Laurea (RPG) - Let the game begin

      Cadino
      Mein Blick schweifte über die Landschaft, als ich zwei Gestalten, eine zierliche Frau und ein Mann, am Waldrand entdeckte, bei ihnen ein braunes Pferd. Ich verengte die Augen. Den Mann kannte ich doch. Die Statur die Art, wie er sich zu bewegen schien, was ich von hier sagen konnte, das Pferd... Nun brauchte ich die Jäger wohl nichtmal bezahlen, denn die Zielperson kam von selbst hierher. Eine glückliche Fügung des Schicksals. Aufmerksam beobachtete ich die beiden weiter. Allzu weit waren wir nicht vom Waldrand entfernt und die Gestik des Mannes, was ich von hier so sehen konnte, sprach dafür, dass es derjenige war, für den ich ihn hielt. Dieses Mal würde er mir nicht entwischen...

      //Narvik ist noch auf der Seite davor
      "Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."
      -Edward Snowden
      Lumira

      Ich schüttelte lächelnd den Kopf.
      Als ich den Blick geradeaus richtete, stellte ich erschrocken fest, dass wir bereits beinahe da waren. Die dunkle Farbe des Hauses schimmerte bereits durch die Baumgruppe hindurch. Allerdings war es wirklich kaum zu erkennen, außer, man wusste von ihm. Glücklicherweise sah man von der anderen Seite genauso wenig, weshalb ich mich immer so gut davonschleichen konnte. Die Bäume boten einen wunderbaren Schutz.
      Ich blieb schließlich stehen. Mein Nervositätsspiegel war inzwischen sprungartig angestiegen. Und das lag nun eindeutig nicht mehr nur an ihm.
      "Es ist Zeit, zu gehen", stellte ich fest. "Auf Wiedersehen, Narvik. Und natürlich Uva." Ich lächelte. "Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann noch einmal wieder. Wer weiß?" Ich winkte ihm zum Abschied zu, nachdem ich ein letztes Mal in seine grünen, funkelnden Augen gesehen hatte.
      PK
      Narvik
      Sie wollte schon gehen? Schade. "Wenn Ihr meint. Reisende soll man nicht aufhalten und Hübsche wohl auch nicht", erwiderte ich schmunzelnd. "Natürlich sehen wir uns wieder." Mein Grinsen wurde breiter. Doch wie ich das machen würde, würde ich ihr nicht auf die Nase binden. "Habt noch einen schönen Tag. Sollte er annähernd so schön wie Ihr sein, schätzt Euch glücklich." Lachend schwang ich mich in den Sattel. "Wir sehen uns, Kleine." Uva schnaubte, fast, als ob sie meine Worte bestätigen wollte. Zum Abschied hob ich die Hand.
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      -Edward Snowden
      Lumira

      ​Im Weggehen drehte ich mich noch einmal zu ihm um und hob grinsend eine Augenbraue. Was machte ihn da nur so sicher? Irgendwie beeindruckte mich sein scheinbar grenzenloses Selbstvertrauen. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass unter dieser äußeren Fassade noch mehr verbarg. Ich war mir beinahe sicher, dass er weitaus mehr Facetten hatte.
      ​Dann vernahm ich jedoch eine mir leider sehr bekannte, zeternde Stimme. Es war klar gewesen. Unbemerkt hätte ich es niemals zurück ins Haus geschafft. Ich seufzte tief. Dann raffte ich meinen Rock hoch und begann ich zu rennen.
      ​Ich wartete im Gebüsch, bis ich sicher war, dass niemand hinter dem Haus war. Dann rannte ich an der kleinen Mauer entlang bis der Vordereingang in Sicht war. Meine Mutter beschäftigte sich davor mit ihren dornigen Pflanzen. Und erwartete mich bereits. Ihr Gesicht sprach jedenfalls Bände. Als würde sie mit den stacheligen Ranken am liebste jemanden erwürgen. Mich.
      ​Ich schluckte. Dann trat ich langsam näher. Dabei stieß ich mit dem Fuß an einen Stein, der ein Stück weit über die Erde rollte. Obwohl das Geräusch das Geräusch nicht wirklich laut war, kam es mir in dem Moment ohrenbetäubend vor.
      ​Auf jeden Fall war laut genug, um meine Mutter auf mich aufmerksam zu machen. Ihr Kopf fuhr ruckartig nach oben und sie fixierte mich. Ihre Stirn lag in tiefen, unheilvollen Falten und in ihrem Blick lag soviel Wut, dass das Gefühl hatte, augenblicklich darunter zu schrumpfen. Aber ich zwang mich, mich umso mehr aufzurichten, straffte die Schultern und machte tapfer einen Schritt nach dem anderen. Meine Mutter rannte mir förmlich entgegen. "Wo warst du?!", brüllte sie mich an.
      ​"Ich...", setzte ich an, aber sie unterbrach mich sofort, packte mich grob am Arm und schimpfte weiter, während sie mich unsanft mit sich ins Haus zerrte. All meine Versuche, mich loszureißen oder zumindest ihren Griff zu lockern, waren vergeblich. Er glich einem Schraubstock. Hinter uns hörte ich die Tür mit einem lauten Knall ins Schloss fallen.
      PK
      Narvik
      Ich war nicht weit gekommen, als ich Lärm vernahm. Auch Uva schien dieser Umstand zu missfallen, denn ihre Ohren zuckten nervös. "Ich weiß, das gefällt mir auch so gar nicht, Mädchen", murmelte ich und ließ sie kehrt machen. In einem flotten Trab ritt ich den Weg entlang zu dem Haus, wobei es mir völlig gleichgültig war, ob man mich nun kommen hörte, oder eben nicht. Vor dem Haus schwang ich mich aus dem Sattel, bedeutete Uva, zu warten, die geduldig stehen blieb und mir mit ihrem Blick folgte, während ich auf das Haus zuging. Von drinnen war bereits eine lautstarke Stimme zu vernehmen. Genervt verdrehte ich die Augen, dann klopfte ich laut und deutlich gegen die Tür. Nun würden wir ja sehen, wovor Lumira solche Angst gehabt hatte. Wer oder was auch immer dieses Monster war, ich würde es zumindest sehen wollen. So, wie der Lärm aus dem Inneren der Hütte zu deuten war, war dieses Monster nämlich Zuhause. Und wer wusste schon, vielleicht konnte ich Lumira ja behilflich sein? Jedenfalls missfiel mir der Gedanke, was ihr angetan werden konnte, sosehr, dass ich erstmal einzugreifen gedachte. Das passte absolut nicht zu mir, wenn man bedachte, dass mir Fremde sonst gleichgültig waren. Ihr Glück.
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      -Edward Snowden
      Lumira

      Ich wusste nicht, wie lange sie mich anschrie und unterdrückte verzweifelt das Bedürfnis, mir die Ohren zuzuhalten. Ein paar helle Haarsträhnen hatten sich aus ihrer strengen Hochsteckfrisur gelöst und hingen ihr wirr ins Gesicht. Sie sah so anders aus als ich. Zum Glück. So würde man mich äußerlich wenigstens nicht sofort mit ihr in Verbindung bringen. Aber nicht nur sie, auch mein Vater und Elin, meine Schwester, hatten weitaus hellere Haare als ich. Elins waren so hell, dass sie schon an weißblond grenzten. Offenbar hatte sich das Schicksal ein bisschen Ironie erlaubt, denn auf den ersten Blick würde wohl niemand auf die Idee kommen, dass ich dazugehörte.
      Gerade setzte sie zu einer neuen Schreisalve an, während der letzten hatte sich ihre Stimme stetig in immer höhere Tonlagen geschraubt. Gefährlich. Doch in diesem Moment klopfte es an der Tür. Besser hämmerte. Wir dachten wohl beide, uns verhört zu haben, denn sie hielt inne und sah mit wildem Blick zwischen mir und der Tür hin und her. Es klopfte normalerweise nicht an die Tür. Höchstens, wenn es eine dringende Lieferung gab, was ungefähr einmal im Jahr geschah. Und Besuch von Freundinnen meiner Eltern oder selten auch deren kleinerer Kinder, Elins Freunden, hatten wir nur äußerst selten.
      Dann wurde ich jäh aus meinen Gedanken gerissen, als sie mich kurzerhand in den Kellereingang schubste, wo ich erschrocken ein paar Stufen hinunterstolperte. Ich fing mich gerade noch, indem ich mich an der Wand abstützte. Meine Hände fanden an einem herausragenden Metallteil Halt. Seine Kanten waren zwar furchtbar scharf und schnitten mir in die Handfläche, aber das war mir in diesem Moment egal. Ich atmete hörbar auf.
      "Du wartest hier", zischte meine Mutter, die oben im Eingang stand. "Und keinen Mucks." Dann schlug sie die schwere Metalltür zu und ich saß in vollkommener Dunkelheit. Früher hatte ich mich oft gefragt, ob sie hier unten vielleicht jemanden gefangen hielten. Wer auch immer da angeklopft hatte, ich war ihm dankbar. Ein wenig Zeit, um aufzuatmen.


      Argine

      Wütend sah ich zur Tür. Was sollte das? Ich erwartete keinen Besuch und geordert hatte ich auch nichts. Gleichzeitig spürte ich diese altbekannte Sorge in mir aufkeimen. Aber ich beruhigte mich. Es war alles gut.
      Ich strich sorgfältig meinen Rock glatt und richtete im Flurspiegel mit schnellen, geübten Handgriffen meine Frisur. Dann straffte ich die Schultern und ging zielstrebig zur Tür. Als ich sie öffnete, stand ich direkt vor einem großen, jungen Mann mit dunklen Haaren und grünen Augen. Ich versuchte, meine Überraschung zu verbergen und lächelte freundlich.
      "Guten Tag. Geehrter Herr, kann ich Euch behilflich sein?" Ich hob fragend eine Augenbraue.
      PK

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      Narvik
      Ging doch. Mit dem üblichen charmanten Lächeln sah ich die Frau an. "Auch Euch einen wunderschönen guten Tag." Von Lumira war nichts zu hören... verdammt. Ich musste ihr helfen, denn da die Frau mir gerade heile Welt vorzuspielen gedachte, klang das alles schon ein wenig seltsam. In meinem Kopf begannen sich einige lose Ideen zu entwickeln, Lumira helfen konnte. "Die Frage wollte ich Euch gerade stellen", erwiderte ich immer noch höflich. "Immerhin ist es in Eurem Haus durchaus sehr... laut zugegangen. Da muss man sich doch ein wenig Sorgen machen. Nicht, dass hier am Ende noch jemandem Leid zugefügt wird. Das kann ich als Reisender dennoch nicht ignorieren, weswegen ich mir dachte, es wäre klüger, Euch danach zu fragen." Ob Lumira mich hören würde? Vielleicht. Wie auch immer. Erstmal war wichtig, dass ich die Frau an der Tür irgendwie in ein Gespräch verwickelte. Zudem war ich bereit, jederzeit meinen Fuß in die Tür zu stellen oder die Tür mit der Hand aufzuhalten, sollte sie sie mir vor der Nase zuknallen wollen. Mein Verdacht schien sich ja zunehmend zu erhärten und heute hatte ich einen guten Tag, was bedeutete, ich war hilfsbereit, vor allem einer jungen zierlichen Frau gegenüber.
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      -Edward Snowden
      Argine

      Ich erhielt mein einnehmendes Lächeln zuverlässig aufrecht, auch, als ich bei seinen Worten leicht die Augen zusammen kniff. Was wollte er damit sagen? Was sollte das? Aber ich ließ mir ansonsten nichts anmerken. Im Gegensatz zu Lumira wusste ich meine Geühle und Gedanken zu verbergen und war ich eine hervorragende Lügnerin. Ihr hingegen sah man ihr schlechtes Gewissen schon an, während sie etwas tat oder sagte. Erbärmlich. Ich wandte mich entschlossen an den jungen Mann. Seine Anwesenheit begann mich allmählich zu langweilen. Und sie störte mich natürlich, aber das zeigte ich ihm schlichtweg nicht.
      "Werter Herr, ich weiß Eure Sorge wirklich zu schätzen. Aber seid unbesorgt, denn sie ist unbegründet. Mein Gatte und ich durchlaufen zur Zeit eine... nun ja... etwas schwierige Phase, wenn ihr versteht", sagte ich mit Nachdruck und verdrückte ein Tränchen. "Ich wünsche Euch, dass Ihr bei Eurer Wahl mehr Glück habt." Ich strich meinen Rock glatt, ehe ich ihm noch einmal ermutigend zunickte, um meinen Worten den erwünschten Nachdruck zu verleihen. "Ihr entschuldigt mich nun? Euch noch einen wunderbaren Nachmittag. Und genießt den Aufenthalt in der Gegend. Die Menschen im Dorf werden sicher begeistert von Euch sein."


      @pintostute (habe Lumira ganz vergessen, die wollte aber auch nicht nichts machen xD)

      Lumira

      Ich vernahm nun Gemurmel, dass wohl gedämpft von den Stimmen draußen herrührte. Neugierig wie ich war, kroch ich im Dunkeln tastend die Stufen zur Tür hinauf, kauerte mich dort zusammen und presste mein Ohr an die metallene Tür. Blödes Ding, sie verschluckte beinahe alles. Ich war mir gleichzeitig sicher, dass sie damit hervorragend ihre Aufgabe erfüllte. Von draußen hörte man vermutlich mindestens genauso wenig wie von innen. Ich konzentrierte mich und versuchte irgendetwas aufzuschnappen, aber es war quasi unmöglich. Dennoch kam mir die Stimme seltsam bekannt vor. Sie gehörte eindeutig zu einem Mann, soviel konnte ich sagen. War es möglich, dass...? Vielleicht oder sehr wahrscheinlich war es auch nur Wunschdenken, aber für einen Moment dachte ich, Narvik würde da vor dem Haus stehen. Aber wieso sollte er zurückkommen? Etwa für mich? Aber er kannte mich doch schließlich eigentlich gar nicht...
      Ich überlegte kurz, ob ich rufen sollte, entschied aber ziemlich schnell, dass schreien wohl das dümmste wäre, was ich tun konnte. Vermutlich würde mich sowieso niemand hören, aber wenn doch, würde das schlimme Folgen nach sich ziehen. Soviel stand fest. Und das wollte ich mir lieber nicht ausmalen.
      PK

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      Narvik
      Verflucht. Irgendwie musste ich zu Lumira kommen. Ich machte mir Sorgen um sie, da es jetzt so ruhig war. Doch die Frau war überzeugend, das musste man ihr lassen. Aber wenn ich mich an das Verhalten ihrer Tochter erinnerte, passte das nur zusammen, wenn sie sie quälte. Ihre Aussage ließ mich erstrecht stutzig werden. Auf ihre Bemerkung hin, dass man im Dorf sicher von mir begeistert sein würde, grinste ich. "Das kann ich mir denken, allerdings bin ich nicht hier, um Begeisterung auszulösen, wenngleich das ein Nebeneffekt ist." Ich machte eine kurze Pause. "Nur... erlaubt mir bitte einzuwenden... Ich habe keine Männerstimme gehört. Sicher, dass es daran liegt? Bitte verzeiht meine Neugier, allerdings bin ich ernsthaft besorgt..."
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      Argine

      Ich seufzte. "Natürlich nicht. Mein Mann streitet am liebsten leise. Er schweigt sich aus. Das bringt mich ja immer so in Rage. Ich schreie und er schweigt. Tja, so ist das wohl." Ich lächelte betont traurig. Er sollte endlich verschwinden. Seine Hartnäckigkeit machte mich misstrauisch. Und störte mich tierisch. Ob er vielleicht doch...? Nein, das durfte schlichtweg nicht sein.
      Ich lächelte. "Also dann, vielen Dank für Eure Sorge, aber es ist alles in bester Ordnung. Ihr solltet Eure Zeit hier nicht länger verschwenden." Meine Stimme klang nun deutlich entschiedener. Ich wollte ihm klar machen, dass er hier nichts mehr zu suchen hatte.
      PK

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      Narvik
      So langsam brachte ich sie wohl aus der Ruhe... Betont gelassen lehnte ich mich gegen den Türrahmen. "Ich verschwende meine Zeit doch nicht, wenn ich einer freundlichen Frau wie Euch zuhöre", erwiderte ich schmunzelnd. Eines der wenigen Male meinte ich meine Worte nicht ernst, was ich aber gut verbergen konnte. Vielleicht würde Lumira die Chance nutzen, auf sich aufmerksam zu machen, dann konnte ich ihr helfen. Aber solange ich nicht wusste, wo sie war, konnte ich nicht reagieren. Aber zumindest dürfte der Herr des Hauses nicht da sein und gegen eine Frau würde ich mich zur Not durchsetzen können, obwohl mir das sicher kein Vergnügen sein würde. Aber wenn ich Lumira helfen konnte, würde ich das tun. Doch noch standen meine Chancen eher schlecht. Wo war Lumira? Irgendwie musste ich sie wissen lassen, dass sie sich jetzt ohne Probleme äußern konnte, wenn sie in Not war. Nur wie? Es musste für ihre Mutter möglichst unauffällig sein...
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      Argine

      Ich kniff die Augen ein wenig mehr zusammen? Meinte er das tatsächlich ernst? Ich war mir zu meiner eigenen Verärgerung nicht sicher. Dennoch schmeichelten mir seine Worte irgendwo. Schließlich war ich ja auch eine ansehnliche Frau. Aber das musste er mir nicht sagen. "Gut und schön."
      Ich beugte mich ein Stück vor und senkte den Tonfall. "Dann hört mir jetzt zu, mein Freund", zischte ich. "Eure Anwesenheit ist nicht länger erwünscht, Ihr haltet den gewöhnlichen Tagesablauf nur auf. Ich möchte, dass Ihr jetzt geht. Ich hoffe, dass war deutlich genug ausgedrückt." Ich fixierte ihn mit kaltem Blick. "Wenn nicht... Es gäbe da sicher einige Dinge, die Ihr gerne weiterhin im Dunkeln wüsstet..." Von Weitem entdeckte ich meinen Mann, Vendon, in Richtung den Hauses kommen. Na endlich. Ich beugte mich noch ein Stückchen weiter vor. "Ein alter Bekannter. Es kostet mich nur eine klitzekleine Botschaft...", flüsterte ich. Dann setzte ich wieder mein liebenswürdigstes Lächeln auf.
      ​"Gibt es ein Problem?!", rief Vendon schon von den Beeten aus. Er war wirklich ein Tier. Das war schon ein ausreichender Grund gewesen, ihn zu heiraten.
      ​Ich sah zu dem jungen Mann und hob fragend eine Augenbraue, während ich weiter lächelte. Nun schon beinahe hämisch.



      Lumira

      Draußen war es leiser geworden. Kein gutes Zeichen. Ich überlegte fieberhaft. Wenn es wirklich Narvik war, dann war es eine Chance. Und dieses Mal würde ich sie nicht ungenutzt lassen. Was ich dann damit anfing, würde ich später entscheiden.
      Ich musste es irgendwie schaffen, ihm eine Nachricht zu übermitteln. Natürlich ohne, dass jemand anderes etwas mitbekam.
      Da kam mir eine Idee. Hektisch tastete ich mich durch die Dunkelheit, stolperte die schmale Treppe hinunter und in den Kellerraum.
      Ganz hinten befand sich ein winziges Fenster, kaum größer als eine Hand, weshalb es den Namen "Fenster" eigentlich gar nicht verdient hatte. Trotzdem fiel kein Licht in den Keller. Ich vermutete, dass es unter irgendwelchem Kram vergraben war, in meiner Erinnerung daran, war ich noch ein Kind gewesen. Bitte, bitte, bitte.
      Suchend tastete ich mich an der staubigen Wand entlang, bis ich auf einen Haufen aus Holz und Metallteilen traf. So leise wie möglich, räumte ich sie zur Seite, während ich stumm vor mich hin betete, dass das Fenster noch da war.
      Und tatsächlich: Unter einer großen Holzplatte kam die winzige Öffnung schließlich zum Vorschein. Ein schmaler Lichtstreifen fiel durch die rostigen Stäbe, mit denen es vergittert war, auf den kalten Kellerboden. Beinahe hätte ich vor Freude aufgelacht. Ein wenig Glück war doch manchmal sehr hilfreich. Eilig hob ich den kantigen Stein vom Boden auf, als könnte er jeden Augenblick verschwinden.
      Fahrig fuhr ich mit der Kante über die Ecke eines Holzbalkens. Zurück blieb ein heller, weißer Strich. Die Holzstücke hier waren alle zu groß, aber glücklicherweise befand sich in der Tasche meines Rockes noch ein kleines, flaches Stück Rinde, dass ich vor ein paar Tagen aus dem Wald mitgebracht hatte, weil ich es so hübsch fand.
      Jetzt verlor ich keine Zeit mehr. Eilig kritzelte ich meine Botschaft auf das Rindenstück und schob es dann zwischen den Gitterstäben hindurch.

      Heute Nacht. Gleiche Stelle, wo wir uns begegnet sind. Bitte sei da.

      Mit meinem Namen zu unterschreiben, wagte ich nicht. Auch nicht mit dem Anfangsbuchstaben. Aber es würde auch nicht nötig sein. Jetzt konnte ich nur noch hoffen, dass Narvik es fand. Mit etwas Glück stand Uva nicht direkt vor dem Haus, sodass er zurückkommen musste und dabei das Haus halb umrundete. Ich hoffte so sehr, dass er meine Bitte erhörte. Aber ich hatte keine Zeit, weiter darüber nachzudenken, denn von draußen hatte ich gerade die schweren Schritte meines Vaters vernommen. Er kam zurück. Ziemlich früh heute. In Windeseile rückte ich die schwere Platte und das Metall wieder an Ort und Stelle. Dann suchte ich mir meinen weg zurück und setzte mich auf halber Höhe der Treppe wieder auf die kalten Steinstufen. Es musste einfach klappen.
      PK

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      Narvik
      Ein wenig spöttisch, aber keineswegs bösartig, lachte ich auf. "Och, ich hoffe doch, dass Ihr es nicht ernsthaft in Erwägung zieht, mir zu schaden... Das würde Euch alles andere als gut bekommen, denke ich, zumal ich lediglich besorgt um Euch war." Lächelnd machte ich einige Schritte zurück, ehe ich mich umdrehte. "Auf Wiedersehen! Man sagt ja, man sähe sich immer zweimal, oder?" Kurz musterte ich den sich nähernden Mann skeptisch, dann ging ich seelenruhig zu Uva. "Na, komm, Mädchen, sehen wir zu, dass wir einen netten Platz für die Nacht finden, wo man uns nicht mit einem Messer im Rücken willkommen heißt." Mit diesen Worten schwang ich mich in den Sattel und ritt den Weg entlang, den wir gekommen waren, wobei, nicht ganz. Ich versuchte, in jedes Fenster des Hauses einzusehen, in der Hoffnung, Lumira irgendwo zu entdecken.

      Cadino
      Nun waren die beiden Gestalten aus meinem Blickfeld verschwunden. Leise fluchte ich. Großartig. Ich würde also abwarten müssen, wenn ich sehen wollte, ob es der Mann war, für den ich ihn hielt. Die Tatsache, dass er schon wieder in der Nähe einer Frau war, unterstützte meine Annahme.
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      -Edward Snowden
      Argine

      "Wer sagt denn, dass ich Euch schaden will?", fragte ich zuckersüß. Dann wandte er sich endlich zum Gehen. "Wir werden sehen, auf Wiedersehen!" Ich lächelte zufrieden und winkte ihm hinterher. Allerdings nur, solange ich es für nötig hielt. Ich wartete, bis Vendon die drei Stufen zur Haustür erklommen hatte, dann drehte ich mich um und folgte ihm ins Haus.
      ​Vielleicht sollte ich tatsächlich diesen alten Bekannten kontaktieren. Wobei das "bekannt" ziemlich einseitig war.
      PK
      Narvik
      Während wir so um das Haus herum ritten, auch, um einen etwas, anderen Weg zur Mitte des Dorfes zu wählen, entdeckte ich ein seltsames Rindenstück neben der Hauswand. Ein Rindenstück war weiter nichts Ungewöhnliches, doch die weiße Schrift darauf schon. Ich ließ Uva anhalten und sprang regelrecht aus dem Sattel. Elegant wie immer landete ich auf dem Boden. Vorsichtig näherte ich mich und hob das Stück auf. Leise las ich, was darauf geschrieben stand. Zu meinem Glück hatte mir mein Bruder das Lesen gelehrt, sonst wäre ich vermutlich jetzt aufgeschmissen. In der Nacht an der gleichen Stelle... Es wäre ein ziemlich großer Zufall, wenn das nicht für mich bestimmt war. "Lumira?", fragte ich vorsichtig, um die Dame von vorhin nicht auf mich aufmerksam zu machen. Wenn Lumira dieses Stück hier hinterlegt hatte und das noch nicht allzu lange her war, dann war sie eventuell noch in der Nähe. Suchend sah ich mich um.
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      -Edward Snowden
      Lumira

      ​Ich hielt die Luft an, als ich aus dem hinteren Teil des Kellers etwas hörte. Da draußen war jemand hinter dem Haus. Ich zögerte einen Moment und sah besorgt zur Tür. Doch dann rannte ich so schnell es im Dunkeln ging hinunter.
      ​Mein Herz machte einen Sprung, als ich die Stimme draußen gedämpft vernahm. Narvik! Hoffentlich hatte er das Rindenstück entdeckt. Und hoffentlich konnte er lesen... Daran dachte ich erst jetzt.
      ​Von der Kellertreppe her wurden mit einem Mal Geräusche laut. Sie öffneten die Tür. Hektisch drehte ich mich in die Richtung.
      ​Kurzerhand klopfte ich leise gegen die Holzplatte. Er sollte wissen, dass ich da war und dass die Rinde von mir stammte. Ich konnte nur hoffen, dass er sie entzifferte.
      ​Dann stürzte ich zurück, gerade rechtzeitig, bevor die Tür von außen aufgerissen wurde und das plötzliche Licht mich blendete. Aber immerhin hatte ich jetzt ein Ziel. Die Zeit bis zur Nacht würde so auf jeden Fall schneller vergehen.
      PK
      Narvik
      Mit einem Mal klopfte es. Mein Blick fiel auf eine Holzplatte an der Wand. Doch dahinter hörte ich nun wiederum Geräusche. Besser, ich ließ es erstmal mit Antworten. Wortlos nahm ich das Stück Rinde an mich, auch, damit es Lumiras Mutter nicht finden können würde, stieg wieder in den Sattel und ritt zurück in den Wald. Dort wollte ich das Stück erstmal irgendwie verschwinden lassen, zerstören, was auch immer. Ich brauchte es ja nun, wo ich die Nachricht kannte, nicht mehr. Uva trottete fleißig zwischen den Bäumen hindurch und bald waren wir ein wenig entfernt. Als ich sicher war, genug Distanz zwischen das Haus und mich gebracht zu haben, war ich wohl schon eine halbe Stunde geritten. Ich schwang mich aus dem Sattel, zerbrach das Rindenstück so oft wie möglich und warf die einzelnen Teile völlig willkürlich in irgendein Gestrüpp. So würden sie niemandem etwas bringen. Dann stieg ich wieder auf und schlug einen anderen Weg in Richtung des Dorfes ein, würde nun wohl am anderen Ende desselben den Wald verlassen.
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      -Edward Snowden
      Argine

      Ich beschloss, tatsächlich eine Nachricht zu verfassen. Es bereitete mir eine unbändige Freude, Menschen, die mir irgendwie in die Quere kamen oder hinterherspionierten, so wie der jungen Mann eben, in Schwierigkeiten zu bringen. Vor allem, wenn es doch so einfach war.
      Ich schrieb die Nachricht, faltete das Pergamentpapier anschließend sorgsam zusammen und schickte einen Raben damit los.
      Ich war ihm zwar nur ein- oder zweimal begegnet, aber ich neigte ohnehin dazu, Menschen sehr schnell zu meinen Kontakten zu zählen. Ich war gerne gut vernetzt. Vermutlich erinnerte Cadino sind gar nicht daran, was allerdings auch nicht unbeabsichtigt war und mich deshalb nicht störte. Er hatte wohl ein Haus hier, als Rückzugsort von seinen Geschäften - was auch immer.
      Zufrieden sah ich dem schwarzen Vogel hinterher. Er würde jedenfalls bestimmt sehr interessiert sein, wenn er erfuhr, dass dieser Mann in der Gegend war.
      Ich war froh, das Vendon zurück war. So musste ich mich nicht um alles alleine kümmern, was noch anstand. Mit grimmiger Miene ging ich wieder nach unten.
      PK
      Narvik
      Am Rand des Dorfes, nun auf der anderen Seite, entschied ich mich, ein wenig Zeit totzuschlagen. Erst gegen Abend wollte ich ins Dorf und mir eine Herberge zu suchen. Zumindest eine für Uva. Zwischen den Bäumen stieg ich ab, nahm Uva Sattel, Trense und Gepäck ab, legte das Zeug ins Gras und mich daneben. Uva legte sich in meiner Nähe hin und begann, gelangweilt ein wenig Gras zu zupfen. Langsam döste ich ein...

      Cadino
      Ein Rabe kam angeflogen und erst dachte ich mir nichts dabei, doch dann landete er auf der Brüstung des Balkons und ich bemerkte den Zettel an seinem Füßchen. Vorsichtig löste ich es und nahm es in Augenschein. Was ich las, konnte ich kaum glauben. Also doch. Dann war es wirklich so, wie ich dachte. Dann war das der Mann gewesen, mit dem ich noch eine Rechnung offen hatte. "Entschuldigt mich", richtete ich in Richtung des Zentauren. Dann trat ich nach drinnen und verfasste eine Antwort. Ich erklärte, dass ich den Mann heute mit einer jungen Frau am Waldrand beobachtet hatte, also schon vermutet hatte, dass es sich um diesen Mann handelte. Also vermutete ich, dass er es wieder mit derselben Masche versuchte. Man musste ihn aufhalten, er war ein Schwerstkrimineller. Als die Nachricht fertig verfasst hatte, rollte ich sie zusammen und fixierte sie wieder am Bein des Vogels, der sich sofort auf den Weg machte.
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      -Edward Snowden

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „pintostute“ ()

      Cheveyo

      Ic hatte eine Weile vor dem Haus gerastet - sein Bewohner hatte mich nicht vertrieben - doch als er sich nun entschuldigte, klangen Sorge, Dringlickeit und auch etwas wie Wut aus seiner Stimme. Und obowhl das alles für sic beunruhigend war, für mich bot sich vielleicht eine Gelegenheit.

      Schweigend wartete ich. Bald sah ich den Raben wieder wegfliegen. "Herr?", sagte ich etwas lauter, in der Hoffnung, dass er mich hörte. "Ist alles in Ordnung?"
      Momentan herrscht absoluter Kaufstopp - außer bei denen, die ich bereits zugesagt habe!

      Sims-Story-Thread: Sunset Valley Flatshare - Start ab S. 3
      Westernpassion: Martin Darkmoor
      Equinepassion: Madison Darkmoor