Blackberry Creek Ranch - Kiwi ist nicht nur eine Frucht zum Essen

  • So, vielleicht die letzte Geschichte für dieses Jahr... ich gehe nämlich nächste Woche in den Urlaub und kann dann nicht so regelmäßig ins Internet.


    Bitte verzeiht mir das, ich gebe mir natürlich Mühe, noch eine kleine Weihnachtsgeschichte fertig zu bekommen... oder zumindest ein schönes Weihnachtsbild =D


    Herzlich Willkommen, kleiner Mann!


    Am nächsten Morgen stand Arthur bei seinem Marwari und putzte ihn lächelnd. Die Nacht im Stall hatte ihm sehr gut getan und die Zuwendung genoß der Schecke auch sehr.

    Eric kam ebenfalls in den Stall. „Guten Morgen, hast du schon was gehört?“ fragte er gleich nach und Arthur schüttelte den Kopf. „No... how could I? I don't have any of these newfangled things...“ (Nein… wie sollte ich auch? Habe ja keines von diesen neumodischen Dingern… ) erwiderte der Cowboy und legte die Decke wieder über sein neues Pferd, damit er es weiter warm und kuschelig hatte.

    Eric schaute auf seine Uhr und seufzte, stimmt, Arthur hatte kein Handy und stand mit Iv und Lukas in Kontakt. „Ich schau mal, ob ich Lukas erreiche, vielleicht geht er ja ran.“ nahm er sich dann vor und Arthur nickte. „Sounds like a good idea. I let the horses out and finish the boxes. And the dogs, they still have to be taken care of...“ (Hört sich nach einer guten Idee an. Ich lasse die Pferde raus und mache die Boxen fertig. Und die Hunde, die müssen auch noch versorgt werden…)

    Die beiden Männer machten sich dann an die Arbeit, Lukas ging nicht an sein Handy, doch das nahm Eric ihm auch nicht übel. Sicher hatte er gerade andere Dinge im Kopf.

    Während Eric und Arthur das Heu stapelten, schaute Eric Arthur an. „Sag mal… wie nennst du dein neues Pferd?“ fragte er nach und Arthur stockte in seiner Bewegung.

    „Good question, I haven't thought about that at all yet...“ (Gute Frage, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht…) überlegte der Cowboy und kratzte sich am Bart.

    „Actually, my horses always have a name that suits their character. Hosea said that Armageddon was the devil... well, he wasn't easy in the beginning, but we got on together...“ (Eigentlich haben meine Pferde immer einen Namen, der zu ihrem Charakter passt. Hosea sagte, dass Armageddon der Teufel sei… gut, er war am Anfang nicht einfach, aber wir haben uns zusammen gerauft…) erzählte Arthur und Eric kratzte sich ebenfalls am Kopf. „Mhm… wie wäre es mit etwas, aus seiner Heimat?“ wollte er wissen und Arthur nickte. „Good idea, but I have no idea at all about... come on, you already have something in mind...“ (Gute Idee, aber ich habe da so überhaupt keine Ahnung von… komm, dir schwebt doch schon was vor…)

    „Naja… er ist hier bei uns im Stall der berühmteste Inder… und wer ist der berühmteste, indische Schauspieler? Shahrukh Khan…“ meinte Eric dann grinsend. „Shahrukh klingt schön und passt gut zu unserem Neuzugang…“ Arthur schaute mit hoch gezogener Augenbraue auf Eric, doch dann lachte auch er und nickte. „I have no idea what you're talking about, but I like the name... that's it, he's called Shahruk...“ (Ich habe keine Ahnung, wovon du redest, aber mir gefällt der Name… damit ist es beschlossen, er heißt Shahruk…)

    Die beiden Männer lachten, da Arthur es nicht so gut gelang, den Namen auszusprechen, doch das würde sich mit der Zeit sicher geben.


    Derweil in der Klinik:

    Lukas hatte wirklich seinen Kopf ganz woanders…

    Es gab Komplikationen bei der Geburt, alles lief nicht so, wie es laufen sollte.

    Die Ärzte hatten zu lange gewartet und die Geburt ging einfach nicht weiter voran, so dass sie sich dann für einen Kaiserschnitt entschieden.

    Wenn Iv nicht so kraftlos und fertig gewesen wäre, hätte sie die Ärzte mit den Köpfen zusammen geschlagen. Auch Lukas stand eher etwas ratlos daneben und versuchte der Situation Herr zu werden und Iv so gut er konnte zu unterstüzen.

    Ein Lächeln zog Lukas ins Gesicht, als er das kurze Quäcken des Kindes hörte, doch um so mehr erschrak er, als er das kleine, blaue Baby sah, welches die Hebamme den beiden schnell vor die Nase hielt, um es dann in windeseile aus dem Kreissaal zu bringen.

    „Was… Warum?“ fragte er einen der Ärzte, der seinen Mundschutz runter zog und seufzte. „Der Kleine hat einen Sauerstoffmangel, das ist aber nichts, was man nicht gut beheben kann…“ beruhigte der Arzt ihn und Lukas schnaubte. Es war sein Sohn und kein Auto, welches einen neuen Lüfter brauchte.

    Er schaute zu Iv und setzte sich wieder an ihre Seite. „Was ist da los?“ fragte sie leise, sie wusste gerade gar nicht, wo ihr der Kopf stand. „Der Arzt sagt, es wird wieder… kleine Komplikation… es ist unser Kind, das kann wohl nicht normal auf die Welt kommen…“ versuchte Lukas Iv aufzumuntern.


    Iv lag schon auf ihrem Zimmer, als eine Schwester mit einem kleinen Babybettchen durch die Tür kam. Lukas stand sofort auf und lächelte, als er den kleinen Knirps eingepackt in Decken vor sich sah.

    Er hatte ganz zu Anfang arge bedenken, ob er überhaupt etwas mit dem Kind anfangen konnte. Sicher, er mochte Kinder, konnte auch gut mit ihnen um, aber so ein eigenes Kind war dann doch noch mal eine ganz andere Herausforderung.

    Er setzte sich wieder zu Iv ans Bett, als die Schwester ihr das Baby reichte. „Gesund und putzmunter, er hat uns ganz schon auf Trab gehalten…“ erzählte sie lächelnd und Iv lächelte auch, doch Lukas sah, dass es nicht das freudige Lächeln einer frisch gebackenen Mutter war.

    „Stimmt etwas nicht?“ fragte er nach, nachdem die Schwester aus dem Zimmer gegangen war und die drei allein in der Stille saßen.

    Iv schaute zu Lukas und dann wieder zu ihrem Sohn. „Nein… es ist alles gut… es war anstrengend und ich kann es noch gar nicht wahr haben, dass er jetzt schon da ist…“ beruhigte sie Lukas und reichte ihm den kleinen Jungen.

    Lukas setzte sich aufs Bett und schaute ihn an. „Mhm… er sieht nicht aus, wie ein Bernd…“ meinte er dann und legte den Kopf schief.

    „Bernd? Hallo? Ich hab ein Mitspracherecht…“ meinte Iv dann lachend.

    „Nun gut… was hast du gedacht?“ fragte er dann lächelnd nach und wandte seinen Blick von seinem Sohn zu Iv.

    „Kai-Uwe und Ernst-August waren bei mir hoch im Kurs…“ fängt sie an und Lukas zog die Stirn in Falten. „Aber sich über Bernd beschweren…“ schüttelte er lächelnd den Kopf.

    „Janosch… ich hatte mir für ihn Janosch gedacht. Als ich das erste Ultraschallbild gesehen habe, schoss mir sofort dieser Name in den Kopf.“ erzählte Iv dann und schaute auf ihre beiden Männer.

    „Janosch…“ wiederholte Lukas den Namen und schaute dabei auf das Baby.

    Er lächelte sanft und nickte dann. „Tausendmal besser als Bernd…“ bestätigte er Iv und legte ihn zurück in die Arme von Iv.


    Einige Tage vergingen, bis Iv dann wieder nach Hause konnte und dort wurde sie schon sehnsüchtig erwartet.

    „There she is, the new mama! Congratulations!“ (Da ist sie ja, die frisch gebackene Mama! Herzlichen Glückwunsch!) freute sich Arthur und nahm Iv herzlich in den Arm. „I hope everything went well? Where is the little one?“ (Ich hoffe, es ist alles gut gegangen? Wo ist der Kleine?) wollte er wissen und schon stand Lukas bei ihm und zeigte ihm Stolz den Kindersitz mit dem kleinen Janosch darin.

    Arthur schaute auf den kleinen Mann und lächelte. „Oh how well... reminds me a little of my son...“ (Ach wie schön… erinnert mich ein wenig an meinen Sohn…).

    Lukas schaute Arthur an. „Du hast einen Sohn?“ fragte er nach und sie gingen zusammen zum kleinen Ranchhaus.

    „I had a son. Isaac, a smart boy. His mother and I weren't married, she knew I couldn't settle down... but she didn't mind. I was always with them for a few days before I was drawn back into the wilderness. One day, when I came to her farm, I saw two crosses standing outside... both were shot... for 10 bucks, as I found out later...“ (Ich hatte einen Sohn. Isaac, ein schlauer Bursche. Seine Mutter und ich waren nicht verheiratet, sie wusste, dass ich nicht sesshaft werden konnte… aber es machte ihr nichts aus. Ich war immer einige Tage bei ihnen, bevor es mich wieder in die Wildnis zog. Eines Tages, als ich zu ihrem Hof kam, sah ich zwei Kreuze draußen stehen… beide wurden erschossen… für 10 Dollar, wie ich später heraus fand…) erzählte Arthur und Lukas klopfte ihm die Schulter.

    „It's been a long time... and now I'm an uncle to the kid. What is his name?“ (Es ist lang her… und jetzt bin ich ja ein Onkel für den Kleinen. Wie heißt er?) tat Arthur ab und ließ sich von Iv den kleinen Janosch in den Arm legen.

    Arthur setzte sich mit Janosch auf dem Arm auf einen Stuhl und Iv und Lukas standen da und beobachteten den Cowboy, wie er mit leiser, ruhiger Stimme Janosch etwas erzählte.

    Lukas legte einen Arm um Iv und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Iv legte ihren Arm um seine Hüfte und grub ihr Gesicht kurz in seine Brust. Es war so schön, dass die Männer sich jetzt vertrugen und das Lukas Arthur akzeptierte. Die beiden hatten doch mehr gemeinsam, als sie sich eingestehen wollten.

    „Ich bin kurz draußen bei Poca…“ meinte Iv leise und Lukas nickte. „Ich mach dir was Kleines zum Essen und passe auf den Zwerg auf.“ bestätigte Lukas Iv und gab ihr einen kurzen Kuss.

    Iv trat raus auf den Hof und atmete einmal tief durch. Sam und Teddy kamen gleich angelaufen und ließen sich streicheln, begleiteten Iv dann zusammen zum Koppelgatter, wo Pocahontas schon stand und leise brummelte, als sie Iv auf sich zu kommen sah.

    „Hallo, mein Mädchen…“ flüsterte Iv leise und ging auf die Koppel, umarmte ihre Stute und drückte ihr Gesicht in das weiche Winterfell.

    So ganz war sie in ihrer Mutterrolle noch nicht gelandet, aber das würde sich hoffentlich bald geben.




    "I´m many things... most of them bad..."

    "We´re thieves, in a world that don´t want us no more..."
    Arthur Morgan


  • Varulv

    Changed the title of the thread from “Blackberry Creek Ranch - Pferderettung oder: Wie kommt ein Cowboy zu einem Pferd?” to “Blackberry Creek Ranch - Herzlich Willkommen, kleiner Mann!”.
  • Hach Gott, schön.. :love:

    Glückwunsch zu dem Kleinen :)

    Aber ich bin einfach zu nah am Wasser für sowas :D :rot:

    Liebe Grüße wünschen Cari & Philip mit Colin, Carlos, Cindy und Momo

    Speedy im Herzen <3

  • Glückwunsch zum kleinen Janosch, der hoffentlich alles gut überstanden hat! Schön, dass sich die Männer besser vertragen! Iv wird auf längere Sicht noch in ihrer Mutterrolle ankommen.:thumbup:


    Ich wünsche Dir einen schönen Urlaub mit entspannenden Stunden!

  • Schön geschrieben und mit Baby ist das ja eigentlich schon eine Weihnachtsgeschichte. <3


    Schönen Urlaub und alles Gute wünscht

    Hidalgo

  • Oh je, Iv hat wohl mit dem Baby-Blues zu kämpfen. Aber zur Not werden die Jungs das Kind bestimmt schon schaukeln - im wahrsten Sinne des Wortes.

    Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden.


    (Bertolt Brecht, 1951)


    Kein Krieg nirgends.

  • Oha, aber ich denke-hoffe das es mit Iv und ihrem Sohn bergauf geht :/

    Toll geschrieben :thumbup:

    Erst mal wartet die Erklärung... ich bin kränklich. Und keine Ahnung wie es weiter geht... ?(


    Seiler&Speer Album für immer / - weust a mensch bist

  • Auch von mir herzlichen Glückwunsch zu Janosch <3

    Drücke die Daumen, dass Mutter und Kind alles gut überstehen.

    Auch Iv braucht noch Schonung. Schon immer hat man die Mütter während der Zeit des Wochenbettes umsorgt und wenn möglich geschont.

    Die Mutter-Kind-Beziehung muss sich auch entwickeln.

    Geht nicht alles von Jetzt auf Gleich.


    Wieder gut zu lesen und klasse geschrieben :thumbsup:


    Lese auch Deine Ranchgeschichte immer sehr gerne.

  • Meine Lieben, ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gerutscht =)


    Leider hat mein neues Jahr genauso bescheiden begonnen, wie das alte Jahr geendet hat.

    Meine Mutter war sehr krank, erst mit einer dicken Erkältung, dann mit einer Kehlkopfentzündung (meine Mutter nimmt Aufgrund ihres Rheumas ein Medikament, welches das Immunsystem herunter schraubt und ist darum auch mit einem Schnupfen meist schon außer Gefecht gesetzt...), welches zwar überstanden, aber noch nicht ausgestanden ist.


    Mir selbst gehts im Moment auch nicht wirklich gut, das graue Wetter, der Regen und die drückende Stimmung hier im Haus tragen ihren Teil dazu bei.


    Dafür gehts aber den Hunden allesamt gut. Nur Magic hat noch seine Herzgeräusche, die noch abgeklärt werden müssen. Doch auch er ist quietschfiedel und genießt sein Rentnerleben.


    Ich werde so schnell wie möglich die Fortsetzung der Ranchstory arbeiten, es wird noch ein wenig ins alte Jahr reinreichen, da ich ja die kleine Weihnachtsstory leider nicht fertig bekommen hatte.

    Hoffe, es macht euch nichts aus, im Februar oder März noch von Weihnachten zu lesen :whistling:




    "I´m many things... most of them bad..."

    "We´re thieves, in a world that don´t want us no more..."
    Arthur Morgan


  • Mich stört das überhaupt nicht, rappelt euch erstmal auf. Ich wünsche euch viel Glück und Gesundheit für 2020.

    Genau :thumbup:

    Erst mal wartet die Erklärung... ich bin kränklich. Und keine Ahnung wie es weiter geht... ?(


    Seiler&Speer Album für immer / - weust a mensch bist

  • Gute Besserung für Deine Mama Iv! Wenn das ausgestanden ist wird es Dir hoffentlich auch besser gehen. Das private Leben geht immer vor. Die Geschichten sind schließlich ein Hobby und sollen es bleiben. Man darf sich nicht davon treiben lassen. Dann findet die Weihnachtsstory eben später statt. Mit meiner Ranchsoap habe ich es auch nur mit Ach und Krach geschafft Weihnachten zu einem Ende zu kommen.

    Ich wünsche Dir ein gutes neues Jahr, das hoffentlich besser wird als das alte geendet hat!

  • Ich wünsche deiner Mutter eine gute Besserung Iv. Das mit dem heruntergefahrenen Immunsystem kenne ich (nehme ja auch ein Rheuma-Medikament), aber zum Glück bin ich trotzdem so gut wie nie erkältet und wenn doch, dann nur leicht (toi, toi, toi). Dir schicke ich viele positive Energien, damit bald die Sonne wieder für dich scheint.


    Was die Geschichten angeht - wenn ein Roman im Winter spielt, dann lese ich ihn auch im Juli. ;)

  • Wünsche Deiner Mama ebenfalls eine gute Besserung.

    Und Dir wünsche ich, dass Du den Winterblues und die gedrückte Stimmung gut überstehst.


    Für mich sind Geschichten auch an keine Jahreszeit gebunden.

    Von daher passen Winter- und Weihnachtsgeschichten auch im Sommer.

    Wichtig ist, dass Du Freude daran hast, die Geschichte weiter zu schreiben.

  • Oh je, alles Gute für Deine Mutter und Dich! Ich kenne das - meine Mutter hat auch Rheuma und nimmt entsprechende Medikamente. Sie ist zum Glück selten krank, aber Kehlkopfentzündung hat sie auch schon durch, das ist was Feines ... :pinch::wacko:

    Hat Deine Mutter die Medikamente während der Erkältung abgesetzt? Falls nicht, sollte sie mal mit ihrem Arzt spechen, ob das bei ihr möglich ist - das kann helfen (weil das Immunsystem dann wieder normaler arbeitet), und wenn es nur kurzfristig ist, hat es i. d. R. auch keine Auswirkungen auf das Rheuma.

    Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden.


    (Bertolt Brecht, 1951)


    Kein Krieg nirgends.

  • Wieder ohne Bilder... ich schäme mich zutiefst... aber ich gelobe Besserung für dieses Jahr! Mehr Bilder... gleiche Menge an geschriebenen Worten XD


    Vielen Dank für euer Verständnis und die lieben Worte.

    Ich saß die letzten Wochen wirklich in einem ziemlich tiefen, dunklen Loch und es war für mich wirklich schwer, da raus zu kommen. Doch heute ist es schon deutlich besser und darum auch die Geschichte.



    Ein Anfang mit Schrecken


    Es war ein kühler, trockener Morgen auf der kleinen Ranch und Arthur schaute amüsiert zu, wie Lukas mit dem Tannenbaum kämpfte, der, hübsch geschmückt, ein Weihnachtsbaum werden sollte.

    Der Tannenbaum wollte nämlich partou nicht vom Autodach runter, ständig blieb er irgendwo hängen.

    „Statt da zu stehen und zu grinsen, könntest du mal helfen…“ murrte Lukas und war kurz davor, den Tannenbaum einmal über die Ranch zu werfen… doch wenn er das schaffen würde, hätte er ihn ja vom Auto runter… und er könnte ihn rein bringen.

    „Yeah, I could... but it's fun watching you...“ (Ja, das könnte ich… aber es ist lustig, dir zuzuschauen…) meinte Arthur lachend und kam dann zum Auto, um Lukas zu helfen, den Baum vom Autodach zu holen.

    Als der Baum unten stand, atmete Lukas tief aus. „So… du … Baum…“ meinte er dann und schaute zu Arthur. „Dankeschön, magst du noch helfen, ihn reinzutragen?“ wollte er wissen und der Cowboy nickte.

    „Sure, I'd be happy to help, and I'll take some more cookies...“ (Sicher, da helfe ich doch gern und nehme noch ein paar Kekse mit…) rieb sich Arthur die Händen und half Lukas, den Baum hinein zu tragen.

    Drinnen im Haus war es wohlig warm und es duftete so herrlich nach Tanne und Keksen.

    Zusammen stellten sie den Baum in den Ständer und Lukas trat ein Stück weg und schaute dann stolz auf das noch etwas schief stehende Bäumchen.

    „So, jetzt noch schmücken und dann ist´s schön…“ nahm er sich vor und blickte zu Arthur rüber, der sich etwas umschaute.

    „Where'd Iv go? I don't hear a baby... do you even have one?“ (Wo ist Iv denn hin? Ich höre kein Baby… habt ihr überhaupt eines?) wollte er lachend wissen und Lukas seufzte etwas.

    „Sie ist zu ihrer Mutter gefahren… Baby-Kaffee hat sie gemeint.“ erzählte Lukas seufzend und Arthur nahm sich seinen Hut ab. „Come on, what's going on... a new daddy shouldn't sigh so hard...“ (Komm erzähl, was ist los… ein frisch gebackener Daddy sollte nicht so schwer seufzen…)

    Lukas schaute Arthur an, der es sich auf der Couch gemütlich machte und ihn fordernd ansah. „Ich hole uns einen Kaffee… und Kekse… dann redet es sich leichter.“ entschied Lukas und ging in die Küche, machte schnell einen Kaffee fertig und brachte alles nach und nach in die Stube, sodass die beiden Männer schnell auf der Couch saßen, Kaffee tranken und Arthur fröhlich die leckeren Schoko Kekse von Iv knabberte.

    „Es entspricht alles nicht so meiner Vorstellungen, wie es mir gedacht habe…“ fing Lukas dann an und Arthur zog die Stirn kraus. „What did you have in mind?“ (Wie hast du es dir denn gedacht?) wollte er wissen und lehnte sich zurück.

    „Naja… fröhlicher… Ich hätte gedacht, wir freuen uns mehr, lachen mehr… sind mehr zusammen… aber irgendwie…“ zuckte Lukas mit den Schultern.

    „Well, as Iv had told you, not everything went so well and you two have to adjust to the new situation. It was weird for me, too, when Isaac was around...“ (Naja, so wie Iv erzählt hatte, lief ja nicht alles so gut und ihr zwei müsst euch auf die neue Situation einstellen. Für mich war es auch ganz seltsam, als Isaac dann da war…) erinnerte sich der Cowboy zurück. „I always thought I'd break it because it was so small.“ (Ich habe immer gedacht, ich mache ihn kaputt, weil er so klein war…) erzählte Arthur lachend.

    „Ja, das kommt noch dazu…“ seufzte Lukas und trank von seinem Kaffee. „Und die Hebamme nervt… die tut so, als ob wir überhaupt nichts können…“ erzählte er dann murrend.

    Arthur klopfte ihm auf die Schulter. „Cheer up. You'll be fine. Look, everything will be better in a week. Christmas is coming, and I'm looking forward to this contemplative time. We've never really celebrated Christmas before... the more I'm looking forward to spending it here with you this year...“ (Kopf hoch, das wird schon wieder. Pass auf, in einer Woche wird alles besser. Weihnachten kommt und ich freue mich schon auf diese besinnliche Zeit. Früher haben wir nie wirklich Weihnachten gefeiert… umso mehr freue ich mich, es dieses Jahr hier mit euch zu verbringen…)


    Nachdem Iv bei ihrer Mutter war und stolz ihren kleinen Sohn vorgezeigt hatte, machte sie noch einen kurzen Spaziergang durch die Stadt.

    Alles war schon weihnachtlich geschmückt, überall hielt die besinnliche Stimmung Einzug. Sollte man zumindest meinen…

    Doch während Iv so durch die Straßen und Läden schlenderte, entdeckte sie nur Stress und Hektik bei den Menschen. Weihnachten bedeutete nur noch Stress für viele.

    Eigentlich war ihr persönlich Weihnachten auch egal, an Weihnachten liebte sie ihre Familie nicht mehr, als das ganze Jahr über.

    Doch Lukas legte sehr viel Wert auf Weihnachten, so tat sie ihm den gefallen und freute sich über die schön geschmückte Ranch und den stilechten Weihnachtsbaum. Und jetzt mit Kind würde Weihnachten sicherlich auch anders werden.

    So ging sie zum Auto zurück, packte den kleinen Janosch vorsichtig in seinen Sitz und fuhr nach Hause.

    Dort angekommen sah sie Lukas draußen an der Haustür einen Weihnachtskranz aufhängen und als sie aus dem Auto stieg, hörte sie sein zufriedenes Summen.

    „Wir sind wieder zurück, soll schön von Mama grüßen und ich soll dir ausrichten: Du hast einen guten Teil zu Janosch beigetragen…“ meinte Iv dann lachend und begrüßte Lukas mit einem Kuss, der zum Auto kam und sie umarmte.

    „War´s schön?“ fragte er nach und Iv nickte, holte Janosch aus dem Auto dabei. „Ja, aber anstrengend. Janosch war wenig begeistert davon, bei Mama auf dem Arm zu sein… er ist eben lieber bei dir auf dem Arm… bei mir nur zum Essen…“ erzählte sie und zusammen gingen sie ins Haus.

    Lukas hatte seinen Zauber hier schon wirken lassen und alles war dezent, aber festlich geschmückt.


    Die Weihnachtszeit verging recht schnell mit Familienbesuchen und anderen Freunden, die, angekündigt und unangekündigt, immer mal wieder reinschneiten und gute Lauen verbreiteten.

    Der Jahreswechsel stand auch schnell vor der Tür und Iv, Lukas, Janosch und Arthur feierten ruhig und fröhlich Silvester. Eric, der eigentlich auch dabei sein sollte, verbrachte Silvester allerdings bei Mia.


    Iv fand sich immer mehr in ihre Mutterrolle ein, obwohl sie manchmal einfach mürrisch da saß und seufzte. Die Freiheiten waren vorbei, Lukas tat sein bestes, sie zu unterstützen, doch die Mama war nun mal sie, nicht er.


    An einem Nachmittag, als Lukas die Aufsicht über Janosch übernommen hatte, ging sie mit Pocahontas im Wald spazieren.

    „Bald geht Lukas wieder für eine ganze Zeit zurück nach Bremerhaven…“ erzählte sie der Stute und diese schnaubte, trottete brav mit ihrem dicken Babybauch hinter Iv her.

    „Wie ich das alles allein wuppen soll, weiß ich auch noch nicht.“ Beklagte sie sich dann. „Da hast du das einfacher, meine Gute… dein Baby kann viel schneller laufen, als meines…“ erzählte sie weiter und blieb ruckartig stehen, da Pocahontas ebenfalls stehen blieb und den Kopf hoch riss.

    „Alles gut, mein Mädchen, hier ist nichts…“ fing Iv an die Stute zu beruhigen, doch da sah sie schon, was Pocahontas so aufmerksam machte.

    Vier Australian Shepherd kamen auf sie zu gerannt, bellender und knurrender weise. Ärgerlich wollte Iv sich den Hunden entgegen stellen, als der Strick aus ihren Händen gerissen wurde und Pocahontas im gestreckten Galopp den Weg zurück antrat. Die Stute war erschrocken gestiegen und hatte sich so los gerissen. „Poca, halt!“ rief Iv ihr noch nach, doch die Schimmelstute hörte nicht. Die Hunde zischten an Iv vorbei und rannten Pocahontas hinterher.

    „Hey, rufen Sie doch mal ihre dämlichen Töhlen zurück!“ rief Iv in den Wald und kämpfte mit den aufsteigenden Tränen. Was war sie ärgerlich und schon wieder diese Frau, die ihre blöden Hunde nicht im Griff hatte.

    „Es ist doch nichts passiert…“ hörte sie die Frau sagen und Iv stapfte auf sie zu. „Nein, nur meine Stute rennt gerade panisch durch den Wald, weil Ihre Hunde sie hetzen. Das wird ein Nachspiel haben, da können Sie Gift drauf nehmen!“ furh Iv sie gleich an und zog ihr Handy, bemerkte erst da ihre blutigen Hände.

    Sie rief Lukas an und konnte ihre Tränen nicht mehr zurück halten. „Lukas… Poca rennt durch den Wald, weil die Hunde von der Alten sie verfolgen… Was ist, wenn ihr etwas passiert?“ fragte sie dann schluchzend nach.

    „Nichts wird passieren…“ versuchte Lukas sie zu beruhigen und ging mit Janosch auf dem Arm raus. „Ich sage hier auf dem Hof Bescheid und schicke Arthur gleich los. Er kann mit Armageddon los reiten und sie suchen.“ entschied er und winkte Arthur zu sich.


    Mit donnernden Hufen preschte Arthur auf seinem Rappen durch den Wald. Er wollte eigentlich erst zu Iv, um die Lage dort zu klären, doch als er die bellenden Hunde hörte, wendete er Armageddon auf der Hinterhand und folgte dem Gebelle.

    Zum Glück war Armageddon so trittsicher und konnte auch im hohen Tempo einen Weg durch die Bäume und das Dickicht finden.

    Es ging hinaus auf das freie Feld und dort sah Arthur dann die Schimmelstute, gefolgt von 4 Hunden, die sie am Bach entlang jagten. Mit großen Galoppsprüngen folgte Arthur ihnen und versuchte, die Hunde abzudrängen und auf sich aufmerksam zu machen, doch waren sie so in ihrer Hatz, dass sie ihn und den Rappen kaum wahr nahmen.

    Pocahontas kannte einen Weg über eine Aubrücke und schlug diesen ein. Was die Stute aber nicht wissen konnte war, dass jemand dort Stacheldraht gespannt hatte, um eben diese Frau mit ihren Hunden von seinem Grundstück fern zu halten, welches in der Nähe war.

    Die Stute bemerkte den Draht fast zu spät, sprang noch ab, blieb aber an den hinteren Drähten hängen und stürzte. Die Hunde verfingen sich ebenfalls im Draht, doch Arthur hatte nur Augen für Pocahontas, die erstmal einfach liegen blieb. Er trieb Armageddon durch die Au und stieg ab, um zu Pocahontas zu laufen. „Easy, girl...“ (Ruhig Mädchen...) beruhigte er sie und kam näher zu ihr. Zu seiner Erleichterung richtete Pocahontas sich auf und schnaufte einmal durch. „Good girl… Come on, get up...“ (Gutes Mädchen… komm, steh auf…) sprach er leise zu ihr und nahm den Strick in die Hand, um sie zum Aufstehen zu animieren. Doch Pocahontas war geschafft und atmete schnell und mit aufgeblähten Nüstern. Sie war verschwitzt und bei all dem Schlamm, in dem sie gelandet war, konnte Arthur sehen, dass sie sich einige Kratzer vom Stacheldraht eingefangen hatte. „My boy, run back home... go on, go back!“ (Mein Junge, lauf zurück nach Hause… los, geh zurück!) sprach er zum Rappen, der sich gleich im Galopp auf den Weg machte.

    Kurze Zeit später kamen Iv und Eric zu Arthur, vorweg Armageddon, der sich von den beiden nicht hatte einfangen lassen.

    Mittlerweile stand Poca schon wieder auf ihren Beinen und war mit Arthur ein Stück gegangen, doch die Wunden schmerzten und die Kräfte ließen nach.

    Die Hunde hatten sich mittlerweile aus ihrer misslichen Lage befreit und waren zurück gelaufen.

    Pocahontas brummelte, als sie Iv sah und ging weiter auf sie zu. Schniefend grub Iv ihr Gesicht in das dicke Winterfell von Poca und führte sie dann zurück zum Hof, wo Arthur und Eric sich der Stute annahmen und Lukas sich um Iv kümmerte.

    „Ordnungsamt und Polizei sind informiert, mein Herz. Das wird sicherlich teuer für die Dame…“ meinte Lukas zu ihr und Iv schnaubte. „Die soll mir noch einmal unter die Augen treten…“ murrte sie und zog zischend Luft durch die Zähne, als Lukas ihr die Hände verband.

    „Mit Janosch alles gut?“ fragte sie nach und Lukas nickte. „Türlich, liegt seelig schlummernd in seinem Bettchen. Und mit Poca wird auch alles gut. Mach dir keinen Kopf…“ beruhigte er sie. „Das Jahr fängt ja gut an…“ seufzte Iv und legte ihren Kopf an Lukas´ Schulter. „Lieber jetzt die ganzen Schrecken abarbeiten, als sie übers Jahr verteilt zu haben…“ tat Lukas ab und legte die Arme um Iv. „Denk einfach an meinen Heiratsantrag…“ meinte er dann leicht lachend.

    Auch Iv lachte. „Ja… der war schon lustig…“ stimmte sie zu und erinnerte sich zurück:


    Iv hatte auf ihrem Bett gelegen und Lukas am Telefon.

    Wieder war das leidige Thema da, dass er seinen Job in Bremerhaven nicht aufgeben und sie nicht von ihrem Hof weg wollte.

    Sie schwiegen sich schon eine Weile an, als Lukas dann plötzlich fragte:

    „Iv… willst du mich heiraten?“ Iv war völlig perplex und hatte sich aufgesetzt. „Was? So machst du mir einen Heiratsantrag?“ wollte sie verwundert wissen.

    „Ne… so nicht, bin doch eher der romantische Typ…“ tat Lukas dann lachend ab. Auch Iv lachte. „Wollte gerade schon fragen, ob du Fieber hast…“

    „Aber jetzt mal ehrlich… würdest du?“ wollte er dann wissen.

    „Da muss ich nicht lange überlegen… natürlich würde ich…“ erwiderte sie lächelnd.


    „Komm, mach ein anderes Gesicht. Bis auf ein paar Blessuren ist nichts schlimmes passiert…“ meinte Lukas dann und polternd ging die Haustür zum kleinen Ranchhaus auf.

    „Tierarzt, schnell… ich glaub, Poca bekommt das Fohlen!“ keuchte Eric und schaute auf Iv und Lukas.




    "I´m many things... most of them bad..."

    "We´re thieves, in a world that don´t want us no more..."
    Arthur Morgan


    Edited once, last by Varulv ().

  • Varulv

    Changed the title of the thread from “Blackberry Creek Ranch - Herzlich Willkommen, kleiner Mann!” to “Blackberry Creek Ranch - Ein Anfang mit Schrecken...”.