Aaylo Secura proudly presents: Geschichten aus der IZ

  • Damit sie nicht zu lange am Computer sitzt, beschließt Opa, mit seiner kleinen Enkelin Stina einen Spaziergang zu machen. Es hat geschneit und ist bitterkalt. Aber Opa ist das egal.

    Stina mag das kalte Wetter. „Wo gehen wir hin, Opa?“, fragt die Kleine. Opa erwidert (der Mund ist ihm fast eingefroren): „Wir schauen uns die Pferde an, vielleicht treffen wir ja ein paar von den Hands (Cowboys).“ „Au ja! vielleicht ist Otto auch dabei!“, ruft Stina und rennt los.

    Tatsächlich geht Stinas Cousin mit den Clydesdales spazieren. Das Fohlen Aiden läuft neugierig auf das kleine Mädchen zu. Dann bietet ihr Otto an, sie könne eine kleine Runde auf Mhairi reiten. Nachdem Opa die Kleine auf den Rücken der Stute („die ist zu riesig für einen alten Herrn wie mich“) gehievt hat, geht es EINEINHALB Stunden durch die Landschaft.

    Irgendwann wird selbst dem hartgesottenen Otto zu kalt. „Für das Fohlen ist es jetzt genug, er darf sich nicht erkälten“, behauptet er, um endlich ins Warme kommen zu können. Maulend lässt sich Stina von Mhairi heben und gibt Otto seinen Hut wieder. Danach baut sie mit Opa einen Schneemann.

    Er kriegt Opas Hut auf.

  • In der Zwischenzeit hört Stinas Vater von Erika, dass ihre Arabo-Trakehnerstute Schneewittchen von der Koppel verschwunden ist. Sie vermutet Pferdediebe. Leider hat der Schnee alle Spuren zugeschneit. Trotzdem macht sich Roger, weil er Erika sehr gern hat, mit dem Traber Wallach Spotty auf den Weg.


    Als es Abend wird, ist Roger schon ziemlich zugeschneit. Hoffentlich hält die alte Armeejacke warm. „Es geht nach Hause Kumpel, das Pferd ist über alle Berge, wenn du mich fragst“, sagt er zu dem Wallach und lässt die Zügel lang. Das clevere Vollblut läuft aber nicht nach Hause! Da entdeckt Roger Hufspuren.



    „Wenn ich den Pferdedieb erwische, schieße ich ihm mit dem Bärentöter in beide Knie!“, murmelt er vor sich hin. Da sieht er Schneewittchen vor dem Wald stehen. „Spotty, du kriegst dann heute wohl die doppelte Ration!“, freut sich der Mann und flechtet aus dem Lasso ein provisorisches Halfter.

    Endlich geht es nach Hause. Die Stute scheint den Dieben entwischt zu sein und sich im Wald verlaufen zu haben. Bereitwillig folgt sie ihrem Weidekumpel Spotty, sodass das Lasso fast unnötig wäre. Roger beschließt, sich nach dieser turbulenten Suche bei Erika mit einem Irish Coffee aufzuwärmen. Die gleiche Idee hatten auch Opa und Stina (die Kleine kriegt selbstverständlich einen Kakao ohne Schuss).



    PS: Schneewittchen ist das zweite Repaint meiner Schwester

  • Am nächsten Tag hat sich die Schneemenge verdoppelt. Weil Sonntag ist, darf Otto seinen Tagesablauf eine Stunde nach hinten verschieben. Gut gelaunt sattelt er den Araberpinto Tabaluga und auf geht’s. Tapfer kämpft sich der kleine Wallach durch den tiefen Schnee.

    Otto pfeift fröhlich vor sich hin. Auch Tabaluga scheint gut gelaunt zu sein. Plötzlich spitzt das Pferd die Ohren. „Tabi, was hast du denn?“, fragt Otto. Dann hört auch er den knirschenden Schnee. Da kommt Reiter und Pferd plötzlich ein reiterloser Hengst mit komischen Ohren entgegen.

    Als er Otto sieht, macht er eine Kehrtwendung und prescht los. „Kuhdung!“, flucht Otto und nimmt mit Tabaluga durch den tiefen Schnee die Verfolgung auf. Mit einer Hand friemelt er das Lasso von seiner Schulter.

    Inzwischen rennt der Sichelohrenhengst in einem Affenzahn den mehr oder weniger geräumten Hauptweg entlang. „Dieser Teufelsgaul hat ja eine Kondition“, knurrt der junge Cowboy in sein Halstuch. Dann sieht er den Wald. Er sieht seine letzte Chance und wirft das Lasso.




    Treffer! Der wilde Schecke bäumt sich noch einmal auf und tobt eine Runde. Dann ergibt er sich seinem Schicksal und trottet brav hinter Tabaluga und Otto her. Otto lässt dem Wallach die Zügel lang und tätschelt ihm den Hals. Beide Pferde sind kaputt nach der wilden Verfolgungsjagd.
    Währenddessen hat Julia Wicapi Wacan den Auftrag, mit dem Huskyrüden Chwips spazieren zu gehen. Bis zu den Knien sinkt sie in den Schnee ein. „Na, das kann ja heiter werden. Bitte tu mir den Gefallen, mach dein Häufchen und wir gehen wieder ins Warme“, fleht sie. Doch Chwips ist guter Dinge. Laut bellend wuselt er einer Pferdespur hinterher.

    Er wird immer schneller und macht dabei einen Heidenradau. Seine Rute zeichnet mit ihrer Spitze ein regelrechtes Krickelkrakel in die Luft. „Sag bloß, du hast wieder ein Eichhörnchen gefunden?“, sagt die junge Dakota-Indianerin gelangweilt. Plötzlich sieht Julia, was ihr Hund entdeckt hat: die junge Frau, die da im Schnee liegt, hat tatsächlich rote Haare und sieht aus, als wäre sie vom Pferd gefallen.

    Julia hilft ihr auf. „Sie sind ja vollkommen durchgefroren! Bullshit, Ihre Lippen sind ja ganz blau!“, ruft Julia erschrocken. „W-w-w-wo bi-bi-bin ich?“, fragt die Frau zitternd. „Naja, wenn meine Kraft ausreicht, Sie nach Hause zu tragen, in Sicherheit“, meint Julia wenig optimistisch. Bis zu ihrer Hütte sind es zwei Meilen. Trotzdem versucht sie, die Frau Huckepack zu nehmen.

    Die fängt plötzlich an zu fluchen: „Du indischer Beelzebub! Da wo ich herkomme, würde Pferdehachse aus dir gemacht werden! […]“ Da sieht Julia Otto, den neuen Cowboy. „Du kommst genau richtig“, meint sie, „Die Frau ist halb erfroren und ich kann sie nicht alleine tragen.“ „wir laden sie auf Tabalugas Rücken“, sagt Otto einsilbig, weil er Mühe und Not hat, den „indischen Beelzebub“ im Zaume zu halten.
    Endlich geht es nach Hause. Ottos Hütte ist nur eine halbe Meile entfernt. Sobald Julia mit der jungen Frau, die Megan Jenkins heißt, eingetreten ist, wird sie von dem unglaublich chaotischen Wohnzimmer des Cowboys erschlagen. Alles liegt rum: Sättel, Decken, Töpfe, Klamotten und vieles mehr. „Holy Shit“, flüstert die Indianerin. Otto schiebt schnell eine Unterhose unter das Sofa. Dann macht er Irish Coffee für die völlig unterkühlte Ms Jenkins.
    Leider ist der „Schuss“ für den Coffee alle. Julia lässt sich erst einmal in Ruhe die ganze Geschichte erzählen: „Vor einigen Tagen bin ich hier angereist, weil ich dachte, in der Internationalen Zone wär es interessanter als in Washington. Aber es ist nur kalt und überall ist dieser weiße Shit. Dann war ich heute in einer Zirkusvorstellung, wo der Direktor diesen scheußlichen Hengst vorstellte.

    Als ich ihn kaufte, hatte ich das Gefühl, viel zu wenig gezahlt zu haben, aber das habe ich jetzt ausgeglichen mit einer deutlichen Unterkühlung. Dieser Mistgaul hat mich abgeworfen! Ich sollte mein Geld zurückverlangen! Aber vernünftige Pferde gibt es hier anscheinend nicht. Gestern wollte ich eine Schimmelstute kaufen und wollte sie vorher Probereiten, da ist die von der Weide weggelaufen!“
    Julia und Otto dämmert es langsam, mit welchem Schlag von Mensch sie es hier zu tun haben. Vor allem ist die Schimmelstute das Schneewittchen, das gestern verschwunden war. Julia denkt bei sich, dass es sie nicht wundert, dass solche Menschen ihre Vorfahren in die Reservate getrieben haben. Otto seufzt. „Denken Sie, dass Sie erholt genug sind, um sie ins Haupthaus zu unserer Chefin umzusiedeln?“ Ms Jenkins nickt eifrig und mustert angeekelt Ottos Räuberhöhle. Als sie weg ist, sagt Julia zu Otto: „Ich hoffe, nicht alle Amerikaner sind so!“ „Nein, Roger ist auch Amerikaner und der ist voll in Ordnung. Menschen von Megans Schlag findest du überall.“

  • Sehr schöne Geschichte. Besonders beim "Kuhdung" musste ich lachen. :thumbsup: Der Marwari gefällt mir. Eigentlich hab ich's nicht so mit Barbiepferden, aber der hat eine tolle Farbe und einen schönen Kopf. :love:

  • Stina reckt sich und gähnt, es ist ungefähr null Uhr und ihr Vater hat sie ausnahmsweise noch nicht ins Bett gesteckt. Heute hat nämlich Erika, die Chefin, Geburtstag. Das Personal hat zusammengelegt und hat das Pony Lady mit unglaublichem Verhandlungsgeschick von Seiten Stinas (Rumgequengel, Tränen, Dackelblick) für schlappe 400 $ gekauft.

    Den Löwenanteil hat Opa gezahlt (Otto: „Verdammt, woher hat der alte Kerl so viel Geld!“). Außerdem hat Roger das Lindor-Hindernis repariert und restauriert.

    Opa hat außerdem vor, der Rancherin sein altes Gewehr zu vermachen.

    Opa winkt zum Fenster und ein Schatten läuft weg und klingelt an Erikas Haustür. Stina hört ein Pferd wiehern.
    Da kommt die verschlafene Erika in die zukünftige Abstellkammer hineingeschlurft und reibt sich die Augen.„Happy Birthday to you,Happy Birthday, dear Erika,Happy Birthday to you!”,
    Singen Stina, Roger und Opa. Erika freut sich riesig. Sie umarmt Roger und streichelt das Pony. Opas Gabe rührt sie zu Tränen.






    Da ist plötzlich Hufgetrappel auf dem Hof und ein junger Mann singt:




    „Happy Birthday to you,Marmelade im Schuh,Aprikose in der Hose und ein Arsch voll dazu! Alles gute zum Geburtstag, Boss!“
    Es ist Billy, ein Ex-Knacki (eine Fluchtgeschichte von Billy wird folgen, wenn das Wetter besser ist), der jetzt bei ihr eine Anstellung als Stallbursche gefunden hat.




    Der Rappe, den er bei sich hat, wird schnell von Opa von dem Transportkrempel befreit und Erika schiebt seinen Schopf beiseite. Ihre schlimmste Befürchtung bestätigt sich.





    „Billy, sag bitte, dass du diesen Hengst nicht von diesem Heini aus Europa geklaut hast!“, ruft sie und fällt fast in Ohnmacht (Erika ist sonst keine Frau, die sich von Kleinigkeiten umhauen lässt). Roger fängt sie auf.





    „Dafür bin ich verantwortlich“, sagt Opa, „Du sagtest, du wünschst dir eine Aufgabe an der du wächst. Dieses arme Tier wieder zu einem glücklichen Pferd zu machen, ist eine solche.“ In der Tat sieht der schwarze Hengst nicht so zufrieden aus wie die meisten Pferde.





    Dafür ist jetzt Stina glücklich, denn sie darf beide Pferde alleine halten. „Ich würde dich trotzdem feuern, wenn ich mir sicher wäre, dass es kein Traum ist!“, ruft die Chefin. „Mich als Opa kann man doch gar nicht feuern!“, lacht Opa weise und schiebt sich seinen Hut ins Gesicht.




    Billy hat sich nach der Rückfälligkeit seiner Kleptomanie schnell verdrückt, bevor er noch zu viel Ärger bekommt. :pfe1:

  • Da Stina großes Interesse für Pferde zeigt, beschließt Opa, ihr Reiten beizubringen. Er hat das freundliche Pony Snoopy dafür ausgewählt. Weil die große Halle renoviert wird, muss die kleine Hundetrainingshalle umfunktioniert werden. Opa zeigt dem kleinen Mädchen, wie sie Snoopy um sich herum im Kreis laufen lassen kann und ihm Kommandos gibt.



    Opa zeigt mit der Hand auf Snoopys Flanke und der kleine Wallach dreht sich zu ihm und geht in den Kreis. Der alte Mann gibt dem Pony ein kleines Leckerli.



    Anschließend ist die Kleine selbst an der Reihe, das Pony zu zirkeln. Opa sagt, dass sie vorsichtig am Seilchen rütteln soll, damit das Pony rückwärtsgeht. Der kleine Snoopy stellt sich aber bockig an, weil er testen will, ob Stina sich wirklich durchsetzen kann. „Wenn er nicht reagiert, schüttel langsam fester, bis er gehorcht. Danach lobe ihn“, erklärt Opa.



    Schließlich steht Snoopy da, wo er stehen soll. „Damit er nach rechts geht, musst du den rechten Arm ausstrecken und das Bein muss auch raus“, sagt Opa. Stina ist hochkonzentriert. Das Pony hat sich gemerkt, dass Stina sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt und gehorcht, ohne dass sie mit der Gerte gestikulieren muss.



    Opa legt zwei Stangen hin, über die das Pony steigen soll. Zwischendurch hält Stina das Pony an und lässt es sogar auf der Bahn ein paar Schritte rückwärts gehen.


    Jetzt übernimmt Opa wieder das Seil. Er hilft Stina, auf den Rücken des Wallachs zu klettern. bevor sie die Zügel übernimmt, soll sie lernen, sich an die Bewegungen des Tieres anzupassen und richtig zu sitzen. Um sie nicht zu verunsichern, hat Opa seine ganz eigene Art, nett zu korrigieren: „Stina, das machst du großartig mit den Beinen, willst du Jockey werden?“



    „Nein, Opa, ich will so toll reiten wie mein Papa, der ist nämlich Westernreiter!“, ruft Stina und macht ihre Beine länger, als sie merkt, dass sie im Gegensatz zu Roger ihre Knie hochzieht. „Gut machst du das“, lobt Opa.



    Nach weiteren zwanzig Minuten kommt ein anderes Mädchen mit einem kleinen Ponyhengst in die Halle. Das Mädchen heißt Annika und reitet schon sehr lange. Stina ist nach dem Umzug zu ihr in die Klasse gekommen, aber die beiden verstehen sich noch nicht so gut.



    Opa erklärt schließlich die Reitstunde für beendet, weil Stina auch ganz schön kaputt aussieht. Sie hat sich schon ganz gut angestellt.


    Dann geht Opa zu Apollo und seiner Reiterin. Die hofft auf Opas Rat, weil ihr neues Pony ganz schön gewieft ist …



    :pfe1: