Geschichten

  • Hallo zusammen!



    Ich wusste nicht ganz wohin damit, da dachte ich mir ich probiere mal den Blog aus... Obwohl es vermutlich viele Leute wie mich gibt, die den einfach nur wegklicken :D Aber vielleicht schaut ja trotzdem mal jemand hier rein ^^


    Da ich nicht noch einen Thread aufmachen wollte und die folgenden Geschichten nicht zu meiner Hofgeschichte passen und auch in den Threads für meine Pferdevorstellungen und in den Wild Life Park-Thread nichts zu suchen haben, kommen sie also erst einmal hier rein ;)


    Einige wissen vielleicht, dass ich gerade meine Abschlussarbeit geschrieben habe und diese nun fertig ist, kam es dazu ich mal wieder Lust hatte einfach etwas zu schreiben, was ganz neues :) Die Geschichte spielt in einer virtuellen Welt, in rauer Natur, in der man nur mit dem Pferd (reitend oder Kutsche fahrend) fortbewegen kann. Es gibt keine Elektrizität und auch keine großen Städte. Es gibt größere Siedlungen, die max. aus einigen hundert Menschen bestehen, aber meist hat eine Siedlung nur bis zu 100 Einwohner. Es gibt mehrere Stämme, die immer eine eigene Sprache sprechen, wobei es sich in den Regionen immer eher um eine Art Dialekt handelt. Viel mehr will ich gar nicht verraten, der Rest dürfte sich ergeben. Erwartet aber nichts übernatürliches :P


    Viel Spaß beim lesen! :)



    Meine Reise mit Heja


    Teil 1


    Seit dem es Máni nicht mehr gab, war so vieles schief gegangen. Meine Eltern sagten immer wie gut es mir ging und wie viel Glück ich doch mit meinem Leben hatte, aber es fühlte sich nicht so an. Ich wurde immer trauriger. Mit ein bisschen Geld von meinen Eltern und dem, was ich bei der Arbeit mit schwierigen Pferden verdient hatte, konnte ich eine gute Bildung erlangen. Ich konnte die Sprachen der am nächsten gelegenen Stämme und den ehemals nahen Stämmen lesen, schreiben und sprechen. Ich verstand etwas von Handel, besaß handwerkliches Geschick, hatte gelernt mich zu verteidigen und kannte die essbaren- und Heilpflanzen des Nordens. Es gab nur noch 3 Siedlungen hoch im Norden. Einöde und Kälte hatten die meisten Stämme weiter in den Süden getrieben, aber ich hatte gelernt es zu lieben. Ich war in der kleinsten Siedlung aufgewachsen und ich kannte kein anderes Leben. Jeden Tag machte ich mich auf den langen Weg in die größte Siedlung, um dort meiner Ausbildung nachzugehen. Es gab noch eine mittelgroße Siedlung, ein wenig kleiner als die größte und deutlich größer als die, in der ich lebte. Von dort kam ein junger Mann, den mein Lehrmeister mir als Lebensgefährten vorschlug und ihn mir vorstellte. Es war nur eine Wahlmöglichkeit, denn mit wem ich mein Leben verbringen wollte, lag letzten Endes bei mir und bei uns passte es von Anfang an nicht. Es war eine schwierige Zeit. Ich hatte mein Pony Máni verloren, der mir alles bedeutet hat. Er hatte mich mein ganzes bisheriges Leben begleitet und war sehr alt geworden. Mein Vater hat viel gearbeitet und meine Mutter hat sich nicht wirklich um mich gekümmert. Meine Geschwister waren viel älter als ich und so wuchs ich quasi nur mit Máni auf. Er war wie mein Vater, mein Bruder, mein bester Freund und Lehrer in einem. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass es eine Welt ohne ihn gibt, obwohl ich wusste, dass er eines Tages sterben würde. Dieser Tag kam natürlich viel zu früh, aber ich bin unheimlich dankbar für die 19 Jahre mit ihm. Dennoch wurde ich seit dem immer trauriger und in dieser schweren Zeit lernte ich den jungen Mann als potentiellen Lebensgefährten kennen. Es war der denkbar schlechteste Zeitpunkt, denn zu dieser Zeit war ich nicht ich selbst und er hat nicht verstanden, dass mein Máni für mich wichtiger als alles andere war – wichtiger als jeder Mensch. Bald war meine Ausbildung zu Ende und die Entlassung wollte ich noch abwarten, ehe ich ging. Ich musste hier raus. Ich hatte mein ganzes Leben hier verbracht und nun wurde es Zeit für mich zu gehen. Zu viel war passiert. Ich war wie eine Pflanze auf einem Feld. Jeder Sturm zerrte an mir, sodass nach und nach meine Wurzeln ausgerissen wurden. Es gab hier nichts mehr was mich hier hielt. Und schließlich wurde die letzte Wurzel gekappt und der Wind trug die Pflanze davon. Das Feld würde einige Jahre brach liegen müssen, ehe wieder etwas darauf wachsen konnte. Vielleicht würde ich wieder kommen, denn ich hing sehr an dieser Gegend, an den unendlichen Weiten, den Bergen in der Ferne und der Küste. Es war meine Heimat und ich fand es hier wunderschön, obwohl das nicht das Wort ist, mit dem die anderen Stämme den Norden in Verbindung bringen. Es gibt Dinge, die mir fehlen werden. Meine Freunde, meine Familie und unser kleiner Kater.
    Ich packte die letzte Tasche auf Heja, zog den letzten Riemen fest und streichelte ihr sanft über den Hals. Sie würde mich begleiten, auch wenn sie dafür, nach der Meinung unserer Bekannten, nicht besonders geeignet war. Die Stute war mittelgroß, sehr dünn und feingliedrig, mit einem ausdrucksstarken Kopf mit großen wachen Augen und zu langen Ohren. Sie war aber nicht annährend so zerbrechlich wie sie aussah. Sie war sehr zäh und gesund und dazu das schnellste Pferd, das ich kannte. Zwar fror sie schnell, aber dafür gab es Decken. Die braune Stute, die an jedem Bein ein kleines und am Kopf zwei kleine weiße Abzeichen hatte, war das Beste was mir seit Mánis Tod passiert war. Ich drückte erst meine Mutter und ließ mich dann von meinem Vater in den Arm nehmen. Meine Geschwister hatten beide schon eigene Familien und lebten in der größten Siedlung. Dann nahm ich den kleinen schwarz-weißen Kater auf den Arm und musste schmunzeln, weil er sich wie immer wie ein nasser Sack hängen ließ. Ich drückte ihn an mich und sofort fing er an zu schnurren. Ich hielt ihn mit einem Arm und streichelte mit der freien Hand noch ein paar Mal über seinen kleinen Kopf, ehe ich ihn meiner Mutter gab. Dann nahm ich Hejas Strick und wir gingen los. Der Strick war eigentlich nicht nötig, sie folgte mir auch so, aber die Nachbarn beäugten mich oft skeptisch, wegen meiner engen Bindung zu Pferden und ich hatte gelernt mich unauffällig zu verhalten. Heja war nicht wie Máni, den konnte niemand ersetzten und das musste sie auch gar nicht. Sie war meine Heja. Wir hatten auf eine andere Art eine sehr vertraute Bindung zueinander. In den letzten 2 Jahren waren wir unglaublich eng zusammen gewachsen. Manchmal glaube ich, dass Máni sie mir geschickt hat, um die schwere Zeit nach seinem Tod zu überstehen. Ich schaute mich noch mal zu meinen Eltern um und winkte. So wie sie da standen sahen sie sehr alt und verloren aus, besonders mein Vater. Die jahrzehntelange Arbeit hatte sehr an ihm gezehrt. Sein Haar war licht und grau geworden und er war dünn, denn er hatte in den letzten Jahren einiges an Muskelmasse verloren. Mit leichter Traurigkeit wandte ich meinen von ihnen ab und war schnell an dem Rand der kleinen Siedlung angekommen. Ich dachte an Baldr, einen jungen Mann, den ich in den letzten Wochen der Ausbildung kennen gelernt und viel mit ihm zusammen gearbeitet hatte. Er gefiel mir sehr, aber ich wusste nicht viel über ihn und mein Entschluss zu gehen, stand bereits fest. Heja wandte den Kopf ab und ließ ihn hängen. Sie merkte sofort wenn ich in Gedanken war und meine Aufmerksamkeit nicht mehr ihr galt. Ich berührte sie ganz vorn an der linken Halsseite und sofort spitzte sie wieder die Ohren, hob den Kopf und wandte ihn mir zu. Augenblicklich hatten wir wieder diese Verbindung zueinander, die keiner Worte bedarf. Ich schaute mit sanftem lächeln in ihr Gesicht, beobachtete ihre Mimik. Bei dem flachen Land hier konnte ich die kleine Siedlung noch lange sehen, aber irgendwann war sie am Horizont hinter uns verschwunden und ich blickte nach vorn, gegen Südwesten. Ich schritt schneller voran, über die harte steinige Erde, die spärlich mit Gräsern und Sträuchern bewachsen war. Alles war von Raureif bedeckt. Der Winter stand kurz bevor und es würde wie immer ein sehr kalter und langer Winter werden, aber ich musste einfach gehen und jeder Schritt, der mich weiter von Zuhause weg brachte, fiel mir leichter und ich freute mich auf meine Zukunft.


    Teil 2


    In den ersten Tagen wanderten wir fast rund um die Uhr über die Ebenen, denn ich wollte erst mal viel Strecke schaffen. Ich wollte nach Südwesten,
    wo die große Bergkette, die den Norden so schwer zugänglich macht, auf das Meer trifft. Dort war die einzige Möglichkeit in den Süden zu
    gelangen, ohne die Bergkette überqueren zu müssen. An diesem landschaftlich so markanten Ort hatte sich eine große Siedlung gebildet, die sich auf den Handel spezialisiert hatte. Dort brachten die Stämme des Nordens und des Südens ihre Sachen hin und konnten sie tauschen oder für Gold verkaufen. Die Siedlung war 20 bis 25 Tagesreisen von meiner Heimat entfernt, je nach dem wie man reiste und wie viel Gepäck man dabei hatte und deswegen machten sich die Stämme im hohen Norden nur ein oder zwei mal im Sommer auf die Reise dort hin, um mit
    ihren Sachen zu handeln. Es fegte ein eisiger Wind über die flachen Ebenen, aber Heja trug mich mitsamt dem Gepäck energisch gegen den Wind Richtung Westen. Ich hatte die Wetterlage doch etwas unterschätzt und Heja brauchte mehr von unseren Vorräten als gedacht. Da sie sowieso sehr dünn war, gab ich ihr was sie brauchte und trat dafür selber zurück. Ans Jagen war zu dieser Jahreszeit nicht zu denken, die Wildtiere hatten sich weiter in den Süden zurück gezogen und es gab auch keine Früchte mehr die ich hätte sammeln können. Zum Glück traf man immer mal wieder aus einen Bach oder einen See, sodass man wenigsten seine Wasservorräte auffüllen konnte. In den letzten Tagen hatte ich kaum etwas gegessen und die Kälte zehrte zusätzlich an mir. So nickte ich schließlich entkräftet ein. Als ich die Augen noch sehr verschlafen wieder öffnete stand die Sonne an ihrem höchsten Punkt. Ich wurde von einem kräftig blauen und glitzernden Streifen am Horizont geblendet und kniff die Augen zu. Es dauerte einen Moment, bis ich realisierte was da vor uns lag. Das Meer. Schnell wurde ich munter, trieb Heja an und sie fiel willig in einen leichten Galopp. Einige Zeit später erreichten wird den Strand und Heja stoppte abrupt vor dem Wasser, denn sie wusste wie kalt es war. Sie hob den Kopf und reckte die Nase in den Wind. Zu unserer linken Seite konnte ich in der Ferne schon die ersten Häuser der Handelssiedlung erkennen. Ich lenkte Heja rum und lies sie am Strand entlang Richtung Süden traben.

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Kommentare 3

  • Da ich keine Ahnung habe wie der Blog funktioniert... :D habe ich einfach Teil 2 unten angehängt.
  • Besteht interesse an der Fortsetzung?
    • Ich weiß es ist jetzt schon länger her das du dass hochgeladen hast aber ja ich hätte Interesse