American Outback - the Game

  • Luke


    Oh. Na wunderbar. Da fährt meine Cousine ausgerechnet mit meinen drei besten Freunden nach Hause. Gut, das konnte sie nicht wissen und die Jungs würden auch nie etwas schlimmes mit ihr anstellen, aber so ganz recht ist mir das trotzdem nicht. Andererseits kann ich verstehen, dass sie froh gewesen ist, überhaupt Hilfe bekommen zu haben. So ist das hier in der Gegend eben - fährt man zu lange in die falsche Richtung, kommt man nie irgendwo an und Netz hat man natürlich auch nicht. Ergo versuche ich ihr auf eine nette und freundliche Art zu erklären, wer diese drei Männer sind und warum sie nicht zu uns auf der Ranch fahren wollten. Ich mein, mittlerweile ist es schon ziemlich lange her und mir kann es im Grunde egal sein, aber ein klein wenig Stolz habe ich auch. "Naja ..", setze ich an und sehe überlegend durch den Stall, suche nach den richtigen Worten. "Wir hatten damals eine kleine Auseinandersetzung, ist schon etwas länger her, wir waren zusammen auf der High School.", fange ich an zu erklären, ehe ich die Forke und den anderen Kram zur Seite räume und dann in Richtung Stalltür gehe. Hier draußen ist jetzt eh nichts mehr los, da können wir auch rein gehen. Ich fasse sie an den Schultern, drehe sie herum und schiebe sie vor mir her in Richtung des Wohnhauses. "Die drei hatten so eine leeeichte Drogenphase. Ist in dem Alter schließlich total cool und so. Jedenfalls ist das raus gekommen, dann gabs ein ziemliches Theater mit der Polizei und den Lehrern und und und. Ich hatte damit nichts zutun, aber das wollte mir keiner glauben, nachdem sie meinen Namen genannt hatten und mir in der Schule was ins Schließfach geschmissen haben. Ich hatte einen riesen Streit mit Dad, sollte mit den anderen der Schule verwiesen werden und bla bla bla .. den Rest kannst du dir denken." Meine Worte klingen fast schon genervt, als ich ihr die Geschichte erzähle. Kurz vor der Treppe nehme ich meine Hände von ihren Schultern und gehe hinauf auf die Veranda und halte ihr die Tür auf. "Jedenfalls haben sie am Ende doch zugegeben, dass ich das Zeug nicht unter die Leute gebracht habe. Hat aber auch ne Zeit lang gedauert .. mein Dad hat ihnen damals gedroht ihnen die Köpfe abzureißen, wenn sie sich hier noch einmal blicken lassen. Nicht, dass sie Angst vor ihm hätten oder so, aber seit dem fahren die scheinbar nicht mal mehr mit dem Auto hier vorbei."

  • Dean
    Es war nun ein paar Tage her, seit ich das letzte mal auf der Ranch war. Schließlich kann ich mit meinem Gaul sowieso nichts anfangen und daher hat Sarah darauf bestanden ständig in den Stall zu fahren und auf ihrem Pferd zu üben. Den Namen kann ich mir immer noch nicht merken, aber immerhin kann ich nun putzen, satteln, trensen und vernünftig aufsteigen. Mehr oder minder freiwillig bin ich auch schon in allen Gangarten geritten, allerdings haben wir uns hauptsächlich auf den Schritt konzentriert.
    Ich hatte das Gefühl, Sarah ist ganz glücklich dass ich ihr Pferd reite, denn während ich da oben saß hatte sie beständig ihr Handy in der Hand und wirkte abwesend. Am Anfang ist mir das kaum aufgefallen, doch es wurde immer auffälliger.
    Da ich mir darüber mal Gedanken machen musste und dafür einen freien Kopf brauche stehe ich noch vor Sonnenaufgang auf, verlasse das Haus und fahre zur Ranch. Mein Plan? Niemanden begegnen, mein Pferd sehen und den Gedanken hinter her hängen. Aber wer sollte schon um die zeit wach sein? Meine Jungs in der Kaserne bestimmt. Ich merke wie sehr ich die vermisse, schließlich waren das meine letzten Freunde, im Prinzip sogar meine Familie. Vielleicht sollte ich die Verlängerung meines Urlaubs doch wieder zurück ziehen?
    Ich laufe über den Schotter auf dem mein Wagen das letzte mal stand und gehe rüber zu der Koppel auf der mein Pferd steht. Es ist leicht neblig und noch relativ kühl, als ich die Schemen der Pferde erkennen kann. Als ich den Zaun erreiche bemerke ich, dass die Pferde nicht mehr ganz weit weg stehen und auch nicht die direkte Flucht antreten. Alle schauen mich zwar an, erkennen aber keinen Puma in mir und fressen einfach weiter. Ich lehne mich mit meinen Unterarmen auf den Zaun und Blicke rüber zu den Pferden.

  • Luke


    Wie immer am frühen Morgen stehe ich im Stall bei den Pferden und kümmere mich um ihr Frühstück. Draußen ist es frisch, die Luft ist von Nebel durchzogen, aber ich trage trotzdem nur ein Hemd. Wenn auch mit einer leichten Gänsehaut auf den Armen. Wieder einmal fühle ich mich von der Palomino Stute meiner Mutter belästigt, steht direkt vor ihrer Box und sehe mir an, wie sie mit dem Kopf schlägt. "Sonst gehts, ja?", frage ich sie, da ist sie von meiner Stimme derart abgelenkt, dass sie doch tatsächlich aufhört. Zumindest kurz, aber immerhin. Auch heute bekommt sie als letzte ihr Futter, vielleicht macht es ja doch irgendwann Klick in ihrem Kopf. Die Pferde sind ruhig, man kann sie alle beim Mahlen der Heuhalme hören und irgendwie klingt das fast schon entspannend. Einmal kurz mache ich einen Stop bei der Stute der neuen. Dafür, dass sie gestern erst angekommen ist und auf dem Paddock eine ziemliche Show abgezogen hat, wirkt sie jetzt ganz ruhig. Mit den Ohren bedeutet sie mir, dass sie weiß, dass ich da bin und so lasse ich sie auch wieder in Ruhe weiter fressen, ehe ich weiter stiefele. Nur, um mir meinen Sattel und die Trense von Bear zu schnappen. Morgens lässt es sich eben am besten ausreiten und dann kann ich auch gleich nach den Rindern sehen. Eines der lädierten Knotenhalfter nehme ich mir auch gleich mit, ehe ich aus dem Stall heraus trete und mir ein bekanntes Auto auf dem Hof auffällt. Was will der jetzt schon hier? Draußen wird es nur langsam hell und durch den leichten Nebel kann ich ihn erst sehr spät ausmachen. Je näher ich komme, desto klarer wird das Bild. Nur die Pferde kann ich auf den ersten Blick nicht genau erkennen, es sind nur drei dunkle Schatten zu sehen. Dean jedenfalls wirkt so, als wäre er wieder einmal in Gedanken und so schwinge ich den Sattel mit einem lauten, aber dumpfen Geräusch auf die obere Zaunlatte. Das Kopfstück hänge ich ans Horn. Scharf ziehe ich die kalte Morgenluft ein und atme dann wieder aus. "Hast du kein Zuhause?", frage ich schließlich drauf los, den Blick auf den Mann zu meiner linken gelegt.

  • Dean
    Es hätte so schön sein können. Hätte. Wenn dieser Cowboy nicht wäre. Warum zur Hölle ist der schon wach?
    Na gut, vielleicht hat er Arbeit? Wie es sich für einen Bauern gehört? Ja Herr Johnson, clever kombiniert. Allerdings habe ich schon vor einer Weile bemerkt dass jemand wach ist, anschleichen geht anders. Als er mir dann auch noch eine selten dämliche frage stellt atme ich genervt aus und schaue das erste mal zu ihm rüber. Die Gegenfrage 'aber du?' stelle ich nicht, schließlich stehen wir auf seinem Hof. Zweimal so unfassbar kluge Gedanken. Heute ist ja ein ganz fantastischer Tag.
    "doch." sage ich stattdessen trocken und schaue wieder auf die Koppel. Die Pferde haben kurz gezuckt als Luke den Sattel auf den Zaun geworfen hat, fressen aber schon wieder weiter. "und du reitest den Zaun? Sagenhaft." spotte ich ein wenig, allerdings verzichte ich darauf auf noch blickkontakt aufzubauen. Er soll nicht denken dass ich nun auch noch Smalltalk halten möchte.

  • Sarah


    “Nicht aufstehen, zu früh…”, murmelte ich im Halbschlaf, während mir meine Haare zerzaust im Gesicht rumhingen und versuchte mit einer Hand den Wecker auszuschlagen, was allerdings nicht klappte, da er zu weit weg stand. Murrend rollte ich mich also soweit zur anderen Seite rüber, dass ich mit den Fingern fast den Knopf schaffte zu berühren - allerdings vorher mit einem lauten Knall samt Decke aus dem Bett fiel. Wie ein platter Maikäfer lag ich auf dem Bauch, pustete nur genervt meine Haare aus meinem Gesicht und verfluchte den Tag, noch bevor er begonnen hatte. Aber immerhin war ich nun wach. Langsam richtete ich mich wieder auf, stellte den Wecker aus, schmiss meine Decke zurück aufs Bett und bemerkte dann erst, dass irgendwas fehlte. “Wo steckt dieser Mistkerl nur schon wieder.”, grummelte ich vor mich hin und gestand mir nur ungern ein, dass es mich ziemlich anpisste, dass dieser Kerl so eine unglaubliche Disziplin hatte…und ich nicht. Jedenfalls nicht, wenn es ums aufstehen ging und Sport…ja, Sport war auch so eine Sache bei mir. Allerdings erinnerte mich dieser Gedanke nun gleich wieder ans Cheerleader Training, dass heute Nachmittag direkt nach der Schule stattfand. Schule…äh. Ich rümpfte nur angewidert die Nase und lief dann rüber zu meinem Kleiderschrank, der zwar inzwischen so voll war, dass nichts mehr reinpasste…aber dennoch garantiert nichts darin fand, was ich anziehen wollte.
    Nachdem ich mir mein Outfit dann doch zurecht gelegt hatte, verschwand ich kurz ins Bad - kurz ist relativ - und stylte mich ein wenig - wenig ist auch relativ. Während ich gerade dabei war, mir einen Lidstrich zu ziehen, wurde hinter mir dann urplötzlich die Tür aufgerissen und mein Liner landete vor lauter Schreck genau in meinem empfindsamen Auge. “Au, verdammt! Bist du bescheuert? Raus hier!”, brüllte ich meinen Bruder bloß an, während dieser völlig verschlafenen Blickes zu mir rüber sah, sich am Hinterkopf kratzte und dann zum Klo rüberlief, ehe er völlig ungeniert seine Shorts runterzog und sich auf den Pott pflanzte. “Halt die Klappe, Sarah. Ich muss und wenn du das Bad stundenlang blockierst, brauchst du dich nicht zu wundern. Oder soll ich dir demnächst ins Bett kacken? Kannst du gerne haben.”, meinte Josh sarkastisch, während ich nur angeekelt das Gesicht verzog und dann laut aufseufzte, ehe ich mich wieder dem Spiegel zuwandte. “Oh mein Gott! Wie seh' ich denn aus? Wie einer von Kiss!”, meinte ich nur panisch, während ich mein völlig verschmiertes Make-Up begutachtete. “Also nix Neues.”, meinte Josh nur trocken und ließ dann eine Stinkbombe hochgehen, die mir die Tränen in die Augen schießen ließ und mein restliches MakeUp auch noch ruinierte. ich hasste ihn.
    Nachdem der Morgen so hervorragend verlaufen war, fuhr ich nun mit einer besonders guten Laune in Richtung Highschool. Dort angekommen parkte ich meinen Wagen, stellte den Motor aus und legte dann meinen Blick auf mein Handy, welches neben mir auf dem Beifahrersitz lag. Eine gefühlte Million Nachrichten und davon war 99 % reines bla, bla, bla. Nur eine Nachricht weckte meine Neugierde, wie so oft in letzter Zeit. Derek. Ein ziemlich heißer Quarterback aus dem Schulteam und er war ziemlich eindeutig interessiert an mir, obwohl er wahrscheinlich jede Andere hätte haben können. Erinnerte mich fast an Dean…nur, dass Derek anders war als Dean. Gleicher Anfangsbuchstabe…aber das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Ernsthaftes Interesse hatte ich zwar nicht an ihm, obwohl er so verdammt gut aussah, aber ein wenig flirten durfte ja wohl erlaubt sein. Breit grinsend stieg ich nun aus meinem Wagen aus, setzte meine Sonnenbrille auf und lief dann hoch-erhobenen Hauptes und wehenden Haaren in Richtung Schulgebäude. Hier ist eure Queen, Bitches!

    »And who are you, the proud lord said, that I must bow so low?
    Only a cat of a different coat, that's all the truth I know. In a coat of gold or a coat of red, a lion still has claws.
    And mine are long and sharp, my lord, as long and sharp as yours.
    And so he spoke, and so he spoke, that lord of Castamere.
    But now the rains weep o'er his hall, with no one there to hear.
    Yes now the rains weep o'er his hall, and not a soul to hear...
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    The Rains of Castamere
    George R. R. Martin

  • Luke


    Wie ich den Hass von seiner Seite doch liebe. Aber ich kann mit sowas umgehen, es stört mich nicht - ganz im Gegenteil, irgendwie ist es mittlerweile belustigend, wie er die ganze Welt hasst. Tatsache ist, dass er so genervt wie immer ist. Irgendwas muss ich an mir haben, aber der Gedanke bringt mich nur zum Schmunzeln und so wende ich meinen Blick ebenfalls ab. Bear steht mit erhobenem Kopf da, als würde er darauf warten, dass ich ihn rufe. "Sagenhaft ist das in der Tat. Einen Zaunreiter findest du in keinem guten Buch.", kommentiere ich, halte inzwischen nur noch das Knotenhalfter samt Gammelseil in der Hand und pfeife nun nach meinem Wallach. Vielleicht sollte ich mal neue Sachen kaufen. Ja, vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Bear setzt sich sofort in Bewegung und kommt im gemächlichen Schritt auf uns zu, woraufhin ich mich mit Schwung über den Zaun befördere. Weitaus eleganter als mein guter Freund bei seinem Abgang letztens. Mein Wallach kommt vor mir zum stehen, streckt die Nase von ganz alleine ins Halfter und ich schließe es mit einem Knoten. Das Seil werfe ich ihm über den Hals, um es später ums Horn wickeln zu können. Mein Pferd steht wie ein Baum und in der Sattellage sieht es nicht wirklich dreckig aus, sodass ich mir gleich das schwere Wollpad unter dem Westernsattel weg ziehe und es ihm auf den Rücken lege. Der Sattel folgt unmittelbar danach, Bear bläst seinen Bauch auf und lässt den Kopf tief sinken. "Dein Leben ist anstrengend. Ich weiß, Kumpel.", murmele ich vor mich hin, klopfe ihm abwesend mit einer Hand auf die Schulter und nehme mir dann seine Trense. Das Teil sieht aus, als würde es gleich auseinander fallen, aber das habe ich schon vor zwei Jahren mal gedacht. Sie hält tapfer durch. Bear nimmt willig das Gebiss ins Maul und kaut schon darauf rum, während ich ihm das Kopfstück über die Ohren ziehe. So viel zum Thema Rente, aber bis der Fuchs nicht einigermaßen fertig ist, wird mein Brauner noch mit mir zusammen arbeiten müssen. Andererseits sollte ich mit 37 langsam mal in die Pötte kommen, der frisst sich hier nur eine dicke Wampe an.

  • Dean
    Mein rechter Mundwinkel zuckt kurzzeitig nach oben, aber das merkt er nicht, da es die von ihm angewandte Seite ist. Irgendwie ist er drollig.
    "Cowboy, egal was du nimmst, nimm weniger. Das tut dir nicht gut." sage ich und in meiner Stimme schwingt ein Hauch Amüsierung mit.
    Mein Blick wandert über das ganze Zeug das er abgeschleppt hat. Sieht anders aus als Sarahs zeug. Viel mehr Gurte, seile und schnurgedöns. Viel mehr Leder. Viel cooler!
    Ich beobachte Luke genau, während er sein Pferd sattelt und trotzdem steige ich nicht ganz durch. Wo hat er diesen Riemen durchgezogen?
    Die beiden Mustangs schauen beide interessiert aber mit gebührenden Abstand zu. Sie nähern sich noch um zwei Schritte, bleiben dann aber direkt stehen. Mein Pferd wird wohl sein lebenslang hier auf dieser Wiese stehen. Oder ich lasse ihn laufen, reiten werde ich ihn sicher nie. Schließlich kam ich mit Sarahs Gaul nicht klar. Ich blieb drauf, ich konnte durch die Gegend zockeln, wobei auch da eher das Pferd den Weg bestimmt hat.
    "könnte ich ihn freilassen?" frage ich gedankenverloren, mit Blick auf mein Pony. Als ich merke dass ich das ausgesprochen habe schaue ich erschrocken und neugierig zugleich zu Luke. Kann ich?

  • Luke


    Von seinen scheinheiligen Kommentaren lasse ich mich nicht weiter beeindrucken und schmunzele nur in mich hinein. Weniger Landluft? Wird schwer. Einen kurzen Blick werfe ich ihm noch zu, antworten will ich darauf aber nicht deswegen widme ich mich wieder meiner eigenen Sache. Bear leckt und kaut ein paar mal bis er das Gebiss einfach Gebiss sein lässt und mit gespitzten Ohren zum Soldaten rüber sieht. Ja, ich finde ihn auch sonderbar. Und als ob der Wallach meinen Gedanken gehört hätte, zuckt ein Ohr nach hinten. Dean bringt mich allerdings mit einer komischen Frage aus dem Konzept und ich sehe erneut zu ihm, um kurz darauf seinem Blick in Richtung der Mustangs zu folgen. Aber diese Frage lässt mich kalt und ich zucke nur desinteressiert mit den Schultern. "Klar, warum nicht? Ob er das heile übersteht, ist eine andere Frage.", antworte ich schließlich weise, wickle noch den Gammelstrick vom Knotenhalfter um das Horn meines Sattels und lasse dann das Pferd so stehen. Wenn man nicht gerade mit einer Tüte raschelt, in der altes Brot stecken könnte, wird er sich nicht vom Fleck bewegen. Mit Schwung schiebe ich die beiden Balken des Zaun auf, orientiere mich nach hinten um und stelle fest, dass die beiden anderen Pferde nicht näher gekommen sind. Gut so, die will ich nicht frei aufm Hof laufen haben. Mit einem Kopfnicker weise ich Bear an, sich in meine Richtung zu bewegen und er trottet langsam zu mir, sodass wir zusammen die Koppel verlassen und ich im Anschluss die beiden Balken wieder zuschieben kann. Vermutlich sollte ich einfach aufsteigen und mich vom Acker machen, aber dazu bin ich zu gut erzogen und deswegen warte ich ab, ob mir der Soldat noch etwas zu sagen hat. Zumindest bezüglich seines Pferdes, das er offensichtlich am liebsten einfach zurück in die Natur jagen würde. Ich verstehe wirklich nicht, warum er dieses Tier ersteigert hat, geschweige denn, warum er überhaupt zur Auktion gekommen ist. Aber ja, das interessiert mich.

  • Dean
    Ein bisschen zwischenmenschliches Geplänkel, bis ich endlich meine Antwort bekomme. "warum sollte er nicht? Bis jetzt hat er noch nichts von Menschen angenommen, steht den ganzen Tag auf der Wiese und frisst. Ich denke er wäre ganz schnell wieder dort wo er hin gehört."
    Ja, da bin ich wirklich überzeugt. Absolut überzeugter als über die Tatsache dieses Tier jemals zu bändigen.
    Ich habe absolut keinen Plan was ich nun tun soll. Eilig ziehe ich mein Handy aus der Hosentasche. Keine Nachricht von Sarah, obwohl sie schon wach und auf dem Weg in die schule sein sollte. Allerdings hat mir hier, in the middle of nowhere, auch ziemlich bescheidenen Empfang.
    "Dann viel Spaß bei der Arbeit, Cowboy. Du hast bestimmt genug zu tun" erinnere ich ihn dran, dass ich nicht um seine Aufmerksamkeit gebeten habe und wenn es gut läuft habe ich gleich tatsächlich meine ruhe.

  • Sarah


    “Ist Dean denn gar nicht eifersüchtig, wenn du ständig mit diesem Derek schreibst? Ich meine, wenn du Dean nicht mehr willst…ich nehme ihn gerne.”, meinte Lydia grinsend, während ich nur kaum merklich die Augen rollte und meine Gabel dann warnend genau auf ihr Gesicht gerichtet hielt. “Ich zerstör dir dein makelloses Gesicht bevor du auch nur einen Pieps sagen kannst. Also, wag es dich nicht meinen Freund auch nur anzuschauen. Sein hübscher Knackarsch gehört ganz mir alleine. Davon mal ab, hat er keinen Grund eifersüchtig zu sein. Er weiß nichts von Derek und das wird er auch nicht. Jedes Mädchen braucht doch ein kleines Geheimnis, oder nicht?”, sagte ich zwinkernd, ehe ich mit meiner Gabel eine Tomate meines Salates aufspießte und dann zwischen die Lippen steckte, ehe ich drauf biss und Lydia breit angrinste. “Aber klar doch.”, antwortete sie nur mit einem amüsierten schnauben und schaute dann an mir vorbei, ehe sich ihre Augen abrupt weiteten. “Was…ist?”, fragte ich irritiert, ehe ich meinen Blick nun über meine Schulter hinweg in Richtung Parkplätze drehte und dort etwas sah, dass ich ganz sicher nicht sehen wollte. Ein Typ stand mit nacktem Hintern und offensichtlich total betrunken auf seinem Auto und brüllte irgendwelche Hasstiraden über den gesamten Campus. “Ja, seht ruhig alle her! Ihr könnt mich alle mal am Arsch lecken! Ihr dämlichen Schlampen mit euren noch viel dämlicheren Möchtegern-Starathleten! Ihr seid alle das Letzte! Ich scheiß auf euch alle!”, brüllte der Kerl nur wütend durch die Gegend und schlug sich selbst auf seinen entblößten Hintern, was nicht nur mich angewidert den Kopf zurückzuzucken ließ. Mittlerweile stand schon eine ganze Traube um den Typen herum und filmten ihn belustigt, tuschelten und manche bejubelten ihn sogar. “Ich sag euch was, ich mach dich fertig…Nora!”, brüllte der Typ weiterhin ungehalten, ehe er sich plötzlich nicht mehr halten konnte und vornüber von der Motorhaube seines Wagens auf den harten Pflaster krachte. Ein geschocktes Raunen ging durch die Menge, was aber schnell zu einem lauten Gelächter wurde. Der Typ hob nämlich seine Hand, als Zeichen, dass es ihm gut ging und wurde dann von zwei Lehrern, die sich zwischen den Schaulustigen nun hindurch schoben auf die Beine gezogen und dann in Richtung Schulgebäude abtransportiert. “Mein Name ist Josh Heatherton und wurde eiskalt ausgenutzt und betrogen von dieser dämlichen Schlampe names Nora McBrew! Merkt euch das ihr verdammten Spatzenhirne, merkt euch das!”, schrie der Typ dann erneut, als er sich aus den Griffen der Lehrer befreien konnte und nun mit heruntergelassenen Hose über den Campus rannte, während die Lehrer hinter ihm hersprinteten und schlussendlich einfangen konnten, indem sie sich auf ihn schmissen und zu Boden rissen. Ich hingegen traute gerade weder meinen Augen, noch meinen Ohren - und wollte das auch gar nicht. Ich drehte mich nur wieder um, tat so, als wenn gerade absolut nichts passiert wäre und aß einfach meinen Salat weiter. “Schöner Tag heute, oder?”, fragte ich nur trocken an Lydia gerichtet, die mich nur fragenden Blickes ansah und dann nickte. “Sag mal. War das nicht Josh, dein Bruder?”, fragte mich Lydia dann mit hochgezogenen Augenbrauen vorsichtig. “Was, hm? Der? Nein. Nein…ich kenne keinen Josh. Nie davon gehört. Wow, also wirklich…die arme Familie, die so einen Irren großziehen musste. Also, wirklich…”, antwortete ich nur kopfschüttelnd und deutete mit dem Daumen hinter mich, ehe ich einfach wieder weiter meinen Salat aß und ernsthaft darüber nachdachte, erst Josh und dann mich zu erschießen.

    »And who are you, the proud lord said, that I must bow so low?
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    The Rains of Castamere
    George R. R. Martin

  • Luke


    Planlos hebe ich Augenbrauen und Schultern, um sie kurz darauf demonstrativ wieder fallen zu lassen. "Was soll dann diese Frage?", entgegne ich, um ihm einen Denkanstoß zu geben. Vermutlich war die Frage schneller draußen, als er denken konnte, viel Sinn ergibt das ansonsten nicht. Als er sich seinem Handy widmet, bin ich schon im Begriff nach den Zügeln meines Wallach zu greifen, lasse es aber doch bleiben und wende mich schon ab, als er mich noch einmal anspricht. "Hab ich.", stimme ich mit einem Nicken zu, ehe ich mich mit langsamen Schritten in eine andere Richtung bewege. Bear schnaubt leise und läuft mir gemächlich hinterher, die Nase fast durch den Schotter ziehend. Amüsiert sehe ich ihm dabei zu und ich frage mich, wie anstrengend das Stehen gerade gewesen sein muss, dass er nicht einmal mehr seinen Kopf in die Höhe bekommt. Sei ein stolzes Tier, mein Freund, so kann dich keiner ernst nehmen. Auf Höhe des Stalles bleibe ich stehen, drehe mich flüchtig um und frage mich, wie viel Überredungskunst man wohl haben muss, um diesen Mann auf ein Pferd zu bekommen. Mein Wallach sieht mich aus seinen braunen Augen an, ich streiche abwesend über seine Stirn und mein Entschluss steht fest. Wenn ich den dazu kriege auf mein Pferd zu steigen, habe ich was zu lachen. Kurzerhand binde ich Bear mit einem Zügel vor dem Stall fest und begebe mich zur Stute meiner Mutter. Glamorous Lovebird. Auch Pottsau oder Mistvieh genannt - ich habe ihren Namen schon immer schrecklich gefunden. "Lust dich mit mir anzufreunden?", frage ich, als das Pferd den Kopf aus der Box hebt und mich mit einem Maul voller Heu ansieht. Nein, natürlich nicht. Ich hole sie trotzdem aus der Box und mache sie fertig, um kurze Zeit später mit einem zweiten gesatteltem Pferd aus dem Stall zu treten. Kurz legt sie die Ohren an, als wollte sie Bear bedrohen, aber das tut sie ständig. Grundlos. Bear interessiert sich nicht wirklich dafür, er kennt sie mittlerweile und steht nur mit einem entlasteten Bein da. Schnell ist er losgebunden und ich steige in den Sattel der Stute, meinen Wallach als Handpferd neben mir, ehe ich sie in einem entspannten Tempo zur Weide laufen lasse. Dean steht noch immer am Zaun, jetzt einen ungläubigen Blick aufgelegt. "Los komm, wir beide haben jetzt ein Date." Demonstrativ werfe ich ihm den einen Zügel vor die Füße, während sich Birdy am Bein kratzt und mein Wallach auf die Arbeit wartet.

  • Dean
    Auf seine provozierende frage möchte ich ihm gar keine Antwort geben, deshalb tue ich so, als hätte ich sie gar nicht gehört. Und scheinbar funktioniert das sogar, denn endlich zieht er ab. Hat ja auch Arbeit, wie er mir doch noch bestätigt. Geh doch endlich.
    Ich überlege kurz ihm demonstrativ zu winken, allerdings zieht er nun wirklich von dannen. Nicht anmutig, nicht elegant und schon gar nicht gutaussehend, aber das macht das Pferd. Wirkt wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Ich lausche den Schritten der beiden und bemerke dann dass sie nochmal stehen bleiben. Genervt Rolle ich mit den Augen und drehe mich langsam um. Allerdings steht Lukes Pferd alleine vor dem Stall und guckt treudoof zu mir rüber. Wo ist dieser Cowboy? Vermutlich muss er den Hut wechseln...
    Ich lehne mich mit dem Rücken an den Zaun und nutze die Gelegenheit mir das sattelzeug nochmal anzuschauen. Im Prinzip... Gar nicht so anders. Nur eben komplett anders. Aber was solls.
    Während ich also so da stehe und Löcher in die Luft gucke, kommt Luke aus dem Stall. Mit einem zweiten Pferd? Na wenn er meint und ihm eins nicht reicht, bitteschön. Ich beobachte diesmal genau wie er aufsteigt und schon wieder möchte ich ihm winken, lasse es aber schon wieder bleiben. Denn er reitet nicht von der Ranch, wie ich es erwartet hätte, sondern auf mich zu. Meine linke augenbraue zieht sich skeptisch zusammen, während die rechte ungläubig nach oben schnellt.
    Als er mir schließlich die Zügel zuwirft und das Pferd direkt stehen bleibt schaue ich zu ihm hoch. "ich muss dich enttäuschen, ich bin nicht vom anderen Ufer und muss dein Date ausschlagen. Wirst du schon verkraften. Bist ja ein starker Cowboy, nicht wahr?" die Frage war rein rhetorisch und ich hoffe dass sogar er das kapiert. Wobei, heute ist er am wunderlichsten, sicher war ich mir also nicht. Lukes Pferd steht direkt vor mir und beginnt mit dem Kopf zu schlagen, als wäre ihm langweilig. Mein Blick wandert zu Luke und ich versuche ihm wortlos klar zu machen, dass er sich schleichen soll. Mit den Pferden. Der Wallach hält Davon allerdings recht wenig, denn er geht noch einen Schritt auf mich zu und beginnt seinen Kopf an meinem Arm zu reiben. Glücklicherweise macht dass der weiße Riese von Sarah auch, dadurch tat ich was ich immer tue. Ich beginne ihm die Stirn zu schubbern und ich möchte behaupten dass er das gut findet, denn er lässt die Unterlippe hängen und guckt zufrieden.
    Aufsteigen werde ich trotzdem nicht. Trotzdem bin ich neugierig. "wohin hättest du mich denn ausgeführt? Hast du einen romantischen Picknick Platz?"

  • Luke


    Irgendwie war mir das schon klar. Zu stolz um auf ein Pferd zu steigen oder Muffe, dass du den Boden küssen könntest? Vermutlich beides, auch wenn Bear bisher noch nie jemanden böswillig in den Sand gesetzt hat, höchstens als Kinder sind wir mal von der damals zu großen Sattelfläche gerutscht. Auf seine Frage verdrehe ich nur die Augen und seufze wehleidig, während ich ich mich vor beuge und mich mit dem rechten Unterarm auf dem Horn abstütze. "Jetzt hast du mir das Herz gebrochen.", antworte ich unehrlich ehrlich, bleibe also ganz ernst und erwarte noch immer von ihm, dass er gleich in den Sattel steigt. Ein kleines bisschen Risikofreudig muss er doch sein, auch wenn man sich bei Bear eigentlich keine Gedanken machen muss. Aber das muss er ja nicht wissen und deswegen erwähne ich es auch nicht. Zumindest macht Bear sich gerade etwas beliebter. Oder auch unbeliebter, so genau kann ich das gerade gar nicht sagen, denn Soldat und Pferd schweigen beide in sich hinein. Er krault ihm seine Stirn und der Wallach lässt es sich gefallen. "Total.", antworte ich monoton. Romantisch? Ich würde Kuhmist und den dazugehörigen Gestank nicht gerade als romantisch bezeichnen, aber gut. "Jetzt steig auf. Du bist sicher nicht so früh morgens her gekommen, um dein Pferd frei zu lassen und ein bisschen Ahnung könnte dir bei dem nicht schaden. Vielleicht zeige ich dir dann meinen geheimen Picknick Platz, also los." Mit schief gelegtem Kopf und einem auffordernden Blick sehe ich zu ihm herunter und warte darauf, dass er mein Angebot annimmt. Ich habe unsere liebe Lovebird sicherlich nicht umsonst fertig gemacht, also lasse ich mich auch nicht so schnell abwimmeln. Diesen peinlichen Anblick muss er mir doch gönnen, wenn auch eher unbewusst.

  • Dean
    Der Typ ist echt hartnäckig. Wahrscheinlich möchte er, dass ich zu seinem Clown mutiere und ihn lustig amüsiere.
    Und eigentlich bin ich für sowas auch wirklich zu haben. Bei meinen Freunden. Und der Kerl ist nicht mein Freund. Er existiert halt und mein Gaul steht hier. Dumm gelaufen.
    Allerdings scheint das Pferd ganz nett zu sein und ganz Unrecht hat der Cowboy ja auch nicht.
    "bitte, aber nur damit du nicht anfängst zu weinen" sage ich genervt und laufe auf die Seite vom braunen um aufzusteigen. Beim vorbeigehen fällt Lukes Pferd, das auf dem er sitzt, scheinbar ein mich blöd zu finden und legt die Ohren an, während ihr Kopf auf mich zu schnellt. Es ist ein Reflex und bevor ich es realisiere habe ich ruckartig die Hand gehoben. Die Stute reißt den Kopf zurück und schaut ganz irritiert. Das ganze wird mit einem lauten quietschen vollendet. "ich hab dich nicht mal berührt" bluffe ich die Stute an und schaue dann hoch zu Luke "ehrlich."
    Erinnert mich an Frauen. Die kommen daheim die Tür rein "ich hab Kopfweh, du schläfst auf der Couch!" weißte Bescheid. Du selbst hast noch nicht mal guten tag gesagt.
    Um jetzt aber endlich mein Ego zu überwinden stelle ich meinen Fuß in den Steigbügel und ziehe mich in den Sattel. Da oben angekommen muss ich erstmal mit dieser merkwürdigen Form klarkommen. Sitzt sich aber wie ein Sofa, nett. Vorne was zum festhalten, der arsch nimm auch Kontakt zum Leder auf. Nett. Nur diese Schnüre sind nicht mein Ding. Skeptisch hebe ich sie an und ziehe sie immer höher, bis ich in jeder Hand einen einzelnen Zügel halte. Bei Sarah waren die zusammen. "Cowboy, die sind kaputt" bemerke ich, während ich die enden mit zwei Fingern halte.
    Ich werde das Gefühl nicht los Hauptdarsteller einer comedy Veranstaltung zu sein.

  • Luke


    Sein Gesicht verändert sich. Langsam. Er denkt nach, das ist immerhin schon ein kleiner Anfang und der Blick mit dem er mein Pferd ansieht, spricht Bände. Ja, der ist harmlos und das war er auch vor ein paar Tagen schon, als du mehr als unelegant über den Zaun geflogen bist. Plötzlich gibt er nach und erklärt sich wirklich dazu bereit, in den Sattel zu steigen und sein Glück zu probieren. Natürlich nicht, ohne sich noch einmal über mich lustig zu machen. Ich kommentiere das mal wieder nicht, hebe nur die Augenbrauen und beobachte, wie er um Bear herum läuft, um auf der linken und damit richtigen Seite aufzusteigen. Wow. Birdy nutzt die Gelegenheit und wirft ihren Kopf in seine Richtung, woraufhin er abwehrend die Hand hebt und die Stute sich mit einem lauten Qietschen beschwert. Mich bringt das nur zum Schmunzeln, sie hat es nicht anders verdient, auch wenn er sie nicht einmal angefasst hat. "Ist mir ehrlich gesagt egal.", antworte ich mit einem Schultern zucken. Wie oft habe ich diesem Pferd schon einen Klaps ans Maul gegeben? Ich habe aufgehört zu zählen. Endlich hievt er sich in den Sattel, sodass ich mich jetzt wieder aufrichte und ihn skeptisch von der Seite aus ansehe. Scheint ihm nicht zu missfallen, ansonsten wäre er noch in der selben Sekunde wieder abgestiegen. Als ihm allerdings die offenen Zügel auffallen, schnaube ich belustigt und werfe ihm einen vielsagenden Blick zu. Die sind kaputt. "Ach ja?", hake ich nach, ehe ich die Stute zwei Schritte rückwärts richte und sie dann abwende, um in einem entspannten Schritt anzureiten. Bear folgt uns ungefragt, er weiß schon jetzt wer da auf ihm sitzt, also hält er sich automatisch an das, was ich mit der Stute mache. Und besagte Stute legt auch jetzt wieder die Ohren an. Irgendwann erschieße ich dich und entweder ich sacke den Schlachtpreis ein oder ich schmeiße sie eigenhändig auf den Grill. Birdy BBQ.

  • Dean
    Ja, ich mache mich zum Depp, denn mir fällt erst jetzt auf, dass auch Lukes Zügel kaputt, also offen sind.
    Hat er mich tatsächlich ausgelacht. Pah, der kann gleich alleine mit seinen Pferden spazieren gehen.
    Gerade als ich wieder absteigen will, dreht Luke ab und der blöde Gaul unter mir setzt sich in Bewegung. Eilig Fische ich mir wieder den Steigbügel über den Fuß, noch immer die beiden Zügel am Ende in der Hand haltend. Da das aber auf Dauer ziemlich unbequem wird knote ich die beiden zusammen und befestige sie an diesem knubbel der auf Höhe meines Beckens vor mir aus dem Sattel kommt. So, jetzt habe ich die Hände frei, auch nett.
    "wie heißen die beiden eigentlich?" frage ich an Luke gewandt. Nein, ich möchte keinen Smalltalk, aber die Namen von den Tieren interessieren mich zumindest. Auch wenn Lukes gelbes Pferd schon wieder so einen sympathischen Eindruck macht. Den einzigen den das absolut null interessiert ist mein Pferd. Gott sei dank. So lange wir uns im Schritt bewegen sollte ich es schaffen drauf um bleiben. Falle ja auch nicht einfach so von der Couch, ich bin also ganz guter Dinge. Ausserdem bin ich schwer gespannt was der Cowboy im petto hat. Wahrscheinlich nichts wirklich spannendes, denn hier in der Gegend war kaum was los.

  • Liz


    (Kurzer Nachtrag/Einleitung Vorabend)
    Ich blickte Luke überrascht an, denn auch wenn an der Sache von der er mir gerade erzählte nichts weiter dran gewesen war, so schien mir bereits der Gedanke, dass mein Cousin etwas mit Drogen zu tun haben sollte einfach absurd. Nun gut, wir hatten uns bestimmt über 10 Jahre nicht gesehen, aber hey mein verantwortungsbewusster Cousin der hier schon so´n bisschen der Juniorchef war und Drogen, na klar. Im Grunde konnte ich mir eigentlich kaum vorstellen dass Luke sich überhaupt jemals größeren Ärger eingehandelt hatte, der war doch sicher voll der perfekte Sohn gewesen der seinen Eltern nie Schande gemacht hatte.
    Inzwischen erreichten wir das Haus, ich wünschte Luke eine gute Nacht und murmelte etwas davon, dass ich jetzt wohl besser auf mein Zimmer ging, schließlich hätte ich am nächsten Tag meinen ersten Tag an der neuen Schule. Ein wenig graute mir ja schon vor diesem Tag. Wie die Schule wohl war? Und vor allem wie waren meine künftigen Mitschüler wohl so drauf?



    Als ich am nächsten Morgen von meinem Handywecker aus dem Schlaf gerissen wurde, wollte ich mich schon wieder umdrehen, doch dann fiel mir ein warum ich meinen Wecker auf diese Zeit gestellt hatte. Seufzend setzte ich mich auf und fuhr mir durch die Haare. Mein Blick ging hinaus, es fing gerade erst an zu dämmern. Ich stand also auf und schließlich stand ich also frisch geduscht vor dem Kleiderschrank und stellte mich der Frage aller Fragen, was sollte ich anziehen. Ich wusste, dass der erste Tag an einer Highschool entscheidend sein konnte an welcher Stelle der der „Hirarchie“ man landete. Ich betrachtete den Inhalt des Schrankes, schließlich entschied ich mich für ein dunkelblaues Strickkleid, einen breiten, geflochtenen Ledergürtel und meine dunkelbraune Lederjacke. Ich hängte mir noch zwei Ketten um und griff dann nach meiner Umhängetasche aus buntem, gewebten Stoff im Navajostil ehe ich schließlich mein Zimmer verließ. Unten in der Küche traf ich auf meine Tante. Ich wünschte ihr einen Guten Morgen während ich mir einen Becher Kaffee und viel Milch einschenkte. Kurz darauf reichte sie mir lächelnd einen Teller mit duftenden Pfannkuchen. Überrascht blickte ich auf, damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. Ich lächelte kurz und bedankte mich überrascht. Meine Tante schien irgendwie meine Gedanken zu ahnen, wusste sie schließlich, warum ich hier war und dass die Atmosphäre in meinem Elternhaus nicht die beste war. Rasch verdrückte ich mein Frühstück und stand dann auf und meinte: „Naja, ich, mache mich dann mal auf den Weg, erster Tag, neue Schule,…“ ich zuckte kurz mit den Schultern und wandte mich der Tür zu. Ich war schon fast durch die Tür als ich mich umwandte und den Blick meiner Tante suchte. „Danke nochmal, die Pfannkuchen waren toll….“ Meine Tante lächelte und meinte dann noch: „Ach Elizabeth, ich meine natürlich Liz, tut mir Leid muss mich erst dran gewöhnen,… Luke hat mir erzählt, dass du dir nen Job suchen willst um dir ein Auto zu kaufen, zugegeben, nach dem was mir deine Eltern über dich erzählt haben war ich erst etwas überrascht, aber,… ich finde die Idee gut, denn ehrlich gesagt, es behagt mir nicht so recht, dass du immer mit dem alten Motorrad unterwegs bist. Nimm ruhig mein Auto für den Weg zur Schule.“ Ich blickte sie überrascht an als sie mir nun die Autoschlüssel in die Hand drückte. Dann lächelte ich und umarmte meine Tante kurz zum Abschied.


    Kurz darauf verließ ich lächelnd das Haus, ich betrachtete den Autoschlüssel in der Hand und ließ dann meinen Blick zu dem weißen SUV schweifen der einige Meter weiter stand. Ich grinste kurz, es gab hier in der Pampa also doch noch Autos die sich nicht darin überboten den meisten Rost und die meisten Beulen zu haben, ein Auto welches nicht kurz vorm auseinanderfallen war.


    In dem Moment bemerke ich die beiden Reiter. Der eine ist natürlich Luke und der andere, nun gesehen hatte ich ihn hier schon mal, aber ich kannte ihn nicht, zumindest hatte ich den Eindruck, dass er da irgendwie ein bisschen hilflos die Zügel in der Hand hielt, andererseits, immerhin saß er zumindest im Sattel, wofür er immerhin schon einmal meinen Respekt verdient hatte. Lächelnd hob ich die Hand, „Guten Morgen,“ grüßte ich.

  • Luke


    Kommt es mir nur so vor oder wollte er gerade in letzter Sekunde doch noch absteigen? Zumindest hampelt er mit den Beinen am Bauch meines Pferdes herum, um seine Schuhe wieder in die Steigbügel zu schieben. Ich verkneife mir ein offensichtliches Grinsen, zu lachen werd ich gleich ohnehin noch genug haben, also belasse ich es für diesen Moment dabei. Bear trottet langsam hinter der Stute her, die widerum schlägt ein paar mal mit dem Kopf, bis der Wallach einigermaßen aufgeholt hat und neben uns ist. Mit pendelnden Ohren stellt er ein Bein vor das andere, Birdy kommt jetzt auch endlich runter und benimmt sich nicht mehr wie eine Furie. Während Dean die Zügel zusammen knotet und sie dann hinter das Horn legt, ignoriere ich ihn, als wäre mir das nicht aufgefallen. Stattdessen male ich mir in Gedanken aus, wie weit er wohl fliegen müsste, wenn ich jetzt beide Pferde in den Galopp treiben würde. Mindestens vier Meter und ein Salto wäre auch drin, aber das spare ich mir für später auf. Irgendwo im Nirgendwo ist er gleich noch Hilfloser. Erst als er mir eine Frage stellt, blicke ich ihn flüchtig an, lasse mir von meinen Vedanken aber nichts anmerken. Glamorous Lovebird? Nein, das kann ich nicht ersthaft antworten, also belasse ich es bei ihrem Spitznamen. "Birdy und Bear.", antworte ich also, woraufhin ein Ohr des Wallach in meine Richtung zuckt. Wir sind gerade an der Veranda vorbei, als mir einfällt, dass Liz heute in die Schule muss und da kommt sie uns such schon entgegen. "Morgen.", grüße ich, lasse mein Pferd kurz anhalten und mustere sie genauer, ehe mir der Autoschlüssel in ihrer Hand auffällt. "Ich sag doch, du bekommst Moms Auto.", füge ich noch mit einem Grinsen hinzu.

  • Dean
    Ich versuche immer noch hier oben klar zu kommen. Es ist nicht unbequem, aber absolut ungewohnt. Nachdem ich die Zügel losgeworden bin, wird mir fast schon langweilig. Es gibt hier oben nicht zu tun und der nette Herr vor mir guckt auch nur Löcher in die Luft.
    Als er mir die Namen der Pferde verrät bricht es aus mir heraus und ich fange schallend an zu lachen.
    Kennt jeder diese Situation in der man über den total Schwachsinn lacht und kein Ende findet, oder? Aber bitte. Wer nennt denn zwei Pferde Vogel und Bär? Wahrscheinlich gibt es hier noch eine Kuh die Pferd heißt, einen Hund der auf den Namen Katze hört und Ein Kaninchen dass Adler genannt wird.
    Vor lauter lachen kann ich mich kaum noch auf dem Pferd halten, denn ich rutsche tatsächlich etwas zur Seite. Rechtzeitig merke ich das noch und ziehe mich wieder hoch und richte mich gerade auf. Ich habe Tränen in den Augen vor lachen und mein Bauch schmerzt. Lukes Blick sagt: what the f*ck? "sorry" sage ich schnell und beiße mir auf die Unterlippe. Ein leichtes prusten entweicht mir noch, ehe wir am Ranch Haus vorbei kommen und dort ein junges Mädel steht. Sie grüßt uns und da ich sowieso schon jeden stolz heute verloren habe grinse ich sunnyboylike und winke ihr dümmlich zu.
    Ach ja, die gute landluft, so langsam wirkt sie.

  • Liz


    Als Luke sein Pferd neben mir hält blicke ich ein wenig skeptisch auf das Pferd, so nah waren diese Tiere mir irgendwie doch nicht geheuer. Ich widerstand jedoch dem Drang einen Schritt zurückzutreten. Ich hob die Hand mit den Schlüsseln und blickte zu meinem Cousin hoch und grinste leicht. „Ja, du hattest Recht, deine Mom ist echt klasse.“ Dann blickte ich zu seinem Begleiter, und grüße lächelnd zurück. Einen Moment ließ ich meinen Blick auf ihm ruhen, er schien tatsächlich noch nicht allzu geübt auf dem Pferd zu sein. „Und ihr wollt ausreiten?“