Sunset Ranch - Ranchstorys //Unverhofftes Wiedersehen - Part IV B//

      Das ist richtig spannend und ich bin jetzt erst recht Neugierig wie alles ausgeht und was passiert ist. =O
      :pfe1: Reiten und Pferde sind Balsam für die Seele


      Every Rider
      has that one
      Special Horse
      that one horse
      who changes
      everything
      about them
      (Autor unbekannt)


      Ich bin hier nur der Indianer
      fragt den Häuptling
      (Zitat: Aussteller Intermodellbau)

      Da ich nun die Bilder gemacht habe, werde ich euch mal nicht länger auf die Folter spannen. ;)

      Hier nun also das "Staffelfinale" ;)

      Part 4B

      Am nächsten Morgen stand Catalina früher auf als sonst. Denn da sie ohnehin nicht mehr schlafen könnte, geschweige denn einen erholsamen Schlaf, konnte sie sich auch schon einmal in die morgendliche Stallarbeit stürzen. Vielleicht half ihr die körperliche Anstrengung zumindest wieder einen etwas klareren Kopf zu bekommen. Also zog sie sich Jeans und Bluse an und ging dann hinunter. Nachdem sie in der Küche einen Milchkaffee getrunken hatte ging sie schließlich hinaus. Ihr Blick ging unbewusst gleich hinüber zum Parkplatz. Als sie nun Jasons blauen Truck erblickte, verspürte sie ein Gefühl der Erleichterung. Noch nie war sie so froh gewesen, diese alte Karre zu sehen wie heute. Sie überquerte den Hof und ging hinüber zum Stall. Da erblickte sie Jason der gerade am Heu füttern war. Da er jedoch gerade mit dem Rücken zu ihr gerichtet war, hatte er sie noch nicht bemerkt. Einen Moment war Catalina verunsichert, wie würde er reagieren? Dann jedoch sprach sie ihn an. „Hey,…“.



      Als Jason hörte wie ihn jemand ansprach wandte er sich um und erblickte Catalina. Er lächelte vorsichtig. Ob sie sauer auf ihn war wegen gestern? Ihm war klar, dass er sich ihr gegenüber unfair verhalten hatte.



      Er trat ein Stück auf sie zu und meinte: „Hey. Sorry wegen gestern, ich war irgendwie ziemlich durch den Wind durch Alex´ plötzliches Auftauchen und der Tatsache, dass ausgerechnet er dein Bruder ist,… da habe ich wohl etwas überreagiert,… dachte, du würdest ihm mehr Glauben schenken, weil er halt dein Bruder ist,…“. Nun musste Catalina kurz lächeln, dann legte sie ihm die Hand auf den Arm. Blickte ihn an und meinte: „Ich gebe zu, ich war erst schon ein wenig erschrocken, als ich hörte, dass du mit Drogen zu tun hattest, aber,…“sie stockte kurz, „…vor allem deshalb, weil ich dich so anders kennenlernte. Aber ob er nun mein Bruder ist, oder nicht, ich hätte dich nie einfach verurteilt, ohne deine Version gehört zu haben. Dazu liebe ich dich einfach viel zu sehr.“



      Nun musste Jason kurz lächeln, dann jedoch wurde sein Blick ernster und während die beiden sich nun setzten fing er an zu erzählen:



      „Na schön. Ja, es stimmt. Ich habe im Res mit Drogen gedealt, war wohl so 12 oder 13 als ich da rein geriet. Anfangs waren es harmlose Botengänge, wohl um meine Zuverlässigkeit zu testen,…“ Jason lachte kurz sarkastisch auf und fuhr dann fort, „… erst kleine Geschenke als Belohnung, später dann Geld… Anfangs wusste ich noch nicht dass dann später auch Marihuana oder Koks unter den Päckchen waren, als ich dahinter kam wollte ich aussteigen, durch meinen Vater und meinen Großvater wusste ich ja um die Probleme die Drogen und Alkohol unseren Leuten brachten, hatte die zwei oft genug darüber reden gehört. Doch obwohl beides im Res streng verboten war, fand Beides immer irgendwie einen Weg hinein.
      Mir wurde jedoch recht schnell klar, dass ich nicht so ohne weiteres da raus kam, wusste einfach zu viel und wäre dann natürlich ein ziemlicher Risikofaktor, schon wenn ich nur andeutete, dass ich aussteigen wolle,…“.
      Während Catalina seiner Erzählung lauschte, wurde sie bestürzt. Zwar hatte sie gewusst, dass die Lebensbedingungen für die Indianer in den Reservaten bis heute alles andere als schön waren, doch über Näheres hatte sie bisher nicht Bescheid gewusst.
      Dann fuhr Jason fort: „Die Behörden wussten zwar davon, dass Marihuana und auch Koks im Res in Umlauf gebracht wurden, hatten vielleicht auch Verdachte, konnten jedoch nichts beweisen und wer im Einzelnen daran beteiligt war, wussten sie auch nicht. Also, dass ich auf der Flucht vor der Polizei war, ist Quatsch, von mir wussten die Beamten nichts, war immer sehr vorsichtig, allein schon um meines Großvaters Willen,...“. Jason hielt einen Moment inne bei der Erinnerung, dann fuhr er fort: „Und was Julia angeht: Ihre Tante Anna lebte mit ihrem Mann bereits schon länger in meiner Nachbarschaft, ich kannte die beiden schon lange, half auch häufiger bei den Beiden aus. Heu machen, Arbeiten am Haus und so,...“
      Jason zwinkerte Catalina kurz zu und fügte dann hinzu: „Habe auch auf saubere Art den Unterhalt für mich und meinen Großvater verdient, bei dem ich lebte und der bereits als ich sechzehn war nicht mehr dazu in der Lage war, da es nach und nach mit seiner Gesundheit schlechter wurde. Eines Tages kam dann Annas Nichte aus Deutschland zu Besuch, zusammen mit ihrem Freund. Anfangs hingen wir einige Zeit zusammen ab. Irgendwann jedoch kam Alex wohl irgendwie dahinter, dass ich mit Drogen zu tun hatte. Und da er halt bei dieser Organisation arbeitete, die versuchte den Indianern zu helfen mit ihrem Leben wieder klar zu kommen stellte er mich zur Rede. Es kam zum Streit. Von da an hatten wir kaum noch Kontakt, lediglich Julia sah ich noch immer mal, da ich ja häufiger bei ihren Verwandten war. Irgendwann fing sie dann an mit mir zu flirten. Eines Tages, Anna und Matthew waren für einige Tage nach Rapid City gefahren, sollte ich für die Zeit ihrer Abwesenheit bei ihrem Haus, Julia und den Tieren nach dem Rechten sehen. Als Julia und ich nun also gerade dabei waren die Pferde zu versorgen kam sie auf einmal zu mir und küsste mich. Erst war ich überrumpelt, doch Julia war ja durchaus attraktiv und nun wollte ich wissen ob sie nur mit mir spielte oder ob sie es ernst meinte, jedenfalls erwiderte ich den Kuss. Und dann wollte ich wissen wie weit sie gehen würde,… naja und so begann es dann. Und als ihr Aufenthalt sich dann dem Ende neigte, entschied ich mich schließlich mit ihr nach Deutschland zu gehen. Wir könnten weiter zusammenbleiben und ich könnte dort einen Neuanfang machen. Mein Großvater lebte zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr, ich war bereits 19, also hielt mich nicht viel in Pine Ridge.“ Nachdem Jason geendet hatte, blickte Catalina ihn eine Weile schweigend an. Die Informationen musste sie erst einmal verarbeiten. Dennoch war sie froh, dass Alex ihr zumindest soweit die Wahrheit gesagt hatte, soweit er über Jason Bescheid wusste, er lediglich durch mangelndes Wissen einige Schlüsse falsch gezogen hatte. Schließlich blickte sie Jason an und meinte: „Danke, dass du mir all das erzählt hast.“ Dann jedoch fiel Catalina noch etwas ein und ein wenig zögernd fragte sie: „Aber was wurde aus dir und Julia, ich mein, eine Auswanderung macht man ja nicht mal eben so, ihr müsst euch eurer Beziehung ja schon recht sicher gewesen sein,…“. Darauf zuckte Jason mit den Schultern.



      „Das war auch so. Doch dann, es war wohl etwa ein Jahr später, kam ich dahinter, dass sie mich betrog. Ich stellte sie zur Rede, doch sie versicherte mir, dass es nur ein einmaliger Seitensprung gewesen war. Wir sprachen uns aus, ich verzieh ihr. Es schien nun wieder alles beim Alten zu sein. Bis ich einige Wochen später ungeplant früher nach Hause kam und sie mit einem anderen in inniger Umarmung erwischte,… ich rastete nun aus und schließlich packte ich meine Sachen und ging. Das war das letzte Mal, dass ich Julia sah. Keine Ahnung was dann aus ihr wurde.“ Catalina nickte, dann legte sie den Arm um Jason. Nach einer Weile fragte sie: „Hast du nie darüber nachgedacht nach Pine Ridge zurückzugehen, ich meine, es ist immerhin deine Heimat…“. Darauf zuckte Jason mit den Schultern und erwiderte: „Nicht wirklich. Ich mein, sicher, es ist meine Heimat, doch was hätte mich dort erwartet? Außer einige schlimme Erinnerungen, mein Großvater war tot, meine Eltern ebenso und durch diese ganze Drogenscheiße habe ich auch noch meinen kleinen Bruder verloren,…“ dann fügte er noch hinzu: „ Außerdem hatte ich hier inzwischen einen festen Job, Freunde, Hamburg gefiel mir,… ich wollte das nicht alles aufgeben, also blieb ich hier,…“ nun lächelte er, „…zum Glück. Sonst wären wir uns schließlich nicht begegnet.“ Einen Moment schwieg Catalina betroffen. Und da sie nicht wusste was sie sagen sollte, vor allem auch nichts Falsches sagen wollte, nahm sie Jason einfach in den Arm. Er erwiderte die Umarmung und küsste sie.