American Outback - the Game

  • Jason


    Ich blickte kurz zu dem Pony und dann wieder zu Amy die nun zum Zaun gekommen war. Ich zuckte kurz mit den Schultern und erwiderte: "Wird wohl so seine Zeit brauchen, aber ich denke du wirst das schon hinbekommen, was auch immer Luke oder Jack sagen. Bei dem,..." ich machte eine Geste zu dem Mustang hinüber der nun am anderen Ende des Paddocks stand, "...braucht man eben etwas mehr Geduld und Zeit." Ich musterte Amy kurz die offentsichtlich bereits ziemlich schwitzte und fügte grinsend hinzu: "Aber zumindest erspart der dir das Fitnessstudio,..."
    Dann ließ ich meinen Blick kurz über den Hof schweifen und erkundigte mich: "Die anderen alle ausgeflogen?" Plötzlich merkte ich wie Arrow seinen Hals senkte und seinen Kopf erst am Vorderbein kratzte und sich dann mit dem ganzen Körper schüttelte. Ich brauchte einen Moment um mich wieder auszubanlancieren und mich wieder aufrecht hinzusetzen

  • Amy


    ich blinzelte über die Schulter zu Pony und seufzte "Ja Geduld.. kann ja nicht jeder so ein GLück mit dem Tier haben wie Luke, der hat ja auch den einfachen Weg gewählt und seinen gewallacht...Weichei!" lachte ich leicht und rückte meinen Hut zurecht, ehe ich eine Augenbraue hob und Jason fragend ansah "Fitnessstudio- du scherzt? .. wobei,. stimmt, das habe ich immer als Nachtschicht eingelegt.. ich hab ja so viel Freizeit!" erneut grinste ich und meinte "Wenn ich noch mehr abbaue muss ich bald zwangsernährt werden.." kurz streckte ich die Zunge heraus, wie ein erschöpfter Hund und stützte das Kinn auf die Arme.In letzter Zeit ka ich wirklich wenig zum Essen und lebte förmlich auf der Ranch. Zugegeben, es war nie sonderlich anders gewesen, aber ich störte mich auch nicht daran. nicht mehr als sonst auch. Ich lebte schließlich für dieses Beruf! Ich könnte es mir nicht vorstellen ein 8 stunden Job zu machen, in einem Shop, oder einem Büro. Das war nichts für mich.
    "Wies aussieht- ich habe noch niemanden gesehen heute!- apropos. was treibt dich hierher?" harkte ich nach und musterte Pferd und Gepäck.

  • Jason


    Ich musterte sie nun ein wenig genauer und erwiderte dann: "Ach deshalb bist du so fit, aber,..." ich zwinkerte ihr zu, "...ich habe mir sagen lassen, dass es nicht schadet ab und zu auch mal ein bisschen zu schlafen und zu essen." Nun wechselte Amy das Thema und sprach mich auf mein Gepäck an. Ich wandte mich kurz zu der prall gefüllten Satteltasche um und antwortete dann: "Hatte bloß nen Job zu erledigen und da Nocona mit dem Truck unterwegs war, habe ich mir meine Werkzeuge eben in die Satteltasche gepackt und bin geritten und nun war ich auf dem Rückweg halt noch mal hier rum geritten." Ich klopfte meinem Wallach den Hals. "Bisschen Konditionstraining kann ja nicht schaden." Bei dem Gedanken daran, dass Arrow sich über mangelnde Kondition wohl nicht beklagen konnte musste ich kurz grinsen

  • Amy
    Ich winkte ab "ach was. Schlaf wird überbewertet.." Ich zuckte sie Achseln. Solange ich noch fit War würde eich nichts an meinem bisherigen Lebensstil ändern. Wieso auh. Ich War mehr oder weniger Glücklich, alles lief wie es laufen musste und beklagen konnte ich mich eigentlich auch über nichts. Von dahet- genug Cola und Kaffee machte auch fit . Ich grinste bei dem Gedanken udn lauschte dann Jason.
    "So so das arme schlachtross muss also dein Werkzeug tragen?"witzelte ich und kicherte "naja auf jeden Fall schön dich mal wieder zu sehen "

  • Jason


    „Oh ja, das arme Pferd,“ erwiderte ich grinsend. Dann strubbelte ich Arrow durch die spärliche Mähne und fügte hinzu, „aber ich quäl ihn ja gerne mal ein bisschen, stimmts Kumpel?“ Mein Wallach schnaubte daraufhin nur und wagte sich nun doch einen Schritt vor und streckte Amy seine Nase entgegen. Bei Amys Worten war mir bewusst geworden, dass auch ich sie länger nicht gesehen hatte, zumal ich mich auch schon wieder eine ganze Weile nicht auf der Ranch habe blicken lassen.

  • Amy
    Ich lachte leise, hörte im Hintergrund den Hengst scharren- Was der wohl dachte? 'Ist die Tante Verrückt, dass sie mcih so jagt?' 'hat die sonst nichts besseres zu tun?' 'endlich lässt sich Mich in ruhe..'
    "Was hast du so in der Zeit getrieben?" fragte ich interessiert, so ein lockeres Gespräch war doch mal eine schöne Abwechslung, zumal es mich wirklich sehr interessierte, was der Lone Cowboy so getrieben hatte. Sonst war ja hier nicht viel los.. Und Jason hatte ja eigentlich immer etwas zu erzählen. Im reservat war ja bekanntlich immer etwas los, was e szu erzählen gab und mich erreichten die Nachrichten meist eh immer spät- oder nie

  • Jason


    Ich zuckte mit den Schultern, „Wie das eben so ist, mal gibt’s kaum Arbeit und man schafft es gerad so alle Rechnungen zu bezahlen und dann wieder weiß man kaum wo einem der Kopf steht vor lauter Arbeit. Und dann kam noch hinzu, dass Annie momentan ein wenig seelischen Beistand braucht, die letzte Mail von Ethan klang schon nicht allzu gut und nun sind schon wieder einige Wochen vergangen seit dieser letzten Mail in denen sie nichts von ihm gehört hatte vergangen.“ Nicht nur Annie machte sich Sorgen um Ethan, auch ich sorgte mich um meinen Freund. Im Augenwinkel bemerkte ich den Mustang aufgeregt scharren und blickte einen Moment schweigend zu dem Pony hinüber, dann meinte ich: „Der fragt sich auch was los ist, erst scheuchst du ihn durch die Gegend und jetzt ignorierst du ihn auf einmal,…“

  • Luke


    Wo ist eigentlich die Zeit geblieben? Ich glaube, ich werde alt, denn mein Leben geht mit jedem Jahr schneller rum. Vielleicht sollte ich mir schon einmal einen Grabstein aussuchen?
    Amy hat sich vor ein paar Wochen eine ordentliche Standpauke von meinem Dad anhören müssen, für die paar fehlenden Tage. Tja, selbst eine Amy kann mit einem Kater im Graben liegen und sich dort den Rausch ausschlafen.
    Mit meinem Fuchs habe ich regelmäßig weiter gemacht, auch wenn ich mir trotzdem ordentlich Zeit gelassen habe. Ganz anders als bei dem extrem Mustang Makeover, an dem ich mit 16 teilgenommen habe. Kaum zwei Tage nach der Ankunft habe ich auf dem Tier gesessen. Mein guter Fuchs steht nach wie vor unten bei Bear auf der Wiese und frisst sich den Bauch voll. Inzwischen kann ich ihm in aller Ruhe das Halfter anlegen, ohne mich vorher eine Stunde ins Gras hocken und beschnuppern lassen zu müssen.
    Nachdenklich stehe ich an den Zaun gelehnt da, meine Arme liegen verschränkt auf der oberen Holzlatte und ich beobachte genau drei Pferde. Meine beiden und .. den Roan. Dean habe ich ewig nicht gesehen. Mit einem lustlosen Seufzer stoße ich mich am Zaun hoch, um mich mit Schwung auf die andere Seite zu befördern und promt hebt mein Fuchs den Kopf. Nicht, dass er zu mir kommen würde, aber er ergreift schon lange nicht mehr die Flucht. Großer Fortschritt. An seiner Seite bleibe ich stehen, ehe ich ihm mit einer ausschweifenden Handbewegung über den ganzen Hals und die Schulter streiche. Dieses Pferd hat noch gar kein richtiges Körpergefühl. Er weiß, dass er sich nicht von mir entfernen darf und er versucht es auch gar nicht, aber so ganz nach seiner Nase läuft das hier nicht. Ohne Rücksicht auf seine Schreckhaftigkeit, lege ich ihm das Knotenhalfter über die Nase, während er unter der Berührung zusammen zuckt und anschließend binde ich den Knoten zusammen. Am durchhängenden Seil folgt er mir zum Gatter, kommt mit mir heraus und wird sofort korrigiert, als er mir einen Schritt zu nahe kommt und meine Bewegungsfreiheit 'behindert'. Er kaut schon, während wir nur auf dem Weg zum Stall sind, wo Amy mit ihrem Pony im Paddock verweilt und sich mit Jason - Oh, Jason! - unterhält.

  • Amy
    "Arbeit geht vorüber- oder eben du. Schau mich an " grinste ich zunächst, ehe ich hinzufügte: "Oh, das tut mir Leid. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr bald etwas positives von ihm hört!" meinte ich etwas leiser, während ich an meine eigene Verwandtschaft dachte. Nun da gab es genau genommen niemanden in 200km Umkreis..
    Ich shcüttelte die Gedanken schnell ab und entdeckte shcließlich Luke
    "Oh, der Cowboy erbarmt sich auch mal .." witzelte ich und nickte für Jason sichtbar in die Richtung aus der Luke mit seinem Pferd zu uns lief. Ich grinste, als ich ein Brubbelndes Geräusch hinter mir hörte. Pony war wohl nicht sehr begeistert von noch mehr Besuch, auch er hatte wohl die Beiden entdeckt. Ein BLick über die SChulter bestätigte mir, dass er das Maul verzog und mit dem Schweif schlug und scharrte.

  • Jason
    Ich nickte, im Moment konnten wir da wirklich jedes bisschen Hoffnung gebrauchen. Denn auch wenn wir, bzw Annie lange nichts von Ethan gehört hatten, so wussten wir natürlich wie die Lage da in Afghanistan war. Ich blickte zu Amy und erwiderte: "Danke, das können wir echt brauchen." Gerade spitzte Arrow die Ohren und wandte den Kopf aufmerksam zur Seite als auch Amy bemerkte , dass Luke mit seinem Lütten Mustang auf uns zukam. Ich wandte ebenfalls meinen Blick in die Richtung und hob meine Hand grüßend in Lukes Richtung. Ihn hatte ich ja auch schon eine ganze Weile nicht gesehen. Arrow whierte nun dem kleinen Fuchs freundlich brummelnd entgegen.
    Als ich kurz darauf ein seltsam brubbelndes Geräusch vernehme und mich danach umsehen bemerkt Amy, dass ihr Pony anscheinend nicht so erfreut ist von noch mehr Trubel. Daraufhin muss ich grinsen und stelle fest, "dabei dürfte er den Fuchs ja sogar vielleicht noch kennen,...". Als Luke schließlich auf Hörweite herangekommen ist Blicke ich ihn an und begrüße ihn: "Hey Luke, alles klar bei dir?" Auch Arrow reckt nun die Nase in Richtung des Fuchses und brummelnd diesem erneut freundlich entgegen.

  • Luke


    Schon von weitem kann ich sehen, wie sich der Gelbe über die Tatsache aufregt, dass ich mit einem fremden Pferd in seine Nähe komme. Dieses dominierende Verhalten gefällt mir nicht. Von mir hätte er längst eins auf den Deckel bekommen, aber ich glaube, Amy war da noch nie so kurrupt wie ich es bin. Mein Fuchs bläht die Nüstern auf und schnorchelt leise vor sich hin, das lasse ich aber gerade so noch durchgehen. Arrow hingegen ist so freundlich wie immer, er brummelt leise und reckt seinen Kopf in unsere Richtung, um den Neuling - vielleicht auch mich - zu begrüßen. Auf Jasons Frage grinse ich. "So klar, wie immer.", entgegne ich ihm, ehe mein Blick zwischen ihm und Amy hin und her wandert. "Und was macht das Ponychen?", frage ich noch neckisch hinterher, als ich bemerke, dass mein Fuchs zu nahe an den Zaun kommt, um nach Amys kleinem Furzhasi zu sehen. Habe ich dir das erlaubt? Sofort wird er energisch korrigiert, ich lasse ihn drei Schritte zurück gehen, woraufhin er sich vor Schreck bald auf den Arsch setzt. Und promt hält er einen guten Meter Abstand zu mir und einen weiten zum Zaun, damit das Pony nicht gleich durch die Latten geht. Erziehung ist alles.

  • Dean
     
    Gemütlich lasse ich mein Auto über die Straße gleiten, im Radio tönt laut „Sweet Home Alabama“.
    Das Lied passt gerade sehr gut, auch wenn wir nicht in Alabama sind, aber die Sonne scheint, es ist wie immer warm und ich bin seit langer Zeit wieder hier.
    Die letzten Wochen waren turbulent, viel war passiert.
    Innerhalb meines Urlaubs hatte ich viel Zeit mit Luke bei den Pferden verbracht, er hatte mir einiges beigebracht und wir haben es sogar geschafft uns den Mustangs anzunähern. Und wir hatten uns auch ein wenig angenähert, eine lockere Freundschaft war entstanden.


    Eines Abends kam ich nach Hause, also zu Sarah. Ihr Wagen stand in der Einfahrt, was mich schon wunderte, denn eigentlich hätte sie Training haben sollen.
    Aber gut, wahrscheinlich hatte sie einfach keine Lust gehabt.
    Als ich das Haus betrete höre ich Geräusche aus der Küche und so steuere ich direkt dorthin.
    Am Kühlschrank steht Sarah, mit einem Glas Wasser in der Hand, den Kopf nach hinten gelegt und trinkt in kräftigen Schlucken. Und sie steht da quasi nackt.
    Ein Höschen ist das einzige, was ihren Körper noch bedeckt. Verwundert bleibe ich in der Tür stehen, als sie mich bemerkt.
    Sie stellt ihr Glas ab und grinst schräg als sie auf mich zukommt. Lasziv wischt sie sich ihr Haar hinter die Schulter und beißt sich auf die Unterlippe.
    „Da bist du ja endlich“ haucht sie, während sie ihre Arme um meinen Hals legt „ich habe schon auf dich gewartet.“


    Wisst ihr, wenn ihr viele Jahre mit einem Menschen zusammen seid dann kennt ihr ihn gut genug um zu wissen, wie er sich verhält, wie er riecht, wie er tickt.
    Und wenn man mit dem Menschen oft die Zweisamkeit genossen hat, erst Recht.
    Ich konnte es mir zwar nicht vorstellen, aber sie roch nach frischen Schweiß, einem anderen Mann und Sex.


    Mit einer abfälligen Handbewegung streife ich sie von mir ab und gehe wortlos an ihr vorbei, Richtung Treppe, die mich in ihr Zimmer führen wird. Im Augenwinkel sehe ich wieder die Panik in ihren Augen und mein Gefühl bestätigt sich.
    „Wo willst du denn jetzt hin?“ ruft sie mir noch hinterher aber ich lasse sie einfach stehen.
    Wut brodelt in mir und ich überlege jetzt schon, ob ich mich beherrsche oder mich vergesse.
    Die Zimmertür ist angelehnt und ich kann schon davor stehend sagen, dass jemand im Zimmer ist. Ich trete ein und sehe einen nackten Männerarsch am Schminktisch stehen.
    „Oh Bunny, da bist du ja endlich wieder“ sagt er in einem schmalzigen Ton während er sich langsam umdreht. Zu langsam.
    Ich stehe direkt hinter ihm, als er mich entdeckt und ihm schlagartig klar wird, dass ich nicht sein „Bunny“ bin. Reflexartig schnellt mein Kopf vor, ich höre ein Knacken in dem Moment als mein Kopf auf seine Nase schlägt. Einen dumpfen Schlag später ist der Kerl zusammengesackt, Blut strömt ihm aus der Nase und ein feiner Cut ziert sein Gesicht.
    Diagnose: Nasenbein zertrümmert.


    Sarah ist mir nicht mal gefolgt. Sie ist noch immer im unteren Stockwerk und sie weiß auch warum, sie kennt mich nun auch schon lange genug.
    Ich stehe über dem Kerl, der nun nackt und ausgeknockt auf dem Boden liegt, plötzlich werde ich ganz ruhig. Der Puls fährt runter, das Adrenalin ist weg. Jegliche Emotion ist weg. Ich wäre bereit ihn zu töten, da kommt der Soldat in mir durch. Aber stattdessen wende ich mich ab, sammle ruhig meine paar Sachen zusammen, werfe alles in eine Sporttasche und gehe die Treppe runter. Ich hatte nicht viel bei Sarah und alles was ich nun vergessen haben sollte war von keinem emotionalen Wert. Alles ersetzbar. So wie ich. So wie Sarah.
    Die Tasche geschultert laufe ich schnurstracks Richtung Haustür, als Sarah um die Ecke kommt. Mittlerweile hat sie sich irgendein T-Shirt angezogen das sie gefunden hat.
    „Baby… Dean. Bitte hör mir zu“ Mein Blick bleibt steif auf die Tür gerichtet, ich würdige sie keines Blickes. „Nenn…mich…nie…wieder…so“ sage ich langsam und bestimmt. Die Wut die ich bei dem Kerl empfunden habe schwenkt hier nun um in eine tiefe Verletzung und eine noch größere Enttäuschung. Und Ekel. Davon nicht zu wenig.
    Sarah beginnt zu Schluchzen als ich nach der Türklinke greife. „Eine Sache sollst du noch wissen: Ich verachte dich. Du existierst in meinem Leben nie mehr.“ Mit diesen Worten verlasse ich das Haus und schwöre mir nie mehr hierher zurück zu kehren.


    Daraufhin habe ich etwas überstürzt gehandelt, bin am selben Abend noch in der Kaserne angekommen. Habe mich freiwillig für gewisse Einsätze gemeldet und direkt um weitere zwei Jahre verlängert.
    Allerdings habe ich bereits in den Trainingseinheiten nicht meine gewöhnliche Leistung abgerufen, war unkonzentriert und habe Fehler gemacht, die mir nicht passieren dürfen.
    Schon gar nicht mit der Laufbahn die ich anstrebe. Und schon gar nicht wegen einer Frau.
    Genau das hat mir mein Vorgesetzter dann auch mitgeteilt und mir zwei Optionen gegeben. Entweder, ich werde für eine gewisse Zeit freigestellt, bekomme mein Leben auf die Reihe oder ich werde suspendiert, zahle einen „kleinen“ Strafbetrag für die Jahre die ich der Army trotz Verpflichtung nicht gedient habe
    Es war klar wofür ich mich entscheide, denn ich wollte die Army weder verlassen, noch meine Ersparnisse denen wieder zurückgeben.
    Mein bester Freund, mit dem ich gemeinsam diene, hatte sich spontan auch Urlaub genommen und wollte mit mir dafür sorgen, dass ich „ES“ vergesse.
    Konnte ja niemand ahnen, dass die Trennungsbewältigung den Gedächtnisverlust für mehrere Stunden bedeuten würde.
    Wir haben noch am selben Abend einen Flug nach Las Vegas gebucht, wo kann man besser verlogene Frauen vergessen? Wir haben uns versprochen, dass egal was passiert, niemand von uns heiraten wird. Und dass der jeweils andere dafür sorgt dass das auch WIRKLICH nicht passieren wird.
    Heute kann ich sagen, ich habe keine Ahnung ob wir verheiratet sind. Wir hätten uns auch davon nicht abhalten können, aber zumindest hat noch niemand geklingelt und wollte bei uns einziehen.
    In Las Vegas können wir uns auch nicht mehr blicken lassen, aus diversen Bars, Clubs und Casinos sind wir raus geflogen.
    Nur aus den Hotels nicht, da wir immer nur eine Nacht gebucht haben. Wir wussten, dass es eskalieren wird. Ein-zwei kleinere Geldgewinne haben wir sogar erzielt, so dass wir unsere Zimmer damit zahlen konnten, inklusive dickem Trinkgeld. Also mussten wir „nur“ unsere Party zahlen, was am Ende wahrscheinlich teurer war, als die Zimmer.
    Was in Las Vegas im Detail passiert ist, möchte ich nicht erzählen. Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas. Zumindest habe ich es so geschafft einige Erinnerungen verblassen zu lassen.


    Meine Eltern sind mittlerweile samt meiner Schwester ausgewandert und so bin ich wieder in das Haus zurückgekehrt, welches meiner Familie gehört.
    Und heute, endlich, schaffe ich es auf den Hof zu fahren.
    Mein Wagen gleitet über die Landstraße, die mich zum Hof führt. Der Wind weht mir durch die Haare, die ich heute Morgen einfach mal nicht gestylt habe. Lange genug habe ich mich in gewisse Muster pressen lassen.
    Als ich das Schild entdecke, welches mich darauf hinweist in einer Meile den Hof erreicht zu haben muss ich grinsen. Der Wagen poltert von der Straße auf den unbefestigten Weg. Es hat lange nicht geregnet, denn überall um mich herum wirbelt Staub auf. Nach dem ich den Weg hinunter gefahren bin, biege ich ein auf den Platz vor dem Hof. Kein anderes Auto steht dort, Lukes Jeep stand zwar vor der Scheune, das hatte aber nichts zu heißen.
    Ich steige aus dem Wagen und krame erstmal nach einer Zigarette. Das war das einzige Mitbringsel aus Vegas. Irgendwann höre ich bestimmt auch wieder auf, denke ich mit und zünde sie an.
    Mein Blick schweift über den Hof in Richtung Paddocks. Ich erkenne die Mustangs, Lukes 37 und mein Pony. Als meiner mich entdeckt hebt er den Kopf, wiehert aufgeregt und beginnt den Paddock auf und ab zu tänzeln.
    Freude oder Aggression, sicher war ich mir nicht.

  • Luke


    Drei Tage wieder da und ich möchte nur noch zurück. Bis vor kurzem habe ich mich noch etwas weiter im Süden unseres Landes befunden, um meinen Platz beim Bullriding wieder einzunehmen und ein paar Freunde zu besuchen. Selbst ich habe irgendwann die Schnauze voll von .. dem hier. Das Bullriding hat mir gefehlt, aber der Sturz vor etwa anderthalb Jahren hat dann doch etwas zu tief gesessen, sonst hätte ich sehr viel früher wieder angefangen. Es ist wie - nennen wir es mal - eine Sucht. Meine Mom befürwortet mein Hobby natürlich nicht, aber ich bin 23 Jahre alt und habe meinen eigenen Willen, den ich, zumindest was das angeht, auch durchsetzen möchte. Für meinen ersten Ritt auf einem Bullen seither, war ich eigentlich ganz zufrieden, auch wenn ich trotz der vollständigen acht Sekunden nicht allzu gut bewertet wurde. Elfter. Der nächste wird besser.
    Es ist nicht paranormal heiß heute, eigentlich ganz 'angenehme' 28 Grad, wenn wir denn eine andere Luftfeuchtigkeit hätten. Es ist schwül, ich bin schon jetzt wieder nass geschwitzt. Die Pferde haben einen Zaun ganz hinten gehimmelt und da mein Dad unterwegs ist, fällt diese Aufgabe natürlich wieder einmal auf mich zu. Eine Latte ist durchgetreten, ein Pfosten steckt schief in der Erde. Ich dachte immer, mein Leben wäre für sinnvollere Aufgaben entstanden.
    Eine neue Holzlatte habe ich bereits vorhin aus dem Schuppen beschafft, die jetzt zu meinen Füßen auf dem staubigen Boden liegt. Mit einem übergroßen Hammer bepackt mache ich mich daran, den schrägen Pfosten wieder in Position zu bringen, um ihn kurz darauf mit ein paar festen Schlägen wieder tiefen in den Boden zu befördern. Welcher Drecksgaul ist dafür verantwortlich? Gerade als ich darüber nachdenke die Stute meiner Mutter gleich im Stall mit dem Revolver zu erschießen, kommt Bear von der anderen Seite des Zaun auf mich zu getrottet und beobachtet mich mit gespitzten Ohren. "Sag bloß, du warst das ..", rede ich vorwurfsvoll auf ihn ein, aber er schüttelt sich nur die Fliegen aus dem Gesicht und geht dann mit gesenktem Kopf weiter, auf der Suche nach dem richtigen Grashalm. Dem einen. Ist ja nicht so, dass hier überall Gras auf der Wiese wächst. Mit einem Schmunzeln schüttle ich den Kopf, ehe ich mich daran mache, die Nägel mit einer Zange aus der kaputten Holzlatte zu ziehen, bis diese in zwei Teilen auf den Boden fällt.
    Wenig später ist der Zaun wieder ausbruchssicher und ich mache mich daran, die beiden kaputten Holzteile in den Schuppen zu bringen. Hier sammelt sich schon der ganze Kram. Eigentlich könnte ich das Zeug mal wieder auf meinen Pick Up laden und irgendwo in der Walachei auf einem Acker verbrennen. Gleichzeitig Marshmallows und Würstchen über dem Feuer grillen. Ohja.
    Mein Hemd ist jetzt einmal komplett durchgeschwitzt, obwohl wir gerade Mittag haben, aber ich beschließe trotzdem mir ein neues anzuziehen. Auf dem Weg ins Haus fällt mein Blick auf den Mustang, den ich vor Monaten auf der Auktion ersteigert habe und ich muss mir zurück ins Gedächtnis rufen, dass ich mehr mit ihm arbeiten sollte. Theoretisch wäre der nächste Schritt, mich einfach drauf zu schwingen und eine Runde reiten zu gehen. Am Boden gearbeitet ist er. Das ist irgendwie parallel mit dem Roan passiert, weil Dean Hilfe brauchte und ich in der Zeit einen leichten Anflug von Lust an der Arbeit mit dem rohen Pferd entwickelt habe. Aber diese Lust ist schon wieder vergangen, ich will Bear auch noch gar nicht ersetzen, selbst wenn es langsam Zeit wird. Partner werden ich und der Fuchs sowieso nicht, er soll mir bloß bei der Rancharbeit helfen. Ende.
    Als ich mit einem sauberen Shirt zurück nach draußen auf die Veranda komme, kann ich einen Wagen auf dem Hof ausmachen. Es ist Deans. Ich habe ihn eine Weile nicht gesehen, aber ich habe mich zuverlässig um sein Pferd gekümmert, auch wenn wir darüber nie eine Absprache hatten. Ich weiß nicht, als was ich ihn bezeichnen soll. Als Bekannten, als Kumpel oder gleich als Fremden. Aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass er mir mit seiner schlechten Laune nicht mehr den Tag vermiest. Also bequeme ich mich dazu, die Stufen vor der Veranda herunter zu gehen und mich in seine Richtung zu bewegen, während der Kies unter meinen Stiefeln knirscht. Vertrautes Geräusch. Ist es krank, dass ich mittlerweile schon meine, das Geräusch von meinem Kies hier von anderen unterscheiden zu können? Ja .. vermutlich ja. Vielleicht habe ich diese paar Tage Auszeit deswegen so sehr genossen. Um mich von meinen komischen Gedanken abbringen zu können, hebe ich die Hand zu einem Soldatengruß. "Und ich dachte, wir hätten dich für immer verloren.", begrüße ich Dean. Anspielung auf seine Berufung? Ja. Nicht witzig. Echt nicht witzig, Luke.

  • Liz


    „Endlich Schluss für heute,“ erleichtert atmete ich auf. Gerade verließ ich gemeinsam mit Char, die eigentlich Charlotte hieß das Schulgebäude. Char und ich gingen in den gleichen Kunstkurs und hatten uns während der letzten Tage ein wenig angefreundet, wenn man das so nennen konnte. Denn abgesehen von unserem gemeinsamen Interesse für Kunst hatten wir eigentlich relativ wenig gemeinsam, wäre ich ihr zu Hause in Kalifornien begegnet, wäre sie wahrscheinlich eher der Typ Mädchen gewesen mit denen meine ach so perfekte Schwester immer rumhing. Dennoch verstanden wir uns gut. Kurz darauf erreichten wir den Schülerparkplatz. Rasch verabschiedete Char mit einer kurzen Umarmung und stieg dann in ihren VW, sie hatte es heute ein bisschen eilig da sie gleich zur Klavierstunde musste. Ich winkte ihr noch nach, dann griff ich in meine Tasche und kramte nach dem Autoschlüssel.
    Als ich nun den Schlüssel herauszog, bemerkte ich ein kleines Plastikteilchen. Es war ein Plektron. Jenes Plektron welches ich vor einiger Zeit von dem süßen Musiker in der Bar bekommen hatte. J.K. Ich betrachtete einen Moment die Initialien. Eine Zeitlang war ich fast täglich abends in die Bar gefahren, in der Hoffnung „J.K.“ wiederzusehen, jedoch immer ohne Erfolg. Wahrscheinlich würde ich ihn nie wiedersehen. Seufzend schob ich das Plektron zurück in meine Tasche, öffnete den weißen SUV und stieg ein. Dann startete ich den Motor und fuhr an, um jedoch sofort wieder voll auf die Bremse zu treten, zum Glück gerade noch rechtzeitig, nicht auszudenken wenn ich jetzt noch nen Crash mit dem Auto meiner Tante bauen würde.
    Irgendein Idiot in einem alten, braunem, verbeulten Pickup war plötzlich losgefahren. Ohne drüber nachzudenken, drückte ich auf die Hupe und zeigte dem Idioten einen Vogel. Als dieser sich nun jedoch nach mir umwandte, erkannte ich ihn. Es war Jimi, einer der Jungs die mich vor einigen Wochen aufgesammelt hatten als ich mit dem Motorrad liegen geblieben war. Er blickte mich an, dann stieg er aus und kam zu mir herüber. „Hey, wir kennen uns doch, sorry, wegen eben, hab wohl nicht aufgepasst, war aufgebracht, weil ich wohl für´n Arsch hergefahren bin. Sollte eigentlich meine kleine Schwester abholen und gerade ruft sie mich an sie wäre bei ner Freundin mitgefahren.“ Ärgerlich blicke ich ihn an, „Schön für dich, deswegen sollte man trotzdem gucken wo man hinfährt, hat ja nicht jeder so ne Schrottkarre,…“ Ich nicke zu seinem Pickup hinüber.
    Nun mit reuevoller Miene erwidert er, „Okay, du hast was gut bei mir, ich lad dich ein auf nen Drink, okay? Da drüben ist ein Café.“ Einen Moment überlege ich abzulehnen. Ich mustere ihn, eigentlich scheint er ganz okay zu sein und es sprach ja auch für ihn, dass er nicht einfach weggefahren ist, mal abgesehen davon, dass ja noch nicht einmal etwas passiert war. „Okay, also gut, Schwamm drüber,…“ erwiderte ich nun versöhnlicher. „Aber nach dem Schreck kommst du mir nicht nur mit ner Cola davon, es muss schon nen Latte Macchiato mit Extraschaum und Karamell sein, immerhin hätt ich um ein Haar das Auto meiner Tante gecrasht.“ Daraufhin grinste er, „Wenn das so ist, dann gibt’s meinetwegen auch noch nen Muffin dazu,…“ Ich lachte, „Spinner,…“.
    Dann stiegen wir wieder in unsere Autos und fuhren hinüber zu dem Café welches sich neben der Kirche befand und wie ich von Jimi erfuhr von einigen Damen aus der Gemeinde betrieben wurde. Aber neben der Bar und einem Schnellimbiss fast die einzige Location wo man hier im Ort zum Essen hingehen konnte. Außerdem erfuhr ich, dass es dort wohl die besten Kuchen im Umkreis von mindestens hundert Meilen geben sollte. Kurz darauf saßen wir also mit unseren Getränken an einem der polierten Holztische am Fenster und unterhielten uns. Ich erfuhr, dass Jimi selbst nicht mehr zur Schule ging, wobei mir das eigentlich bereits bewusst gewesen war, wusste ich doch bereits, dass er zusammen mit Luke zur Schule gegangen war. Er erzählte mir, dass er zusammen mit seiner alleinerziehenden Mutter und seiner jüngeren Schwester lebte und meist wechselnde Jobs hatte. Meist war sein eigenes Einkommen nötig, damit die Familie jeden Monat überhaupt über die Runden kam. Zur Zeit arbeitete er im nahegelegenen „Oberklassenviertel“, beim Parkservice des Countryclubs. Als ich erzählte, dass ich aus San Francisco kam, horchte er auf und erzählte, dass er schon lange davon träumte mal ans Meer zu fahren, dies jedoch bisher einfach nicht möglich gewesen sei. Ich nickte, zwar war Geld bei uns zu Hause eigentlich nie ein Problem gewesen, doch da war ich in meiner Clique eine der wenigen gewesen. Ich hatte mir darüber eigentlich nie Gedanken gemacht und über all die Reibereien die es in unserer Familie gab, war mir oft nicht bewusst gewesen wie gut ich es im Grunde hatte. Bei uns in der Familie war oft die Frage aufgekommen ob College A oder B und welches Fach, ich wollte am liebsten auf eine Kunstakademie gehen, wofür jedoch meine Eltern keinerlei Verständnis hatten. Hier jedoch stand man eher vor der Frage nach der Schule, Job oder arbeitslos und auch bei ersterem war nicht immer gegeben dass das Geld reichte. Es sei denn man hatte Glück und gehörte zu der wohlhabenen Minderheit der Gegend die ihre Kinder auch auf weiter entfernte Colleges schicken konnte.
    Während ich noch in Gedanken versunken schweigend einen Schluck meines Latte Macchiato trank und mit den Augen einen kleinen Kaffeefleck auf der Tischdecke fixierte, fuhr Jimi fort und sagte: „Ich weiß, dass ich meine Lage zum Teil auch selbst verbockt habe, habe in meiner Schulzeit auch viel Scheiß gebaut und mir wohl so auch ein bisschen was verbaut,… aber im Gegensatz zu mir ist meine Schwester eine gute Schülerin und ich werde alles in meiner Macht stehende tun, damit sie einmal hier rauskommt und die Chance auf ein Stipendium für ein gutes College erhält. Aber lassen wir das, ich mein was verschlägt dich aus San Francisco ausgerechnet hierher, ich mein, wer irgendwie die Möglichkeit hat sieht zu dass er eher hier wegkommt, aber freiwillig hierher,…“ Er grinste mich an. Daraufhin verdüsterte sich meine Miene ein wenig und ein kurzes spöttisches Auflachen entfuhr mir: „Haha, freiwillig ist gut,… ich hatte die Wahl zwischen Outback auf die Ranch meiner Verwandten oder Internat mit lauter reicher Tussen,…“. Ich erzählte ihm schließlich von meiner Verhaftung und wie es dazu kam und wie meine Eltern mir dann schließlich dieses Ultimatum gestellt hatten. Als er sich nun interessiert nach meinem Hobby erkundigte, griff ich nach meiner Tasche und holte meinen Skizzenblock heraus und schlug diesen auf und zeigte ihm meine Zeichnungen die ich während der letzten Zeit seit ich hier war gemacht hatte. Von Alltagsszenen auf der Ranch oder in der Schule über Portraits bis hin zu Detailbildern oder Stilleben war eigentlich alles dabei. Anerkennend pfiff Jimi durch die Zähne. „Die sind echt klasse, so ausdrucksstark,…“ In dem Moment fiel sein Blick auf eine weitere Zeichnung. Eine Weile betrachtete er das Bild und meinte dann: „Das bist du, oder? Aber irgendwie,… ich weiß nicht, irgendwie wirkt sie traurig oder verlassen, vielleicht auch im Stich gelassen, verloren,…“ Ich blickte ihn überrascht an, hatte er doch ziemlich genau meine Gefühle beschrieben, als ich dieses Bild zeichnete. „Das Bild ist ziemlich am Anfang, kurz nachdem ich hierher kam entstanden und,… nun ja, ungefähr so wie du es gerade beschriebst, habe ich mich anfangs auch gefühlt. Krass, dass du das so aus der Zeichnung erkannt hast.“ Daraufhin zuckte Jimi nur mit den Schultern. „Ist eben gut gezeichnet, du hast echt Talent Emotionen festzuhalten, auch hier,…“ er blätterte ein Stückchen weiter zu einer Zeichnung die ich nach dem gelben Mustang gemacht hatte der auf der Ranch in einem der Paddocks stand. „…ich würde sagen das ist ein Wildpferd welches sich nach Freiheit sehnt, weil es nicht eingesperrt sein will, wohl auch noch ungezähmt ist, aber ein bisschen spiegelt der Ausdruck des Pferdes auch Angst wider, vor dem Unerwarteten was ihm bevorsteht,…“. In dem Moment fiel mein Blick auf das Ziffernblatt der altmodischen, aber sehr schönen Standuhr und ich stellte fest, „Oh, ich glaube ich sollte mich mal langsam auf den Weg machen, nicht das meine Tante noch ihr Auto anfängt zu vermissen,…“ ich lache kurz und trinke den letzten Schluck meines inzwischen abgekühlten Latte Macchiatos. Jimi blickt ebenfalls auf die Uhr und erwidert: „Ja, ich sollte mich auch langsam auf den Weg zur Arbeit machen. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder. Wie heißt es so schön, man sieht sich immer dreimal im Leben,…“. Lachend streicht er sich mit einer raschen Bewegung die schulterlangen Haare aus dem Gesicht und steht auf. Da die Getränke bereits gezahlt sind gehen wir nun gemeinsam hinaus zu den Autos. Am Auto verabschiede ich mich von Jimi und steige schließlich in den SUV und fahre los.
    Da es nun doch schon etwas später geworden war und ich tatsächlich nicht wusste ob meine Tante das Auto am Nachmittag noch brauchte fuhr ich nun direkt zur Ranch zurück. Während der Fahrt musste ich an das Gespräch eben mit Jimi denken, eigentlich war er ganz nett und irgendwie hatte ich gerade eine ganz andere Seite an ihm kennengelernt, als die von der mir Luke erzählt hat. Okay die Drogengeschichte ist sicher schon einige Jahre her und Menschen können sich auch ändern. Gerade erreichte ich die Ranch. Auf den ersten Blick sah ich niemanden, aber das war im Grunde nicht ungewöhnlich. In letzter Zeit war insgesamt sehr wenig los gewesen auf der Ranch, die meiste Zeit war ich mit meiner Tante alleine hier gewesen, selbst Luke war für einige Zeit ausgeflogen um sich auf Rodeos von Bullen abwerfen zu lassen, ich grinste bei dem Gedanken daran, dass die Leute das echt freiwillig taten, andererseits würde ich vielleicht wieder anders darüber denken wenn ich mir so etwas mal live ansehen würde. Langsam lenkte ich den SUV über das Gelände der Ranch, bis ich das Auto schließlich vor dem Wohnhaus anhielt. Ich schaltete den Motor ab und stieg aus. Als ich mich umwandte, sah ich in einiger Entfernung in der Nähe der Corrals zwei Personen stehen. Dann erkenne ich in einer der beiden Personen meinen Cousin. Ich wusste zwar nicht ob die Beiden mich bemerkt hatten, dennoch hob ich kurz die Hand zum Gruß, schulterte meine Tasche und ging dann erst einmal ins Haus. Ich stellte meine Tasche ab und hängte den Autoschlüssel für meine Tante ans Schlüsselbrett. Und nun? So recht wusste ich nicht was ich nun machen sollte. Also ging ich erst einmal in die Küche, griff nach einer Wasserflasche und trank etwas. Es war aber auch echt warm momentan und dann diese feuchte Wärme. Obwohl ich zu meiner kurzen Jeansshorts nur eine karierte Bluse aus dünnem, luftigen Stoff trug, schwitzte ich. In Momenten wie diesem wünschte ich mir in Kalifornien am Strand sein zu können. Da ich gerade nicht recht wusste was ich machen sollte, beschloss ich hinaus zu gehen, vielleicht gab es ja irgendetwas an Arbeit oder so wobei sogar ich helfen konnte. Im Flur schlüpfte ich rasch in meine Westernboots die ich mir vor Kurzem gekauft hatte, da sie mir gefielen und mittlerweile sehr zu schätzen wusste.
    Draussen auf dem Hof sah ich mich um und fand Luke und, ach ja Dean, stimmt so hieß der andere, recht schnell. Ich ging auf die Beiden zu, grüßte und gesellte mich dazu. Um die Beiden jedoch nicht in ihrem Gespräch zu stören schwieg ich dann erst einmal.

  • Dean
    Ich werfe die Zigarette auf den sandigen Boden und trete sie aus, während ich mit einer Handbewegung die Tür meines Wagens zufallen lasse. Der Hof wirkt fast schon verlassen, ich sehe niemand seiner Arbeit nach gehen.
    Aber es dauert nicht lange, als hätte er meine Anwesenheit bemerkt, schon tritt Luke aus dem Haus.
    Er wirkt genervt als er zu mir rüber läuft, dabei habe ich doch noch gar nichts gesagt.
    Im Augenwinkel sehe ich noch Luke's Cousine an uns vorbeihuschen, bevor meine Aufmerksamkeit wieder auf Luke fällt. Er hebt die Hand zum Soldatengruß. Ich gehe auf ihn zu und fange seine Hand in der Bewegung ab, schlage mit meiner ein und ziehe ihn an meine Schulter. Meine linke Hand klopft ihm freundschaftlich auf seine Schulter und ich grinse ihn an. "Keine Frau dieser Welt wird mich zu Fall bringen" antworte ich ihm auf seine Begrüßung und blicke ihm in die Augen. Er wirkt leicht verwirrt, aber ich freue mich einfach hier zu sein.
    "habe ich was wichtiges verpasst?" frage ich, als Liz zu uns herüber kommt. "ach nein, hier ist es ja langweilig und öde. Keine Partys und auch sonst nichts was Freude bereitet, habe ich Recht?" stelle ich beiden die Frage. "das würde zumindest eure Stimmung erklären. Ihr solltet mal nach Vegas." empfehle ich noch eilig während ich in meiner Jackentasche nach dem Brillenetui krame um kurz danach meine Sonnenbrille aufzusetzen. Erwartungsvoll grinse ich die beiden an. "ich bin für alle Schandtaten bereit, sagt an was wir heute machen."