Sunset Ranch - Ranchstorys //Alles vorbei?//

  • Da wegen der tiny pic Sache ich nun meinen Ranchthreat weg habe, habe ich beschlossen diesen "Reset" nun zu nutzen um getrennte Threats für Ranchstorys und Bastelarbeiten zu machen. Werde aber nun die Inhalte/Storys der letzten Zeit, seit ich mit nimga hochlade hier nun wieder neu einstellen.


    Donnerstag, 11. Oktober 2012


    An einem teilweise sonnigen Tag im Oktober holten Lauri und unsere Auszubildende Christina Gracie und Amanda von der Koppel um die beiden Stuten für einen Ausritt fertig zu machen, da sie gemeinsam mit Dan und Neil von der LBR in den Tangstedter Forst reiten wollten. Eigentlich wollte auch Katja mit ihrer Stute Alaya mitreiten, doch da sie kurzfristig doch arbeiten musste sind Lauri und Christina eben zu zweit zum Treffpunkt losgeritten. Zuerst ging es ganz gemütlich über sehr schöne Reitwege durch den Wald.




    Stellenweise hatte der Wald durchaus Ähnlichkeiten mit skandinavischen Wäldern in Lauris Heimat.



    Dan und Lauri beim fachsimpeln, vielleicht ja über Musik...]





    Links gucken, rechts gucken, vorwärts marsch (tsts, böse Jungs^^)



    Schließlich ging es noch an einen Baggersee mit dem ulkigen Namen "Costa Kiesa"





    Auf dem Heimweg meldete sich dann so langsam bei allen der Hunger und so steuerten sie ein Lokal an um etwas zu essen, zwar kamen sie an keinem Drive In Restaurant vorbei, aber zum Glück fand sich eine Möglichkeit die Pferde anzubinden.


    Lieben Gruß an die LBRler, es war wieder mal eine sehr lustige Tour :)

  • Montag, 15.10.2012


    Seit einiger Zeit Steht der Warmblutwallach Landgraf II bei uns auf der Ranch der Lucies Cousine Antje gehört. Antje reitet mit ihrem Wallach seit kurzer Zetit M Dressur und L Springen, doch nun beginnt sie Antje beginnt sie hier in Hamburg ihr Studium und da sie momentan in der Anfangszeit viel Anderes um die Ohren hat, darf ihre Cousine Lucie ihr Pferd hin und wieder reiten damit Landgraf ausreichend bewegt wird. Am ersten Tag nach den Herbstferienhaben Lucie und Samantha schon relativ früh Schulschluß und so beschließen sie gemeinsam zum Stall zu fahren und erstmal zu reiten, Hausaufgaben können sie ja dann anschließend gemeinsam machen. Auf dem Hof angekommen ziehen die beiden Freundinnen schnell ihre Reitsachen an und holen dann die Pferde von der Koppel. Lucie holt Landgraf während Samantha ihre heißgeliebte Gracie nimmt. Beim Putzen und Satteln plaudern die Beiden ein wenig und albern fröhlich herum als Catalina kommt und meint: "Lucie, seid ihr noch eine Weile hier? Ich muss noch einkaufen fahren und Tim ist nicht da, Katja kommt zwar auch demnächst, aber es wäre mir lieb wenn trotzdem noch jemand hier ist." Lucie beruhigt ihre Mutter und antwortet, dass Samantha und sie ohnehin auf den Platz wollen.



    Beruhigt geht Catalina ins Haus, zieht sich kurz um und fährt dann los, während die Mädchen plaudernd fertigsatteln und die Pferde auf den Platz führen. Beim Aufsitzen merkt Lucie, dass Sie ihre Kappe vergessen hat, Samantha fragt: "Soll ich Landgraf kurz halten, damit du noch eben zurückgehen kannst?" Doch Lucie winkt ab, "Ach, egal, wir sind ja eh auf dem Platz, passiert schon nichts."




    Lucie und Samantha beginnen die Pferde warm zu reiten, während Samantha Gracie einfach in den drei Gangarten und auf verschiedenen gebogenden Linien gymnastiziert probiert Lucie auch ein paar schwierigere Lektionen und freut sichan dem freudig mitarbeitendem, gut ausgebildeten Pferd.



    Es fällt ihr schwer ein Ende zu finden, doch natürlich ist ihr bewusst, dass sie es auch nicht übertreiben darf und man ja bekanntlich aufhören soll wenn es am schönsten ist. Und so reitet sie schließlich an den Zaun, holt die Abschwitzdecke und legt sie dem Wallach über die Kruppe. Zum Abreiten reiten die Freundinnen dann plaudernd am langen Zügel nebeneinander her bis sie schließlich in der Mitte des Platzes absitzen und mit den Pferden zurück auf den Hof gehen. Katja ist inzwischen auch da und ist gerade dabei ihrer Alaya die Decke abzunehmen. Die Pferde werden abgesattelt und das Sattelzeug weggeräumt.



    Kurz darauf kommt auch Catalina aus dem Haus die inzwischen vom einkaufen zurück ist und fragt ob alles in Ordnung gewesen ist, die Mädchen bestätigen ihr das und Lucie fragt: "Mum,ich brauche ein neues Pferd, mit Arwen kann ich bald eh nicht mehr auf Turniere, die ist langsam zu klein für mich, ich muss langsam auf Großpferde umsteigen."Doch Catalina erwiedert: Übertreib doch nicht, ihr passt doch noch gut zusammen und überhaupt, was soll dann aus Arwen werden? Willst du sie abgeben, oder was?" Lucie schüttelt mit dem Kopf: "Nein, ich kann doch zwei Pferde haben, Platz haben wir doch genug." Catalina verdreht ein wenig die Augen und erwiedert: "Ein zweites Pferd bedeutet aber auch mehr Arbeit und auf lange Sicht wirst du das neben der Schule nicht schaffen, spätestens wenn du mit der Schule fertig bist und eine Ausbildung oder ein Studium beginnst, kannst du froh sein wenn du noch genug Zeit für ein Pferd hast." "Mann, du bist so gemein, nur weil du dir nichts aus Turnieren machst, brauchst du mir meine Turnierkarriere noch lange nicht zu versauen,"schimpft Lucie ärgerlich.Langsam auch ärgerlich antwortet Catalina: "Du weißt ganz genau, dass Tim und ich dich in Sachen Turniere sehr unterstützen, was ist denn mit dem Unterricht drüben im Reitverein den wir dir ermöglichen, ständig fährt einer von uns mit dir am Wochenende in aller herrgittsfrühe auf irgendwelche Turnierplätze,... also wer mal jetzt nicht ungerecht und denk mal über das nach was du da gerade gesagt hast."



    Dann dreht sich Catalina um und geht zum Haus hinüberwährend Lucie weiter über die "Ungerechtigkeit" von Eltern meckert.Samantha versucht ihre Freundin zu beruhigen und meint: "Ihr seid doch immer ein tolles Team, du und Arwen und gewonnen habt ihr dieses Jahr auch einiges, ihr habt dieses Jahr die ersten L Dressuren geritten, was willst du denn mehr?" Ärgerlich meint Lucie: "Ich will weiter kommen, aber mit Arwen stoße ich langsam an ihre Grenzen und nächstes Jahr platziert mich wahrscheinlich eh keiner mehr mit Arwen weil sie dann zu klein wird und Mum ist das völlig egal, ich bräuchte ein Pferd wie Landgraf." Vom Thema ablenkend meint Samantha: "Lass uns erstmal die Pferde auf die Koppel bringen, Landgraf ist jetzt bestimmt auch trocken." Lucie nickt, geht zu dem Wallach und tauscht die Abschwitzdecke, gegen die regendichte Outdoordecke und die beiden machen sich auf den Weg zur Koppel.


  • Einige Zeit später: (Tage/Wochen)



    Da Antje doch sehr eingebunden in ihr Studium ist und es daher nur selten schafft zu Landgraf rauszufahren und später auch noch einen Work&Travel Aufenthalt nach Neuseeland plant, ist es nun zu dem Kompromiss gekommen, dass Lucie sich nun erstmal ganz um Landgraf kümmert und auch mit ihm auf Turnieren starten darf.


    Neue Folge: (Da meine Leute leider noch über keine "richtige" Wohnung verfügen gibt es erst ab dem nächsten Abschnitt Bilder)


    Am Freitagmorgen hat Tim sich mit dem Geländewagen auf den Weg nach Holland gemacht zu einem Landwirtschaftskongress der übers Wochenende gehen sollte. Catalina wäre zwar auch gerne mitgefahren doch da ja einer auf dem Hof die Stellung halten muss ging das natürlich nicht. Eigentlich wollte Tim am Sonntagnachmittag wieder nach Hause kommen, doch auch am späten Abend war er noch immer nicht wieder da. Catalina und Lucie sitzen noch in der Küche beim Abendbrot, doch während Catalina immer wieder nervös aus dem Fenster sieht in der Hoffnung endlich die Scheinwerfer des Geländewagens zu sehen und sich die größten Sorgen macht wo Tim bleibt, ist Lucie relativ entspannt und versucht immer wieder ihre Mutter zu beruhigen, „Mum, es gibt sicherlich eine ganz einfache Erklärung, dafür dass Dad noch nicht da ist, s wird schon nichts schlimmes passiert sein, versuch doch nochmal ihn anzurufen.“ Doch Catalina erwiedert: „Das habe ich doch schon, mehrmals sogar, jedesmal das Gleiche, es klingelt, aber niemand geht ran, warum geht er bloß nicht an das verdammte Handy???“ Verzweifelt blickt sie ihre Tochter an, „Oder warum ruft er nicht an wenn bzw. warum er später zurückkommt?“ Als Catalinas Blick auf die Küchenuhr fällt und sie sieht, dass es schon 10 durch ist meint sie: „Meine Güte ist das schon spät, morgen ist doch wieder Schule, du musst ins Bett Lucie.“ Lucie nickt, erwiedert jedoch noch: „Du solltest aber auch besser ins Bett gehen. Dad wird schon wieder kommen, es wird sicher alles gut.“ Catalina nickt, „Wahrscheinlich hast du Recht und ich mache mich nur verrückt, aber ich versteh es trotzdem nicht warum ich ihn weder erreiche, noch er sich nicht meldet.“

  • Als Lucie am nächsten Morgen vor der Schule in die Küche kommt um zu frühstücken sitzt Catalina mit einem Becher Kaffee am Tisch, „Und, ist er noch gekommen?“ Catalina schüttelt den Kopf. Lucie öffnet den Kühlschrank, holt die Milch heraus und macht sich eine Schüssel mit Müsli und Milch fertig und setzt sich an den Tisch. Sie zuckt mit den Schultern, vielleicht fährt er ja aus irgendeinem Grund erst heute morgen los, oder hatte ne Autopanne in nem Funkloch.“ Catalina nickt, „du hast sicherlich Recht,“ steht auf und fügt hinzu: „Ich geh dann mal raus und fang mit dem füttern an, dir alles Gute für die Schule.


    Als Lucie nach der Schule nach Hause kommt geht sie gleich rauf in ihr Zimmer lässt ihre Schultasche vor dem Schreibtisch einfach auf den Boden fallen und geht zum Kleiderschrank um sich kurz Reitsachen anzuziehen und dann raus in den Stall zu gehen, da sie die restlichen hellen Stunden des Tages lieber draussen bei den Pferden verbringen will, als drinnen am Schreibtisch mit ihren Hausaufgaben. Nachdem sie sich umgezogen hat, eilt sie direkt zur Koppel um Landgraf zu holen. An der Koppel begrüßt sie den Wallach mit einem Stückchen Karotte und streift ihm das Halfter über. „Komm Junge, dann lass uns mal zum Stall gehen und noch ein bisschen was tun,“ spricht sie den Wallach an während sie losgeht.

    Während sie Landgraf kurz darauf putzt sieht sie auf einmal Catalina aus der Sattelkammer kommen und sich an der Mülltonne aufstützen, so als ob sie sich nicht mehr auf den Beinen halten kann, achtlos lässt Lucie die Bürste mit der sie gerade Landgraf´s Beine putzt fallen und geht mit schnellen Schritten auf ihre Mutter zu.

    „Mum, was ist los? Du siehst gar nicht gut aus, komm, setz dich erstmal auf die Bank.“ Mit Tränen in den Augen stammelt Catalina: „Lucie, dein Vater hatte einen Autounfall, sie haben sein Handy aus dem Wrack bergen können, daher konnte die Polizei mich gerade anrufen.“ Geschockt hört Lucie sich die schrecklichen Neuigkeiten an, darum also ist ihr Vater nicht wie vereinbart gestern nach Hause gekommen. Wie durch einen Nebelschleier hört sie, wie Catalina ihr noch erzählt was die Polizei ihr noch zu dem Unfallhergang erzählt hat, dass wohl , ein recht schnell fahrender Audi Tims Geländewagen erwischt hat, beide Wagen in die Leitplanke gekracht sind und sich mehrmals überschlagen haben, sowohl Tim als auch die beiden Insassen des Audi waren sofort tot und zwei weitere Autos sind bei dem Versuch auszuweichen ebenfalls in der Leitplanke gelandet , diese jedoch sind mit nem Totalschaden am Auto davongekommen und die Insassen liegen verletzt im Krankenhaus. Schluchzend und unter Tränen erzählt Catalina dann nach einer kleinen Pause noch: „Und ich konnte ihm noch nicht mal von dem Kind erzählen…“ Verwirrt blickt Lucie auf und schaut Catalina fragend an. Und Catalina erzählt: „Ich hatte die letzten Tage schon so ne Ahnung, weil mir einige Male so schlecht war, wollte es aber erst beim Arzt abklären, da war ich am Freitag, kurz nachdem Tim weg war und Dr. Schulz hat meine Vermutung bestätigt, ich bin schwanger.“ Mutter und Tochter sitzen noch eine ganze Weile auf der Bank und durch den Schock über den Tod ihres Vaters und die Neuigkeit von Catalinas Schwangerschaft denkt Lucie nun gar nicht mehr dran, dass sie eigentlich reiten wollte. In dem Moment kommt Katja um die Ecke, sieht Catalina und Lucie auf der Bank sitzen. Bestürzt fragt sie was passiert sei und Lucie erzählt es ihr in knappen Worten.

  • Am nächsten Morgen wacht Catalina viel zu früh auf, sie hat schlecht geschlafen und hat das Gefühl einen fürchterlichen Alptraum gehabt zu haben, doch dann wandert ihr Blick zu Tim´s Bett – es ist leer – und da wird ihr wieder bewusst, dass es kein schrecklicher Traum war, sondern der fürchterliche Unfall tatsächlich geschehen ist der ihr Tim für immer genommen hat. Gedankenverloren streicht sich über ihren Bauch und beginnt ein wenig mit dem ungeborenen zu reden. „Warum konnte dieser Idiot nicht einfach besser aufpassen, nun wirst du deinen Vater nie kennen lernen, und er hat noch nicht einmal erfahren, dass du überhaupt existierst,…“ daraufhin kommen ihr wieder die Tränen. In dem Moment öffnet sich die Tür und Lucie kommt herein. „Mom, ich konnte nicht mehr schlafen und habe dich weinen gehört, kann ich was für dich tun?“ Doch Catalina schüttelt nur den Kopf und erwiedert unter Schluchzern: „Ich habe auch schlecht geschlafen und beim Aufwachen dachte ich erst einen Alptraum gehabt zu haben, aber als ich Tims leeres Bett sah fiel mir wieder ein, dass der Alptraum Wirklichkeit ist.“ Lucie setzt sich zu ihrer Mutter aufs Bett und legt den Arm um Catalinas Schultern. Sie weiß zwar nicht was sie ihrer Mom sagen soll, da sie sich selbst so seltsam leer fühlt, aber vielleicht gibt es ihr ja etwas Trost und Halt. So sitzen die beiden eine Weile da, bis Lucie irgendwann meint: „Wir sollten langsam aufstehen, ich muss los zur Schule und die Pferde warten auf ihr Futter.“ Catalina nickt, meint jedoch: „Du musst doch heute nicht zur Schule, ich rufe im Schulbüro an, deine Direktorin hat sicherlich Verständnis dafür, dass du zu Hause bleibst nach dem was geschehen ist.“ Doch Lucie winkt ab, „Und was soll, das bringen, davon, dass ich jetzt hier zu Hause hänge kommt Dad auch nicht zurück, nein, ich möchte lieber zur Schule, damit nicht so die Aufmerksamkeit darauf gelenkt wird was geschehen ist, ich mein, es wird sich noch früh genug rumsprechen, da muss ich es nicht beschleunigen.“ Damit verlässt Lucie das Schlafzimmer und geht sich anziehen und anschließend geht sie hinunter in die Küche und macht sich eine Schüssel Müsli mit Milch fertig und packt ihre Schultasche für den heutigen Tag ein. An der Garderobe überlegt sie, welche Schuhe sie heute anziehen soll als ihr auffällt, dass ihre Mutter noch gar nicht runtergekommen ist. Eilig geht sie noch einmal nach oben und schaut ins Schlafzimmer. „Mom, steh auf, du kannst doch jetzt nicht den ganzen Tag im Bett bleiben, die Pferde warten auf ihr Futter.“ Undeutlich, halb ins Kissen sprechend, erwiedert Catalina: „Jaja, du hast ja recht, wenn mir doch bloß nicht auf einmal alles so sinnlos erscheinen würde.“ Langsam richtet sie sich auf und schiebt die Decke zurück und steigt aus dem Bett. Sie geht auf ihre Tochter zu und nimmt sie in den Arm: „Ich weiß nicht wie du so gefasst mit der Situation umgehen kannst, aber ich bin stolz auf dich, mach dich nun ruhig auf den Weg zur Schule, ich steh schon auf. Und pass gut auf dich auf.“ Lucie nickt und geht wieder nach unten. Rasch zieht sie ihren beigen Mantel an und die braunen Wildlederstiefel mit dem Fellfutter, hängt ihre Schultasche über und geht noch einmal in die Küche und setzt noch einen Kaffee für ihre Mutter auf ehe sie geht, ein wenig stärker als sie ihn sonst trinkt, denn Lucie denkt, den kann ihre Mutter heute ganz gut vertragen.


    Inzwischen hat Catalina sich einen Pullover und eine Hose angezogen, kurz die Haare gekämmt und geht nach unten in die Küche um sich erst einmal einen Kaffee zu machen ehe sie in den Stall geht. Doch als sie die Küche betritt schlägt ihr bereits frischer Kaffeeduft entgegen. Einen Moment muss sie lächeln bei dem Gedanken an ihre zuvorkommende Tochter. Dankbar gießt sie sich einen Becher Kaffee ein, fügt noch etwas Milch hinzu und setzt sich an den Küchentisch.


    Nachdem Catalina ihren Kaffee getrunken hat, steht sie auf, zieht Jacke und Stiefel an du geht hinaus, draussen am Stall wird sie bereits von Pferdewiehren und ungeduldigem Treten gegen Boxentüren begrüßt. Rasch holt sie sich eine Forke und beginnt Heu vom Ballen abzumachen , auf eine Schubkarre zu schichten und zu verteilen. Als Catalina beginnt die zweite Fuhre abzumachen, muss sie einen Moment Pause machen und setzt sich ins Heu, da ihr schon wieder die Tränen kommen, da sie daran denken muss, dass sie diese Arbeit morgens sonst immer mit Tim gemeinsam gemacht hat , verzweifelt legt sie ihr Gesicht in ihre Handflächen und lässt den Tränen freien Lauf.


    Auf einmal legt jemand sanft seinen Arm um Catalina und fragt: „Catalina, was machst du denn hier?“ Catalina blickt auf und schaut in Katjas besorgtes Gesicht. Erstaunt fragt Catalina: „Was machst du denn hier, müsstest du nicht arbeiten?“ Katja winkt ab und meint: „ Ich habe mir ein paar Tage frei genommen, ich dachte, ihr könntet vielleicht ein bisschen Hilfe gebrauchen und wenn ich dich hier so sehe, hatte ich glaube ich recht. Komm, ich bring dich erstmal rein und du legst dich wieder hin, ich mache hier für dich weiter.“ Wiederstandslos lässt Catalina sich von Katja zurück ins Haus bringen, da ihr im Moment ohnehin alles egal ist und so legt sie sich mit einer Decke im Wohnzimmer aufs Sofa und schaltet den Fernseher an. Sie zappt ein wenig durch die Programme, doch da irgendwo was brauchbares läuft lässt sie irgendwann einfach laufen und schaut eigentlich mehr desinteressiert irgend ne sinnlose Soap.


    Irgendwann einige Stunden später hört sie, wie sich die Haustür öffnet und Lucie von der Schule nach Hause kommt. Als Lucie ihre Mutter so auf dem Sofa liegen sieht fragt sie verwundert: „Mom, was machst du denn hier drinnen? Müsstest du nicht noch Reitstunden geben oder hast sonst noch was im Stall zu tun?“ Ohne den Blick vom Fernseher zu wenden erwiedert Catalina: „Hab heute morgen mit Füttern angefangen, aber dann hat Katja mich abgelöst, ich konnte heute morgen einfach nicht weiter machen. Ist doch jetzt eh alles sinnlos, vielleicht sollten wir hier auch weggehen , alles verkaufen und in die Stadt ziehen. Ohne Tim schaffen wir das doch auf Dauer hier mit dem Hof nicht.“ Entsetzt blickt Lucie ihre Mutter an und meint: „Gut, dass ich weiß, dass du im Moment nicht klar denken kannst, sonst würd ich mir Gedanken machen dass du das wirklich wollen würdest.“ Lucie setzt sich zu ihrer Mutter aufs Sofa und meint: Wir werdens schon irgendwie schaffen, haben doch genug Laute die uns sicherlich helfen werden.“

  • Am nächsten Morgen, Lucie ist längst in der Schule, Catalina jedoch liegt noch im Bett, steht jedoch gerade auf da sie ein wenig nach draussen gehen möchte. Und so zieht sie sich warm an und verlässt durch die Hintertür die in den Garten führt das Haus. Sie durchquert den Garten und geht an den dahinterliegenden Wiesen entlang. Völlig in Gedanken versunken kommt sie schließlich am Hengststall an und bleibt dort am Paddockzaun stehen, stützt die Ellbogen auf den Zaun und legt den Kopf auf den Hände. Mit den Gedanken weit weg, bei Tim merkt sie nicht wie ein Pferd neugierig näher kommt, erst als es sie mit der Nase anstupst und die Tasthaare sie an der Wange kitzeln blickt sie auf und schaut in Dun It Now´s dunkle Augen.


    Sie krault dem Hengst die Stirn, „Na mein Junge, du vermisst Tim sicher auch und fragst dich wo er wohl ist, nicht wahr?“ Eine Weile steht sie so bei Tims Pferd bis sie meint: „Weißt du was mein Junge? Lass uns ein wenig zusammen raus gehen, ich hol nur eben eine Trense.“ Kurz darauf betritt Catalina mit einer Trense über der Schulter und einem Hufkratzer in der Hand, die Box und geht auf den Hengst zu. Sie zieht ihm kurz die Trense an und kratzt dann alle vier Hufe aus und führt Dun It Now nach draussen zum Aufsteigeblock. Artig wartet der Hengst bis Catalina aufgestiegen ist und ihm das Kommando zum Antreten gibt. Catalina lenkt den Hengst in Richtung Gelände, Richtung Wald.


    Es ist zwar ein grauer, wolkenverhangener Tag, doch zwischendurch kämpft sich doch auch mal ein schwacher Sonnenstrahl zwischen den Wolken hervor. Catalina genießt den gemütlichen Ritt durch den stillen Wald. Sie muss daran denken, dass morgen Tims Beerdigung ist und fühlt sich auf einmal wieder schrecklich einsam. Sie hält Dun It Now an, steigt ab und setzt sich auf einen großen Stein und da sie es ohnehin nicht verhindern kann, lässt sie ihren Tränen einfach freien Lauf.


    Ein wenig überrascht von der plötzlichen Pause senkt Dun It Now erst den Kopf zum Boden und nascht ein paar Gräser, blickt dann jedoch zu dem Menschen der eben noch auf seinem Rücken saß, geht auf sie zu und stupst sie verwundert an.


    Catalina blickt auf und als sie Dun It Now so vor sich stehen sieht und wie er sie mit diesem Blick ansieht, fühlt sie sich ein wenig getröstet. Einen Moment legt sie dem Pferd die Arme um den Hals und meint: „Du hast ja recht, Junge, wir sollten weiter gehen.“ Sie führt den Hengst an den Stein und steigt wieder auf.


    Inzwischen ist in der Schule die zweite große Pause angefangen und Lucie und Samantha sitzen draussen auf dem Schulhof an ihrem Lieblingsplatz, einem dicht verzweigtem, niedrigem Baum mit starken Ästen auf den man relativ leicht hinaufklettern kann. Im Frühling und Sommer wenn die Zweige voll Blätter sind, kann man auf dem Baum sitzen und den ganzen Schulhof überblicken, während man selbst nicht gesehen wird. Momentan trägt „ihr“ Baum zwar keine Blätter, aber trotzdem sitzen sie gerne dort auf den starken Ästen. Samantha blickt Lucie an und meint, nicht ohne Bewunderung in der Stimme: „Wie du so mit der jetzigen Situation umgehst,… wie machst du das bloß? Ich glaub wenn von meinen Eltern jemand sterben würde, ich wäre am Boden zerstört und würd nur noch heulen. Ich mein, wenn man sich mit seinen Eltern nicht allzu nahe stehen würde, könnt ich es ja noch verstehen, aber du und Tim, ihr wart euch schließlich sehr nah…“ Ohne aufzublicken meint Lucie: „Ich weiß auch nicht, ich dachte immer wenn jemand der einem nahe steht stirbt, dann denkt man, es würde einem ein Stück von einem selbst fehlen, aber…“ nun blickt sie doch auf, die Hand auf die Brust gelegt und nun doch eine kleine Träne im Auge,“ hier drinnen fühl ich im Moment kaum einen Unterschied, als ob es gar nicht wirklich ist und er jeden Moment wieder lachend durch die Tür kommt mich in den Arm nimmt und sich all das nur als böser Traum herausstellt.“ Samantha legt den Arm um ihre Freundin und meint: „Das wäre schön, wenn es nur ein böser Traum wäre.“ Dann erwiedert Lucie: „Außerdem glaub ich reicht es wenn einer den Verstand verliert, Mom hat gestern schon davon gesprochen den Hof aufzugeben und in die Stadt zu ziehen. Die kann man im Moment echt vergessen, die kriegt im Moment echt nichts auf die Reihe, vielleicht gibt mir das auch Kraft, ich weiß es nicht.“ Eine Weile sitzen die beiden Freundinnen schweigend nebeneinander bis Samantha schließlich meint: „Lass uns heute nach der Schule zusammen ausreiten, das bringt dich auf andere Gedanken.“ Lucie nickt, „Okay, lass uns die Ponys nehmen, ich nehm Arwen und du kannst ja die neue Stute, Talitha, mal reiten, denn ich glaub Gracie geht heute in der Anfängerstunde. Aber Talitha ist auch echt ne Süße, ihr passt sicherlich gut zusammen.“ Indem Moment klingelt die Schulglocke und da die beiden als nächstes Physikunterricht bei Herrn Schulze haben, der zwar ein guter Lehrer ist und viel Verständnis hat, aber in Sachen Unpünktlichkeit oder schlechtem Benehmen absolut keinen Spaß versteht und sehr streng ist, beeilen sich die beiden lieber um pünktlich am Physiklabor zu sein. Doch obwohl Herr Schulze streng ist und den Schülern absolut nichts durchgehen lässt, ist er bei den meisten trotzdem beliebt und gehen gerne zu ihm in den Unterricht da er trotz aller Strenge immer fair ist.


    Auf der Ranch ist Catalina inzwischen von ihrem Ausritt mit Dun It Now zurückgekommen und nachdem sie den Hengst noch gründlich geputzt hat bringt sie ihn nun wieder zurück in seine Paddockbox. Als sie ihm das Halfter ausgezogen hat und sich umdreht um die Box zu verlassen, stubst Dun It Now sie an und reibt seine Stirn an ihrer Schulter und so wendet sie sich dem Pferd noch einmal zu und krault ihn noch ein wenig am Kopf. In dem Moment betritt Katja den Stall und als sie Catalina in der Box sieht, kommt sie näher und sagt: „Hey, Süße, schön, dass du dich wieder hier draussen blicken lässt, geht es dir wieder besser?“ Catalina zuckt mit den Schultern und erwiedert: „Tim fehlt mir so, es ist als ob ein großer Teil von mir fehlt, manchmal weiß ich gar nicht wie ich überhaupt noch weiter leben soll ohne ihn und wenn ich an diesen Idioten denke der ihm reingefahren ist wird ich richtig wütend, warum können sich die Leute nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten und mehr Rücksicht im Straßenverkehr nehmen?“ Katja geht auf ihre Freundin zu und legt den Arm um sie, „Ich kann dich so gut verstehen und ich darf gar nicht daran denken, dass du erst noch mit nach Holland wolltest, dann würde es Lucie jetzt so gehen wie den Kindern des Unfallfahrers, habe in der Zeitung gelesen dass das Ehepaar welches in dem anderen Auto umkam wohl zwei Kinder zurückgelassen hat die wohl nun in ein Heim müssen.“ Ärgerlich meint Catalina: „Die Gören von diesem Idioten gehen mich nichts an, was hab ich damit zu schaffen dass die zu Waisen wurden, mein Mann ist tot und ich bin schwanger und hab hier noch nen ganzen Hof den ich nun allein verwalten muss.“ Dann wendet Catalina sich abrubt um und meint noch: „Ich geh wieder rein, ich glaub ich muss mich mal wieder setzen,“ deutet kurz auf ihren Bauch und verlässt den Stall und geht wieder ins Wohnhaus. Drinnen holt sie sich einen Becher Kaffee und geht dann nach oben in ihr Schlafzimmer wo sie sich bei zugezogenen Vorhängen und ausgeschaltetem Licht auf das Bett setzt.


    Gegen halb drei kommen Lucie und Samantha von der Schule auf den Hof, die beiden gehen nur kurz ins Haus um ihre Schultaschen abzustellen und sich in Lucies Zimmer umzuziehen und dann die Ponys von der Koppel zu holen. Als sie mit den Halftern auf der Koppel ankommen führt Lucie ihre Freundin zuerst zu einer Bayroan-Welshstute und stellt ihr das Pony als Talitha vor. Samantha begrüßt die Stute freundlich mit einem kurzen Stirnkraulen und legt ihr dann das Halfter an während Lucie weiter zu Arwen geht und ihr Pony ebenfalls aufhalftert. Gemeinsam gehen die beiden zurück zum Hof wo sie die Ponys anbinden und Putzen um sie dann zum Reiten fertig zu machen. Lucie holt bloß eine Trense da sie ohne Sattel reiten will, Samantha jedoch reitet vorsichtshalber mit Sattel, da sie Talitha schließlich nicht kennt und nicht weiß wie die Stute so im Gelände drauf ist.

    Kurz darauf starten die beiden Mädchen und reiten in Richtung Wald, biegen jedoch schon bald auf die schmalen Wege ab und reiten in Richtung Sanddünen da man da gut galoppieren kann. Als es bereits anfängt dunkel zu werden kehren die beiden schließlich auf den Hof zurück, versorgen die Pferde und bringen Arwen und Talitha dann wieder zurück auf die Koppel und nachdem Samantha sich wieder umgezogen hat und ihre Schultasche aus dem Haus geholt hat, verabschiedet sie sich von Lucie und macht sich auf den Weg nach Hause. Lucie dagegen sucht im Haus nach ihrer Mutter und findet Catalina schließlich im Bett liegend. „Mom, was ist mit Abendbrotessen?“ fragt Lucie. Catalina hebt den Kopf und antwortet: „Mach dir ruhig noch was, wenn du noch Hunger hast, ich ess heut nichts mehr, habe keinen Hunger.“ Argwöhnisch fragt Lucie Catalina ob sie haute schon irgendwas gegessen hat und als Catalina nach kurzem überlegen mit dem Kopf schüttelt meint sie: „Mom, du kannst doch nicht einfach aufhören zu essen, du musst doch wenigstens ein bisschen was zu dir nehmen.“ Ein wenig heftiger als gewollte erwiedert Catalina: „Ich will aber nichts, ich will jetzt bloß noch schlafen.“ Und so dreht Lucie sich ohne ein weiteres Wort um, schließt leise die Tür und geht nach unten in die Küche um sich noch etwas zu essen zu machen. Sie holt sich eine Pizza aus dem Gefrierschrank und heizt den Ofen vor. Während sie darauf wartet dass der Ofen heiß ist, holt sie ihre Schultasche und beginnt mit den Hausaufgaben, auch wenn sie morgen ohnehin nicht in die Schule muss, da sie für morgen befreit ist wegen der Beerdigung. Sie versucht sich vorzustellen, wie Tim da in nem Sarg liegt, doch irgendwie kommt es ihr noch immer ein wenig unwirklich vor, dass es morgen tatsächlich die Beerdigung ihres Vaters sein soll. Es fällt ihr leichter, sich vorzustellen, dass Tim auf einmal fröhlich ins Haus kommt und sich all das nur als Irrtum herausstellt. Nachdem sie ihre Hausaufgaben fertig und ihre Pizza gegessen hat, geht Lucie schließlich nach oben ins Bad, putzt ihre Zähne und geht anschließend ins Bett.

  • In dieser Nacht schläft Catalina schlecht und daher ist sie auch am nächsten morgen schon sehr früh wach und steht auf. Sie zieht sich an und geht nach unten. Im Flur wird sie schon freudig schwanzwedelnd von den Hunden begrüßt, denen es völlig egal ist, dass es noch so früh ist. Umringt von den drei Hunden geht sie nach draussen und geht eine Runde mit den Dreien spazieren. Als Catalina schließlich wieder auf dem Hof ankommt geht sie hinüber zum Stall und beginnt schon mit dem Heu verteilen. Als sie mit dem Heu fast fertig ist, hört Catalina auf einmal aufgeregtes Bellen und kurz darauf kommen die Hunde zusammen mit Sheila um die Ecke gelaufen und im nächsten Moment betritt dann auch Katja den Stall. Als sie Catalina sieht lächelt sie. „Guten Morgen, schön dich wiedermal bei der Arbeit zu sehen. Ich sehe du bist noch am Heu füttern, dann fange ich mal mit dem Kraftfutter an.“ Catalina nickt dankbar, „Irgendwann muss ich mich ja auch mal wieder nützlich machen, aber gleich muss ich mich doch erstmal setzen, langsam fällt mir die Arbeit doch schon ein bisschen schwerer.“ Katja nickt, „Das glaube ich dir, aber wir anderen werden dir in der nächsten Zeit natürlich soviel wie möglich helfen.“ Catalina nickt, „Das weiß ich und ich bin euch auch wirklich dankbar, aber sowohl du als auch Catherine, habt schließlich beide noch eure eigenden Jobs und Christina ist noch Azubi, daher werde ich wohl für die nächsten Monate wohl noch jemanden einstellen, erstmal befristet für ein halbes Jahr oder ein Jahr mal sehen, dass kann man ja dann in den Verhandlungen noch besprechen.“


    Inzwischen ist auch Lucie aufgestanden und kommt gerade vom Duschen aus dem Bad zurück in ihr Zimmer und beginnt ihre Klamotten die sie anziehen will zusammenzusuchen. Sie sucht sich eine schwarze Hose mit dünnen grauen Streifenheraus, eine schwarze Bluse und legt sich dann noch einen violetten Seidenschal um den Hals und schminkt sich noch, ein wenig Make Up etwas Lipgloss und ganz dezent ein wenig Eyeliner. Auf dem Weg nach unten kommt ihr Catalina entgegen. „Mom, willst du auch noch frühstücken bevor wir losfahren?“ fragt Lucie, doch ihre Mutter erwiedert: „ Danke, nein, ich muss noch duschen und mich umziehen, aber wenn du mir noch nen Kaffee aufsetzen würdest, das wär lieb.“ Lucie nickt und geht weiter in die Küche, während Catalina nach oben ins Bad geht. Nach etwa einer dreiviertelstunde kommt Catalina umgezogen in die Küche, sie trägt eine schwarze Hose, eine dunkelblaue Seidenbluse und darüber einen schwarzen Cordblazer, außerdem trägt sie eine silberne Kette mit einem silbern eingefassten dunkelblauen Edelstein und dazu passenden Ohrsteckern. Lucie erkennt den Schmuck, es ist das Set, welches Tim ihr gerade erst zu Weihnachten geschenkt hat. Bei sich denkt Lucie das sie ihre Mutter lange nicht mehr so schick zurechtgemacht gesehen hat und dass sie sehr elegant aussehen kann. Lediglich ein wenig Make Up könnte das noch ein wenig abrunden, doch Lucie weiß, dass ihre Mutter sich nicht schminken mag. Nachdem Catalina sich einen großen Becher Kaffee mit Milch eingeschenkt hat, setzt sie sich zu ihrer Tochter an den Küchentisch.




    Catalina lenkt den Volvo auf den Parkplatz der Kirche, stellt den Motor aus und zieht die Handbremse an. Doch während Lucie gleich aussteigt, hält Catalina einen Moment inne, nun ist es also soweit,, ihr geliebter Ehemann wird beerdigt, viel zu früh. Catalina spürt einen dicken Kloß im Hals, von draußen hört sie gerade Lucie fragen: „Mom, kommst du?“ Catalina nickt und steigt aus. Kurz darauf betreten Mutter und Tochter die noch fast leere Kirche, lediglich der Pastor, Andreas Hansen ist bereits dort. Catalina ist froh, dass er die Beerdigung macht, da sie ihn schon lange kennt und er sie schon konfirmiert hat, sie und Tim damals getraut hat und auch Lucie getauft hat. Als er die beiden bemerkt kommt er auf Catalina und Lucie zu und begrüßt die beiden. Zuerst reicht er Lucie die Hand, dann nimmt er Catalina kurz in den Arm und meint: „Wer hätte gedacht, dass der HERR Tim schon so früh heimholt, es muss ein großer Schock für euch gewesen sein, als ihr von dem Unfall erfahren habt. Möge Gott euch die nötige Kraft schenken für die Zeit die nun auf euch zukommt.“


    Während Catalina sich noch ein wenig mit dem Pastor unterhält, geht Lucie weiter nach vorne wo bereits der Sarg steht. Auf dem Sarg liegt ein Blumengesteck , links und rechts stehen Kränze mit Schärpen auf denen Widmungen stehen und vorne an den Sarg gelehnt steht ein Bilderrahmen mit einem auf etwa A4 Größe gedrucktem Foto welches Tim fröhlich lachend im Sattel seines Pferdes Dun It Now zeigt. Als Lucie nun so vor dem Sarg steht und die Szenerie so betrachtet, dringt langsam die Wahrheit in ihr Unterbewusstsein vor, dass ihr Vater tot ist, sie ihn nie wieder lachen hören wird, er sie nie mehr in den Arm nehmen wird oder sonst irgendetwas. Auf einmal hat Lucie das Gefühl, dass alle Kraft aus ihren Beinen weicht und ihr die Tränen in die Augensteigen, sodass sie kaum noch was sieht, daher setzt sie sich wie in Trance erstmal hin und lässt den Tränen freien Lauf. Sie merkt gar nicht wie Catalina sich irgendwann neben sie setzt und sich in der nächsten Zeit so nach und nach die Kirche füllt. Auch von dem ganzen Gottesdienst bekommt Lucie nicht wirklich was mit, da sie wie in Trance auf ihrem Stuhl sitzt und auf den Sarg starrt, erst als die Träger sich anschicken Sarg hinauszutragen und Catalina sie sanft an der Schulter antippt steht sie auf und macht sich zusammen mit den anderen auf den Weg den Sargträgern zum Friedhof zu folgen. Vor der Kirche wird der Sarg vorsichtig in den Leichenwagen geschoben und ganz langsam fährt dann das Auto vorweg zum Friedhof während Angehörige und Freunde hinterher gehen. Kurz darauf auf dem Friedhof wird der Sarg wieder aus dem Auto geholt und bis zum vorbereiteten Grab getragen.


    Nachdem Catalina sich am Grab von Tim verabschiedet hat, tritt sie zur Seite damit sich auch die anderen von Tim verabschieden können. Sie blickt sich nach Lucie um und sieht ihre Tochter in einiger Entfernung ganz alleine auf einer Bank sitzen. Langsam geht sie auf Lucie zu und setzt sich neben sie. Eine Weile sitzen Mutter und Tochter schweigend nebeneinander bis Lucie das Schweigen bricht und mit erstickter Stimme sagt: „All die Leute die heut zu Dads Beerdigung gekommen sind und sich nun von ihm verabschieden um danach ihr Leben einfach weiterzuleben,… ich kann das einfach nicht, jetzt einfach so Abschied für immer von ihm zu nehmen, er ist mein Vater und damit ein Teil von mir. Wie kann ich jetzt so einfach weiterleben, wenn einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben nicht mehr da ist?“ Als Lucie beginnt zu schluchzen, nimmt Catalina sie in den Arm und meint: „Ich kann dich so gut verstehen, so habe ich mich ja die letzten Tage, seit ich von Tims Tod erfahren habe gefühlt. Es erwartet auch keiner, dass du da jetzt nach vorne gehst zum Abschied nehmen wenn du innerlich noch nicht soweit bist. Das Grab läuft dir nicht weg, du kannst jederzeit wiederkommen und das dann immer noch machen, hör einfach auf dein Herz, irgendwann kommt der Moment an dem du dazu bereit bist.“ Schluchzend schmiegt sich Lucie an ihre Mutter und meint: „Danke, ich weiß du willst mich nur trösten, aber ich glaube ich werde dazu nie bereit sein, mir kommt es so vor als würde ich Dad´s Tod dadurch als „nicht so schlimm“ erachten und das kann ich nicht.“ Nach einer kurzen Pause fügt sie noch hinzu: „Ich möchte jetzt einen Moment allein sein.“ Catalina nickt verständnisvoll und steht auf. Sie blickt sich um, die meisten anderen ihrer Freunde und Verwandte stehen mittlerweile in kleinen Grüppchen beisammen und unterhalten sich. Catalina geht auf eine der Gruppen zu und spricht Andreas Hansen an. „Andreas, ich wollte mich noch bei dir bedanken, es war ein sehr schöner Gottesdienst und auch deine Predigt hat mir gut gefallen und viel Kraft gegeben,“ nach einer kurzen Pause fügt sie noch hinzu „Ich glaube, nein ich weiß, Tim hätte es sicherlich auch gefallen.“


    Am nächsten Morgen als Catalina auf dem Weg in den Stall zum Füttern ist klopft sie bei Lucie an die Zimmertür um zu sehen ob ihre Tochter schon wach ist. Lucie antwortet und so betritt Catalina das Zimmer und setzt sich auf die Bettkante und fragt: „Wie geht es dir heute morgen, möchtest du vor der Schule noch etwas frühstücken?“ Lucie zuckt mit den Schultern, „Warum nicht? Ist ja eh egal. Eigentlich mag ich heut nicht zur Schule gehen, aber was soll ich hier allein im Bett hocken.“ Catalina nimmt ihre Tochter in den Arm und meint: „Ich kann auch in der Schule anrufen und Bescheid sagen, dass du heute zu Hause bleibst, ich denke auf den Unterricht wirst du dich ohnehin nicht konzentrieren können.“ Ohne Catalina anzublicken erwiedert Lucie: „Wird wohl so sein, wie auch, ich bin noch total durcheinander, weil Dad tot ist, nie wieder wird ich ihn sehen, sein Lachen hören oder mit ihm etwas unternehmen, ich fühl mich so verlassen…“ Schluchzend verkriecht sie sich wieder unter der Decke. Bei den letzten Worten muss Catalina auf einmal an die beiden Kinder des Unfallfahrers denken und das jene Beiden auf einen Schlag Mutter und Vater verloren haben und wenn sie mit Tim gemeinsam nach Holland gefahren wäre, es Lucie nun genauso gehen würde. Sie legt ihrer Tochter die Hand auf die Schulter und meint: „Du bleibst heute hier zu Hause und wir werden heute Zeit zusammen verbringen, was hältst davon wenn wir heute einen langen Ausritt machen? Nur wir beide?“ Nachdem Lucie ein undeutliches „Meinetwegen“ in die Kissen genuschelt hat, geht Catalina nach unten und erledigt zuerst den Anruf in Lucies Schule. Die Sekretärin im Schulbüro hat viel Verständnis für Lucies Situation und verspricht die Information gleich an Lucies Klassenlehrerin weiterzuleiten. Nachdem Catalina aufgelegt hat geht sie in den Stall zum Füttern wo Katja bereits mit Heu füttern angefangen hat. „Guten Morgen, schön dich hier draussen zu sehen, ich mache hier Heu fertig, mach du ruhig nur Kraftfutter.“ Dankbar nickt Catalina und holt den Futterwagen aus der Futterkammer und beginnt. Als sie mit Kraftfutter verteilen fertig ist geht sie zu Katja und meint: „Vielen Dank, für deine tatkräftige Unterstützung im Moment, komm doch bitte gleich rein und frühstücke mit uns.“ Katja bedankt sich für das Angebot und die beiden Frauen gehen gemeinsam ins Haus wo Catalina dann den Frühstückstisch für drei Personen deckt und Kaffee aufsetzt. Als Catalina gerade die Brötchen und Crossaints aus dem Backofen holt kommt Lucie in die Küche geschlurft mit noch ganz verwuschelten Haaren, lediglich etwas angezogen hat sie sich bereits. Als sie Katja am Tisch sieht, grüßt sie kurz und setzt sich dann auf ihren Platz und beginnt Kakaopulver in ihren Becher zu schaufeln, gießt Milch hinein und rührt um.


    Nach dem Frühstück verabschiedet sich Katja, da sie noch einen Termin hat und geht hinaus zu ihrem Auto. Catalina räumt den Tisch ab und meint dann zu ihrer Tochter: „Wollen wir dann starten und die Pferde holen?“ Lucie ist einverstanden und während Lucie noch nach oben geht um sich zu kämmen zieht Catalina schon mal Jacke und Stiefel an. In dem Moment klingelt das Telefon, Catalina nimmt ab und meldet sich. Am anderen Ende meldet sich Andreas Hansen.

  • Sommer 2013


    Katja ist in ihrem Urlaub nach Mecklenburg Vorpommern gefahren um ihre Familie in Meetzen zu besuchen. Nachdem Katja nach Hamburg gegangen ist um bei der Polizei anzufangen hat inzwischen ihre Schwester Anja den elterlichen Hof übernommen und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im ersten und zweiten Stock des alten Herrenhauses während die Eltern das Erdgeschoß bezogen haben.



    Da Katja nicht die Möglichkeit hatte ihre Stute Alaya mitzunehmen durfte sie während ihres Aufenthaltes Anjas Araberhengst reiten.


    .............


    Story Fortsetzung (kleiner Zeitsprung, da zwischen diesem und dem letzten Teil in Echt einige Monate vergangen sind ehe ich weitergeschrieben habe)


    Catalina hat hier Baby inzwischen bekommen, (Ende Juni) und Lucie hat nun einen kleinen Bruder.


    Nun aber die Fortsetzung der Story


    Da es auf das Monatsende zugeht sitzt Catalina in ihrem Büro und arbeitet den Papierkram ab, bearbeitet Rechnungen liest und beantwortet emails und so weiter. Gerade hat sie eine email von Elias gelesen, wegen des geplanten Besuches auf der Rettmohr Lake Ranch und des gemeinsamen Urlaubs in Schottland. Ein wenig wehmütig muss sie daran denken, dass es diesmal der erste Besuch ohne Tim auf der Rettmohr Lake Ranch wird. Zwar kommt sie inzwischen ganz gut mit dem Verlust ihres Mannes zurecht und auch ihre Tochter Lucie, die in der Zeit nach der Beerdigung total aus der Bahn geworfen war, hat sich wieder gefangen, doch Beiden fehlt Tim natürlich noch immer. Catalina blickt vom Computer auf und blickt hinüber zum Kinderwagen. Liebevoll betrachtet sie den friedlich schlafenden kleinen Daniel der fast das Ebenbild seines Vaters ist, nur die grünen Augen, die hat er von Catalina. Catalina betrachtet ihren Sohn noch eine Weile, dann wendet sie sich wieder ihrer Arbeit am Computer zu und geht noch einmal die email von Elias durch. Sie überlegt ob sie wirklich jetzt mitten im Sommer vom Hof weg kann oder ob sie Lucie nicht lieber alleine oder mit einer Freundin nach England schicken soll als es an der Tür klopft und Catherine hereinkommt. Catalina begrüßt ihre Freundin und bietet ihr etwas zu trinken an. Während Catalina zwei Becher Kaffee einschenkt fangen die Freundinnen eine Unterhaltung an in der Catalina ihrer Freundin von ihrer Überlegung erzählt ob sie nächsten Monat wirklich wegfahren soll. Doch Catherine nimmt ihre Freundin in den Arm und meint mit fester Stimme, die keinen Wiederspruch duldet: „Das kommt überhaupt nicht in Frage, dass du nicht fährst, nach allem was ihr in den letzten Monaten durchgemacht habt, habt ihr euch den Urlaub wirklich verdient. Und um den Hof mach dir mal keine Sorgen, das haben wir doch schon alles abgesprochen, das schaffen wir schon, bis dahin ist Katja schließlich auch wieder da, Laura ist auch da, Christina sowieso, ich und Samantha kommt doch auch fast jeden Tag, allein schon wegen Gracie.“ Catalina nickt und erwiedert: „Ich weiß gar nicht wie ich euch je danken soll für alles was ihr während der letzten Monate für uns getan habt.“ Lächelnd meint Catherine: „Oh, eine Sache wüsste ich da schon, wie wäre es wenn wir mal, wieder zusammen ausgehen würden, nen richtigen Weiberabend mal wieder, erst was trinken gehen und dann tanzen gehen, das haben wir ewig nicht getan.“ Catalina muss lächeln und meint, „Also gut, dann muss ich mein Fräulein Tochter bloß noch davon überzeugen einen Abend das babysitten zu übernehmen, das sollte aber wohl nicht allzu schwierig sein, sie ist ja ganz vernarrt in ihren kleinen Bruder, noch zumindest…“ Sie zwinkert ihrer Freundin zu und fügt hinzu: „Ich bin hier gleich fertig und Lucie ist eh zu Hause, wie wäre es dann gleich mit einem Ausritt?“ Catherine ist einverstanden und meint „Alles klar, ich geh dann schon mal die Pferde von der Koppel holen, nimmst du Sally?“ Catalina nickt und wendet sich wieder dem Computer zu. Während sie auf der Tastatur tippt nimmt sie das Telefon und wählt die interne Nummer von Lucies Telefon oben im Dachgeschoß um ihre Tochter zu bitten 1-2 Stündchen auf Daniel aufzupassen. Lucie ist einverstanden, da sie sich erst am späten Nachmittag mit ein paar Freunden in der Stadt verabredet hat. Catalina legt auf, beendet ihre Arbeit am Computer und geht sich die Schuhe umziehen. Kurz darauf kommt Lucie runter und schiebt den Kinderwagen nach drüben ins Wohnzimmer. Da Daniel noch immer schläft stellt sie den Wagen neben das Sofa und nachdem sie den Fernseher eingeschaltet hat und ne DVD eingelegt hat holt sie sich aus der Küche noch eine Packung Kekse da ohnehin noch der Werbevorspann läuft.


    Catalina geht nach draußen auf den Hof wo Catherine gerade mit Sally und Pretty Girl am Führstrick auf den Hof kommt.

  • Nachdem die beiden die Pferde geputzt und gesattelt haben geht es los. Beim Nachgurten und Aufsitzen fragt Catalina: "Wo wollen wir heute hireiten?" Catherine überlegt kurz und meint dann: "Lass uns mal wieder Richtung Voßmoor reiten, da waren wir schon lange nicht mehr." Catalina ist einverstanden und die beiden reiten los. Es geht ein Stück an der Straße lang ehe sie dann auf einen Schotterweg abbiegen der aber schon bald zu einem guten Sandweg wird. Es geht an Wiesen, Buschwerk und Kuhweiden vorbei und durch ein kleines Wäldchen.




    Inzwischen ist der kleine Daniel aufgewacht und so hat Lucie ihren kleinen Bruder aus dem Kinderwagen herausgenommen und spielt ein wenig mit ihm.





    Einige Tage später, es ist ein wolkenverhangender Dienstagvormittag und Lucie sitzt gerade auf ihrem Bett mit ihrem Laptop auf dem Schoß und schreibt mit einer Freundin über Facebook als Catalina ins Zimmer kommt und meint: "Lucie, es wäre schön, wenn du schon einmal anfangen könntest deinen Koffer für die Reise zu packen und wenn du noch was gewaschen haben willst gib es mir gleich, schließlich muss die Wäsche ja auch noch trocken werden. Und für die Pferde muss ja auch noch alles eingepackt werden, also es ist genug zu tun du brauchst jetzt nicht die Zeit vorm Computer zu vertrödeln." Lucie verdreht ein wenig genervt die Augen und erwiedert: "Jaja, ist ja gut mach mal nicht so nen Stress. So lange dauert Kofferpacken doch auch nicht." Nach einer kurzen Pause in der sie sich von ihrer Freundin verabschiedet hat und aus dem Internet rausgegangen ist wendet Lucie sich noch einmal an ihre Mutter und fragt: "Wann kommen wir eigentlich am Donnerstag auf der Rettmoor Lake Ranch an? Meinst du es ist dann noch Zeit für einen Ausritt?" Catalina überlegt kurz und antwortet dann: "Ich denke wir werden im Nachmittag ankommen, aber nach der langen Reise sollten die Pferde besser erstmal etwas Ruhe haben, zum Ausreiten haben wir die Tage danach dann sicherlich noch genügend Zeit.

  • Am Abreisetag wurden dann in aller Herrgotsfrühe die Pferde verladen, anschließen holte Catalina die Babytrage in der Daniel lag und sicherte diese im Auto, nur Lucie fehlte noch. Sie ging zurück zum Haus und rief nach ihrer Tochter. Kurz darauf kam diese gähnend die Treppe herunter und murmelte: Ich musste noch mein Headset fürs Handy suchen, sonst kann ich auf der Fahrt kene Musik hören." Catalina verdrehte die Augen und dachte "Immer diese Kinder mit ihren Handys" an Lucie gewandt meinte sie: "Du solltest doch deine Sachen gestern alle fertig packen bevor du dich mit deinen Freunden in der Stadt triffst." Lucie winkt ab und geht auf die haustür zu, "hab ich auch, aber das Handy und das Headset hab ich ja gestern noch bei mir gehabt, bin ja nun fertig."
    Sie gehen zum Auto und fahren endlich los.


    Catalina fuhr ihr Gespann vorsichtig mit ca 60 Meilen auf der M25. Obwohl sie jetzt schon eine Weile auf der anderen Seite gefahren ist seit sie in Dover die Fähre verlassen haben, war sie noch immer ein wenig nervös. Immer wieder warf sie kurze, prüfende Blicke in ihre Rückspiegel. Langsam begann sie jedoch sich zu entspannen.


    Nach einer Weile als das Navi ihr angezeigt hat von der Autobahn auf die Landstraße A40 zu wechseln atmete sie erleichtert auf, da Elias ihr am Telefon gesagt hat, dass diese Straße dann direkt nach Cheltenham führt. Sie blickte kurz zu Lucie die den Kopf ans Seitenfenster gelehnt hatte und mit Ohrstöpseln im Ohr mit ihrem Handy spielte. Der kleine Daniel dagegen lag ruhig schlafend in seinem Kindersitz.


    Endlich kam das Ranchgebäude in Sicht, langsam fuhr Catalina ihr Gespann die Auffahrt entlang und steuerte auf den Parkplatz zu.


    Elias und Lena hörten fast gleichzeitig ein Fahrzeug auf den Hof fahren. Lena hängte noch schnell die Trense an den Harken und eilte zum Parkplatz, schliesslich erwartete sie Catalina und ihre Kinder, auf die sie sich schon sehr gefreut hat. vor allem war sie neugierig auf Daniel, was sie natürlich Mark gegenüber nicht zugab. Elias war grad in seinem Büro, ein paar Rechnungen sortieren als er durch sein Fenster den gelben Pickup sah. Lena und Elias erreichten den Parkplatz fast gleichzeitig und liefen auf den Pick Up zu. Catalina und Lucy stiegen aus ihrem auto und sie begrüssten sich herzlich. Natürlich hatten sie sich erstmal viel zu erzählen, weil sie sich lange nicht mehr gesehen hatten und keiner konnte abwarten seine Worte loszuwerden.
    Lucy fand die Unterhaltung der Erwachsenen nach einer Weile einfach nur langweilig und ging schonmal zum Hänger.



    Merida sah den Pick Up von ihrem Fenster aus ankommen, rory hatte gesagt, die Leute, die da zu bBesuch kommen würden, hätten auch eine Tochter in ihrem Alter. Langsam ging sie auf den Parkplatz zu, sie sah den Ranchboss mit Lena am Pick Up stehen und mit einer rothaarigen Frau sprechen. Auf der Radabdeckung vom Hänger sass ein rothaariges Mädchen. sie hoffte das Mädchen würde nett sein und das man mit ihr zusammen etwas Spass haben könnte auf dieser Ranch, da sie hier doch der einzige Teenager auf der Ranch war. Neugierig ging sie auf das Mädchen zu " Hi ich bin Merida" begrüsste sie das fremde Mädchen "Und wer bist du?" Das andere Mädchen stellte sich als Lucie vor. "Sind das eure Pferde?" fragte Merida "Darf ich sie streicheln?" "Ja das sind unsere" antwortete Lucie "ich reit die Schimmelstute Beverly und meine Mutter die Tinkeerstute Sally. Kannst Sally ruhig streicheln" Merida fand Lucie auf anhieb sympathisch und unterhielt sich noch mit ihr eine ganze Weile.



    Während Lucie und Merida sich unterhielten fingen die erwachsenen schonmal an die Pferde zu entladen. Elias half Catalina die Hängerklappe zu öffnen. Catalina forderte Lucie auf beim Ausladen zu helfen.




    Lucie stand auf, ging in den Hänger und löste Sallys Strick vom Anbindering. Der Einfachheithalber und weil Sally ja sehr brav und gut erzogen ist, legte sie der Stute den Strick einfach über den Hals und ließ sie allein rückwärts treten.




    Nachdem Catalina ihre Stute vonvon der Rampe geführt und umgedreht hatte, band Lucie Beverly los und fürte die Schimmelstute ebenfalls aus dem Hänger.



    Nachdem die Pferde versorgt waren und Catalina , Lucy und Daniel ihre Sachen in ihrem Gästezimmer verstaut haben, machten sie noch einen Spaziergang mit Mark in die nährere Umgebung.




    Später gab es dann noch reichlich Abendbrot und Lucy zeigte Merida eins ihrer Modellpferde. Beim abendessen lernten sie auch Elias neue Freundin Clara kennen und Lena durfte den kleinen Daniel halten.sie war froh das Mark anderweitig beschäftigt


  • Zwei Tage später wurden die Pferde schon wieder verladen. Die Leute von der Rettmohr Ranch verluden Bessie spots, die als Ersatz für Miss Moneypenny mitkam, Lena's Lieblingspferd Dragon's Kiss und Simply Dun, der als Pony für Merida mitkommen sollte.


    Nachdem sich Lucy und Merida so gut miteinander verstanden und Merida den Erwachsenen die ganze Zeit über in den Ohren lag, ob sie nicht mit nach Schottland kommen durfte, schliesslich war das ja sowas wie ihre Heimat, beschlossen sie das Rory und Merida mitkommen durften. Rory legte zwar keinen wert drauf auf Reitausflügen mitzukommen aber Merida hatte offensichtlich in der Vergangenheit schon etwas Reitunterricht genossen und wollte natürlich mitkommen. Simply Dun war ein sehr zuverlässiges, scheufreies Pony, welches im zweifelsfall einem anderen Pferde infach hinterherlief.


    Die Fahrt nach Schottland war sehr lang , die Strassen waren nciht immer optimal und mit Pferdeanhängern kam man auch nicht so schnell vorwärts. Ausserdem machten sie noch hinter Glasgow einen Zwischenstopp mit Übernachtung. Aber endlich erreichten sie ihr Feriendomizil. Die Pferde wurden in nem nahegelegenen reitstall untergebracht, während sie selber einen grossen Bungalow in Roybridge bezogen. Leider durften sie dort keine Hunde mitbringen, welshalb Clara ihren Hund Marie anvertraut hat.


    Da die Pferde sihc erstmal an die neue Umgebung gewöhnung gewöhnen und sich von der langer Fahrt erholen sollten, entschieden sie erstmal etwas ohne Pferde zu unternehmen. Der Bungalow-Vermieter hatte ihnen einen kurzen Walk empfohlen , der am Commando Memorial kurz hinter Spean Bridge in Richtung Inverness losgehen sollte. Dieser Walk wurde von einer Gruppe im traditionellen Highland-Dress angeführt, unter anderem war dort ein Dudelsackspieler. Es wurden fleissig Fotos gemacht, allerdings nicht von sich gegenseitig.



  • Am folgen Tag planten sie einen kurzen Ausritt in die Umgebung. Beim Aufsteigen merkte Lena, dass Merida keinen Helm aufhatte und fragte sie, wo ihrer denn sei, sie hatte ihr doch extra einen in die Hand gedrückt und gesagt, sie solle ihn sofort einpacken. " Das hab ich auch gemacht" sagte Merida " dann musste cfih allerdings den Koffer nochmal umsortieren, weil ich ihn nicht zubekommen habe und dann hab ich den Helm kurz auf mein Bett gelegt und jetzt ist er nicht in meinem Koffer" "Mmmh Dann kannst du nciht auf alle Reitausflüge mitkommen" sagte Lena, die sich nciht sicher war ob Merida den Helm absichtlich nciht eingepackt hatte oder ob es tatsächlich ein Versehen war. Immerhin hatten sie sie ja auch etwas beim Einpacken gedrängelt. sie ganr nicht mitreiten zu lassen fand Lena etwas sehr hart und in der näheren Umgebung sah das Gelände nicht allzu schwierig aus.




  • Am nächsten Tag machten sie dann schon einen etwas längeren Ritt zum Cow Hill. Merida durfte nciht mit, da sie keinen Helm hatte und das Gelände etwas schwieriger sein würde. Rory und Jochen fuhren mit ihr nach Fort William zum Shoppen u.s.w. statt dessen.
    Diesmal kamen Elias und Clara mit auf den Ritt, Clara ritt Bessie, da sie die Stute eventuell als neues Schulpferd nehmen wollte und auch weil sie Lena nciht wieder verärgern wollte. Der weg führte sie durch einen Bach in dem sich die Pferde die Beine kühlen konnten




    Und natürlich über Bergwege von denen sie die Aussicht über die Highlands unter anderem den Berg Ben Nevis geniessen konnten. Unterwegs kamen sie an einer Herde Higland Kühe vorbei die jedoch hinter einem Zaun waren.




    Zwischendurch machten sie an einem Flusslauf eine pause um die Pferde ein wenig trinken zu lassen. An dieser Stelle sah Lucie einen Wasserfall und ging neugierig näher und kletterte ein Stückchen die Felsen hinauf.




    Lena hatte keine Lust mit Rory und Jochen nach Fort Williams zu fahren. Sie entschloss sich auf eigene Faust zum Cow Hill zu fahren und den Berg zu Fuss hochzulaufen. sie hätte Simply Dun reiten können, aber sie wollte lieber wandern und etwas für sich sein, etwas was auf der Ranch nur selten der Fall war.


    Sie machte eine Menge Fotos von der Landschaft und von Highland Kühen, die sie auf ihrer Wanderschaft sah. Eine Kuh stand sogar auf ihrer Seite des Zaunes, am Liebsten hätte sie sie gestreichelt, aber sie wusste ja nicht wie diese Kuh reagieren würde. Dafür machte sie umso mehr Fotos von ihr.






    Als sie weiterging hörte sie das markante Spiel eines Dudelsacks. Neugierig folgte sie der Musik und vor einem Wasserfall sah sie einen Spieler in Highland dress, also Kilt, der auf seinem dudelsack spielte. Sie setzte sich auf einen Stein um der Musik zuzuhören.




    Der Dudelsackspieler hörte nach ein paar Melodien auf und kam auf sie zu. Er fragte sie ob ihr seine Musik gefallen würde. Lena antwortete, daß sie sehr begeistert von seiner Musik war, worauf er meinte, daß er noch lange nicht der beste Spieler war. Er erzählte ihr, daß er für die Highland Games in Oban üben würde. "Ich bin mir sicher , daß du da sehr gut abschneiden wirst" "Mal sehen, die Konkurrenz ist sehr gut, die kommen aus aller Welt dahin"antwortete der Piper. "Wir hatten vor dorthin zu fahren" sagte Lena "Ich würde mich freuen, dich dort spieln zu hören, wie heisst du eigentlich ?" "Callum McDonald" antwortete Callum "Und wie ist dein Name, schöne Lass?" "Lena" stellte sie sich vor . Lena und Callum redeten noch eine ganze Weile miteinander, sie verabredeten sich für Oban und tauschten Telefonnummern aus.


  • Am darauf folgenden Tag fuhren sie nach Inverness, einen Stadtbummel zu machen und sich etwas die Umgebung anzusehen. In einem der Geschäfte bekamen sie den Tipp, dass sie eventuell Delphine in der Nähe der grossen Brücke sehen konnten. Lena und Catalina beschlossen einen spaziergang dorthin zu unternehmen, sie konnten endlich mal ungestört Weibergespräche führen, ohne daß irgnedwer blöde Kommentare abgab. Delphine haben sie leider nciht zu Gesicht bekommen



    Auf der Rückfahrt, hielten sie noch bei ner Replika von Urquhardt Castle an, Jochen, der sich für alte Schlösser begeistern konnte, Lena, Catalina, Lucie und Merida sahen sich die Burg gemeinsam an.





    Während die anderen noch ein Stückchen um die Burg herumgegangen sind und sich die Burg noch von aussen angesehen haben, ist Catalina mit Daniel schon mal zurück zum Auto gegangen, da Daniel mal eine neue Windel brauchte. Während sie dann auf die anderen wartet ging sie noch zu einem Souveniergeschäft welches direkt an dem Parkplatz auf der anderen Straßenseite war.



    Auf der weiteren Rückfahrt zum Ferienhaus machten sie noch Pause am Loch Lochy, weil es an dieser Stelle einen schönen Parkplatz gab, von dem aus man gut an's Wasser herangehen konnte.







  • Der nächste Tag war dann schon der Tag an dem die Highland Games stattfinden würden. Lena konnte es kaum erwarten Callum wieder zu treffen, versuchte sihc aber nichts anmerken zu lassen, Jochen würde nur blöde Sprüche bringen. Sie machten mal wieder viele Bilder von den Games, Lena fotografierte besondersd gern die Dudelsackspieler (und natürlich besonders gerne Callum, aber dessen Fotos will sie nicht teilen ;)), die anderen interessierten sich mehr für die Heavy Dizplinen wie Baumstämme werfen.





  • Am letzten Tag ritten Elias, Clara und Catalina zum Glen Spean. Merida und Lucie blieben zuhause, Merida hätte eh nciht mitgedurft und Lucie meinte sie wollte nciht mit den Erwachsenen alleine ausreiten





    Nachdem die Erwachsenen längst weg waren, überlegten Merida und Lucie sich spontan einen kurzen ausritt in die Umgebung zu machen. Es würde ihnen schon nichts passieren, dachten sie und so sattelten sie sich ihre Pferde und ritten los.



    Merida ritt hinter Lucie her. Es ging bergauf, das Pony ging flotten Schrittes vorwärts um den Anschluss an Beverly nicht zu verlieren und Merdia konnte sich nicht mehr im Sattel halten. sie fiel hinten runter und landete mit dem Hinterkopf unglücklich auf einer Baumwurzel und verlor das Bewusstsein.



    Simply Dun trottete weiter hinter Beverly her als wär nichts gewesen.



    Lucie wunderte sich, warum es auf einmal so ruhig war und ausser dem gelegentlichen Ästeknacken unter den Pferdehufen nichts zu hören ist. Denn zuvor hatte Merida fast ununterbrochen geredet. Sie drehte sich um und starrte voller Entsetzen das reiterlose Pony neben ihr an. Sie beugte sich vor und griff nach Simply Duns Zügeln um den Weg zurückzureiten und nach Merida zu suchen, sie malte sich schon dass Schlimmste aus.




    Kurz darauf sieht sie Merida einige Meter weiter am Boden liegen. Sie sprang rasch vom Pferd und lief zu Merida um zu sehen was mit ihr isst. Lucie kniete sich neben ihre neue Freundin und beugte sich über sie. Sie überprüfte Puls und Atmung, sprach Merida an und stellte fest, dass sie nicht bei Bewusstsein war aber noch lebte und offensichtlich atmete.



    Sie schwang sich in Beverlys Sattel und galoppierte los um Hilfe zu holen, Simply Dun ließ sie zurück um schneller voranzukommen.




    Die Erwachsenen waren inzwischen von ihrem Ausritt zurück und während Clara, Elias und Jochen sich schon um das Abendbrot kümmern füttern Lena und Catalina noch die Pferde.



    Endlich sah Lucie die Stallanlagen vor sich auftauchen. Beim Näherkommen sah sie ihre Mutter und Lena mit Dragons Kiss und Sally vor dem Stall stehen und lenkt Beverly auf die beiden zu. Noch ein wenig ausser Atem berichtet sie was passiert ist und dass Merida bewusstlos ist und Hilfe braucht.





    Lena war sauer, warum konnte das Mädchen nicht hören und warum hat Rory nicht besser aufpassen können, was seine Tochter trieb. Sie lies sich von Lucy die Stelle beschrieben und wählte als erstes den Notruf und dann Rories Handy. Lena und Catalina stiegen auf ihre Pferde und folgten Lucie zu der Unfallstelle. Dank GPS-Ortung konnten die Rettungskrägte Lena'S Handy orten und so schnell zum Unfallort gelangen. Der Hubschrauber landete auf ner nahegelegenen Lichtung und die Sanitäter ranten mit ner trage zu dem Ort wo Merida lag. die Sanitäter untersuchten Merida kurz und trugen sie dann so schnell sie konnten auf deer Trage zum Hubschrauber. Lena sammelte Simply Dun ein , der friedlich Blaubeergestrüpp frass und die drei ritten zurück zu den Ställen. Rory, Lena, Lucie und Catalina fuhren zum Krankenhaus. sie mussten dort eine gefühlte halbe Ewigkeit warten, bis sie endlich mit jemadnen sprechen konnten, der ihnen auskunft erteilte. Der Arzt meinte sie , daß Merida lediglich am Kopf verletzt war und sie vermutlich bald wieder bei Bewusstsein sein würde. Er würde sie allerdings noch ein paar Tage im Krankenhaus beobachten wollen um sicherzugehen, daß keine hirnschädigungen zurückbleiben würden. Rory entschied solange in Fort Williams zu bleuiben bis Merida wieder gesund war und mit ihm zurück nach Cheltenham reisen konnte.


    Auf der Rückfahrt zum Ferienhaus hielt Catalina ihrer Tochter eine Standpauke darüber, wie die beiden überhaupt auf die Idee kommen konnten alleine und noch dazu ohne irgendwem Bescheid zu sagen und dann noch ohne Helm auszureiten. Lucie erwiederte " Wenn ich neinen Helm aufgehabt hätte, hätte das Merida auch nicht geholfen" Ärgerlich meint Catalina " Dir hätte aber genauso etwas passieren können und du weisst genau, dass du nicht ohne Helm reiten sollst, ich dachte ich könnte mich langsam auf dich verlassen, aber anscheinend habe ich mich getäuscht und muss dich in Zukunft wieder genau kontrollieren." Daraufhin drehte Lucie sich weg und blickt aus dem Fenster, denn sie weiß, dass ihre Mutter Recht hat mag dies aber nicht zugeben, sie schämte sich ein wenig, nicht wegen Catalinas Worte, sondern wegen der Enttäuschung die sie in den Augen ihrer Mutter gesehen hatte. Der Rest der Fahrt verlief sehr schweigsam.

  • Als das Auto schließlich vor dem Ferienhaus hielt, stieg Lucie gleich aus und ging in Richtung Stall. Catalina bemerkte dies und meinte: „Was hast du vor Lucie? Gehst du bitte deinen Koffer packen, wir fahren morgen in aller Frühe.“ Lucie drehte sich um und erwiederte ärgerlich: „Ist ja gut, ich geh ja gleich, Koffer packen dauert doch nicht so lange, will bloß mal kurz zu den Pferden gehen, ich reit schon nicht weg oder so…“Damit drehte sie sich wieder um und verschwand im Stall. Catalina wollte ihr nach, doch Elias hielt sie zurück, „Lass sie, ich glaube sie muss einfach einen Moment allein sein.“ Catalina nickte, „Du hast wahrscheinlich Recht und nach unserem Streit eben bin ich wahrscheinlich die Letzte mit der sie im Moment reden will.“ Und so gingen die Erwachsenen ins Haus und begannen mit Kofferpacken und Sauber machen.
    Lucie ging in den Stall zu Beverlys Box, auf dem Weg nahm sie noch eine Handvoll Möhren aus dem Sack und stieß die Boxentür auf. Da sie innerlich immer noch ärgerlich ist, mit mehr Schwung als nötig, sodass die Schimmelstute erschrocken den Kopf hochnimmt. Lucie geht zu der Stute und beruhigt diese entschuldigend murmelnd und gibt ihr eine Möhre. Sie klagt der Stute ihr Leid und motzt ein wenig über die Ungerechtigkeit, „Warum muss Mum immer so ein Theater wegen dem blöden Helm machen, fast alle meine Freundinnen reiten ohne und keine muss sich so ein Theater anhören und die kann mich doch auch nicht mit Merida vergleichen, ich reit doch schon viel länger und bisher ist es bei Merida ohne Helm ja auch gutgegangen, das heute war eben Pech, sie behandelt mich wie´n kleines Kind.“ Sie gab Beverly noch zwei Möhren und fuhr mit den Fingern durch die Mähne der Stute. Gedankenverloren blickte sie sich um und ihr Blick blieb am Fenster hängen. In der Abenddämmerung sah man gerade noch die Umrisse der Berge und einiger Bäume. Traurig dachte sie, „Schade, dass wir morgen schon wieder weg müssen, es ist so schön hier.“
    Schließlich ging sie ins Haus, da sie noch ihren Koffer packen musste. In ihrem und Meridas Zimmer legt sie ihren Koffer aufs Bett und schmiss einfach alle ihre Sachen hinein bis auf die Sachen die sie morgen anziehen würde, klappte den Deckel zu, doch der Reissverschluß wollte sich nicht schließen lassen und so öffnete sie den Koffer nochmal, drückte und stopfte ihre Sachen nochmal im Koffer zurecht und schloss den Koffer wieder, diesmal ließ dieser sich auch verschließen. Als sie den Koffer gerade auf den Boden neben ihr Bett stellte, hörte sie es klopfen und nachdem sie „Herein“ gesagt hatte, öffnete sich die Tür und Catalina kam herein und fragte: „Können wir reden?“ Lucie nickte und die beiden setzten sich aufs Bett, „Was willst du? Mir wieder Vorhaltungen machen wie dumm ich bin?“ Catalina schüttelte den Kopf, „Nein, ich wollte dir sagen, dass es mir Leid tut, dass ich dich vorhin so angefahren habe, aber ich mache mir einfach Sorgen und habe Angst dass dir oder auch Daniel etwas zustösst, vor allem seit Tims Unfall und das du „dumm“ bist habe ich nie gesagt, das würde mir nie einfallen, denn das bist du wirklich nicht, nur manchmal ein wenig leichtsinnig und das macht mir Sorgen, denn du und Daniel, seid das Allerwichtigste für mich. Ich hoffe du kannst mir verzeihen.“ Lucie merkt, wie ihre Augen feucht werden, lie legt ihre Arme um ihre Mutter und meint, „Nein Mum, mir tut es Leid, dass du dir wegen mir immer Sorgen machen musst und das nur wegen Stolz und Eitelkeit, aus welchem Grund sollte man sonst ohne Helm reiten und man sollte auch nie etwas tun oder auch nicht tun, nur weil alle es halt so machen!“


    Am nächsten Morgen werden nach einem schnellen Frühstück noch die letzten Sachen eingepackt und in die Autos geladen, sowie die Pferde verladen, langsam setzt sich der Konvoi in Bewegung. Am Verwaltungsgebäude halten sie noch einmal an um den Schlüssel abzugeben und sich von dem Vermieter zu verabschieden, ehe es dann losgeht. Erstmal geht es noch eine ganze Weile durch die beeindruckende Bergwelt der Highlands und wer sich nicht aufs Fahren konzentrieren muss schaut aus dem Fenster um noch letzte Blicke auf die wunderbare Landschaft zu werfen. Lena muss an Callum denken, ein wenig vermisst sie ihn ja schon, aber sie hat ja seine Telefonnummer und auch auf Facebook haben sie schon Kontakt geknüpft.
    Lucie blickt aus dem Fenster, doch so schön die Landschaft der Highlands ist, irgendwann wird es ihr doch zu langweilig aus dem Fenster zu schauen und so holt sie ´Silber´ den neuen Roman von Kerstin Gier aus ihrer Tasche und beginnt zu lesen. Sie ist gespannt auf die Geschichte, denn sie hat bereits die „Edelsteintrilogie“ mit Begeisterung verschlungen.
    Irgendwann um die frühe Mittagszeit lenkt Catalina ihr Gespann hinter Elias Auto auf einen Rastplatz. Lucie blickt von ihrem Buch hoch, „Sind wir schon da?“ Lächelnd schüttelt Catalina den Kopf. „Nein, wir sind auf einem Rasthof, irgendwo hinter Glasgow, wir machen hier Mittagspause. Die Pferde brauchen auch mal Wasser, da vorne sehe ich gerade einen Trinkwasserhahn.“ Während Elias, Jochen, Clara und Lucie mit Wassereimern die Pferde in den Hängern abtränken, kümmern Catalina und Lena sich um das Picknick und packen den Lunchkorb aus. Neben Plastiktellern, Besteck und Bechern eine Thermoskanne mit Kaffee, eine mit Tee, eine Flasche Cola, eine mit Orangensaft, eine große Dose Sandwiches, eine Schüssel Nudelsalat, Joghurts, eine Packung Kleine Würstchen und Gewürzgurken. Nachdem die Pferde versorgt sind versammeln sich alle um den Tisch und fangen an zu essen.

  • Nach der Mittagspause packten sie alle zusammen zügig die Reste zusammen, schauten noch einmal nach den Pferden und dann ging es weiter. Im Auto vertiefte Lucie sich dann wieder in ihr Buch, denn da es die nächsten Stunden ohnehin nur über Autobahn gehen würde, gäbe es eh nichts Interessantes zu gucken. Später am Nachmittag erreichen sie dann endlich ihr Zwischenziel, denn da sie weder sich selbst und vor allem den Pferden, keine 10 Stunden auf dem Hänger zumuten wollen, machen sie einen Zwischenstopp auf einem Reiterhof in der Gegend nördlich von Liverpool. Schon als der Konvoi langsam auf das Gelände des Hofes fährt versammeln sich einige Neugierige Schaulustige um zu sehen wer da wohl kommt. Elias, Clara und Catalina steigen aus und gehen auf das Hauptgebäude zu wo sich das Büro befindet. Elias will gerade anklopfen als sich die Tür öffnet und ein vielleicht vierzigjähriger Mann in mit braunen Haaren die ihm verwegen ins Gesicht fallen herauskommt. Von seiner Frisur abgesehen ist er sehr akurat gekleidet mit perfekt sitzender Reithose, blankpolierten Stiefeln, passendem Hemd und perfekt sitzendem Tweedjackett. Er musterte die Neuankömmlinge, wobei Catalina einen Moment den Eindruck hatt, dass sein Blick auf ihr ein wenig länger ruhte als auf den anderen, meinte dann sich dass nur eingebildet zu haben. Er fragte: „ Was kann ich für sie tun?“ Elias stellte sich und die Beiden anderen vor und fragte nach dem Reitstallbesitzer Mr Willoughby mit dem er das Quartier abgesprochen hat. Der Mann reichte nacheinander allen drei die Hand und stellte sich als Mr. John Willoughby vor.“ Ich werde sofort zwei meiner Stallburschen anweisen Ihre Pferde zu versorgen und in die vorbereiteten Boxen zu bringen, dann zeige ich Ihnen gleich Ihre Unterkünfte und unser kleines Restaurant wo sie heute zu Abend essen können. Doch Elias meinte, dass es Ihm und den anderen lieber wäre die Pferde selbst zu versorgen. Mr Willougby zuckte mit den Schultern und erwiederte: „Also gut, wie sie wünschen dann kommen sie mal mit“ er blickte sich kurz um und winkte einer jungen Pferdepflegerin zu, „Jess, würdest du unseren Gästen bitte die Boxen Nr 16-21 zeigen und evtl bei Bedarf beim Versorgen der Pferde helfen.“ Das Mädchen nickt, grüßt die Gäste und folgt Elias Catalina und Clara zu den Pferdeanhängern. Jochen und Lena haben inzwischen angefangen beim ersten Hänger die Rampe herunterzulassen. Nach und nach wurden die Pferde ausgeladen und Jess führte die Gäste dann hinüber zu dem Stall wo Fremdpferde untergebracht wurden. Als Lucie Beverly durch die Stallgasse führte, staunte sie nicht schlecht. Der Stall war ein reinster Luxusstall mit riesigen Boxen die bestimmt 5 mal 5 Meter groß sind und auf der rechten Seite hat auch noch jede Box nen Paddock während auf der anderen Seite immerhin jede Box noch über ein großes Fenster verfügte. Die zugeteilten Boxen waren dann alles Fensterboxen in denen bereits Heu lag. Lucie führte die Schimmelstute in die Box und nahm ihr das Halfter ab, worauf Beverly gleich die Nase ins Heu steckte. Nachdem die Pferde alle in den Boxen standen und zufrieden Heu kauten gingen die Zweibeiner zurück zu den Autos um ihre Koffer zu holen und in die Gästezimmer zu gehen. Am Auto wendete sich Catalina an ihre Tochter und fragte: „Würdest du Daniel nehmen? dann nehm ich unsere Koffer,“ Lucie ist einverstanden und nimmt ihren Bruder auf den Arm. Da sie noch keine Zimmerschlüssel erhalten hatten gingen sie nun erst einmal wieder zum Büro, doch kurz bevor sie das Hauptgebäude erreichten kam ihnen Mr. Willoughby schon entgegen und meinte: „Ich sah sie aus meinem Büro an den Autos, da dachte ich mir ich komme Ihnen schonmal entgegen, folgen Sie mir bitte, ich zeige Ihnen dann die Zimmer, sie sind alle im ersten Stock, ein 4er und ein 2er, liegen bei einander, das eine bloß schräg gegenüber.“ Sein Blick fällt auf Catalina und er meint: Kommen Sie, ich nehme Ihnen einen Koffer ab, das ist doch viel zu schwer für Sie.“ Ein wenig verlegen will Catalina erst abwehren, doch ist sich dann nicht sicher ob das nicht vielleicht unhöflich wäre und so reicht sie ihm einen der beiden Koffer. Als er den Koffer entgegen nahm, blickte er sie einen Moment lächelnd mit seinen braunen Augen direkt an und Catalina überlegte ob sie sich seinen Blick vorhin doch nicht eingebildet hatte. Kurz darauf standen sie in den Zimmern in denen sie heute übernachten würden, da das 2er Zimmer ein Doppelbett hatte, beschlossen sie das Elias und Clara das Doppelbett nehmen würden, während die anderen dann die Etagenbetten im 4er Zimmer nehmen würden. Nachdem Mr. Willoughby wieder gegangen war meinte Lena leise zu Catalina: „Da scheint ja einer auf dich zu stehen, so wie unser Gastgeber die angesehen hat.“ Doch Catalina erwiederte: „Ach, das glaub ich nicht, naja nicht wirklich, er kennt mich doch gar nicht und morgen sind wir schon wieder weg, wahrscheinlich werden wir uns eh nie wieder begegnen…“ Doch Lena meinte: „Das könnte ein Grund, aber kein Hindernis sein und die Blicke waren nicht zu übersehen.“ Catalina merkt wie sie vor Verlegenheit ein wenig rot wird, „Habt ihr dass alle bemerkt, ich dachte erst ich bildete es mir ein als er uns am Anfang begrüßt hat.“ Augenzwinkernd erwiederte Lena: „Naja, den Männern vielleicht nicht, aber uns Frauen bestimmt.“ Um das Thema zu wechseln fragte Catalina in die Runde wie viel Zeit noch bis zum Abendbrot sei. Jochen blickte auf seine Armbanduhr und meinte es wäre viertel nach fünf, also noch etwa eine dreiviertelstunde bis zum Abendessen. Catalina beschließt noch ein wenig nach draussen zu gehen und sich die Umgebung ein wenig anzusehen, da von den anderen niemand mitwollte, kramte sie ihr Handy aus dem vorderen Fach ihres Koffers um das Abendbrot nicht zu verpassen.
    Draussen blickte sie sich ein wenig auf dem Hof um der wohl mal ein Gutshof gewesen ist, das Hauptgebäude ist recht groß und elegant, wenn auch nicht so schick und vornehm wie viele Herrenhäuser weiter unten im Süden, sondern viel schlichter. Langsam ging sie hinüber zu den Stallungen, sie blieb an Sallys Box stehen und schmuste ein wenig mit ihrer Stute die gleich neugierig den Kopf über die halbhohe Tür schob, in der Hoffnung etwas abstauben zu können. Catalina tastete in ihrer Tasche nach einem Leckerli, meistens fand sich in ihren Taschen immer irgendwas, doch diesmal hatte sie nicht ihre Stalljacke an und so strich sie der Stute noch einmal liebevoll über die Nüstern und meinte: „Ich muss dich leider enttäuschen, ich habe leider die falsche Jacke an.“ Nach einer Weile ging sie weiter, draussen blickte sie sich kurz um und ging dann hinüber zur Reithalle, neugierig ob da wohl was los ist. Sie betrat die Tribüne und schaute in die Halle wo gerade ein Mädchen etwa in Lucies Alter, vielleicht auch ein wenig älter, Springunterricht bei Mr. Willoughby hatte. Als er Catalina nach einer Weile bemerkte kam er zu ihr an die Bande und fragte: „Interessieren Sie sich für das Springreiten?“ Catalina zuckt mit den Schultern, „Naja, ein wenig, ich selbst bin allerdings eher Freizeitreiter, meine Tochter ist diejenige in unserer Familie die sich fürs Springen und die Dressur und Turniere begeistert.“ Nach einer Weile in der Mr. Willoughby sich wieder seiner Reitschülerin zuwendete blickt er Catalina wieder an und fragt: „Wie kommt es dass eine schöne Frau wie Sie, alleine mit zwei Kindern unterwegs ist, von den Herren mit denen sie reisen ist doch keiner Ihr Mann, oder, ich mein, kein Mann würde doch seine Frau zwei schwere Koffer schleppen lassen während er nur einen trägt.“ Catalina musste lächeln und erwiederte: „Das haben Sie gut beobachtet,“ dann verdüsterte sich ihr Blick und sie fuhr fort, „ich bin Witwe, mein Mann ist vor einem halben Jahr bei einem Unfall ums Leben gekommen.“ Sanft legte er seine Hand auf Catalinas Hand und erwiederte mit ehrlicher Bestürzung, „Das tut mir Leid, ich mein, ich hatte zwar ein wenig gehofft dass sie alleinstehend sind, aber natürlich nicht unter solchen Umständen.“ Catalina merkte, ein wenig irritiert, dass ihr die Berührung nicht ganz unangenehm war. Sie erwiederte, „Eigentlich komme ich ja inzwischen ganz gut mit der Situation zurecht, aber hin und wieder fehlt er mir natürlich schon noch, aber ich habe eine Menge Leute die mich die letzten Monate und jetzt natürlich immer noch, unterstützt haben.“ Mr Willoughby wendet sich wieder seiner Reitschülerin zu, erklärt ihr ein paar Dinge und sagt ihr woran sie bis zur nächsten Stunde arbeiten soll und schickt sie dann ihr Pferd abreiten. Anschließend kommt er wieder zu Catalina an die Bande und meint: „Ich möchte sie fragen ob sie Lust hätten heute Abend mit mir ins Dorf zu fahren, da gibt es einen netten Irish Pub, wo man gut sitzen kann und wo ich schon dabei bin, nennen sie mich doch John.“ Catalina nennt ihm ihren Vornamen und erwiedert. Lust hätte ich ja schon, aber halten Sie, hältst du das für eine gute Idee, ich muss morgen auch wieder früh aufstehen, da wir zeitig losfahren wollen. Er umgarnte sie noch eine Weile und schließlich gab sie nach. Ihr gefiel seine Gentleman-Art und er sah auch noch ganz gut aus mit seinen tief-braunen Augen und den Haarsträhnen die ihm ins Gesicht fielen.
    Mit einem Blick auf die Uhr stellte Catalina fest, dass es schon seit 10 Minuten Abendessen gibt und die anderen sich sicher schon fragen wo sie bleibt und so meinte verabschiedete sie sich von John und die beiden verabredeten sich um halb acht vor dem Hauptgebäude. John stand noch eine Weile so da und blickte ihr hinterher, sie war ihm vorhin sofort aufgefallen und er mochte ihre ruhige Art, vielleicht auch weil sie dadurch so ganz anders war als Kelly, die ihn schließlich wegen eines anderen verlassen hatte. Damals hatte er in seiner Verliebtheit nicht bemerkt, oder nicht bemerken wollen, dass sie und ihn ausser dem Interesse für Pferde eigentlich nichts verband, sie ritt zwar gerne, aber ansonsten interessierte sie in erster Linie das Nacht- und Partyleben, während John mehr der ruhige Typ war der zwar auch gerne ausging, aber an erster Stelle stand die Arbeit auf dem Hof und egal wie lange man abends unterwegs war, morgens ging es früh raus, weil die Pferde gefüttert und die Ställe ausgemistet werden mussten. Bei Catalina hatte er den Eindruck, dass sie da mehr wie er gestrickt wäre und einen Moment lang ertappte er sich bei dem Gedanken an ein gemeinsames Leben mit ihr.
    Inzwischen hat sich Catalina im Speisesaal zu den anderen an den Tisch gesetzt. Während die Erwachsenen nur kurz grüßten fragte Lucie gleich neugierig wo sie so lange gewesen ist. Catalina beschloß erstmal nichts von ihrer Verabredung am Abend zu sagen und so antwortete sie bloß: „Ich bin ein wenig durch die Ställe gegangen, war nochmal bei Sally und habe ein wenig in der Halle zugesehen, unser Gastgeber Mr. Willoughby hatte da gerde ne Springstunde gegeben und da hatte ich mich noch einen Moment mit ihm unterhalten.“ Darauf nickte Lucie bloß gelangweilt und erwiederte: „Typisch Erwachsene, müssen sich immer noch so lange festklönen.“ Grinsend knufft Catalina ihrer Tochter leicht in die Seite und kontert: „Das musst du gerad sagen, du und deine Freundinnen könnt das am Telefon aber auch ganz gut.“
    Als nach dem Essen alle aufstehen hielt Catalina Lena zurück, „Warte, ich muss mal kurz mit dir reden,“ Lena blickte sie fragend an und setzte sich wieder. Catalina wartete noch einen Moment bis die anderen gegangen waren und fing dann an, „Mit dem was du über John gesagt hast, ich glaub da hattest du Recht…“ Lena zieht neugierig die Augenbrauen hoch „John?!, ihr seid schon beim Du? Was hab ich verpasst?“ Catalina antwortete: „Naja soviel eigentlich nicht, er hat es mir vorhin angeboten als wir uns in der Halle unterhalten haben, aber da ist nochwas, er hat mich heute Abend eingeladen, in einen Pub hier in der Nähe, da spielt heute Abend ne Liveband und auch sonst soll der wohl ganz nett sein, naja, erst war ich mir unsicher, aber schließlich hab ich dann ja gesagt…“ „Und?“ fragte Lena. Catalina sprach weiter: „Naja, ich bin mir nicht sicher ob es richtig war, ich mein ich bin doch morgen wieder weg, wer weiß wann oder ob wir uns wiedersehen.“ Doch Lena winkte ab und meinte nur, „Es ist doch nur ein Abend, wer weiß, vielleicht passiert ja auch gar nichts und ihr unterhaltet euch nur nett, amüsiert euch bei schöner Livemusik und habt nen schönen Abend.“ Catalina nickt, „Du hast Recht, ich mache mir zu viele Gedanken, ich geh mich dann jetzt umziehen und duschen. Danke für deinen Rat.“

  • Als Catalina gegen halb acht auf den Hof hinaustrat kam John ihr schon lächelnd entgegen und sie staunte nicht schlecht als sie das eingespannte Pferd vor dem leichten Einspänner sah, welches er am Zügel führte. Er hielt das Pferd an und reichte ihr die Hand, „Darf ich Ihnen beim Einsteigen behilflich sein, mylady“ Lächelnd reichte sie ihm die Hand und kletterte in die Kutsche. Als sie sich auf ihrem Platz zurechtgesetzt hatte meinte sie: „Ich dachte wir wollten zu nem Pub und würden mit dem Auto fahren.“ John nickte, „Das tun wir auch , also zum Pub, aber was ich dir noch nicht gesagt habe, dass es sich um einen sehr traditionellen Pub handelt, in dem Gebäude waren schon seit Generationen Gaststätten bzw Pubs untergebracht und es gibt bis heute noch die angebauten, alten Stallungen wo man früher seine Gespanne und Pferde untergebracht hat, es sind zwar Anbindeställe, aber die Pferde stehen da ja auch nur kurzzeitig drin.“
    Während der etwa 25 minütigen Fahrt, größtenteils vorbei an Feldern und Wiesen, da John nicht an der Straße fahren wollte, unterhielten die beiden sich über dies und das, Catalina erzählte ein wenig von ihrer Ranch und dem Urlaub in Schottland und auch John erzählte ein wenig über sich. Zwischendurch betrachtete Catalina die Landschaft und so verging die Fahrt wie im Fluge bis John die Kutsche schließlich vor dem Pub hielt. „Die Ställe liegen auf der Rückseite, möchtest du schon reingehen und dort warten oder mitkommen wenn ich eben das Pferd versorge?“ fragte er sie. Catalina musste nicht lange überlegen und antwortete: „Na hör mal, auf die Ställe bin ich neugierig, ich komm mit.“ John lächelte und ließ das Pferd wieder antreten und lenkte die Kutsche in eine schmale Gasse neben dem Pub und hielt kurz darauf vor den Ställen. Er half Catalina wieder beim Aussteigen aus der Kutsche und wendete sich dann dem Pferd zu um es auszuschirren. Wie selbstverständlich tat Catalina es ihm gleich, doch er hielt sie zurück, „Du kannst doch nicht in deinem schönen Kleid ans Pferd ran, ich mach das schon.“ Kurz darauf war das Pferd ausgeschirrt und stand angebunden in einem der Stallabteile und kaute Heu, John reichte Catalina seinen Arm und gemeinsam gingen sie um das Gebäude herum in den Pub. Es waren schon einige Leute da, ohne jedoch total überfüllt zu sein. Viele Sitzplätze waren schon belegt und einige Leute standen auch an der Bar mit ihrem Drink. Weiter hinten entdeckte Catalina die Bühne wo die Musiker schon dabei waren sich einzuspielen oder teilweise noch die Gitarren zu stimmen. Catalina tippte John an der Schulter an und meinte: „Lass uns unsere Getränke holen und dann sehen, dass wir möglichst nah an die Bühne kommen.“ John war ein verstanden und so steuerten sie die Bar an. Während sie warteten dass Sie drankommen wurden sie von einem leicht bullig wirkendem, aber sympathisch lachendem Mann angesprochen. „Hey, Johnny, altes Haus, lange nicht gesehen, schon gar nicht in so reizender Gesellschaft, wer ist denn die Dame da an deiner Seite?“ Er zwinkerte Catalina zu und meinte: „Ist schon ewig her dass man ihn mit ner Frau gesehen hat, wir dachten schon er kommt gar nicht über Kelly hinweg.“ Ein wenig genervt erwiederte John, „Lass Kelly aus dem Spiel, das Thema ist doch schon ewig vorbei,“ und wechselte dann das Thema indem er Catalina vorstellte und dann an Catalina gewandt meinte: „Und das ist Patrick, ein alter Kumpel von mir, wir kennen uns schon seit Kinderzeiten, der Spaßvogel vom Dienst.“ Die drei unterhielten sich noch eine Weile und gingen schließlich zu dritt in Richtung Bühne wo die Band gerade anfing zu spielen. Die Band die aus drei jungen Männern und einer Frau bestand spielte überwiegend sehr rockige Musik, aber zwischendurch auch zwei gefühlvolle Balladen. Catalina genoß den Abend mit John sehr und auch die Musik gefiel ihr, die Zeit verging wie im Fluge, gegen elf meinte sie: „Wir sollten langsam aufbrechen.“ John blickte auf die Uhr und stimmte ihr zu, „Ja du hast recht auch wenn sich der Abend von mir aus ewig hinziehen könnte, schon bei dem Gedanken daran dass du morgen schon wieder abreist, aber ich muss morgen auch früh raus.“ Und so verabschiedeten sie sich und gingen hinaus in die, inzwischen doch recht kühle Nachtluft, inzwischen ist es auch dunkel geworden und während John das Pferd wieder vor die Kutsche spannte merkte Catalina dass es ihr doch ein wenig kühl wurde, trotz des leichten Sommermantels den sie über ihrem Kleid trug. Als John ihr kurz darauf in die Kutsche half fragte er: „Ist dir kalt? Warte, ich habe eine Decke unter dem Sitz.“ Er holte eine Decke hervor und reichte ihr diese. Dankbar wickelte sie sich die Decke um die Beine und setzte sich.
    Die Rückfahrt verlief wie im Fluge und schließlich hielt John die Kutsche vor dem Haus und meinte: „So, da wären wir wieder,… ich wünschte wir könnten das wiederholen“ Catalina nickte und erwiederte: „Ja, das wäre schön und danke für die Einladung, es war echt ein schöner Abend,“ John stieg aus und reichte Catalina die Hand um ihr beim aussteigen zu helfen. Als sie kurz darauf neben ihm stand, nahm er sie kurz in die Arme und küsste sie leicht auf die Wange zum Abschied. „Ich werde dich vermissen wenn du wieder weg bist und hoffe wir bleiben in Kontakt.“ Catalina ist ein wenig durcheinander, sie fühlt sich einerseits total glücklich aber gleichzeitig auch traurig doch als er sie umarmtund küsst schmiegt sie sich ein wenig enger an ihn und erwiedert kurz darauf seinen Kuss. Doch dann wird ihr bewusst, dass sie morgen abreist und dann hunderte Kilometer zwischen ihnen liegen würden. „Ich sollte jetzt gehen, ich bin gerad ein wenig durcheinander“ John nickt, „Ja, ich sollte auch das Pferd versorgen und noch meine Kontrollrunde durch die Ställe gehen. Er fasst die Zügel und führt das Pferd in Richtung Remise um es auszuschirren. Catalina blickt ihm noch nach bis er in der Dunkelheit verschwunden ist, dann dreht sie sich um, doch anstatt ins Haus zu gehen, beschließt sie noch einmal zu Sally zu gehen, im Moment kann sie ohnehin nicht schlafen da ihre Gefühle total aufgewühlt sind. Als sie Sallys Box erreicht, sieht sie die Stute im Stroh liegen und hockt sich vorsichtig neben sie, gedankenverloren beginnt sie Sallys Ohr zu kraulen und versucht ihre Gedanken und Gefühle zu ordnen während die ganze Zeit vor ihrem inneren Auge mal Johns Bild und dann wieder Tims Bild erscheint. Und so merkt sie nicht wie sich auf der Stallgasse Schritte näheren und kurz darauf hört sie John erstaunt fragen: „Catalina? Was machst du hier? Wolltest du nicht schlafen gehen?“ Catalina blickt auf und erwiedert: „Ich hätte eh noch nicht einschlafen können und da wollte ich kurz zu Sally gehenum ein wenig nachzudenken. Meine Gefühle sind gerad ein einziges Chaos. Vor einem halbenJahr ist mein Mann bei einem Unfall ums Leben gekommen und nun stehe ich fast allein mit zwei Kindern und nem Hof voller Pferde da und ich bin dabei mich in nen Mann zu verlieben den ich vielleicht nie wiedersehe…“ John geht auf sie zu und nimmt sie in den Arm, innerlich ist er glücklich, dass sie für ihn auch so empfindet. „Wir schaffen das schon, viele Leute führen Fernbeziehungen und so weit ist es doch nicht ich kann nach Hamburg zu Besuch kommen, du bist hier jederzeit willkommen mit und ohne Kinder, wir werden uns wiedersehen!“ Catalina blickt ihn an und merkt, dass die Zuversicht die in seiner Stimme liegt ansteckend ist und ihr Mut macht. Sie legt ihre Arme um ihn und sie küssen sich noch einmal, diesmal leidenschaftlicher als vorhin.
    Am nächsten Morgen beim Frühstück raunt Lena Catalina zu: „Du bist ja ganz schön spät gestern Abend gekommen, war es schön?“ Catalina nickt strahlend und flüstert: „Wir bleiben in Kontakt und werden uns bald wiedersehen.“ Lena lächelt in sich hinein.
    Auch Lucie fällt die Veränderung ihrer Mutter auf und nimmt Catalina nach dem Frühstück auf dem Weg in den Stall beiseite, „Mum, was ist los? Wenn es etwas Ernstes oder wichtiges ist könnte es auch mich betreffen.“ Catalina lächekt und meint: „Mach dir keine Sorgen, es ist alles in Ordnung, bloß….“ Gerade sieht sie John den Stall betreten. Lucie folgt dem Blick ihrer Mutter und meint: „Ich fass es nicht, meine Mum ist verliebt und da scheint was zu laufen, ich hab gemerkt, dass du gestern Abend aus warst.“ Catalina wird ein wenig rot und antwortet: „Ich wollte dir eigentlich davon erzählen, aber nun bist du ja selbst drauf gekommen, ich hoffe du hast kein Problem damit?“ Lucie schüttelt mit dem Kopf, „Nö, aber ich sag dir gleich, umziehen wird ich nicht.“ Catalina muss grinsen, „Mach dir keine Sorgen, ein Zusammenziehen steht bisher nicht in der Debatte,… und danke dass du so verständnisvoll bist.“ Lucie grinst ihre Mutter an und erwiedert, „ Ach, reiner Eigennutz, nun hab ich was gut bei dir wenn ich mal nen Freund anschleppe.“ Mit gespielter Strenge hebt Catalina die Hand und nimmt ihre Tochter dann in den Arm. „Nun lass uns aber rasch die Pferde verladen.“
    Schnell sind die Pferde verladen und das Gepäck in den Autos verstaut, ehe Catalina in den Pick Up steigt geht sie noch einmal auf John zu und verabschiedet sich von ihm. Er nimmt sie in den Arm, ein letzter Kuss zum Abschied und dann steigt Catalina ins Auto und der Konvoi setzt sich langsam in Bewegung, Richtung Motorway und Richtung Cheltenham. John steht noch so da und blickt den Autos nach, erst als der letzte Hänger um die Biegung verschwunden ist dreht er sich um und geht ins Haus. An der Tür bleibt er stehen, zieht die Visitenkarte aus der Tasche die Catalina ihm gegeben hat und betrachtet diese liebevoll während er die Adresse liest.
    Nach mehreren Stunden Fahrt erreichen sie schließlich die Rettmohr-Lake-Ranch. Es gibt ein großes Hallo von den daheimgebliebenden, doch dann werden erst einmal die Pferde ausgeladen und auf die Koppeln gebracht. Anschließend versammeln sich alle in der Küche zu einem etwas verspäteten Lunch. Und die Heimkehrer erzählen von ihren Erlebnissen in Schottland und es werden Pläne für die nächsten Tage geschmiedet bis es zur Pferdemesse nach Newmarket geht.