Laurea (RPG) - Let the game begin

    • Scar

      Meine Reaktionsrektion ließ ein wenig zu wünschen über, was eindeutig dem Alkohol in meinem Blut geschuldet war. So landete ich zunächst krachend rücklings auf dem Tisch. Ich und Zuhören? Hatte er mich gefragt, ob ich Lust dazu hatte? Nein. Ich bleckte gereizt die Zähne. Als er das Wort "Geliebte" fallen ließ, lachte ich heiser auf. Ich lachte ihn aus.
      Und schon wieder erteilte er mir Befehle. Oder versuchte es zumindest. Denn zu einem Befehl gehörten immer zwei: Einer, der ihn aussprach und ein anderer, der ihn befolgte. Nur würde ich ihm diesen Gefallen leider nicht tun. Ich allein hatte die Befehlsmacht. Was mich betraf auf jeden Fall und wenn es nach mir ging, auch über alle anderen. Ich fand die Situation gerade ungemein lustig. Denn im Grunde war ich immer noch ich selbst, allerdings mit Emotionen. Und das machte doch nach wie vor sehr viel aus, wie ich feststellte. Seltsam und lustig gleichermaßen. Jedoch überwog der Spaßfaktor. Es hätte mich nicht gewundert, wenn in meinen Augen fast schon etwas Irres gelegen hätte, als ich nun seine Hand wegschlug und aufsprang. Und trat drohgebärdend auf ihn zu, dicht an ihn heran, ein undefinierbares, kaum sichtbares Lächeln zuckte um meine Mundwinkel. "Und wenn ich das nicht will?", zischte ich leise. "Tut mir leid, aber ich stehe nicht so auf Konversation. Wenn du anders veranlagt bist, dann wirst du dich mit meiner Faust weiterunterhalten müssen." Mit diesen Worten trat ich einen Schritt zur Seite, wartete bis er meiner Bewegung erzwungenermaßen folgte, holte dann aus und schlug ihm mit einer Faust probehalber seitlich gegen den Kiefer.
      PK
    • Narvik
      Ehe ich noch reagieren konnte, hatte sich der unsympathische Kerl schon wieder befreit, um mir dann einen Schlag zu verpassen. Wut loderte in meinen Augen auf, nun ging er endgültig zu weit.
      Während sich einige im Gasthaus schon nach uns umgedreht hatten, sich gegenseitig besorgte oder irritierte Blicke zuwarfen und es doch merklich leiser wurde, fixierte ich meinen Gegner. "Offenbar verstehst du nur eine Sprache", knurrte ich und packte ihn am Kragen. "Deshalb kommen jetzt ein paar Faustregeln für dich." Mit diesen Worten verpasste ich ihm eine, ehe ich ihn mithilfe einer einfachen Wurftechnik zu Boden beförderte. Mein Vorteil war der, dass ich nicht ganz so betrunken war, wie er. So könnte ich durchaus siegen. Und ich würde siegen, vor allem, um Lumira zu beschützen, aber auch, um uns jegliche Demütigung zu ersparen.
      Mittlerweile kam die Wirtin hinter ihrem Tresen hervor, zeterte, dass wir in ihrer Gaststätte rauften und verlangte, dass wir zahlten und augenblicklich verschwanden, sonst würde sie uns rauswerfen lassen. Fragend blickte ich zu Lumira. Es war wohl wirklich ein guter Zeitpunkt, um zu gehen.
      "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
      -Edward Snowden
    • Lumira

      Geschockt hatte ich das Geschehen verfolgt, vor Schreck war ich wie erstarrt. In den Augen des Fremden las ich neben Verachtung rasende Wut, jedoch längst nicht mehr nur in seinen. "Narvik...", brachte ich schließlich leise hervor und trat einen Schritt vom Tisch weg. Dabei überlegte ich fieberhaft, wie wir diese Situation schnellstmöglich beenden könnten. In der Zwischenzeit war die Wirtin hinter der Theke hervorgekommen und beschwerte sich lautstark. Andere Gäste hatten sich schaulustig von ihren Plätzen erhoben und die mehr als abgefüllten Kartenspieler näherten sich mit unverkennbarem Interesse in den Augen. Es schien ganz so, als wären auch sie einer "kleinen Schlägerei" nicht abgeneigt. Beunruhigt sah ich wieder zu Narvik. Er erwiderte meinen Blick im selben Moment. Nach kurzem Zögern trat ich einen Schritt auf die beiden zu und legte Narvik sanft eine Hand auf den Arm. "Lass uns gehen", sagte ich leise und sah bittend zu ihm auf. In diesem Moment hatte ich einfach nur fürchterliche Angst, dass er ernsthaft verletzt werden könnte. Der Fremde sah nicht aus, als würde er Spaß verstehen. Nicht im normalen und erst Recht nicht in betrunkenem Zustand.


      Scar

      Verdammter Alkohol, er machte mich langsam. Und diese Schwachstelle wusste mein Gegner natürlich zu nutzen. Ich durfte nun ebenfalls Bekanntschaft mit seiner Faust machen, mit seinen "Faustregeln" gefiel er mir deutlich besser. Ein Schwächling war er jedenfalls wirklich nicht. Bedrohlich allerdings auch nicht. Dank eines banalen Tricks bewerkstelligte er es, mich auf den Boden zu befördern. Ich grinste ein paar Sekunden höhnisch zu ihm herauf, ehe ich mich wieder erhob und vor ihm aufbaute, zu voller Größe aufgerichtet. Ich wischte mir mit dem Handrücken über den Mund und warf einen belustigten Seitenblick auf seine "Geliebte", ehe ich ihn wieder fixierte. Ich ließ es mir nicht nehmen, ihn noch einmal am Kragen zu packen und kurz und eindringlich zu schütteln. "Sei froh, dass dich die Frau Wirtin rettet", zischte ich in sein Ohr. "Man sieht sich immer zweimal im Leben. Und ich garantiere dir: nächstes Mal wird niemand da sein, der das für dich übernimmt..." Mit diesen Worten verpasste ich ihm einen Schubs gegen die Brust, ehe ich einen Schritt zurücktrat und vor ihm auf den Boden spuckte. Ich war betrunken, nur deshalb war ich überhaupt so langsam gewesen, beruhigte ich mich.
      PK

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    • Narvik
      Lumira schien ängstlich zu sein, zumindest verriet das die Art, wie sie mit mir sprach. Sie bat darum, zu gehe, und in der Angelegenheit stimmte ich ihr zu. Immerhin wollte ich nicht, dass der Tag damit endete, dass ich einen weiteren Idioten bis aufs Mark demütigte. Heute wollte ich großzügig sein. Doch der Idiot schien das ein wenig anders zu sehen, als er mich noch einmal packte. Man sähe sich immer zweimal im Leben... "Ja, und nächstes Mal hast du weniger Glück", erwiderte ich kühl. Als er mich ein weiteres Mal schubste, sah ich mich bereits gezwungen, ihm doch noch eine Lektion zu erteilen, aber ich besann mich eines Besseren. Stattdessen reichte ich der Wirtin das Geld, griff nach Lumiras Hand und führte sie an dem Fremden vorbei, wobei ich ihm einen höhnischen Blick zuwarf. Dieses Mal hatte ich gewonnen und nächstes Mal würde es ebenso sein, sollte er es darauf anlegen. Aber vermutlich war er nichts weiter als ein Betrunkener, der viel sprach, wenn der Tag lang war. Es konnte mir also eigentlich egal sein, nicht wahr?
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      -Edward Snowden
    • Lumira

      Angespannt wartete ich auf Narviks Reaktion, für einen Moment schien er hin und hergerissen und er sah aus, als hätte er dem Fremden gerne noch eine verpasst. Aber er erhörte mich und wandte sich schließlich um. Zum Gehen. Ich hielt mich dicht neben ihm, während er der Aufforderung der zeternden Wirtin wortlos nachkam und uns nach draußen bugsierte. Erst dort atmete ich erleichtert auf, ich spürte das heftige Pochen meines Herzens, das sich ganz allmählich wieder beruhigte. Schuldbewusst sah ich ihn von der Seite an. "Das wollte ich nicht... Hat er dir wehgetan?"


      Scar

      Verächtlich sah ich den beiden nach. Schade. Andererseits vielleicht auch gut so. So ungern ich es mir eingestehen wollte, der Alkohol ließ mich nicht in der allerbesten Verfassung auftreten. "Was glotzt ihr so?", herrschte ich die umstehenden Kartenspieler an, die mich mit gierigem Blick fixierten. Einige räusperten sich, andere murmelten unverständlich vor sich hin, ehe sie sich wieder an ihren Tisch verzogen. Auch ich kehrte zu meinem zurück und beschloss nach einem kleinen Schnaps zum Abschluss, ebenfalls zu gehen. Die Wirtin schien zu meiner Belustigung sehr erleichtert darüber. Sie hatte mich ganz offensichtlich nicht gerne hier. Andere hätten es ihr wohl nicht verübeln können, aber mir war sie herzlich egal. Ich knöpfte meine Lederweste zu und knallte im Vorbeigehen einige Münzen auf den Tresen.
      PK
    • Narvik
      Lumiras Reaktion ließ mich lächeln. Ich rieb mir über den Kiefer und betrachtete für einen Moment die oberflächliche Schnittwunde an meinem Unterarm, dann zuckte ich mit den Schultern. "Nichts, was ich nicht überleben würde." Dennoch hielt ich es für klüger, wenn wir zusahen, dass wir hier wegkamen, also legte ich einen Arm um sie und setzte mich in Bewegung. "Und das ist doch nicht deine Schuld. Was kannst du denn dafür, dass dieses Exemplar von Mann offenbar ziemlich minderbemittelt ist? Wenn er sich so leicht provozieren lässt, ist das in erster Linie sein Problem. Und wenn er dich schlecht behandelt, dann hat er eben ein Problem mit mir, so einfach ist das."
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      -Edward Snowden
    • Lumira

      Besorgt beobachtete ich Narviks Bewegung und prüfenden Blick. Sein Satz dazu, überzeugte mich noch nicht wirklich. Ich spürte seinen warmen Arm um meine Schultern, was, gemeinsam mit seinen folgenden Worten, nun doch ein kleines Lächeln auf meine Lippen zauberte. Und dennoch... Es wäre gelogen zu behaupten, ich würde mir keine Vorwürfe machen. Der Mann hatte seltsame Augen gehabt. Aber ich hätte ihn deshalb nicht so anstarren dürfen, auch wenn er es offenbar extremer empfunden hatte als ich selbst. Ich hatte ihn damit unbewusst provoziert. Selbst wenn er es nur als Anlass genommen hätte, eine Schlägerei heraufzubeschwören. Narvik sollte das nicht ausbaden müssen. Mit diesen Gedanken, und gleichzeitig froh darüber, dass das Ganze noch glimpflich ausgegangen war, lief ich neben ihm her.
      PK
    • Narvik
      Lumira schwieg, was sich auf viele verschiedene Weisen auslegen ließ. Entweder, sie wusste dem nichts hinzuzufügen, sie hatte Angst oder war niedergeschlagen, oder sie war nicht überzeugt von dem, was ich sagte, und schwieg deshalb dazu. Doch letzteres würde nicht so ganz zu ihr passen, denn Angst, mir ihre Meinung zu sagen, hatte sie bisher auch nicht gehabt. "Willst du zurück in unser Zimmer oder wollen wir uns eine andere Gaststätte für einen netten Abend suchen?", fragte ich, um das Schweigen zu brechen.
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      -Edward Snowden
    • Lumira

      Bei seinen Worten lächelte ich nun wirklich wieder mein gewohntes Lächeln. "Ganz wie es dir lieb ist. Ich denke, dieser... "Zwischenfall" sollte uns nicht aufhalten oder gar den Abend verderben." Ich schloss meine Hand um die Finger seiner Hand, die auf meiner Schulter lag und legte den Kopf ein Stück weit in den Nacken, um ihn anzusehen.
      "Solange uns niemand trennt, ist mir jeder Ort recht." Ich musste im ersten Moment selbst leise lachen, so kitschig klangen diese Worte, aber es war mein voller Ernst. Deshalb hörte ich direkt auch wieder mit dem Lachen auf. Zurück blieb nur ein Lächeln, dass aufrichtiger kaum sein konnte.
      PK
    • Narvik
      Ihre Worte ließen mich leise lachen. "Dann komm, Süße", flüsterte ich und führte sie weiter durch die Straßen der Häuser, nach einer weiteren Gaststätte Ausschau haltend. Bald schon entdeckte ich eine, aus deren Inneren sich vielversprechende Hund vernehmen ließ. "Dann wollen wir mal sehen, wer besser tanzt", scherzte ich und öffnete die Tür, die ich für Lumira aufhielt.
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      -Edward Snowden
    • Lumira

      Ich genoss den Anblick der nächtlichen Stadt und sog die Atmosphäre in mich auf, während wir die ruhigen Straßen entlang gingen. Vereinzelt traf man noch Menschen draußen an, die meisten jedoch zog es nach drinnen, wo hinter zugezogenen Gardinen Kerzen die Fenster erleuchteten. Schließlich wurde Narvik fündig, ein angenehmer Klang von drinnen drang bereits noch bei geschlossener Tür zu uns hinaus. Narvik öffnete mir galant die Tür. Warme Luft schlug uns entgegen, gepaart mit rhythmischer Musik. Ich grinste. "Die Musik ist doch schon mal kein schlechter Anfang." Mit diesen Worten schlüpfte ich durch die Tür nach drinnen.
      PK
    • Narvik
      Grinsend blickte ich Lumira nach, ehe ich ihr nach drinnen folgte. Die Stimmung in dieser Gaststätte schien friedlich, eine kleine Gruppe Musiker spielte einige alte Lieder, manche tanzten, anderen tranken oder unterhielten sich. Lächelnd blickte ich Lumira an. "Sieht so aus, als sollten wir für den Vorfall von vorhin doch noch entschädigt werden." Oder wir würden zumindest zu unserem Tanz kommen.
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      -Edward Snowden

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      Lumira

      Ich sah mich mit zunehmender Sympathie in der kleinen Gaststätte um. Die Anwesenden machten einen friedlichen Eindruck und auch die Musik, die neben heiteren Stimmen die Luft erfüllte, war durchaus ansprechend. Vor allem lud sie zum Tanzen ein, wozu sie neben der reinen Unterhaltung wohl auch dienen sollte. Insgesamt herrschte eine angenehme, entspannte Atmosphäre. Auf Narviks Worte hin, nickte ich zustimmend leicht mit dem Kopf. "Tatsächlich scheint diese Hoffnung berechtigt zu sein." Ich lächelte vergnügt.
      PK
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      Narvik
      Schmunzelnd registrierte ich Lumiras Äußerung und griff nach ihrer Hand, um sie in Richtung einer freien Fläche zu führen. "Wie gesagt, der beste Tänzer bin ich bei weitem nicht, aber selbst ich muss ja zwangsläufig irgendwelche Schwächen haben, oder nicht?", scherzte ich belustigt. "Aber vielleicht habe ich da ja eine gute Lehrmeisterin gefunden..." Bei meinem letzten Satz hatte sich meine Stimme wieder ein wenig gesenkt, mein Blick war einen Moment lang auf ihren Lippen hängen geblieben, ehe ich ihr ein verführerisches Lächeln schenkte.
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      -Edward Snowden
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      Lumira

      Lachend ließ ich mich von Narvik an einen leeren Fleck im Raum führen. Dass er ausnahmsweise so etwas wie eine Schwäche von sich eingestand, war durchaus überraschend. Ich grinste belustigt. "In der Tat. Ohne Schwäche wäre es aber doch auch langweilig..." Mein Grinsen wurde noch ein Stückchen breiter, während mein Blick für einen Moment voller Liebe auf ihm ruhte. So ganz glaubte ich dennoch nicht, dass er kein guter Tänzer sein sollte. Ich spürte deutliche Vorfreude angesichts dessen, dass ich mir wie es aussah, in naher Zukunft selbst ein Bild darüber würde machen können. Narvik fügte noch eine Bemerkung hinzu, die mich leise auflachen ließ. Ich als Lehrmeisterin? Die Vorstellung, dass ich Narvik etwas beibringen könnte, war ungewohnt. Aber sie gefiel mir durchaus. Es war ein schöner Gedanke, weil ich ihm damit wenigstens irgendetwas zurückgeben könnte. Denn das ich eher eine Last auf einer Reise war, das konnte wohl niemand bestreiten.
      "Wer weiß?", erwiderte ich nun mit einem Lächeln und strich einen imaginären Rock glatt. Narviks Stimme war leiser geworden und hatte wieder diesen Unterton, der mir wiederholt eine kribbeliges Gefühl bescherte. Dazu lächelte er sein Lächeln, von dem ich mir sicher war, dass ich irgendwann einfach wegschmelzen würde, wenn ich nicht aufpasste. Als glückliche Pfütze taugte ich wohl niemandem.
      PK
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      Narvik
      Ihr Gesichtsausdruck verlieh Lumira etwas unglaublich Niedliches, als sie mich angrinste, auch, bei dem, was sie von sich gab. So verflucht süß... Sanft legte ich meine Hände um ihre Hüfte und bewegte mich langsam zur Musik, wobei ich mich viel mehr auf Lumiras hübsches Gesicht konzentrierte. Ihre schönen Augen, die eine Freundlichkeit ausstrahlten, die kein anderer Mensch zu zeigen im Stande wäre, ihren sinnlichen Lippen, die eine enorme Anziehung auf mich ausübten... "Manchmal ist es wirklich schwer, dir zu widerstehen", murmelte ich.
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      -Edward Snowden
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      Lumira

      Ich spürte Narviks Hände an meinen Hüften und legte meine im Gegenzug auf seine Schultern. Ganz automatisch passte ich mich seinen Bewegungen an und wog meinen Körper sanft im Rhythmus der Musik. Ich liebte das Gefühl, wenn die Musik meinen Körper erfasste. Irgendwie hatte es etwas von Leichtigkeit und Zeitlosigkeit. Mit Narvik gemeinsam war es noch vielfach schöner.
      Ich bemerkte, dass er mich ansah. Mit einem unglaublich sanften, liebevollem Blick. Dazu kamen seine gemurmelten Worte, die mich erstaunt zurückblinzeln ließen. "Dabei mache ich doch gar nichts", wendete ich lächelnd ein.
      PK
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      Narvik
      Die Musik verwob sich zu einer Melodie, die uns beinahe von selbst bewegte und meine Gedanken beruhigte. Der Schnitt von der Glasscherbe an meinem Unterarm pochte nur noch, stach aber nicht mehr, an den Kampf dachte ich ohnehin nicht mehr. Viel mehr an Lumira. Ihr erstaunter Blick, dann das Lächeln und ihre Widerrede, entlockten mir wiederum ein Schmunzeln. "Das ist es ja. Selbst, wenn du nichts tust, bist du unwiderstehlich, und wenn du sprichst, lächelst... wer könnte da überhaupt widerstehen?" Während ich sprach, senkte sich meine Stimme, wurde sanfter und leiser. Lumira zeigte mir eine ganz neue Seite von mir selbst, die ich bisher nicht gekannt hatte. Aber es gefiel mir. Die Rolle als Beschützer, Freund... nicht nur als Fremder. Das einzig vergleichbare Verhältnis hatte ich bisher nur zu Uva gehabt, doch da war sicherlich nicht diese Art von Liebe im Spiel gewesen, die es jetzt war. Dennoch waren Lumira und Uva die beiden wichtigsten Geschöpfe in meinem Leben. Bei Uva war das schon immer so, Lumira kannte ich ja noch nicht so lange. Aber dennoch war die Sache für mich schon klar. Ich liebte sie.
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      -Edward Snowden
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      Lumira

      Ich strich mir ein wenig verlegen, aber glücklich lächelnd, die Haare einer Seite hinters Ohr. Irgendwie sagte das gerade ohnehin mehr als alle Worte es gekonnt hätten, wenn sie mir in diesem Moment nicht sowieso fehlen würden. In der Tat war ich für den Augenblick erst einmal sprachlos. Hinzu kam die sanfte Melodie des Liedes, das gerade gespielt wurde. Unsere Körper waren wie zu einer einzigen Einheit verschmolzen, ein neues und überwältigend schönes Gefühl. Beim Tanzen hatte ich mich immer frei gefühlt, aber das hier war anders. Ich war nicht nur frei - und diesmal nicht nur beim Tanzen -, sondern ich war auch glücklich. So glücklich, wie ich es niemals für möglich gehalten hatte. Egal, was ich durchgemacht hatte, wenn es der Preis für das hier, und vor allem für Narvik, gewesen war, dann war es jede einzelne Sekunde wert gewesen. Narviks Stimme war ganz sanft geworden und auch sein Blick stand dem in nichts nach. Hatte ich nicht von Anfang an tief in mir geahnt oder gar mit an Sicherheit grenzender Überzeugung gewusst, dass er mehr unter seiner unnahbaren, vielmehr geheimnisvollen Fassade versteckt hielt. Er schien sogar so tiefgründig, dass ich noch lange nicht alle Seiten an ihm kennengelernt hatte. Und ich freute mich auf jede einzelne davon. Denn wenn sie zu ihm gehörte, dann konnte ich eigentlich gar nicht anders, als sie zu lieben. Mit all seinen Schwächen.
      PK
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      Narvik
      Lumiras Geste ließ mich schmunzelnd. So verlegen, so schüchtern. Sie schien immer noch Schwierigkeiten damit zu haben, wenn man ihr direkt sagte, wie großartig sie war... "Kein Grund, verlegen zu sein", erwiderte ich belustigt. Während wir weiter tanzten, näherte ich mich mit meinem Kopf ihrem Ohr. "Gestern warst du das doch auch nicht", flüsterte ich beinahe provokant. Ich konnte es wohl wirklich nicht sein lassen...
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      -Edward Snowden