Feinstaubbelastung am Hobby-Arbeitsplatz – Arbeitsschutz geht vor

  • Aufgrund jüngster persönlicher Ereignisse möchte ich euch hier auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen,
    was alle Custer & Repainter betrifft:


    Wir sind in unserer Hobby-Bastellbeschäftigung einer hohen Staubbelastung ausgesetzt und sollten uns dringend davor schützen. Denn die feinen Partikel im Staub können leicht in die Lunge gelangen und sich dort festsetzen; das betrifft Schleifarbeiten (besonders Resins, denn das Kunstharz ist giftig!), Pastellarbeiten und Lackierarbeiten.


    Ich habe mich im Forum etwas umgesehen und bemerkt, dass vielen von euch die Tatsache zwar bewusst ist aber nur Wenige geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen.
    Auch ich gehörte dazu. Ich habe zwar eine einfache Staubmaske, sie aber wenig benutzt, weil „einfach nicht dran gedacht“ :sleeping:
    Meist saß ich beim Pastellieren „oben ohne“ da und habe danach auch ohne Schutz am Fenster fixiert (Wir haben keinen Balkon ;( ) bei Regen sogar innen mit offenen Fenster. Nun habe ich leider feststellen müssen, dass das ein Fehler war: Nachdem ich wochenlang die Vorboten ignorierte (abendliche Halsschmerzen und sporadisches Nasenlaufen, die am nächsten Tag verschwunden waren) hat mich mein Körper nun endgültig zur Pause gezwungen – gestern noch stundenlang pastelliert und heute kann ich kaum ein Wort sagen vor lauter Halsschmerzen und der ständige Druck auf meiner Lunge ist erschreckend (nein, ich bin nicht erkältet ;)) Ich hoffe die Beschwerden gehen bald wieder weg :cursing:


    Man reagiert auf Steinstaub, Stäube von Chemikalien o.s. von den Symptomen her genauso, wie bei einer Allergie. In diesem Fall werden kleine Mengen toleriert, ist dann die Schwelle überschritten, kommt es zu den Symptomen: 1-3 Stunden nach Kontakt mit der Substanz Staub kommt es zu Atemwegsproblemen, d.h. laufende Nase, Schleim in der Nase, dichte Nasennebenhöhlen, Schleim im Rachen, gereizte Schleimhäute, Husten, Niesen, geschwollene Augen.
    Je nachdem, worauf man reagiert, sehen die Symptome unterschiedlich aus. Gerade bei Staub muss das mit den Augen gar nicht auftreten. Wenn dann der Kontakt zu der Substanz nicht mehr besteht... dann sollten die Symptome nach 1-3 Stunden abklingen. Bei ständiger Allergenbelastung kann es vorkommen, dass sich im Laufe der Zeit ein allergisches Asthma entwickelt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/…kungen_auf_die_Gesundheit(ich mache mir den Link nicht zu eigen)


    Bitte seid mir nicht böse. Ich möchte euch auf keinen Fall den Spaß an diesem wundervollen Hobby vermiesen, sondern einfach nur vor unsichtbaren Gefahren warnen und euch zum Nachdenken anregen.
    Bitte denkt an eure Gesundheit und besorgt euch geeignete Schutzmasken und/oder arbeitet am besten im Freien (wer kann). Es sieht zwar blöd aus aber wer guckt denn schon? Ihr seid doch zu Hause ^^


    Ich möchte mich gern besser schützen. Bitte helft mir: Was habt ihr denn so für Schutzausrüstung?

  • Ein guter Thread!
    .. Und du hast recht - die Gesundheit geht vor.
    Zum schleifen bzw dremeln von Schleichern & co benutze ich einen dremel (im freien / Terasse) dabei wird immer eine Athemmaske, ohrenschutz und Schutzbrille getragen.
    Beim resin schleifen nur die athemmaske - geschliffen wird bei mir eig nur draussen - ebenso was das fixieren oder grundieren mit spraydose angeht - draussen & athemmaske.
    Mit pastellkreide arbeite ich drinnen - wieder nur mit Maske. Mein "Teller" auf dem sich der pastellkreide Staub befindet liegt immer ein Tuch drüber ...
    Fazit - Ohne Athemmaske arbeite ich so gut wie kaum, ausser es geht um Acrylfarbe oder modellier-arbeiten :)

  • Ich finde es wirklich gut, dass du auf sowas aufmerksam machst und diesen Tread erstellt hast! :)


    Ich habe noch keine Atemmaske, aber ich lackiere nur draußen auf dem Balkon und mit einem dicken Tuch vor Mund und Nase, ich denke das ist besser als nichts. :)
    Pastellieren (auf einer kleineren Fläche) und Schleifen (per Hand mit Schleifpapier) tue ich ohne, ebenso das Kleben des Leders (lösemittelfreier, geruchsloser Kleber), nur wenn ich mit Kunstleder arbeite und einen anderen (mit Lösemittel enthaltenen) Kleber benutzte, trage ich auch wieder ein Tuch, weil mir der Gestank zu stark ist. :whistling:
    Mit Sekundenkleber kann ich nicht arbeiten, da meine Augen, sobald er "offen" ist, zu tränen anfangen.


    Ich möchte mir aber auch mal vielleicht eine Atemmaske anschaffen. :)
    Entschuldigt bitte die folgende Frage, wo kann man denn solche Masken kaufen, Baumarkt?

  • Keine schlechte Idee sich auch über diese Seiten Gedanken zu machen :) denn was bringt einem das schönste Hobby, wenn es auf Dauer ungesund ist


    Noch eine Anmerkung was den Diobau betrifft, gerade Feiner Sand und Kieselsteinchen sind im normallfall sehr staubig, deswegen sollte man damit nur im freien Arbeiten, aus eigener Erfahrung kann das wirklich ziemlich stauben

  • Das finde ich auch, eine sehr gute Idee, die uns allen vielleicht helfen kann oder zumindest dafür sorgt, dass wir zukünftig doch etwas achtsamer sind beim Werkeln.....


    Ich custe schon seit gut 30 Jahren jetzt und hatte bis heute noch nie gesundheitliche Problem im Umgang mit Farben, Staub, Chemikalien etc. Aber ich habe besonders beim Malen mit Pastell, womit ich auch erst seit gut 3 Jahren jetzt male, mir auch schon Gedanken dazu gemacht, denn der feine Staub setzt sich fast schon unsichtbar überall hin, in alle Ritzen, Wände, Möbel...... Ein Grund, weshalb im Oktober meine Wohnung neu gestrichen werden muss...... Ich vermute, der Staub wird auch meine Lunge nicht verschonen, deshalb habe ich mir Einwegmundschutztücher und Einweg-Gummihandschuhe besorgt, damit komme ich gut klar und kann mich damit gut schützen. Möglicherweise reagiere ich auf Feinstaub nicht so sehr, wie das andere manchmal haben, aber es ist immer irgendwann das erste Mal und das möchte ich ja nun auch gerne verhindern..... Ich male und sprühe immer bei weit geöffneten Fenstern in Küche und Wohnzimmer, einen Garten haben wir nicht, aber ich bin schon in manchen Fällen vor die Tür gegangen und habe unten vor dem Haus gesprüht oder mit dem Dremel geschliffen, wenn es "zu eng" wurde in der Wohnung. Es ist natürlich noch schwieriger, wenn man sehr empfindlich auf die Staubbelastung reagiert und richtig krank davon wird, so wie du es schilderst. Da würde ich schon sagen, wäre eine Kunstoff-Atemschutzmaske mit Sicherheit noch besser für dich, wenn du gerne weiter custen möchtest. Wenn sie richtig angepasst wird und rund um schließt, müsste das sicher gehen, ich denke nur, dass so eine spezielle Schutzmaske recht kostspielig sein wird.....
    Am Ende aber sicher gut und sinnvoll investiertes Geld! :)

    Ich liebe Modellpferde, deshalb bin ich hier ! :)


    Vorläufig keine weiteren Aufträge, die Kapazitäten sind derzeit voll ausgelastet!






  • @Sarah99 ja, in jedem baumarkt ! (:


    Ich finde den thread auch echt gut.


    bei mir ist das so, schleifen tue ich so gut wie gar nicht.


    Lackieren gehe ich immer raus uns sprühe mit dem Wind, wenn es regnet, muss das Pferd eben warten.


    Beim pastellieren ist das bei mir so , wenn ich nur ganz wenig zum pastellieren habe dann setze ich nichts auf, wenn ich mich aber mal länger dazu setze und weiß es wird jetzt viel binde ich mir auch ein Tuch vor Nase und Mund - einen atemschutz bekomme ich erst :D

  • Ich hab momentan noch keinen Mundschutz aber man spürts doch ganz schön wenn man während dem Schattieren atmet. Ich muss mir zwar noch einen zulegen aber hab immer (oder meistens ) neben mir Fenster offen und bekomme den Stub so nicht ganz so dolle ab :whistling:
    Ich finde den Thread super denn viele sind sich den Gefahren nicht bewusst

  • La Faith : Danke auch von mir dafür, dass du auf die Gefahren aufmerksam machst. Gute Besserung!


    Daran dass Feinstaub gefährlich ist, denkt man ja nicht gern im Hobby. Die allerkleinsten Kunststoff-Schleifpartikel, die man nicht bemerkt, wird man schlimmstenfalls nie mehr los. Sie lagern sich irgendwo im Körper ab - und wer weiß, welchen Schaden sie dort anrichten?


    Welche Schutzmasken sind eigentlich zu empfehlen?

  • Feinstäube (gerade von Resin, aber auch bei schwermetallhaltigen Pastellkreisen, von denen es immer noch sehr viele gibt) und Lackdämpfe sind ein wichtiges Thema im Hobby.


    In einem anderen Forum habe ich den Hinweis gelesen, bei Staubmasken (das sind die "einfachen", die ein bißchen nach Krankenschwester aussehen) darauf zu achten, daß sie min. die Filterklasse FFP2, besser FFP3 haben. Am besten mit Ventil.


    Gegen Lackdämpfe bräuchte man hingegen eigentlich schon eine Halbmaske (was dann eher nach Feuerwehrmann aussieht).

    Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden.


    (Bertolt Brecht, 1951)


    Kein Krieg nirgends.

  • Danke Anna,


    genau das habe ich heute auch recherchiert: http://www.uvex-safety.com/de/…ng-der-ffp-schutzklassen/
    (mache mir den Link nicht zu eigen)
    und mir dann gleich ne Maske bei Ebay besorgt. @Sagaland:so sehr teuer sind die nicht :thumbsup:

    Vielen lieben Dank für euer positives Feedback und die Besserungswünsche. Die Halsschmerzen sind schon fast verschwunden...dank VIEELL Kamillentee...kann es kaum erwarten endlich weiter zu malen zumal ich grad Urlaub habe und daher Zeit für die Pferde

    aramania : Das klingt schon irgendwie gruselig, oder? Die Teilchen setzen sich im Körper fest...brr..mich schüttelt´s. Das ist echt nicht ohne..


    @Gravity und DonCarleone: Top! :D Freut mich, dass ihr euch auch Eine zugelegt habt.

  • Ich habe beim Pastellieren eigentlich bisher noch nicht die Nötigkeit gesehen, aber beim Dremeln schon, da nehme ich mir schon länger vor, eine Maske zu kaufen, Schutzbrille hab ich. Mit Pastell/Lack geh ich immer raus, meine Mutter erlaubt es nicht, und ich will auch nicht das ganze Pastell in der Wohnung verteilen und ich selbst fände es auch nicht so toll.
    Danke für die "Erinnerung" bzw. das man ein bisschen aufpassen sollte beim Arbeiten! :)