Laurea (RPG) - Let the game begin

      Lumira

      "Na, immerhin habe ich es geschafft. Euch umzurennen", gab ich zurück. "Das ist doch schon mal was." Ich grinste schief.
      "Aber ich dachte da eigentlich auch eher an einen anderen Gegner. Ich kämpfe nicht gerne. Zumindest nicht mit Messern."
      Als er sich nach meinem "Beruf" erkundigte, seufzte ich leise. "Ist es. Zumindest an manchen Tagen." Er musste ja nicht wissen, dass es eigentlich die meisten Tage waren. "Ich habe keinen wirklichen Beruf", erklärte ich dann. "Ich helfe gelegentlich in einer Bibliothek, aber das bin nicht wirklich ich. Also doch, natürlich, aber sie denken, ich... ach egal. Es ist ein bisschen kompliziert." Ich machte eine kurze Pause, in der ich mir mit einer durchs Haar fuhr. "Jedenfalls sind das noch die schönen Tage. Die meiste Zeit habe ich zu Hause genug zu tun. Aber es geht schon." Weil dieser Punkt nicht gerade zu guter Laune meinerseits beitrug und mich mit grausamen Kopfszenarien an den Riesenärger erinnerte, der mich zu Hause gleich erwarten würde, erkundigte ich mich schnell nach ihm. Insgeheim war ich allein deshalb schon dankbar, dass er mich begleitete, weil ich so die letzten Meter nicht alleine zurücklegen musste.
      "Woher kommt Ihr?", erkundigte ich mich also. "Ich meine ursprünglich. Ihr werdet ja wohl nicht schon als Säugling allein durch die Wälder geritten sein, oder?"
      PK

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      Narvik
      Soso, hatte ihr offenbar gefallen, mich umzurennen. Andererseits, wem würde es denn nicht gefallen? Ich wäre auch glücklich, würde ich mich umrennen können... Mit einem Grinsen antwortete ich ihr: "Stimmt, das muss ordentlich Eindruck auf Euch gemacht haben, so, wie Ihr grinst. Aber ich bin froh, wenn ich eine hübsche Frau glücklich machen kann... wenngleich mir da natürlich weitaus bessere Möglichkeiten einfielen, als mich lediglich umrennen zu lassen." Ich riskierte einen kurzen Seitenblick auf sie, während ich den Sattelgurt überprüfte. Schließlich setzten wir uns in Bewegung, in Richtung des Dorfes. Aufmerksam lauschte ich ihrer Schilderung über ihre Tätigkeit. "Das klingt tatsächlich nicht berauschend. Ich wette, ich wäre schon längst abgehauen. Einfach weggeritten oder weggelaufen. Irgendwas findet sich bekanntlich immer." Nun lenkte sie das Gespräch auf mich. Zugegeben, das überraschte mich. "Nein, als Säugling noch nicht, später dann." Bei dem Gedanken, als kleiner Säugling durch die Wälder zu reiten, musste ich grinsen. Eigentlich würde das sogar zu mir passen... Wie auch immer. "Um Eure Frage zu beantworten: Sydalion. Aber irgendwann ist es mir wohl ein wenig zu langweilig geworden und ich habe mich entschieden, zu sehen, was es in dieser Welt so zu sehen gibt." Nun drehte ich meinen Kopf für einen Moment zur Seite und musterte sie von oben bis unten, ehe ich hinzufügte: "Manche Aussichten sind gar nicht so schlecht." Dann richtete ich meinen Blick wieder geradeaus. Für so einen Kommentar, oder eher die Kommentare, die ich bereits ausgesprochen hatte, hatte ich in der Vergangenheit schon mehrmals Ohrfeigen kassiert. Manche meinten, es wäre verdient, aber dabei war ich es doch, der arbeitete, um solche Sprüche abliefern zu können. Es war nicht immer leicht, sondern beinahe harte geistige Arbeit!... Gut, wir mussten nicht übertreiben. Dennoch fand ich eine Ohrfeige in so einem Fall auch etwas übertrieben... ein Kuss würde reichen. Nicht mal in meinen Gedanken konnte ich ernst bleiben. Zum Glück konnte die niemand hören.
      "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
      -Edward Snowden
      Lumira

      "Naja, ich hätte mir den Start in den Tag generell etwas anders vorgestellt", erwiderte ich.
      Als er offen bekundete, dass er mich hübsch fand, wusste ich nicht so recht, was ich davon halte sollte. Ich lächelte unsicher. War das sein Ernst?!
      Doch er redete schon weiter und ich wurde abgelenkt - zumindest bis zur nächsten Bemerkung, die nicht lange auf sich warten ließ.
      Abhauen. Eine verlockend schöne Vorstellung. Allerdings würde ich es mir auf ewig nicht verzeihen, meine kleine Schwester im Stich zu lassen. Das konnte ich ihr nicht antun. Und freiwillig ließen sie mich nicht gehen. Trotzdem redete ich mir immer wieder ein, sie würden es schon eines Tages akzeptieren. Auch wenn es mit jedem Monat, jeder Woche, jedem Tag schwerer wurde, es mir selbst glaubhaft zu machen.
      Narvik riss mich aus meinen Gedanken, indem er auf die Aussicht zu sprechen kam - womit eindeutig ich gemeint war. Es war allerdings viel weniger der Spruch an sich, als der Blick, mit dem er mich musterte und mich zum Erröten brachte. Ich war doch wirklich gestört. Immerhin war das wahrscheinlich Narviks alltägliche Masche. Aber dennoch schaffte er es irgendwie dauernd, mich in Verlegenheit zu bringen.
      PK
      Narvik
      Sie hatte sich den Tag anders vorgestellt? "Wie meinst Ihr das? Anders vorgestellt..." Mir würden da Dinge einfallen, die sie sich erhofft haben könnte, aber so unschuldig, wie ich sie einschätzte, würde sie so nicht denken. Als sie errötete, wurde mein Grinsen etwas breiter. Niedlich. "Warum werdet Ihr denn so rot? Hat Euch noch nie jemand gesagt, dass Ihr nicht so schlecht ausseht? Selbst wenn, ist das doch kein Grund, so verlegen zu sein...", erklärte ich schmunzelnd.
      "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
      -Edward Snowden

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      Lumira

      "Ja. Aber keine Sorge, ich kann Euer Ego beruhigen." Ich schmunzelte. "Das hat nichts direkt mit Euch zu tun."
      Natürlich war ihm aufgefallen, dass ich rot geworden war. Das machte es allerdings auch nicht besser.
      Ich atmete einmal tief durch, bevor ich ihm wieder in die Augen sah. Sie schienen zu meiner Überraschung ehrliches Interesse zu zeigen.
      "Nein", gab ich zu. "Ehrlich gesagt bekomme ich kaum Komplimente zu hören." Wahrscheinlich ein Grund, warum ich so verlegen wurde. Sogar dann, wenn Narvik vielleicht einfach nur ein bisschen flirten oder nett sein wollte. Woher sollte ich das wissen?
      PK
      Narvik
      Mein Ego? Sie hatte Humor. "Ego? Welches Ego?" Ich setzte einen unschuldigen Gesichtsausdruck auf. Nichts mit mir zu tun? Schade. Aber vielleicht konnte sich das ja noch ändern. Wer wusste schon, was man tun konnte? Also Ideen hatte ich ja, aber sie war schüchtern und unschuldig, das würde schwer werden. Nun ja, auch so war die Unterhaltung äußerst amüsant. Nun beantwortete sie meine Frage und ihre Antwort ließ mich überrascht die Augenbrauen heben. "Nein? Hm. Dann weiß ich nicht wer oder was in Eurer Umgebung so herumläuft, aber es hat offenbar keinen Geschmack. Bedauernswert, wenn ich so drüber nachdenke, aber manche Menschen sind eben nicht zu ändern. Vielleicht tun sie sich auch nur mit der Wahrheit schwer, wer weiß das schon?" Gespielt nachdenklich betrachtete ich sie, ehe ich doch wieder lächelte.
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      -Edward Snowden
      Lumira

      ​"Ja. Das ist dieses Etwas, das sich immer dann meldet, wenn jemand Eure Großartigkeit in Frage stellt", witzelte ich und grinste unschuldig.
      ​Dass er weiter auf meine Antwort zum Thema Komplimente einging, überraschte mich. Er war nicht nur gut darin, mich mit Sprüchen in Verlegenheit zu bringen, sondern richtig lieb sein. Wahrscheinlich ahnte er nur höchstens zur Hälfte, was seine Worte bei mir bewirkten. Sie waren tröstlich und irgendwie fühlte ich mich ein bisschen leichter, angesichts dem, was mir noch bevorstand.
      ​"Danke." Ich lächelte. "Ich glaube, diese Menschen wollt Ihr lieber nicht kennenlernen. Aber macht Euch keine Gedanken, ich möchte Euch nicht mit meinem Jammern belästigen. Es ist in Ordnung. Ich bin es gewohnt." Ich lächelte.
      PK
      Narvik
      "Das, was Ihr meint, nennt sich ein Gespür für die Wahrheit. Das hat mit Ego wenig zu tun", erwiderte ich grinsend. Wir näherten uns langsam dem Dorf, aber ich dachte gar nicht daran, später kehrt zu machen. Nein, ich würde weiter mitkommen. Uva sah das wohl so ähnlich, denn sie trottete brav neben mir her. Tolles Tier. Das konnte man nicht oft genug sagen, hatte auch was mit dem Sinn für die Wahrheit zu tun.
      Ihre folgende Aussage ließ mich nun doch ein wenig stutzig werden. Dass man Menschen nicht kennenlernen wollte, diesen Ausdruck kannte ich nun zur Genüge, doch das hätte mich nicht beunruhigt, wenn sie nicht versucht hätte, das klein zu reden. Das roch nach Ärger, dafür hatte ich im Laufe der Zeit einen guten Geruchssinn entwickelt. "Ach, Ihr würdet mich nie belästigen", gab ich lächelnd zurück. "Ihr könnt Euch also alles von der Seele reden. Zwar bin ich nur ein Fremder, aber wer weiß, vielleicht hilft das ja? Hab ich mir mal sagen lassen. Und vielleicht bin ich ja auch hilfsbereit und eile zu Eurer Rettung?" Ich schmunzelte angesichts meiner Formulierungen, aber meine Stimmlage ließ erkennen, dass ich das durchaus auch ernst meinte. Einer hübschen Frau würde ich doch immer helfen, vielleicht nicht ganz uneigennützig, aber ich würde helfen. Oder es versuchen. Aber auch nur, wenn man das von mir wollte oder mir sagte, wo das Problem lag. Ein Problem konnte man nur beheben, wenn man es kannte, richtig? Richtig. Die These kam ja von mir.
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      -Edward Snowden

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      Lumira

      "Nein, das nennt sich Selbstwertgefühl", gab ich grinsend zurück.
      Aus den Augenwinkeln registrierte ich, wie brav Uva neben Narvik herlief. Bemerkenswert. Sie schien großes Vertrauen in ihn zu haben. Beruhigend, wenn man bedachte wie ehrlich Tiere waren.
      Als er anbot, mir zuzuhören, lächelte ich. Offenbar hatte er mir meine Worte nicht abnehmen können. Wie auch, wenn ich sie mir nicht einmal mehr wirklich selbst glaubte...
      Bei seiner Bemerkung, er könne mir möglicherweise zur Rettung eilen, musste ich lachen. Zugegeben, ein verlockender Gedanke.
      Aber ich schüttelte den Kopf. Auch, wenn ich ihn dabei nicht ansehen konnte.
      "Das ist wirklich überaus freundlich von Euch. Es ist in Wahrheit nur leider nicht so einfach. Und es gibt jemanden, den ich nicht verletzen kann... Das würde ich nicht übers Herz bringen." Beim Gedanken an meine kleine Schwester lächelte ich traurig. Im Gegensatz zu mir trugen unsere Eltern sie zwar auf Händen. Ich konnte mir diese Tatsache beim besten Willen nicht erklären. Aber ich wusste, dass sie trotzdem todunglücklich wäre, wenn ich sie alleine ließ.
      Als wir uns dem Waldrand näherten, verlangsamten sich meine Schritte und als er dann in Sicht kam, hielt ich schließlich ganz an. Etwas unschlüssig sah ich zu der Stelle, an der bereits die Häuser in einiger Entfernung durch die letzte Baumreihe zu erkennen war. Das Haus meiner Familie lag ziemlich abseits davon, ich war schon so gut wie da. Manchmal fragte ich mich, ob die anderen Leute überhaupt wussten, dass hier noch ein Haus stand, indem jemand wohnte.
      "Wir sind da", stellte ich fest. Ich zögerte einen Moment, gab mir dann aber einen Ruck. Ich wollte nicht, dass er ging, aber es ging nicht anders. Ich hatte keine Zeit mehr. Und vermutlich ließ jede Minute meine Strafe schlimmer werden. Vielen Dank für Eure Begleitung. Es ist mir wirklich eine Freude, Eure Bekanntschaft gemacht zu haben", sagte ich und meinte es auch genauso. "Was werdet Ihr nun als nächstes tun?", erkundigte ich mich neugierig und lächelte zaghaft.
      PK

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      Narvik
      "Aber ich spreche doch nur die Wahrheit aus. Das ist, wie wenn ich sage, dass Ihr hübsch seid. Dann ist das auch die Wahrheit und kein Selbstwertgefühl", erklärte ich grinsend. Ja, hübsch war sie wohl tatsächlich. Umso mehr hatte es mich ja überrascht, dass sie deswegen rot angelaufen war, weil sie selten solche Komplimente zu hören bekam. In ihrer Umgebung mussten wohl tatsächlich geschmacklose Leute leben. Oder sie waren blind, dann waren sie natürlich entschuldigt.
      Ich musterte sie, ihre Reaktion auf mein Angebot abwartend. Erst lächelte, dann lachte sie. Interessant. Vor allem, dass sie meinem Blick auswich, während sie den Kopf schüttelte. "Man muss doch dabei niemanden verletzen, abgesehen davon sind doch erst die schwierigen Dinge so richtig interessant, oder nicht?", fragte ich schmunzelnd. "Mit ein bisschen Mühe überwindet man sie dann meistens doch."
      Wir näherten uns langsam dem Waldrand. Als das Dorf nun in Sichtweite kam, schien sie erst zu zögern, ehe sie klar machte, dass das hier nun ein Abschied war. So leicht würde sie mich nur leider nicht loswerden. Nicht mich. Andere konnte man einfach abwimmeln, aber mich nicht. "Och", begann ich betont unschuldig. "Ich werde ganz zufällig in dieselbe Richtung gehen müssen, wie Ihr es tut", erwiderte ich mit einem amüsierten Seitenblick zu Lumira. "Ist natürlich rein zufällig."
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      -Edward Snowden

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      Lumira

      "Redet Ihr immer so ein Zeug?", fragte ich lachend. Aber eigentlich auch nur, um zu verstecken, dass er es schon wieder geschafft hatte, mich in Verlegenheit zu bringen. Was war denn heute los?
      Als er meinte, man müsse doch niemanden verletzen, lachte ich bitter. "Freiwillig werden sie mich jedenfalls nicht weglassen. Allein schon wenn sie wüssten, dass ich mich heimlich in die Stadt schleiche... das wäre die reinste Katastrophe."
      Während ich überlegte, ob ich das besser nicht erwähnt hätte, trat ich nervös von einem Fuß auf den anderen.
      Das hatte noch gefehlt, aber ich hätte wissen müssen, dass er sich nicht an die Bedingung Waldrand halten würde.
      "Dann wirst du wohl ebenfalls ganz zufällig einen Umweg machen müssen", stellte ich fest. "Im Ernst, meine Familie sollte dich besser nicht zu sehen bekommen. Sie haben die Eigenheit sehr schnell auf... unschöne Gedanken zu kommen, was Fremde angeht." Ich sah ihm nur kurz in die Augen, ehe ich wieder den Blick senkte. Ich hatte Sorge, dass er ansonsten die Angst in meinen erkennen würde, wenn ich es zu lange tat.
      PK

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      Narvik
      "Die Wahrheit? Oft. Nicht immer, aber oft", gab ich zurück. Diese Wortgefechte, wenn man es so nennen konnte, waren tatsächlich äußerst amüsant. Vor allem schien sie mir nicht ganz glauben zu wollen, dass ich das ernst meinte, oder? Sollte sie aber. In dem Punkt log ich nicht.
      Ihr nächster Kommentar ließ mich stutzig werden. "Sie... halten Euch hier fest?", hakte ich nach, wobei ich unwillkürlich die Nasenflügel blähte und begann, die Kiefer leicht gegeneinander zu verschieben. Auch, wenn ihre nächste Ausführung mich kurz lächeln ließ, da sie mich offenbar schon so mochte, dass sie mich duzte, blieb ich angespannt. Eine junge Frau hier regelrecht festzuhalten und auch die Äußerung im Bezug auf Fremde... das gefiel mir nicht, wenn ich ehrlich sein sollte. Zwar war mir durchaus bewusst, dass man es in unserer Zeit eben so sah, dass Frauen sich zu fügen hatten, doch mit diesem Rollenbild konnte ich nicht viel anfangen. Vielleicht hatte ich dazu auch schon zu viele verschiedene Seiten des Lebens gesehen, um an so einem engstirnigen Weltbild festhalten zu können. "Auf was für unschöne Gedanken?", fragte ich nun wieder lächelnd, aber doch mit ernster Stimme. Die Veränderung ihrer Mimik war mir nicht entgangen, ihr Ausweichen vor meinem Blick, das Richten des ihren auf den Boden... Was auch immer los war, es bedrückte sie offenbar wirklich. Das passte mir allerdings gar nicht.
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      -Edward Snowden

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      Lumira

      ​Ich lächelte. Ich schätzte Ehrlichkeit sehr. Und wenn ich ehrlich war, hätte ich das bei ihm nicht direkt erwartet.
      Sein Schmunzeln ließ mich bei meinen ernsten Worten stutzen - bis mir siedend heiß bewusst wurde, dass ich ihn gerade geduzt hatte. Ich hatte nicht nachgedacht. Und so selten, wie ich Leute traf, vergaß ich ziemlich schnell mal eine Höflichkeitsfloskel. Hoffentlich hielt er mich jetzt nicht für respektlos, aber glücklicherweise schien es ihm ja nicht allzu viel auszumachen. Im Gegenteil, es schien ihn fast zu amüsieren.
      Doch seine Miene veränderte sich. Er wurde misstrauisch.
      ​"Oh, nein, nein", versuchte ich die Spannung, die mit dem Wort "festgehalten" einherging, zu lösen. "So schlimm ist das nicht. Wahrscheinlich machen sie sich einfach Sorgen um mich." Zwar hatte ich eigentlich noch nie das Gefühl gehabt, dass sie sich um mich sorgten - und auch sonst momentan niemand in meinem überschaubaren Umfeld. Aber das musste ich ihm nicht auch noch unter die Nase reiben. Er kannte meine Familie nicht.
      ​Prompt hinterfragte er, was ich so leichtsinnig dahingesagt hatte.
      ​"Ach, nichts besonderes. Sie mögen Fremde einfach nicht gerne." Ich lächelte und war innerlich ziemlich stolz, weil es so gut klappte. Narvik sollte sich keine Sorgen machen. Es war schon genug, dass ich ihn mit so unlustigen Themen vollquasselte. Es war ihm hoch anzurechnen, dass er nicht längst mit Uva die Flucht ergriffen hatte.
      PK

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      Narvik
      Skeptisch musterte ich sie. Wenn sie meinte. Man konnte nur dem helfen, der sich helfen ließ. Aufzwingen konnte ich ihr meine Hilfe nicht, zudem war sie eine Fremde. Nur Leuten, die mir wirklich am Herzen lagen und die ich kannte, würde ich meine Hilfe aufdrängen, wenn ich wusste, dass es das Beste für sie war, selbst, wenn sie mich dafür hassen sollten. Doch der jungen hübschen Frau konnte ich im Moment offenbar nicht helfen. Dann sei es eben so. Als sie nun fortfuhr, hob ich die Augenbrauen. "Tja, dann tut es mir leid für Eure Eltern, Familie, was auch immer, denn damit, dass ich hier durch das Dorf spaziere, werden sie leben müssen, es sei denn, sie wollen sich auf Ärger einlassen. Ich meine, ich muss das nicht haben, aber wenn sie Euch, was ich fast vermute, nicht angemessen behandeln, dann werde ich mir zur Not diese Mühe antun." Belustigt fügte ich hinzu: "Für Euch doch gerne." Mit diesen Worten setzte ich mich in Bewegung, in der Hoffnung, dass sie es mir gleichtun würde. Zumindest bis Nachhause würde ich sie begleiten.
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      -Edward Snowden

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      Lumira

      ​Seinem skeptischen Blick begegnete ich mit einem unschuldigen Lächeln. Zu meiner Überraschung ließ er es gut sein. Zumindest vorerst, was seinen nächsten Worten zu entnehmen war.
      ​"Ja, das werden sie dann wohl. Aber wir leben nicht im Dorf. Also, nicht direkt." Ich zuckte die Schultern. Was plapperte ich da nur?
      ​Währenddessen fügte Narvik noch etwas hinzu. Er würde für mich notfalls Mühe auf sich nehmen​. Das erstaunte mich so sehr, dass ich nur ein verdutztes "Danke", hervorbrachte.
      ​Als er wieder loslief, blieb ich jedoch weiterhin bewegungslos auf der Stelle stehen. Wie als wären meine Füße auf ein Mal mit der Erde verwachsen.
      PK

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      Narvik
      "Sondern?", fragte ich, als ich mich umdrehte und stehen blieb. Dabei bemerkte ich, dass sie sich nicht vom Fleck rührte. Was war denn jetzt los? Ich seufzte und ging die paar Schritte zurück, Uva neben mir. "Wollt Ihr nicht mehr gehen?", fragte ich amüsiert grinsend. "Zur Not darf die holde Maid natürlich auch gerne reiten, wenn ihre Beine zu erschöpft sein sollten, um ihren anmutigen Körper weiter durch die Natur zu tragen", fügte ich mit einem spöttischen Blick aber einem warmen Lächeln hinzu. Ein bisschen Spaß musste sein. Sollte sie wollen, würde ich versuchen, sie Uva reiten zu lassen. Normalerweise verabscheute sie Fremde, vor allem Männer der Art und Statur, die der ihrer ehemaligen Peiniger, wenn man das so nennen konnte, entsprachen. Doch eine gewisse Skepsis Fremden gegenüber zeigte sie immer. Sollte sie allerdings sehen, dass ich der jungen Frau durchaus zutraute, gutherzig und nicht gewaltbereit zu sein, was ich zweifelsohne tat, würde sich die Stute daran unter Umständen anpassen. Wenn ich jemandem vertraute, tat sie das zumeist auch. Tat sie es nicht, wusste ich, dass etwas mit der Person nicht in Ordnung war und ich mich hüten sollte. Das hatte sich in der Vergangenheit schon mehrmals als lebensrettend erwiesen.
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      -Edward Snowden

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      Lumira

      Er entlockte mir mit seinem Kommentar ein Grinsen, während ich schon wieder spürte, wie mir das Blut in wie Wangen schoss. Was immer das war, es musste aufhören. Und zwar dringend.
      Ich schüttelte den Kopf und setzte mich eilig in Bewegung. Und glücklicherweise gehorchten meine Füße - auch, wenn ich dabei mal wieder auf den Saum meines Kleides trat und stolperte. Ja, ich war manchmal etwas tollpatschig.
      "Nein, geht schon." Ich erwiderte sein Lächeln. Es war trotz des Spottes in seinem Blick warm und hinderte meinen eigenen Mut daran, mich im Stich zu lassen. Der war nämlich kurz davor.
      "Aber Ihr solltet so etwas nicht sagen." Ich schlug verlegen die Augen nieder.
      Ich war mir nicht sicher, hatte aber das Gefühl, dass sein Angebot, mich auf seine Stute zu lassen, ernst gemeint gewesen war. Natürlich konnte und wollte ich das dennoch annehmen, ich fragte mich trotzdem, warum er das tat. Seine Stute war misstrauisch, allein deshalb schon hätte ich es ihr nicht angetan, auf das Angebot einzugehen. Aber er hatte wohl inzwischen gemerkt, dass ich so ziemlich die Ungefährlichkeit in Person war. Vielleicht sollte ich mal daran arbeiten, dieses Image zumindest nicht sofort für jedermann sichtbar zu machen. Ansonsten sah man es mir wahrscheinlich schon aus 100 Metern Entfernung an. Ich fragte mich nur, ob es die Mühe wert war, immerhin traf ich so gut wie nie auf jemanden. Zumindest, bei dem es von Belang sein könnte.
      Vielleicht hatte er ja in der Zwischenzeit vergessen, dass er eine Frage gestellt und ich sie noch nicht beantwortet hatte. Das wäre doch zumindest etwas.
      PK

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      Narvik
      "Ihr seid zeitweise eine kleine Tomate... Wie niedlich", zog ich sie grinsend auf. Als sie stolperte, griff ich reflexartig nach ihrem Arm, um sie aufzufangen, ehe sie fiel, doch offenbar fing sie sich ohnehin, also ließ ich sie wieder los. Ihren Kommentar quittierte ich mit einem Grinsen. "Ach, wieso denn nicht? Ich würde nichts sehen, das ich nicht sagen sollte..." Wieso war sie nur so dermaßen bescheiden? Bei ihrem Aussehen und ihrer freundlichen Art gab es doch jeden Grund, ein wenig Selbstbewusstsein zu zeigen. Zwar musste sie das nicht in dem Ausmaß an den Tag legen, in dem ich es tat, aber ein wenig Selbstvertrauen würde ihr auch ganz gut zu Gesicht stehen. Andererseits war ihre unsichere Art auch irgendwie süß und niedlich. Ich wusste nicht so recht, ob 'niedlich' das war, was ich an Frauen mochte, bei denen ich mir... sagten wir, mehr vorstellen konnte...
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      -Edward Snowden

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      Lumira

      ​"Wie bitte?", fauchte ich und warf ihm einen bösen Blick zu. Lange hielt ich das aber nicht durch und grinste schließlich. er hatte ja recht. Dennoch brachte mich seine Art, die Dinge so geradeheraus zu sagen, zeitweise etwas aus dem Konzept. Genau wie seine Berührung, als er reflexartig meinen Arm festhielt, in der Sorge, ich würde womöglich hinfallen. Glücklicherweise konnte ich gerade noch verhindern, dass ich zusammenzuckte. Das wäre peinlich gewesen. Aber er hatte mich damit überrascht. Und ich war es nicht gewohnt, dass Menschen mich berührten, geschweige denn mir zu Hilfe kamen - so wie er, um mich aufzufangen.
      ​Als er wie nicht anders zu erwarten an seinen Ansichten festhielt, verdrehte ich lächelnd die Augen.
      ​"Danke", sagte ich schlicht. Ich biss mir auf die Unterlippe. "Zugegeben, Ihr macht mich zeitweise irgendwie etwas... nervös." Ich neigte leicht den Kopf. "Macht Ihr das immer so?
      PK

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      Narvik
      Ich lachte, als sie ihr kleines Schauspiel präsentierte. "Also zur Schauspielerin werdet Ihr es vermutlich nicht bringen, wenn Ihr sofort zu grinsen beginnt", stellte ich amüsiert fest. Ihr Augenverdrehen ließ mich schmunzeln. "Was gibt es denn da zum Augenrollen? Erfreut Euch einfach meiner Anwesenheit", kommentierte ich. Nun bedankte sie sich. Wofür eigentlich? Doch das, was sie darauffolgend äußerte ließ mich erstrecht grinsen. "Nervös?" Ich biss mir auf die Unterlippe, ehe ich breit grinsend hinzufügte: "Inwiefern... nervös? Es ist natürlich durchaus verständlich, viele Frauen werden in meiner Gegenwart 'nervös' aber meist ist die Situation dann eine etwas andere." Kurz räusperte ich mich. Am Ende würde ich die unschuldige Lumira noch verstören... Da wollte ich nun wieder zum Kern der Frage zurückkommen. "Im Grunde mache ich gar nichts, außer ich zu sein. Wenn Euch das gefällt, beweist das Euren guten Geschmack, nichts weiter. Die Reaktion auf mich liegt vor allem an Euch, somit bin ich in der Hinsicht kaum verantwortlich, muss ich leider eingestehen."
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