya
    Ich warf ihm einen giftigen Blick zu, als er endlich meinen Arm losließ. Was er dann von sich gab, ließ mich schnauben. "Bei dir ist gar nichts mehr zu holen, schon gar nicht in Sachen Schönheit", erwiderte ich spöttisch. "Eher friert die Hölle zu." Mit diesen Worten öffnete ich die Zimmertür. "Ich hoffe, deine Laune ist nicht allzu getrübt, wenn du deswegen schlecht schlafen könntest, wäre das jammerschade", fügte ich ironisch hinzu, ehe ich eintrat und die Tür hinter mir schloss. Aufs Absperren verzichtete ich, für den Fall, dass ich gebraucht wurde. Rasch legte ich meine Kleidung ab und begab mich dann zum Bett, in das ich mich hineinfallen ließ. Endlich.



    Narvik
    Lumiras Berührungen waren so sanft und liebevoll, dass es mir schwer fiel, mich nicht ablenken zu lassen. Dennoch ließ ich meine Lippen weiter ihren Hals entlangwandern, zärtlich und behutsam. Schließlich hielt ich inne, um sie forschend anzusehen, doch nur für den Bruchteil einer Sekunde. Dann legte ich meine Hände an ihren Kopf, ehe ich begann, sie leidenschaftlich zu küssen.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Irgendwie klang sie ein wenig gereizt. Ich brauchte gar nicht darauf zu antworten. Dass sie offenbar dachte, ich könnte wegen ihres Kommentars schlecht schlafen, war lustig. Ich wusste, dass es Blödsinn war, aber selbst wenn: Ich gab nichts auf meine äußere "Schönheit": Wenn mich jemand als "hübsch" betiteln würde, wäre das wohl eher noch eine Katastrophe als ein Grund zur Trauer. Ich wollte nicht schön, oder - besser noch - süß oder sonst etwas sein. Wo käme ich denn da hin? Nein, je abschreckender und respekteinflößender, desto besser. Und wie es aussah, ging dieses Vorhaben bestens auf. Ich könnte kaum zufriedener sein.
    Die Tür flog hinter mir ins Schloss, ehe ich schnurstracks zum Bett ging und mich in voller Montur hineinfallen ließ. Meine kleinen Saufabende hin und wieder waren spaßig, aber gleichermaßen befremdlich. Dann war ich so seltsam emotional und redselig... Eindeutig nicht mein wahres Ich. Eher ein zweites, Möchtegern-Ich. Aber jetzt würde es sich bis zum nächsten Betrinknis wieder verabschieden müssen. Mit diesem genugtuuenden Gedanken dämmerte ich bereits weg.



    Lumira


    Narvik küsste noch eine Weile sanft meinen Hals, ehe er mit einem Mal innehielt. Er sah mich einen Augenblick lang einfach nur an, fast, als wollte er etwas in meinen Augen finden. Schon im nächsten Moment nahm er meinen Kopf in seine Hände und küsste mich deutlich heftiger und vor allem unglaublich leidenschaftlich. Zum Glück schien er auch nicht allzu bald damit aufhören zu wollen... Meine Mundwinkel waren nach der Sekunde der Überraschung unwillkürlich nach oben gezuckt, bevor ich mich nun vollständig mit geschlossenen Augen auf Narviks Lippen konzentrierte. Meine Hände hatten irgendwie ihren Weg auf seine Brust gefunden und begannen nun, mit sich verstärkendem Druck, darüber zu streichen.

  • Ranya
    Ich schlüpfte unter die Decke und bettete meinen Kopf zufrieden auf dem Polster. Hoffentlich würde Jon diese Nacht nicht stören. Ab und an kam das ja vor, auch, wenn ich gerade schlief. Gnade kannte er da nicht unbedingt, eher im Gegenteil. Da war er erstaunlich grob. Die Tatsache, dass ich keine Schlafkleidung besaß, änderte daran allerdings nichts. Schien nicht so, als hätte er damit ein Problem. Welch Wunder. Aber ich musste mir bei ihm keine Sorgen machen...
    Mit solch vagen Gedanken döste ich schließlich ein.



    Narvik
    Eine Weile küsste ich Lumira weiter auf diese Weise, während sie mit ihren Händen über meine Brust strich, ehe ich mich dann doch von ihr löste. "Wir sollten schlafen, meinst du nicht?", raunte ich ihr zu. Ich war mir nicht sicher, ob sie die Geschehnisse der letzten Nacht wiederholten wollte und ob das überhaupt klug wäre. Seltsamerweise zögerte ich ein wenig und ich konnte nicht sagen, woran es lag.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Ich rannte. Die ganze Nacht. Durch dunkle Gassen, durch mannshohe Wiesen, durch gebirgiges Gelände, durch den finsteren Wald. Sogar durch knietiefen Schnee kämpfte ich mich, und das alles, ohne jemals irgendwo anzukommen. Ich hasste besoffene Träume dieser Art. Im Grunde wollte ich mich während des Schlafens nur erholen, aber das hier war so ziemlich alles andere als das. Wie immer fing ich irgendwann an, luzid zu träumen, indem ich die Kontrolle gewaltsam an mich riss. Das war der zweite sichere Punkt bei solchen Alkoholträumen: Ich wachte nicht auf. Missmutig suchte ich mir in meinem finsteren Traumwald eine Lichtung und setzte mich gegen einen Stamm gelehnt. Nach einer Weile konnte ich eine fremde Anwesenheit "spüren". Irgendsoeine nervige Schattenkreatur. "Hau ab, ich will meine Ruhe!", brüllte ich sie in Gedanken gereizt an und ließ sie in der nächsten Sekunde zu Luft verpuffen. Missmutig stierte ich vor mich hin. Immerhin war es vollkommen still. So war es doch schon deutlich entspannender.



    Lumira


    Irgendwann löste sich Narvik von mir. Zögerte er etwa? Überrascht zog ich kaum merklich die Augenbrauen zusammen, meine Augen flogen prüfend zwischen seinen hin und her. Es war nicht leicht, in der Dunkelheit seinen Gesichtsausdruck auszumachen.
    "Wie du möchtest", flüsterte ich langsam, lächelte dann aber. Verständnisvoll, er sollte nicht denken, dass mir sein Verhalten auf irgendeine Art missfiel oder ich gar enttäuscht war. Denn so war es nicht. Ich wunderte mich höchstens ein wenig. Im Grunde hatte ich ja ohnehin angenommen, dass Narvik müde war, auch, wenn ich nicht glaubte, dass es allein das war. Aber wie auch immer sein Wunsch lautete, für mich würde es absolut in Ordnung sein. Es war ein wunderschöner Abend gewesen, damit hatte Narvik mir bereits ein unwahrscheinlich großes Geschenk gemacht.


    //Wenn du einfach alle passenden Ausdrücke auf Englisch im Kopf hast und dann einen deutschen finden willst X/ xDDD

  • //Mit Scar und Ranya könnten wir schon springen...



    Narvik
    Schien, als wäre Lumira verunsichert. Ich schmunzelte und strich über ihren Kopf. "Natürlich lässt sich auch eine andere Beschäftigung finden", murmelte ich und zog sie zu mir, wobei ich sie neben mich legte. Ich gab ihr einen weiteren Kuss und fuhr ihre Seite entlang bis zu ihrer Hüfte. Schien so, als hätte ich das Zögern doch abgelegt. Vielleicht meinte es mein Körper auch gut mit ihr und war der Meinung, ihr noch ein wenig Freude verschaffen zu müssen? Nun, Freude sollte sie haben... mehr als genug. Hoffentlich. Zumindest war das mein Ziel. Jetzt hatte ich eines.

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    -Edward Snowden

  • Scar


    Es war grausam. Stundenlang in dieser verfluchten Traumwelt gefangen und dabei genau zu wissen, dass ich gerade verschlief. Es war jedes Mal das Gleiche. Und jedes Mal vergaß ich es dann bereitwillig wieder, um dasselbe Spiel wieder zu spielen. Das wäre wirklich ein Grund, mich nie wieder zu betrinken. Aber ich konnte auch schon jetzt sagen, dass ich das nur noch so lange auf diese Art sehen würde, bis ich wach war. "Wach auf!", brüllte ich mich in Gedanken selber an, aber natürlich tat mein Hirn mir den Gedanken nicht. Verdammter Mist. Ungeduldig plante ich in Gedanken schon einmal meine geplante Route im weiteren Wochenverlauf. Aber ich gab es bald auf, da ich mich vor lauter Unruhe nicht konzentrieren konnte.
    Endlich merkte ich, wie der Schlaf leichter wurde, was ich mir natürlich sofort zu Nutzen machte und gewaltsam die Augen aufriss. Licht. Es war schrecklich grell, aber immerhin war ich wach. Stöhnend rollte ich mich auf die Seite. Wie nicht anders zu erwarten gewesen, hatte ich grässliche Kopfschmerzen. Dazu war ich müde und in Folge nicht besonders gut gelaunt. Luzides Träumen hatte mit abschalten leider sehr wenig zu tun. Da ich immerhin schon angezogen war - sogar meine Stiefel hatte ich anbehalten - riss ich bloß das Fenster auf und inhalierte gierig die kalte Luft. Es bewirkte, dass ich mich zumindest schon etwas lebendiger fühlte.



    Lumira


    Ich hielt für einen Augenblick Narviks Arm fest, in dem ich ihn eindringlich ansah. "Sicher?" Ich wollte bloß sichergehen, dass er das hier nicht tat, weil er dachte, er müsse es für mich tun. Ich genoss seine Nähe und jede seiner Berührungen und er hatte mir gestern eine ganz neue Welt gezeigt, aber er war mir rein gar nichts schuldig. "Immerhin opferst du gerade deinen Schlaf", fügte ich mit einem Grinsen hinzu.

  • Ranya
    Am nächsten Morgen weckten mich bereits die ersten Sonnenstrahlen. Sofort sprang ich aus dem Bett und zog mich an, um mich dann in die Gaststube zu begeben, wo bereits Jon sein Frühstück verzehrte, von den anderen keine Spur. Ich grüßte ihn mit einem Kopfnicken und setzte mich zu ihm. Sogleich griff ich nach einer Brotscheibe und etwas Käse, als mein Vorgesetzter zu sprechen begann, wobei er belustigt schmunzelte. "Unser Freund hatte sicher keine besonders angenehme Nacht, denke ich. Pass lieber auf, dass er dir nicht den Kopf abreißt."
    Irritiert runzelte ich die Stirn. "Du hast ihn ja wohl hoffentlich nicht beim Schlafen beobachtet, oder?"
    Jon grinste nur.
    "Hast du?!"
    "Wer weiß?" Sein Grinsen wurde breiter.
    Ich griff mir an den Kopf. "Ich wünschte, ich würde dich nicht kennen."
    "Eigentlich kann ich mir das nur denken, nach dem, wie viel er gestern getrunken hat. Wenn er nicht den Kater seines Lebens hat, verkaufe ich mein Pferd für einen Kieselstein", antwortete er schulterzuckend.
    "Hast du ihn also nicht beobachtet?"
    Er grinste, antwortete aber nicht mehr.
    "Meine Güte, du bist wirklich gruselig. Vor allem so früh am Morgen."



    Narvik
    Ihre Worte ließen mich amüsiert schmunzeln. "Lektion 1: Narvik ist sich immer sicher, das liegt an seiner Großartigkeit. Lektion 2: Dank seiner Großartigkeit braucht Narvik nicht so viel Schlaf. Und Lektion 3: Für Lumira opfert Narvik sehr viel." Ich grinste sie an und strich über ihre Wange. Es war niedlich, wie viele Gedanken sie sich um mich machte, auch, wenn sie nicht nötig waren. Sie war mit sich selbst beschäftigt genug, sie hatte eine schreckliche Vergangenheit aufzuarbeiten.

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    -Edward Snowden

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  • Scar


    Unter leisem Fluchen ruckelte ich am Fenstergriff, aber er wollte sich partout nicht schließen. Offenbar hatte er sich verhakt. Es wäre sicher klüger gewesen, nicht noch weiter und immer heftiger daran zu rucken, aber bei dem dicken Schädel musste ich den Griff erst in der Hand halten, bis ich das begriff. Ganz toll, als erstes konnte ich somit an diesem Tag einen eigenhändig abgebrochenen Fenstergriff verzeichnen. Aber es gab eindeutig Schlimmeres. Ich schmiss den Griff achtlos auf den kleinen Tisch, der neben dem Fenster in die Ecke gequetscht stand. Stöhnend griff ich mir an den Kopf, während ich unter leisem Fluchen zwei Messer vom Boden aufsammelte, halb unter das Bett gerutscht. Sie hatten sich wohl des nachts aus meinem Brustgurt gelöst.
    Anschließend verließ ich und ging gemächlich in Richtung Gaststube. Zu meinem Leidwesen entdeckte ich sogleich die Nervensäge und ihren Vorgesetzten plaudernd beisammensitzen. Aber mit nichts anderem hatte ich gerechnet.



    Lumira


    Ein Lächeln huschte über mein Gesicht. "Oje, ob ich das alles auf einmal verinnerlichen kann...?"
    Ich legte meine Finger auf seine Hand an meiner Wange und schmiegte mich daran, während ich das sagte. Dann hob ich ein wenig den Kopf und küsste ihn wieder, ehe ich einen Arm um seinen Nacken schlang, um ihn noch ein Stück zu mir zu ziehen.

  • Ranya
    Schritte näherten sich durch den Gang und ehe ich mich versah, stand der Fremde in der Gaststube. Und er sah wirklich nicht erfreut aus. Kurz warf ich einen Blick zu Jon. Er hatte wohl wieder einmal recht behalten. Wie machte er das immer? Ich schüttelte den Kopf und nickte dem Fremden zu. "Du kannst dich gerne zu uns setzen", erklärte ich. Jon hingegen grinste nur und biss herzhaft in sein Brot. Idiot.



    Narvik
    "Sicherlich kannst du", gab ich zurück. Die Berührung an meiner Hand kam unerwartet, ließ mich schmunzeln, dann küsste sie mich erneut. Schien, als sollte Lumira heute wohl die treibende Kraft sein. Nun, vielleicht sollte ich da auch ein wenig mehr Bereitschaft zeigen, wo ich doch ebenso wollte. Meine Hände wanderten unter ihre Bluse und strichen um ihren Bauchnabel und über ihre Nieren. So weiche Haut... So viel Wärme...

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    -Edward Snowden

  • Scar


    Mich dazu setzen? "Nein, danke", murmelte ich mit zusammengebissenen Zähnen und warf dem dämlich grinsenden Vorgesetzten einen eisigen Blick zu, ehe ich mich mit zwei Tischen Abstand setzte. Eigentlich immer noch nicht weit genug weg, aber es gab nicht wirklich eine Alternative. Kurz darauf hatte ich ein sehr schwarzes, bitteres Getränk vor mir stehen, dass hoffentlich in irgendeiner Form gegen den Kater helfen würde. Außerdem ein Käsebrot, in das ich lustlos hineinbiss. Ich hatte keinen besonders großen Appetit, im Gegenteil, aber ich zwang mich dennoch, es zu essen. Mein Körper brauchte die Energie.



    Lumira


    Meine Mundwinkel zuckten minimal nach oben. Vor allem Lektion drei würde wohl nicht ganz einfach werden.
    Ich spürte, wie Narvik seine großen, warmen Hände unter mein Hemdkleid schob und sanft über meine Bauchgegend streichelte. Augenblicklich breitete sich dort eine wohlige Wärme aus. Im Gegenzug strich ich mit beiden Händen seine Schultern entlang und weiter seinen Rücken hinab. Langsam, ich konnte auf ihrem Weg jeden einzelnen seiner Muskeln spüren.

  • Ranya
    "Charmant wie eh und je", brummte ich und wandte mich wieder meinem Essen zu. "Wenigstens hat er 'danke' gesagt." Ein Blick zu Jon verriet mir, dass dieser offenbar sehr unterhalten war durch das, was er soeben hatte sehen dürfen. Ich zog nur eine Grimasse, während ich weiter aß, bis mein Vorgesetzter wieder zu sprechen begann. "Ich hätte eine Aufgabe für unseren Freund da drüben, die dich interessieren könnte." Überrascht sah ich auf und blickte wieder in Jons Gesicht, das immer noch von demselben Grinsen heimgesucht wurde. Meine Güte. "Nämlich?"
    "Hm, das sage ich dir erst, wenn ich weiß, ob der essenzielle Teil vorhanden ist", erwiderte er und deutete auf den Fremden. "Er."



    Narvik
    Lumiras Hände wanderten meinen Rücken hinunter, als wollten sie jeden einzelnen Muskel und jeden einzelnen Knochen ertasten, doch das war äußerst angenehm. Meine Hände streichelten sie dafür weiter, wanderten dann ihren Rücken hinauf bis zu ihren Schulterblättern. Wieder einmal fiel mir auf, was für eine ausgesprochen ansprechende Figur Lumira hatte. Und all die Jahre hatte ihr das keiner gesagt? Ihr hatte keiner gesagt, wie gut sie aussah? Sie war wirklich von Leuten umgeben gewesen, die nichts sahen oder nichts sehen wollten. So eine Schönheit zu ignorieren, vor allem, wo sie doch nicht nur körperlicher Natur war... traurig.

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    -Edward Snowden

  • Scar


    Nach einer Weile begann ich, mein Brot gereizt in Stücke zu rupfen, die ich mir dann, eins nach dem anderen, in den Mund schob. Es hatte etwas Motorisches und Antiagressives. Zumindest war das das Ziel. Wirklich helfen tat es nicht. Diese Kopfschmerzen würden mich im Tagesverlauf wohl noch in den Wahnsinn treiben. Aber ändern konnte ich es ohnehin nicht. Und aufhalten würden sie mich auch nicht, mit Sicherheit nicht. Ich hatte mir diesen Zustand selbst eingebracht, jetzt musste ich wohl oder übel damit leben. Und als Opfer für einen unbeschwerten Abend, war er wahrscheinlich sogar annehmbar.

  • Ranya
    Schweigend aß ich weiter mein Brot, während ich immer wieder einen Blick zu dem Fremden warf. Offenbar hatte er alles andere als eine gute Laune. Wirklich leid tat er mir nicht, immerhin war er selbst schuld, hatte er doch so viel getrunken und nun vermutlich mit Kopfschmerzen zu kämpfen, allerdings fragte ich mich, ob das nicht schädlich für unser Vorhaben war... was auch immer das sein mochte. Jon wollte partout nichts sagen. Vermutlich würde er sich später mit unserem Freund auseinandersetzen. Das würde ein Spaß werden...

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    -Edward Snowden

  • Scar


    Während ich mein Frühstück weiter bis auf den letzten Bissen hinunterwürgte, entging mir aus dem Augenwinkel nicht, dass die Frau immer wieder kurz zu mir hinübersah. Natürlich nicht, mir entging quasi nichts. Selbst nicht mit Kater. Ich konnte die Menschen in meiner Umgebung meist allein anhand ihres Geruches identifizieren und Blicke spürte ich förmlich auf meiner Haut. Es war gleichzeitig Fluch und Segen, derart ausgeprägte Sinne zu haben. Aber ich konzentrierte mich auf den Segen. Wer wollte schon verflucht sein? Und hilfreich war es allemal. Man musste sich und sein Leben nur daran anpassen.
    Es nervte mich dennoch, vor allem heute Morgen. Ich wollte sie gerade fragen, ob ich etwas im Gesicht hätte oder warum so auffällig unauffällig zu mir herüber gaffte. Aber stattdessen schwieg ich. Eisern. Ich würde mich hüten und mir meine Kräfte sparen. Wie ich den Affen von einem Vorgesetzten einschätzte, würde ich wohl ohnehin zumindest um einen Wortwechsel nicht herum kommen. Auch wenn ich nicht wusste, was er sich erhoffte.

  • Ranya
    Während ich weiter aß, erhob sich Jon mit einem Mal und begab sich zu dem Fremden hinüber, um sich grinsend ihm gegenüberzusetzen. "Guten Morgen. Ich glaube, ich hab mich noch nicht vorgestellt. Jonathan." Er hielt ihm die Hand hin. "Und meine freundliche, liebenswürdige Begleiterin ist übrigens Ranya. Ich verdrehte die Augen. Das war so typisch für ihn. Und er wusste, wie er mich reizen konnte. Freundlich und liebenswürdig. Dass ich nicht lachte.

    "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
    -Edward Snowden

  • Scar


    Ich hätte mein "einsames" Dasein an dem Tisch besser genießen sollen, aber wie immer wurde einem das leider erst dann klar, wenn die Gegebenheiten sich änderten. Missmutig sah ich meinem Gegenüber entgegen, als es sich auf den Stuhl setzte. ein Vorgesetzter bedurfte natürlich keiner Einladung. Ich hatte fraglos gehört, wie er aufgestanden war, aber erst jetzt sah ich kurz auf, ehe ich seelenruhig das letzte Brotstück aß und es letztlich einfach mit einem großen Schluck des ekelhaften Getränks hinunterspülte. Jonathan. Ich hätte jetzt problemlos einen Würgereiz bekommen können, aber ich hielt mich zurück. Welch überaus passender Name für ihn. Und er grinste immer noch. Ich begann mich zu fragen, ob er überhaupt jemals damit aufhören konnte...
    Mit zusammengezogenen Augenbrauen sah ich hinab auf seine ausgestreckte Hand, dann zurück in sein Gesicht, wieder mit bewegungsloser Miene. Natürlich nahm ich seine Hand nicht. Wahrscheinlich zielte er darauf, dass ich mich nun auch vorstellte, aber den Gefallen tat ich ihm nicht. Wie bedauernswert. Ich überging ihn stattdessen direkt und sah mich in ironischer Verwirrung um, als würde ich nach dieser angeblich so "freundlichen und liebenswerten" Begleitung Ausschau halten, ehe ich ihn wieder starr fixierte. "Worauf läuft das hier hinaus?"

  • Ranya
    Jon wirkte belustigt angesichts des Verhaltens des Unbekannten. "Ihr möchtet mir nicht zufällig Euren Namen verraten?" Was fragte er so blöd, natürlich wollte er nicht. Ich verdrehte die Augen. Doch da vernahm ich seine Stimme erneut. "Im Prinzip möchte ich, dass Ihr zusammen mit Ranya jemanden für mich findet." Überrascht blickte ich auf. Was sollte das werden? Wozu brauchte er mich oder ich den seltsamen Kerl? Was hatte Jon vor? Diese Geheimnistuerei nervte. Das machte alles unnötig kompliziert.

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    -Edward Snowden

  • Scar


    "Nein, nicht wirklich", erwiderte ich trocken. Bei seinen nächsten Worten hätte ich beinahe laut gelacht. Das wurde ja immer unterhaltsamer. Ich stützte mich auf den Armen auf die Tischplatte und beugte mich ein Stück weit vor.
    "Und welchen Grund hätte ich, das für dich zu tun?", zischte ich leise. Ein eisiger Seitenblick traf besagte Frau. Ranya.
    Dann galt meine Konzentration bereits wieder ganz meinem Gegenüber. "Mir fällt nämlich keiner ein..."